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Spiel erklärt: Voll daneben

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Dirk Piesker
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Spiel erklärt: Voll daneben

Beitragvon Dirk Piesker » 18. November 2003, 10:17

Hallo,

ich muss hier mal meinem Kummer Luft machen:
Eins meiner absoluten Lieblingsspiele ist Euphrat&Tigris. Ich habe es jetzt
bestimmt 3 Jahre nicht mehr egspielt, aber egal.

Obwohl meine Frau nun nicht gerade eine begeisterte Vielspielerin ist, spielen
wir in letzter Zeit doch regelmäßig. Und jetzt dachte ich, es wäre an der Zeit,
sie mal an E&T heranzuführen :-)

Kennt Ihr das, wenn ihr grossen Wert darauf legt, dass ein Spiel bei anderen
gut ankommt, wenn ihr es selbst gerne mögt?

Ich also ohne großes Regelstudium ran ans Erklären und Spielen...

Uns es zog sich, und war langweilig, und das Gesicht meiner Frau wurde immer
länger..

Nach 30min haben wir es abgebrochen, meine Frau gelangweilt und ich bestürzt,
dass das Spiel so gefloppt war.

Einen Tag später kam mir die Erleuchtung: Wir hatten völlig vergessen, für das Setzen von Anführern Siegpunkte zu vergeben. Wir haben nur Puntke für Konflikte vergeben.
AAAARRRGGGHHH!!! :-(
Ich hab's einfach vergessen....

Jetzt hoffe ich nur, dass E&T nochmal eine Chance bekommt....

Habt Ihr sowas auch schonmal erlebt?

zerknirschte Grüße,
Dirk

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Marc W.

Re: Spiel erklärt: Voll daneben

Beitragvon Marc W. » 18. November 2003, 10:41

Hi,
ja, vor Jahren bei "Modern Art". Da gab es nach dem Erklären mit dem Bieten erstmal ratlose Blicke, denn die Dynamik des Spiels kam bei meiner Erklärung nicht rüber. Aber das Spiel dannach konnte dann überzeugen.
Und beim "Puerto Rico"-Erklären weiß ich nie so recht wo mit ich anfangen soll. Ich denke mal, ich werde den Baumeister am Schluß bringen, denn dann kann man in der Folge die Gebäude erklären. Aber da habe ich auch immer die Sorge, dass in dem Moment die Erstsspieler gedanklich erstmal aussteigen.

Marc

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Braz
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ging mir auch schon so

Beitragvon Braz » 18. November 2003, 11:33

Hallo Dirk,

*hihi - wieso soll' s dir besser gehen als mir :)) ?!

....so geschehen meinm Mare Nostrum-Spielen

Ich finde wirklich das Spiel (sowohl vom hervoragenden Material her als auch vom Spiel an sich) klasse.
Nun wollte ich es in meinem Spielkreis vorstellen bzw. voller Stolz präsentieren (Nach dem Motto: " Seht nur was es für tolle Spiele gibt..."
Dabei habe ich dann einfach die Ein-/Anleitung vorgelesen - ohne dabei selber zu erklären - was im Nachhinein ein großer Fehler war, denn die Anleitung ist zwar mE sehr gut - da sie viele Beispiele zu Spielsituationen vorweist, aber leider gerade aus diesem Punkt für größere Spielegruppen zum "einfachen Vorlesen" einfach denkbar ungüsntig ist, da sie ca. 60-90 min in Anspruch nimmt.....und das für ein Spiel, was an sich und solches -vom reinen Spielmechanismus her- nicht wirklich so kompliziert ist...ufz......

wie auch immer - hier mein Erfahrungsbericht:
Nach ca. 60 min nölte der Erste schon rum (nach dem Motto "wann sind wir denn endlich zu Hause..?!" ;) ) mit den Worten: " *stöhn* wie lange dauert denn die Anleitung noch?!"
...nach weiteren 10 min Regelvorlesens erwischte es den Zweiten im Bunde mit den Worten "oh gott...lange halte ich das nicht mehr aus.."
nach erneuten 10 min warf mir dann der Dritte vor "konntest du das n icht vorher sagen, daß das Spiel Gulgullionen Jahre dauert..."
....nach ca. 90 min war ich dann mit der Anleitung durch <-> und hatte meine Mitspieler weichgekocht bzw. deren Gehirn -> was zur Folge hatte, daß - bevor das eigentlich Spiel endlich losging- schon die Mehrheit überhaupt keine Lust mehr auf das Spiel hatte.......
das Spiel wurde dann auch nicht fertig gespielt, weil es während des Spiels dann noch -zig Nachfragen bezüglich der Regel gab, da die Mitspieler während meines Regelvortrags diverse Regelsätze einfach "überschlafen" haben/hatten, und deshalb das Spiel so in die Länge gezogen wurde, daß ein Tag nicht ausgereicht hätte das Spiel zu spielen......

