Beitragvon Roman Pelek » 22. Februar 2004, 03:24
Hi Michael,
Michael weber schrieb:
> Am Ende muss noch festgehalten werden, dass es tatsächlich
> unmöglich ist, ein Spiel zu besprechen, ohne es wenigstens
> ein Mal angetestet zu haben.
Sicher? Ich bin eher der Meinung, dass es möglich ist, wenn man es halbwegs clever anstellt. Bei einem Spiel, das nicht unbedingt im Fokus der Spieleszene steht, dessen Regeln nicht zu komplex sind, mag auch ein Regelstudium genügen, um sich durch ein paar Zeilen durchzumogeln, ohne dass jemand darauf anspringt. Jenseits der Szenepublikationen wäre sowas eh kein Problem, da dort Spielerezensionen (sofern glücklicherweise noch vorhanden) eh nicht viel mehr sind und sein wollen als eine Kurzfassung der Pressemitteilung. Mich hätt's persönlich schon mal gereizt, zum April eines Jahres mal eine Rezi über ein Spiel zu schreiben, von dem ich gar keine Ahnung habe und abzuwarten, wer und wie viele es merken bzw. sich beschweren ;-) Aber dieser Gag war ja eigentlich hier im Forum schon abgefackelt mit einem Spiel, das es gar nicht gab.
> In der Regel sind mehrere
> Partien nötig, um zu einem fundierten Ergebnis zu kommen. Man
> überleg nur mal, wie es wäre, Puerto Rico oder Euphrat &
> Tigris nach Lesen der Schachtel kompetent zu besprechen.
Klar. Zum einen sind das aber komplexe Spiele, zum anderen liegen doch ein paar Zentimeter zwischen einer kompetenten Rezi und einer, von der man wirklich merkt, dass der Autor das Spiel nie gespielt hat. Und dann braucht's auch noch welche, die das wirklich ansprechen. Das persönliche und kritische Feedback auf eine Rezi ist für gewöhnlich - leider - sehr gering, oder geht's Euch beim RDS anders?
> Deshalb ist das Angebot auf ebay ein Armutszeugnis für den
> Anbieter (so er denn selbst der Schreiber ist bzw. sein
> will).
Das einzige, was mich an dieser Sache beschäftigt, ist die Frage, was an einem ungespielten Reziexemplar - nichtmal OVP - erwähnenswert ist und warum man das in 'ne E-Bay-Auktion reinschreibt (gibt's neuerdings Reziexemplar-Junkies im Web? Ich mein', die ersteigern ja auch belegte Semmeln vom Vortag und rostige Binnenschiffe, vielleicht gibt's da ja auch Anhänger von Brettspielen, die lediglich eines "kritischen Blicks" durch einen Autor des südschlesischen Apothekerbriefs gewürdigt wurden). Hätt' ich das früher gewusst, hätten Claudia und ich ihm das Exemplar wenigstens signiert - obwohl, bei meiner Sauklaue wär das wohl eher wertmindernd gewesen :-)) Aber so ist das doch irgendwie nix wirklich Neues und verdient vom Unterhaltungswert her eher ein "mangelhaft"...
Ciao,
Roman