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Ebay-Frechheit

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Tobias / Glomeor

Ebay-Frechheit

Beitragvon Tobias / Glomeor » 21. Februar 2004, 14:51

Das Verkaufen von Giveaways aus Essen nach Stopf-den-Rucksack-Voll-Aktionen gehört bei Ebay ja schon lange nicht mehr zum schlechten Stil, aber folgende Frechheit geht ja nun noch einen Schritt weiter:

"Spannende Neuheit von Amigo. Neuwertiges, ungespieltes Rezensionsexemplar. ..."

( http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=3175881230&category=9180 )

Tobias (kann sich über soetwas echt ärgern)

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Roland G. Hülsmann

Re: Ebay-Frechheit

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 21. Februar 2004, 15:14

Das Verwerfliche scheint mir das Wort "ungespielt" zu sein.

Wozu soll sich jemand ein Rezensionexemplar erbitten, wenn er es doch nicht spielt, um es zu rezensieren? Das sieht tatsächlich nach Abstauben aus. (Gut, wenn es denn ein unverlangt zugesandtes Rezensionsexemplar wäre, ...)
Noch schlimmer wäre es natürlich, wenn das Rezensionsexemplar wirklich ungespielt ist, der Mensch aber ohne Spielerfahrung eine wohlbezahlte Rezension sich aus den Fingern gezogen hätte. Verwerflich wäre auch, wenn er es wirklich zwecks Rezension mehrmals gespielt hätte, es aber als ungespielt verkauft. Das wäre Betrug.

Nicht verwerflich finde ich es, wenn ein fleissiger Rezensent die Spiele, die er nicht behalten möchte, nach getaner Arbeit (Rezension verfassen und veröffentlichen) aus seinem Bestand aussortirert und einer anderen Verwendung zuführt.

Da halte ich es für moralisch zweifelhafter, kostenlose Give-Aways in Massen abzustauben, um sie dann mit 100% Gewinn zu verkaufen. Aber auch das entspricht vermutlich den Erwerbsregeln unseres kapitalistischen Wirtschaftssystemes. Die ganz Großen führen es ja täglich vor ... ;-)

BTW: Der Anbieter wird sich über Deine Werbung für seine Auktion freuen, dürfte es hier unter den Lesern doch einige Interessenten für dieses Spiel unseres verehrten Forumsmitgliedes geben. :grin:

Gruß
Roland

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Michael Schramm

Re: Ebay-Frechheit

Beitragvon Michael Schramm » 21. Februar 2004, 15:14

Hi Tobias,

gebe Dir zu 100% Recht, der liebe Mensch, der ein Rezi-Exemplar "absachnorrt", es ungespielt läßt (= mit Sicherheit auch nicht rezensiert hat - you can't judge a book from the cover!), gehört auf eine schwarze Liste gesetzt und qualifiziert sich durch ein solches Verhalten selbst! Mir kommt allmählich eh die Galle hoch, wenn ich sehe, was für Typen sich bei den Verlagen wegen Rezi-Exemplaren anstellen - ehemalige Schülerzeitungsmitarbeiter ( schon zig.mal erlebt!), selbsternannte Spielekritiker die Besitzer einer Homepage sind, die sie nur selbst kennen und ähnliche Subjekte. Ich kann die Verlage nur unterstützen, die hier knallhart einen Riegel vorschieben und nur noch Rezis an Leute herausgeben, die tatsächlich entweder darüber schreiben oder dem Verlag an anderer Stelle nützlich sind - mir gehen die "Schnorrer" seit Jahren ziemlich auf die Nerven!

tschüss und nice dice

Michael

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Marc W.

Re: Ebay-Frechheit

Beitragvon Marc W. » 21. Februar 2004, 16:07

Hi,

was ist bei einem Rezensionsexemplar anders, als bei einem Verkaufsexemplar? Ist das ohne Barcode, Regel mit handschriftlichen Anmerkungen des Meisters oder sowas?

Interessant für Sammler wäre es vielleicht, wenn es ein spielbarer Prototyp wäre, wie beispielsweise das "Essen-San Juan" von Alea.

Marc

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Braz
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Beiträge: 6431

Re: Ebay-Frechheit

Beitragvon Braz » 21. Februar 2004, 16:17

naja......dann schau dir mal die anderen Auktionen des Verkäufers an....dann kannst du dich noch mehr aufregen..... denn es gibt darin noch andere ähnliche Angebote ;)

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Steffen S.

Re: Ebay-Frechheit

Beitragvon Steffen S. » 21. Februar 2004, 16:23

Ähm Marc,

darum geht es doch nicht, natürlich ist da nix anders. Es geht darum, dass hier jemand Rezensionsexemplare vom Verlag abstaubt, die dieser (wie der Name schon sagt) zum REZENSIEREN abgibt, um sie dann unbesehen bei ebay zu verhökern. Das ist nun wirklich mehr als schlechter Stil.