Aus Fehlern lernt man ja bekanntlich -> Daher erkläre ich die wirklich einfachen Regeln diesbezüglich am Besten selber -> sollten dann immer noch Regelunklarheiten herrschen lese ich die Beipiele der Spielanleitung optional vor....damit fahre ich hierbei bedeutend besser ;)


Gruß
Braz

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Rainer Fieseler

Re: ging mir auch schon so

Beitragvon Rainer Fieseler » 18. November 2003, 11:44

Hallo Braz,
du konntest 90 min lang Regeln vorlesen? Mann hat du geduldige Mitspieler! Egal in welcher Runde und ich kenne eine ganze Reihe - da hätte man mir lange vorher den Mund verboten und etwas anderes gespielt.

gruß rainer

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jochen schwinghammer

Re: Spiel erklärt: Voll daneben

Beitragvon jochen schwinghammer » 18. November 2003, 11:47

Hallo Dirk,

der größte Fehler, den man bei einem komplexen Spiel machen kann ist folgender: Alle Regeln erklären und dann erst das Spiel beginnen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es am leichtesten ist, ein Spiel zu lernen, wenn man die Regeln mit Beispielen erläutert. Bei den meisten Spielen kann man auch "geführte Beispielrunden" spielen lassen. Bei Puerto Rico oder auch bei Zauberschwert und Drachenei :-) spielt man zwei oder drei Runden im "Erklärmodus" und fängt dann eine neue Partie an, nachdem alle Regeln verstanden wurden. Dann ist es für die Zuhörenden einfacher und man bekommt eine Vorstellung von den Mechanismen.

Ist ein Spiel sehr komplex und die Spieler wollen lieber ein einfaches, schnelles Spiel, so kannst Du nur verlieren. (Habe ich mal mit Löwenherz (alte Version) erlebt.) Sollte man es dennoch versuchen, so hilft nur intensive Vorbereitung und Studium der Spielregel. Nichts ist langeiliger als ein Erklärer, der alle 2 Minuten in die Anleitung schauen muss :-)

Viele Grüße, Jochen Schwinghammer

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Braz
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war auch nicht so einfach .... ;)

Beitragvon Braz » 18. November 2003, 11:52

Hallo Rainer

:D :

> du konntest 90 min lang Regeln vorlesen? Mann hat du
> geduldige Mitspieler! Egal in welcher Runde und ich kenne
> eine ganze Reihe - da hätte man mir lange vorher den Mund
> verboten und etwas anderes gespielt.

Das ging auch nur mit Tricks -> nach dem Motto "Gleich sind wir ja zu Hause" warf ich immer mal den Hinweis ein "...ok - seht ihr...es dauert nicht mehr lange ....nur noch Die und dann noch die andere Seite...dann sind wir "Schon" durch! ! ;) ...dann noch eine weitere Tüte Chips aufgemacht......und so verging dann die Zeit

anders hätte ich die "Löwen/Meute" nie bändigen bzw in Zaum halten können...... ;)


Gruß
Braz

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Braz
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Re: Spiel erklärt: Voll daneben

Beitragvon Braz » 18. November 2003, 11:56

jochen schwinghammer schrieb:
> Nichts ist langeiliger als ein
> Erklärer, der alle 2 Minuten in die Anleitung schauen muss :-)



hmmm...stimmt...aber erkläre einmal komplexere Spiele (z.B. Fürsten von Florenz etc.) ohne einmal in die Anleitung zu schauen........es geht aber es ist nicht soo einfach ;)

Gruß
Braz

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Rolf Mihm

Re: Regellesen und -vorlesen...

Beitragvon Rolf Mihm » 18. November 2003, 12:20

Hallo Braz, du hast geschrieben:

> ....nach ca. 90 min war ich dann mit der Anleitung durch <->
> und hatte meine Mitspieler weichgekocht bzw. deren Gehirn...

