Beitragvon Steffen S. » 24. November 2003, 01:48
Hallo Hans-Jürgen,
hier einige subjektive Empfehlungen, mit Hinweisen auf Spieldauer, optimale Spielerzahl und Glückskomponente:
Santiago: Stimmiger Mechanismus, etwa 60 Minuten Spieldauer (sehr flüssig, da nicht durch Wertungen unterbrochen), am besten mit mehr Spielern (3 geht so, 4-5 besser). Durch die Gleichartigkeit der einzelnen Biet- und Setzrunden einer Partie "schleift" sich das logische Regelwerk schnell ein, und man vergisst es so schnell nicht wieder. Die Glückskomponente ist sehr gering, da Geld und Feldplättchen pro Runde offen ausliegen. Es ist lediglich zeitweise schwer abzuschätzen, wer wohl in Führung liegt. Ein boshaft veranlagter Mitspieler kann als Kanalarbeiter hübsch für Überraschungen sorgen.
Attika: Überschaubare Regeln, wobei die entscheidenden Punkte auf der persönlichen Bauplanübersicht aufgelistet sind. Strategisches & originelles Spiel mit gewisser Glückskomponente beim Nachziehen der Bauwerke, während die Karten (samt nachziehen) durch den günstigen Jokermechanismus (2 für eine) kaum zur Glückskomponente beitragen. Spielzeit 70-90 Minuten, man sollte zu dritt, am besten aber zu viert sein. Durch die zwei unterschiedlichen Siegbedingungen sehr abwechslungsreich.
Brücken von Shangrila: Sehr einfache Regeln, 45-60 Minuten Spielzeit (wenn keine Extremgrübler dabei sind, man kann das Spiel v.a. gegen ENde sicher auch totrechnen). Funktioniert mit 3-4 Spielern jeweils prima. Das Spiel hat KEINEN Glücksanteil, was es für manche Spieler etwas "trocken" erscheinen lassen könnte. Ein Spiel, das die Denkernaturen und Grübler anspricht.
Zu den Adlung`s:
Zauberschwert&Drachenei: Ziehe ich den Fuggern persönlich vor, allerdings nicht mit 2 Spielern, hier gefiel es mir nicht so besonders. Ab 3 Spielern aber ein schön anzusehendes Kartenspiel mit Brettspielflair und geringer Glückskomponente, da die spieltreibenden u. -entscheidenden Machtpunkte über eine offene Skala geführt und ausgegeben werden. Die Handkarten fügen nach und nach eher "Boni" hinzu, diese wirkten bisher bei unseren Runden aber nicht spielentscheidend, sondern beeinflussten eher die eigene Vorgehensweise.
Die Fugger: Nettes Spiel, aber irgendwie nicht ganz mein Fall. Hier wird ständig von jedem Spieler gezähl und gerechnet, welche Waren nun um wieviel im Preis hoch oder runter wandern - aber ich zweifle, ob das Maß an Einfluss den Zählaufwand rechtfertigt. Mir war´s durch eben diese Zählerei zu zäh, denn v.a. zu zweit, aber auch mit mehr Spielern erschien mir die Ganze Planerei/Rechnerei doch eher Augenwischerei, auch das Kartenglück (Stichwort: Händler) ist nicht zu verachten.
Final noch ein "Ausschluss": Da du selbst sagtest, dass du lieber kein Spiel kaufen möchtest, dessen Regeln du nach 1 Monat Abstinenz wieder neu lesen musst, würde ich aus den von dir genannten auf "Industria" verzichten. Hier sind die Regeln m.E. nicht so eingängig (ich mag das Spiel auch nicht soooo besonders, aber das nur am Rande).
Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter!
Gruß,
Steffen