Kopfschüttelnde Grüße
Steffen

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B.Marck

Re: Ebay-Frechheit

Beitragvon B.Marck » 21. Februar 2004, 16:45

Tobias / Glomeor schrieb:
>
> lange nicht mehr zum schlechten Stil, aber folgende Frechheit
> geht ja nun noch einen Schritt weiter:

na, auf jeden Fall macht der *Mensch* nen Reibach...
Meines Erachtens und (leider) auch meiner Erfahrung nach steigern sich bei Ebay nicht nur die Preise, sondern auch die Halunken.

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Michael weber

Über ebay, Verlage und Schreiber

Beitragvon Michael weber » 21. Februar 2004, 17:33

Also, grundsätzlich halte ich es mal mit Roland. Ich kann grundsätzlich nichts verwerfliches daran finden, wenn jemand seine Rezensionsexemplare verkauft.

Schwieriger ist es schon, es als solches anzukündigen, denn das erweckt den Eindruck, als sei es ein besonderes Exemplar, was in den aller seltensten Fällen stimmen wird.

Fazit. Der Verkauf als solcher ist in Ordnung. Allerdings wäre ich an Stelle des Amnbieters nicht so dumm, in der Beschreibung darauf hinzuweisen.

Ungespielte Rezensionsexemplare gibt es aus verschiedenen Gründen immer wieder mal. Doppellieferungen - Liferung, nachdem bereits ein Schreiber eine Rezension seines gekauften Exemplares geschrieben hat, ungewollte Belieferung (ja, so etwas gibt es auch) ... Allerdings sollten solche Spiele nach Möglichkeit den Lesern zu Gute kommen. Bei uns wandern sie in Verlosungen.

Was die Abgabe an "angebliche" Schreiber angeht, denke ich nicht, dass die Verlage einfach ihre Spiele so raushauen. Aber es gibt natürlich tatsächlich ein paar penetrante Möchtegern-Schreiber, die es immer wieder schaffen, denn ernsthaft Tätigen auf diese Weise das Leben zu erschweren. Denn letztlich geht das alles zu Lasten der Leute, die sich wirklich mit dem Thema Spiel beschäftigen.

Am Ende muss noch festgehalten werden, dass es tatsächlich unmöglich ist, ein Spiel zu besprechen, ohne es wenigstens ein Mal angetestet zu haben. In der Regel sind mehrere Partien nötig, um zu einem fundierten Ergebnis zu kommen. Man überleg nur mal, wie es wäre, Puerto Rico oder Euphrat & Tigris nach Lesen der Schachtel kompetent zu besprechen. Deshalb ist das Angebot auf ebay ein Armutszeugnis für den Anbieter (so er denn selbst der Schreiber ist bzw. sein will). Ich hoffe, sein Name wird von den Verlagen aauf die nicht existierende Liste der wenig vertrauenswürdigen Personen gesetzt. Auch wenn es andererseits die Verlage in der Regel wenig kümmert, WAS geschrieben wird, solange überhaupt etwas veröffentlicht wird.

Also, weiter spielen und weniger ärgern.

Michael

(www.reich-der-spiele.de/Pohle-GamemobKommt.php)

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Marc W.

Re: Ebay-Frechheit

Beitragvon Marc W. » 21. Februar 2004, 17:48

Ja, schon klar. Ich fragte mich nur warum der Anbieter den Artikel mit "Rezensionsexemplar" auszeichnet. Dadurch merkt man doch, dass er nichts dafür bezahlt hat.

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Braz
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Beiträge: 6431

Re: Über ebay, Verlage und Schreiber

Beitragvon Braz » 21. Februar 2004, 17:50

Michael weber schrieb:
>
> Also, grundsätzlich halte ich es mal mit Roland. Ich kann
> grundsätzlich nichts verwerfliches daran finden, wenn jemand
> seine Rezensionsexemplare verkauft.


Sehe es ganauso ....ich ich gebe dir natürlich Recht, wenn da nicht......


http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&category=22152&item=3173054764

und

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&category=22152&item=3167821850

wären....denn wieso fordert jnd ein "New England" als Rezi-Exemplar an, wenn er es als OVP schon daheim stehen hat ...... *grübel

naja ... mir soll`s ja egal sein, wenngleich sich schon der Eindruck des "Kohlemachens" und nicht des "Rezi-Schreibens" hierbei stark erweckt ;)