Also das hätte ich, ehrlich gesagt, erst überhaupt nich gewagt - auch vom Vorlesen wäre mir das schon zu anstrengend. Ich wollte meinem Schwiegervater, der Taubenzüchter ist, ja mal Venezia schenken, weil das gerade sehr günstig zu bekommen war, worauf meine Frau intervenierte, ihr Vater wäre für Spiele nicht so zu haben, wo das Erklären der Regel mehr als 10 min in Anspruch nimmt :-D .

Wie dem auch sei -
bewundernde Grüße ob deiner Ausdauer und der deiner Mitspieler...

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Heno

Ging mir auch so, mit dem SvC-Kartenspiel

Beitragvon Heno » 18. November 2003, 12:48

Hi,
die gleiche Situation hatte ich in diesem Jahr auch erlebt.In dem ich meiner Frau (spanische Muttersprachlerin) versucht habe, das SvC-Kartenspiel zu erklären. Ging voll in die Hose, mit dem Fazit (O-Ton): "Dieses Spiel rühre ich nicht mehr an". Seit dem spiele ich es mit meinem Bruder oder Bekannten.

Gruß, Herbert
(Welcher die Hoffnung noch nicht aufgeben hat, eine spanische Regelerklärung für das SvC-Kartenspiel zu finden, wobei ich schon fast glaube, daß es dieses Spiel in Spanischer Sprache nicht gibt)

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Thomas O.

Umgang mit Einfach-Losspielen-Wollern?

Beitragvon Thomas O. » 18. November 2003, 12:59

Hi zusammen,

in dem Zusammenhang würde mich interessieren, wie ihr (die ihr euch schon die schönsten didaktisch klugen Formulierungen zurecht gelegt habt) mit Mitspielern umgeht, die die Regelerklärung gar nicht hören wollen, sondern mit einem "Lass uns einfach losspielen, wir sehen dann schon, was mir machen müssen, und du kannst uns ja sagen, was sinnvoll zu tun ist" reagieren? Sollte man diesem Wunsche nachgehen, oder sich "in der Lehrerrolle behaupten"?

Gruß, Thomas (der gestern positiv von King Arthur überrascht war - aber nicht vom Spielreiz, sondern vom spröden Charme des Burgfräuleins...)

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Dirk Piesker
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Beiträge: 950

Re: Ging mir auch so, mit dem SvC-Kartenspiel

Beitragvon Dirk Piesker » 18. November 2003, 13:00

Hallo Herbert,

SvC Kartenspiel ging problemlos, ebenso spielen wir grad
begeistert Carcassonne: Die Burg und Attika (zu 2. wirklich prima).

Trotzdem viel Glück weiter beim missionieren :-)

Dirk

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Dirk Piesker
Kennerspieler
Beiträge: 950

Und "Hast-Du-nie-erklärt"-Nörglern

Beitragvon Dirk Piesker » 18. November 2003, 13:15

Hallo Thomas,

ich gebe dem nach, aber rein gefühlsmässig wenn ich denke, dass die
Stimmun sonst kippt.

Ausserdem betone ich dann, dass sich später niemand beschweren soll,
dass ich irgendwas nicht erklärt habe.

Einfach ist sowas, wenn das Spiel "offen" ist, d.h. alle Informationen sind
für alle zu sehen.
Schwieriger wird es, wenn "geheime" Informationen einen wesentlichen
Teil der Planung oder des Spielspasses ausmachen.

Ich habe solche Bestrebungen aber auch schon "abgebügelt". Tenor:
Klappe, jetzt wird erklärt!


Dirk

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Tina Heldt

Ist mir auch schon so ergangen

Beitragvon Tina Heldt » 18. November 2003, 13:21

Hallo!

Ist mir auch schon oft passiert - meist dann, wenn ich von dem Spiel überzeugt bin. Na ja, das letzte Mal war es bei Sherlock Holmes Criminal Cabinet.

Ich war hin und weg, als ich mir zu Hause alleine die Einführung durchgelesen habe (Rede von Holmes), aber als ich das dann in der Spielerunde machte (ne, war gar nicht ich, jemand anders wollte unbedingt lesen), schliefen die fast ein. Nach einer Seite malte jemand schon wild auf einem Blatt Papier herum und am Ende war das Blatt voll, von dem Inhalt war nicht viel übrig.

Okay, der Text war jetzt auch nicht soooo wichtig, führte aber dazu, dass die alle so aussahen, als wollten sie mich lynchen, weil es ja mein Spiel war! Ein Glück hat das Spiel selbst dann doch überzeugt und es wurde lediglich erwähnt, dass die einfühung "nie nie wieder" vorgelesen werden sollte.

Viele Grüße
Tina

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Immanuel
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Beiträge: 86

Dreieinhalb Stunden Sternenfahrer ...

Beitragvon Immanuel » 18. November 2003, 13:24

...

waren neulich darauf zurückzuführen, dass ich die "Beschleunigungsregel" mit dem Nachschub für alle vergessen hatte.
Un dich hab mich noch gewundert, wieso der Nachschubstapel von der Erde nicht kleiner wird, wo wir den doch früher manchmal sogar nachfüllen mussten.
Da ich aber eine geduldige Frau und geduldige Cousinen habe, konnten wir die Partie nachts um eins tatsächlich beenden!

Was die "Sofort-Losspielen-Woller" angeht, habe ich manchmal auch ein Problem. Vielleicht liegt das ja auch daran, dass man als Regelerklärer, der das Spiel schon mal gespielt hat, eigentlich alles für wichtig hält und meint, dass es die anderen nur nach ausführlicher Erklärung kapieren. Der Vorschlag, ein bis drei Proberunden "einfach so" zu spielen und "en passant" das Spiel zu erklären, gefällt mir da eigentlich ganz gut. Alles, was dann bis dahin noch nicht aufgetaucht ist, kann dann noch erklärt werden.
Allerdings erfordert das schon eien Regelkenntnis und Erfahrung mit dem Spiel, die wohl über vorheriges ein- oder zweimaliges Spielen hinausgehen dürfte.

Getröstete Grüße (weil es anderen auch nicht anders geht),

Immanuel

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Rainer Fieseler

Re: Spiel erklärt: Voll daneben

Beitragvon Rainer Fieseler » 18. November 2003, 13:26

Hi Braz,
wer hat gesagt, dass Spiele-Erklären einfach ist? Im Ernst, da ich oft zum "Erklärer" ausgerufen werde, bereite ich die Spiele, die nicht nahezu immer gespielt werden vor, bevor ich zum Spielen gehe.

gruß rainer

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Gregor Breckle
Kennerspieler
Beiträge: 648

... und die "Ich-weiß-doch-nicht-was-gut-ist"-Bremser

Beitragvon Gregor Breckle » 18. November 2003, 14:30

Hi,

bei neuen Spielen, die sonst keiner kennt und man tatsächlich vielleicht auch mal einfach drauflos spielen will, und die Sache ein paar Runde ausloten will (gerade bei Spielen mit einer Runden-Ablauf recht gut möglich), kenn ich auch noch den klassischen "Ich weiß-doch-nicht-was-gut-ist"-Bremser, der dann doch alle Auswirkungen genau wissen will, was dazu führt, das doch die ganze Regel vorgelesen wird.

Viele Grüße

Gregor

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Heno

Die Spielkultur der Mitspieler beachten !!!

Beitragvon Heno » 18. November 2003, 14:49

Hallo Dirk,
das "blaue" Carcassonne mit allen Erweiterungen kann ich auch sehr empfehlen, und Alhambra zu zweit mit dem imaginären Dritten bleibt auch nicht verstaubt im Schrank liegen.

Beim SvC-Kartenspiel hält der Kartentext meiner Frau (als Nicht-Deutsch-Muttersprachler) vom Spielen ab. Somit habe ich gelernt, suche nach Spielen mit wenig oder keinem Kartentext.

Ein anderes Manko liegt halt in der Spielkultur der Mitspieler. Vom Elternhaus haben wir in unserer Familie als Kinder oder Jugendliche immer gerne nach Gesellschaftsspielen gegriffen. Bei Bekannten ist dieses nicht immer der Fall, daher sind diese oftmals nicht so geduldig wie die spielbesessenen Persönlichkeiten. Viele Menschen verbinden mit dem Wort Spiel oftmals Kinderkram. Im Kulturkreis meiner Frau (Südamerika) ist das Spielen für Erwachsene überhaupt nicht üblich. Als wir dieses Jahr zu ihren Eltern geflogen sind, hatten wir uns überlegt für unsere Nichten und Neffen kleinere Spiele als Geschenk mitzunehmen. Die Überraschung seitens der Kinder, aber auch ihrer Eltern war sehr positiv. Es hat uns sehr gefallen, unseren dortigen Familien das Spielen näher zu bringen, so daß auch die Eltern Spaß an der Spielerei gefunden hatten.