Gruß
Braz

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Helmut Lehr

Re: Ebay-Frechheit

Beitragvon Helmut Lehr » 21. Februar 2004, 18:07

Hallo,
als "ernsthafter" Rezensent geht mir da auch die Galle hoch. Wenn man schon Rezi-Exemplar versteigert, dann doch nicht als "ungespielt"! Wie doof und rufschädigend doch manche Leute sich verhalten! Unglaublich!
Wennm meine Arbeit als Rezensent getan ist, d.h. im Spielkreis ausprobiert, in meiner Kolumne veröffentlicht, dem Verlag ein Belegexemplar zugeschickt, dann sammele ich das Spiel, wenn es in die Kategorie "Lieblingsspiele" gehört, oder ich verlose es in der Schule oder ich versteigere es bei ebay. aber dann muss die Arbeit getan sein!
VG
Helmut (empört)

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Ronny

Re: Über ebay, Verlage und Schreiber

Beitragvon Ronny » 21. Februar 2004, 19:48

Es gibt andere Wege, als unehrenhaft "abzuschnorren", um Rezensionsexemplare zu bekommen.

Eine Bekannte von mir (Journalistin) bekam bei einer Informationsveranstaltung eines Spieleverlages ein Brett- und zwei Kinder-Computerspiele mit, ohne darum gebeten zu haben. Da sie sich selbst nicht so sehr dafür interessierte und journalistisch im Bereich Politik tätig ist, hat sie halt alles verschenkt. Sie hätte es auch bei Ebay vertseigern können.

Ronny

P.S.: Das Brettspiel war San Marco und steht jetzt bei mir herum!

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Martin Höfer

Re: Über ebay, Verlage und Schreiber

Beitragvon Martin Höfer » 21. Februar 2004, 20:03

Michael weber schrieb:
> Also, weiter spielen und weniger ärgern.
>
> Michael


YEP!

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Roman Pelek

Re: Über ebay, Verlage und Schreiber

Beitragvon Roman Pelek » 22. Februar 2004, 03:24

Hi Michael,

Michael weber schrieb:

> Am Ende muss noch festgehalten werden, dass es tatsächlich
> unmöglich ist, ein Spiel zu besprechen, ohne es wenigstens
> ein Mal angetestet zu haben.

Sicher? Ich bin eher der Meinung, dass es möglich ist, wenn man es halbwegs clever anstellt. Bei einem Spiel, das nicht unbedingt im Fokus der Spieleszene steht, dessen Regeln nicht zu komplex sind, mag auch ein Regelstudium genügen, um sich durch ein paar Zeilen durchzumogeln, ohne dass jemand darauf anspringt. Jenseits der Szenepublikationen wäre sowas eh kein Problem, da dort Spielerezensionen (sofern glücklicherweise noch vorhanden) eh nicht viel mehr sind und sein wollen als eine Kurzfassung der Pressemitteilung. Mich hätt's persönlich schon mal gereizt, zum April eines Jahres mal eine Rezi über ein Spiel zu schreiben, von dem ich gar keine Ahnung habe und abzuwarten, wer und wie viele es merken bzw. sich beschweren ;-) Aber dieser Gag war ja eigentlich hier im Forum schon abgefackelt mit einem Spiel, das es gar nicht gab.

> In der Regel sind mehrere
> Partien nötig, um zu einem fundierten Ergebnis zu kommen. Man
> überleg nur mal, wie es wäre, Puerto Rico oder Euphrat &
> Tigris nach Lesen der Schachtel kompetent zu besprechen.

Klar. Zum einen sind das aber komplexe Spiele, zum anderen liegen doch ein paar Zentimeter zwischen einer kompetenten Rezi und einer, von der man wirklich merkt, dass der Autor das Spiel nie gespielt hat. Und dann braucht's auch noch welche, die das wirklich ansprechen. Das persönliche und kritische Feedback auf eine Rezi ist für gewöhnlich - leider - sehr gering, oder geht's Euch beim RDS anders?

> Deshalb ist das Angebot auf ebay ein Armutszeugnis für den
> Anbieter (so er denn selbst der Schreiber ist bzw. sein
> will).

Das einzige, was mich an dieser Sache beschäftigt, ist die Frage, was an einem ungespielten Reziexemplar - nichtmal OVP - erwähnenswert ist und warum man das in 'ne E-Bay-Auktion reinschreibt (gibt's neuerdings Reziexemplar-Junkies im Web? Ich mein', die ersteigern ja auch belegte Semmeln vom Vortag und rostige Binnenschiffe, vielleicht gibt's da ja auch Anhänger von Brettspielen, die lediglich eines "kritischen Blicks" durch einen Autor des südschlesischen Apothekerbriefs gewürdigt wurden). Hätt' ich das früher gewusst, hätten Claudia und ich ihm das Exemplar wenigstens signiert - obwohl, bei meiner Sauklaue wär das wohl eher wertmindernd gewesen :-)) Aber so ist das doch irgendwie nix wirklich Neues und verdient vom Unterhaltungswert her eher ein "mangelhaft"...