Auch muß ich erwähnen, daß man wie in der Musik Vorlieben und Abneigungen für bestimmte Spiele hegt. Somit habe ich auch Verständnis für meine Frau, wenn Sie meint, daß dieses oder jenes Spiel zu schwierig für sie ist. Zumal sie halt nicht aus einem spiel-besessenem Kulturkreis stammt.

LG, Herbert

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Christian Hildenbrand

Re: Umgang mit Einfach-Losspielen-Wollern?

Beitragvon Christian Hildenbrand » 18. November 2003, 15:22

Hallo Thomas !

Ja, die gleich-losspielen-Woller sind manchmal nicht einfach, wenn man versuchen will, ein Spiel zu erklären.

Ich denke, es gibt Spiele, bei denen das durchaus funktioniert, wenn die Regeln (und vor allem die taktischen Möglichkeiten) nicht zu sehr ineinander greifen bzw. nicht zu sehr aufeinander aufbauen. Was bringt es mir zu wissen, was ich im Moment gerade tun kann, wenn ich nicht weiß, was mir das im Laufe des Spiels bringt. Von dem her ist immer die Überlegung, ob es überhaupt klappen kann, ein Spiel einfach so drauf los zu spielen.

Ich habe dazu in Essen und auf der Spielwiesn in München recht unterschiedliche Erfahrungen gemacht als Erklärer.

In Essen hatte ich die Zoch-Spiele, die sich sehr wohl fast alle eignen, gleich drauf los zu spielen bzw. die man schnell in einer Erklär-Spielrunde den Mitspielern nahe bringen kann. Egal ob IgluPop, OZooLeMio oder Froschkönig (und auch Schrille Stille), bei denen ging das ganz gut mit dem "macht einfach mal". Es wurde einfach drauf losgespielt, die ersten Zungen gelegt, Iglus geschüttelt oder Plättchen versteigert, die Erklärung gab es während dem Spiel und das hat funktioniert. Meist haben wir dann einfach nach der Erklärung noch mal neu angefangen, ging ja nicht lange.

In München hingegen war ich bei HiG, da war das etwas anders. Bei CC-Die Burg ist es schwer zu sagen "mach einfach mal, ich erklär es dann unterwegs". Der weitere Anbau von Kärtchen sowie die Wertung haben doch einen recht großen Einfluß auf das, was im Moment mit dem aktuellen Kärtchen als sinnvoll oder nicht sinnvoll erscheint. Noch gravierender ist das ganze bei Amun Re gewesen, wo ich der Meinung bin, daß es nicht spielbar ist, wenn man nicht ALLE Regeln kennt. Und die sind leider etwas umfangreicher und schwerer zu erklären.

Fazit:
Es kommt sehr auf das Spiel an, das erklärt werden soll, und auf die Erfahrung, die der Erklärer mit dem Spiel hat. Wann immer es möglich ist, in einem zeitlich kurz gefassten Rahmen das SPiel anzuspielen und in einer Erklärrunde alles wichtige zu erläutern, um dann noch mal neu anzufangen, würde ich das bevorzugen. Ansonsten muß ich sagen, müssen die Spielwilligen in den "sauren Apfel" beißen und 5-15 Minuten Spielregeln über sich ergehen lassen.

Viele Grüße !

Ciao, Christian

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Chris F.

[OT] ...den kenn ich auch !

Beitragvon Chris F. » 18. November 2003, 15:49

;o)

Spielerische Gruesse,
Chris.(der den fehlenden Mamoonia-Bogen jetzt bekommen hat, aber noch nicht zum Ausprobieren gekommen ist)

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Volker L.

Re: ... und die "Ich-weiss-doch-nicht-was-gut-ist"-Bremser

Beitragvon Volker L. » 18. November 2003, 16:41

Gregor Breckle schrieb:
>
> (...) kenn ich auch noch
> den klassischen "Ich weiß-doch-nicht-was-gut-ist"-Bremser,
> der dann doch alle Auswirkungen genau wissen will, was dazu
> führt, das doch die ganze Regel vorgelesen wird.

Ich gestehe hiermit - keineswegs beschaemt, sondern aeusserst
selbstbewusst - dass ich genau dieser Typ Spieler bin.

Wenn ich mir selber eine Regel erarbeite, lese ich das Regelheft,
und zwar komplett, von einem evtl. beiliegenden Prof. Easy mache
ich keinen Gebrauch. Wenn jedoch die anderen Spieler anhand
eines gefuehrten Spiels oder Spielbeginns das lernen wollen,
wuerde ich zur Not mitmachen. Akzeptabel fand ich auch El Grande,
wo eine fortgeschrittene Spielsituation aufgebaut wird und dann
das Spiel anhand von Aktionen und deren Auswirkungen erklaert
wird - das ist ja quasi nur eine andere Art der Regelbeschreibung
(und entweder spielt man diese Situation danach gar nicht weiter,
sondern beginnt neu, oder die vorgegebenen "Pflicht"-Entscheidungen
sind so ausgewogen, dass bis zum Beginn der freien
Moeglichkeiten noch nichts dramatisches passiert ist (weder
hat ein Spieler einen grossen Vorteil noch wird man auf eine
von mehreren moeglichen Strategien festgelegt).

Die andere, von mir bevorzugte Methode - und zwar unabhaengig
davon, ob ich das Spiel selbst erklaere oder erklaert bekomme -,
ist eben, alle Regeln vor Spielbeginn zu erklaeren. Vom
Mittelweg einer teilweisen Erklaerung, dann losspielen (mit
eigenen Entscheidungen der Mitspieler) und unterwegs das
Erklaeren weiterer Regeln halte ich [i][b]absolut gar nichts.[/b][/i]
Wenn wir so losspielen, dass jeder Spieler seine eigenen
Entscheidungen trifft, dann will - nein, [i]verlange[/i] ich,
vorher alle Regeln zu kennen um die Auswirkungen meiner
Entscheidung beurteilen zu koennen. Bei einem Spiel wie
Mare Nostrum (einem Aufbauspiel mit Militaer-Komponente)
beispielsweise [i]muss[/i] ich gleich am Anfang wissen, wie
im Kampf der Sieger ermittelt wird, und nicht erst unmittelbar
beim Beginn eines Angriffs, da das Wissen ueber die
Erfolgschance eines Angriffs u.U. schon in der ersten Runde
Einfluss auf meine Kaufentscheidung hat (ist es sinnvoll,
Ressourcen in Militaer zu investieren, um gleich eine
Bedrohung gegen andere aufzubauen bzw. Beute zu machen falls
die sich nicht wehren, muss ich evtl. in Militaer investieren
um nicht selbst zur leichten Beute zu werden, oder hat der
Verteidiger mit seiner Festung und anderen Regeln einen so
grossen Kampfvorteil, dass die Anfangsausstattung in den ersten
paar Runden ausreicht, sich gegen agressive Nachbarn zu
schuetzen?).
Selbstverstaendlich kann (und wird) es zu Fehleinschaetzungen
kommen (der Verteidigerbonus ist doch weniger effektiv als
ich dachte und mir wird ein Gebiet abgenommen oder der Angreifer
ignoriert seine schlechte Erfolgsaussicht und hat Glueck),
aber zumindest auf theoretischer Ebene muessen die Regeln
bekannt sein.

Informierte Gruesse, Volker

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Rainer Fieseler

Re: ... und die "Ich-weiss-doch-nicht-was-gut-ist"-Bremser

Beitragvon Rainer Fieseler » 18. November 2003, 17:05

Hi Volker,
ich sehe es genauso wie du, erst alles wissen, dann spielen. daher lese ich lieber die Regeln selbst, als dass ich etwas erklärt bekomme. Es gibt zwar gute Erklärer (ich nenne hier mal Karl-Heinz Schmiel - eine Erklärung von ihm ist ein Genuss), aber die Mehrheit scheint leider nicht dazu zu gehören; und da kommt die Erklärung ziemlich durcheinander daher, oder wichtige Dinge werden ausgelassen, vielleicht nachgeliefert, an (für mich) unpassenster Stelle angebracht...
Naja es ist kaum jemand zu Regelerklärer geboren, man muss es lernen und üben; so lasse ich es halt über mich ergehen. Um der Gerchtigkeit Genüge zu tun: ich bin auch schon positiv überrascht worden.
Ich könnte noch vieles zum Regelerklären sagen (ganz schlimm wenn einer das Spiel schon (noch schlmmer. teilweise) kennt und dauern dazwischen wuatscht). Aber eine Frage habe ich auch noch, wie ihr mit folgender Situation umgeht: Irgendeiner hat die Regel erklärt - gut sogar, keiner Fragen, alle sind zufrieden und fangen an zu spielen, aber einer nimmt das Regelheft zur Hand und liest nochmal nach. Leise, während des Spiels, er stört eigentlich keinen, findet natürlich auch nichts, was nicht stimmt oder so. Die Erklärung war ja gut. Aber mir geht das irgend wie gegen den Strich. Es erscheint mir immer irgendwie als eine Misstrauenserklärung gegen den Erklärer. Nachlesen kann man, wenn man was nicht verstanden hat, oder auch nachfragen. Aber das ist hier nicht das Problem.verständlich un voll ständig war ja alles. Wie gehe ich damit um, oder ärgere ich mich nur über Dinge die nicht des Ärgerns wert sind?

gruß rainer

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Arne Hoffmann
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Re: ... und die "Ich-weiss-doch-nicht-was-gut-ist"-Bremser

Beitragvon Arne Hoffmann » 18. November 2003, 17:46

Moin Rainer,

ich gestehte, teilweise auch zu denen zu gehören, die mal zwischendurch das Regelhaft zur Hand nehmen, um mal eben etwas nachzuschlagen. Dies tue ich meist, wenn ich den Regelerklärer nicht aus seinem Fluß bringen möchte und mir halt nicht sicher bin ob sich die eine oder andere Passage mit meinen Erinnerungen deckt. Damit möchte ich nicht Mißtrauen gegenüber dem Erklärer zum Ausdruck bringen. Ferner möchte ich selbst Klarheit über eine Frage haben, die erst einmal nur mich angeht und die ich somit nicht öffentlich stellen muß.

Schöne Grüße

- Arne - (hat auch schon das eine und andere Spiel aus seiner Erinnerung heraus falsch erklärt - teilweise mit mehr und teilweise mit weniger Schaden)

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Gregor Breckle
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Re: ... und die "Ich-weiss-doch-nicht-was-gut-ist"-Bremser

Beitragvon Gregor Breckle » 19. November 2003, 09:07

Hallo,

Volker L. schrieb:

> Ich gestehe hiermit - keineswegs beschaemt, sondern aeusserst
> selbstbewusst - dass ich genau dieser Typ Spieler bin.

Ich wollte auch keineswegs beschämen.
Ich glaube nur, daß wir von einer anderen Ausgangsituation ausgehen. Die Situation, in der mir dieses Verhalten aufgefallen ist, ist die, das keiner das Spiel ausreichend genug oder gar nicht kennt, und auch keiner vorbereitet ist, so daß die komplette Spielrunde auf die Spielregel angewiesen ist. Dabei geht es auch hauptsächlich aum komplexere Spiele.
Hier bleiben meines Erachtens tatsächlich nur zwei Möglichkeiten:
1. Man liest zusammen die Spielregel durch (je nach Umfang dauert das 10-45 Minuten oder noch länger).
Wenn ich selbst Zuhörer bin, kann ich meist nach ca. 15-20 Minuten nichts mehr aufnehmen und spätenstens dann ist mir auch Wurscht, ob nun bei einem Kampfverlust immer eine oder die Differenz der Kampfstärke Einheiten verlustig gehen.

Ärgerlich finde ich dieses vor allem dann, wenn man dann mitten im Spiel die Worte hört "Das hast du aber nicht erklärt" und die Situation wieder zurückgestellt haben will, obwohl ja tatsächlich die Regel mehr oder weniger vorgelesen wurde, und der Spieler schlicht und einfach was vergessen hat, weil eben die Aufnahmekapazität erschöpft war.

Die 2. Möglichkeit stellt demnach dar, das Spiel solange "ohne Rücksicht auf Verluste" zu spielen, bis alle Aktionsmöglichkeiten (Kampf, Nachschub, Rekrutierung...) einmal vorgekommen sind bzw. bewußt provoziert wurden ("dann greif ich halt auch mal an, auch wenn klar ist, daß ich einen auf die Mütze bekomme"), um den Ablauf und die Einflüsse darauf einmal gesehen zu haben. Dies passiert bei den meisten mir bekannten Spielen in spätestens der zweiren Runde. Danach wird dann ein neues Spiel gestartet. Diese Möglichkeit bietet sich gerade bei Phasenbasierten Spielen an.

Hinzu kommt für mich, daß ich ,wenn ich ein Spiel zum allerersten Mal spiele, egal ob erklärt oder nicht, keinerlei Ehrgeiz besitze, unbedingt gewinnen zu müssen (nicht das es mich nicht freuen würde, wenn es doch passiert), sondern nur das Spiel und seine Möglichkeiten kennenzulernen.

Ich für mich persönlich bilde mir ein, auch aus einem Spiel, das nicht optimal läuft, zu erkennen, ob es mir persönlich gefällt oder nicht, sprich gekauft wird oder nicht. Natürlich, und das gebe ich auch freimütig zu, kann es dabei immer noch vorkommen, daß man sich eine Gurke einhandelt, aber mit diesem Risiko kann ich leben. Wenn ich mir nicht sicher bin und das Spiel eine erheblich Investition darstellt, spiele ich es halt einfach, evtl. auch in anderer Runde, nochmal.

Viele Grüße

Gregor (hofft, daß sein Anliegen nun klarer wurde)

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Jost Schwider

RE: Spiel erklärt: Puerto Rico

Beitragvon Jost Schwider » 19. November 2003, 12:16

"Marc W." hat am 18.11.2003 geschrieben:

> Und beim "Puerto Rico"-Erklären weiß ich nie so recht wo
> mit ich anfangen soll. Ich denke mal, ich werde den
> Baumeister am Schluß bringen, denn dann kann man in der
> Folge die Gebäude erklären.

:-O Nein!!! :-?

Lass die Erklärung der Gebäude erstmal weg. Dies erschlägt sonst die Anfänger und ist für den Einstieg völlig unwichtig. Erläutere die Gebäude nach und nach, je nach dem, was sich die Spieler beim Baumeister gerade überhaupt leisten können.

Ansonsten erkläre ich Puerto Rico, in dem ich ganz kurz den Spielablauf (Rolle nehmen, reihum ausführen, nächste Rolle, ..., Gouverneur-Wechsel) und die Siegbedingungen erläutere. So kann nach spätestens 15 Minuten mit dem Spiel begonnen werden. Nach der ersten Runde ist jedem Spieler klar, wie das Spiel (natürlich nur regeltechnisch) funktoniert.

Viele Grüße
Jost aus Soest (spielte neue Spiele zum Kennenlernen und nicht zum Gewinnen)
http://www.schwider.de/sp2003.htm - [i]38 Messeeindrücke[/i]

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Jost Schwider

RE: Umgang mit Einfach-Losspielen-Wollern?

Beitragvon Jost Schwider » 19. November 2003, 12:16

"Thomas O." hat am 18.11.2003 geschrieben:

> in dem Zusammenhang würde mich interessieren, wie ihr
> (die ihr euch schon die schönsten didaktisch klugen
> Formulierungen zurecht gelegt habt) mit Mitspielern umgeht,
> die die Regelerklärung gar nicht hören wollen, sondern mit
> einem "Lass uns einfach losspielen, wir sehen dann schon,
> was mir machen müssen, und du kannst uns ja sagen, was
> sinnvoll zu tun ist" reagieren? Sollte man diesem Wunsche
> nachgehen, oder sich "in der Lehrerrolle behaupten"?

Die Grundlagen (Spielablauf, Spielziel) sollten immer vorher geklärt werden. [b][i]Aber auf keinen Fall sollten Regeln vorgelesen werden![/i][/b]

Dann kann durchaus schon mit dem Spiel begonnen werden, wobei dann nach und nach die Details einfliessen können. Im Allgemeinen ist das Spiel nach zwei Runden (regeltechnisch) verstanden worden. Dann kann man immer noch entscheiden, ob man die Probepartie noch zu Ende führt, oder lieber ganz neu anfängt.

Viele Grüße
Jost aus Soest (spielte neue Spiele zum Kennenlernen und nicht zum Gewinnen)
http://www.schwider.de/sp2003.htm - /38 Messeeindrücke/


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