Ciao,
Roman

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Michael Weber

Re: Über ebay, Verlage und Schreiber

Beitragvon Michael Weber » 22. Februar 2004, 11:08

Roman Pelek schrieb:
> Jenseits der Szenepublikationen wäre sowas eh kein
> Problem, da dort Spielerezensionen (sofern glücklicherweise
> noch vorhanden) eh nicht viel mehr sind und sein wollen als
> eine Kurzfassung der Pressemitteilung.

Ja, das ist wohl leider wahr. Es gibt vermutlich einige Kollegen, die die Pressemitteilungen sogar als Grundlage nehmen, ohne das Spiel anzufassen. Dennoch meine ich, dass man dann keine Rezension schrieben kann. Allerdings sehr wohl einen Text für zum Beispiel eine Tageszeitung oder noch einfacher für ein Stadtmagazin.

> Mich hätt's persönlich schon mal gereizt, zum April eines Jahres
> mal eine Rezi über
> ein Spiel zu schreiben, von dem ich gar keine Ahnung habe und
> abzuwarten, wer und wie viele es merken bzw. sich beschweren
> ;-) Aber dieser Gag war ja eigentlich hier im Forum schon
> abgefackelt mit einem Spiel, das es gar nicht gab.

Das würde uns vermutlich nie jemand verzeihen ;-)

> Das persönliche und
> kritische Feedback auf eine Rezi ist für gewöhnlich - leider
> - sehr gering, oder geht's Euch beim RDS anders?

Nein, leider nicht. Überraschenderweise sind es eine handvoll Spiele gewesen, die uns richtig Feedback eingerbacht haben. Es verteilt sich also nicht auf alle, sondern konzentriert sich auf wenige. Zum Beispiel die HdR-Risiko-Erweiterung. Hier haben wir zwischen Lob, Kritik und alternative Regeln sehr viel Lesermeldungen bekommen. Ofrfenbar hat das Spiel mehr als nur die Szene bewegt. Feedback (und Fragen) bekommen wir inzwischen fast täglich, sodass wir eigentlich einen Job als "Leserbearter" schaffen könnten. Aber Anmerkungen zu Rezensionen leider weniger.

> Das einzige, was mich an dieser Sache beschäftigt, ist die
> Frage, was an einem ungespielten Reziexemplar - nichtmal OVP
> - erwähnenswert ist und warum man das in 'ne E-Bay-Auktion
> reinschreibt (gibt's neuerdings Reziexemplar-Junkies im Web?

Ganz meine Meinung. Es ist überflüssig und im Grunde dumm.

> Hätt' ich das früher gewusst, hätten
> Claudia und ich ihm das Exemplar wenigstens signiert -
> obwohl, bei meiner Sauklaue wär das wohl eher wertmindernd
> gewesen :-))

:-)) Na, jetzt möchte ich aber eine Signatur :-P

Michael
http://www.reich-der-spiele.de/feedback.php

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Michael Weber

Re: Über ebay, Verlage und Schreiber

Beitragvon Michael Weber » 22. Februar 2004, 11:10

Michael Weber schrieb:
> Feedback (und Fragen) bekommen
> wir inzwischen fast täglich, sodass wir eigentlich einen Job
> als "Leserbearter" schaffen könnten. Aber Anmerkungen zu
> Rezensionen leider weniger.

Argh, natürlich bearten wir keine Leser, sondern beraten wir sie - und wenn wir sie ins Forum schicken ...

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Kathrin Nos
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[OT] Kostenlose Giveaways mit 100% Gewinn verkaufen...

Beitragvon Kathrin Nos » 22. Februar 2004, 17:28

Hallo Roland,

"Roland G. Hülsmann" hat am 21.02.2004 geschrieben:
[..vieles Zustimmungswürdiges...]
>
> Da halte ich es für moralisch zweifelhafter, kostenlose
> Give-Aways in Massen abzustauben, um sie dann mit 100%
> Gewinn zu verkaufen. Aber auch das entspricht vermutlich
> den Erwerbsregeln unseres kapitalistischen
> Wirtschaftssystemes. Die ganz Großen führen es ja täglich
> vor ... ;-)

Naja, 100% Gewinn bei einem kostenlosen Gegenstand ist doch eher selbstlos, oder? ;-) :lol: :-))

Alles Gute und einen schönen Restsonntag wünschen
Kathrin & Peter.

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Roland G. Hülsmann

Re: [OT] Kostenlose Giveaways mit 100% Gewinn verkaufen...

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 22. Februar 2004, 18:10

Kathrin Nos schrieb:

> Hallo Roland,
>
> Naja, 100% Gewinn bei einem kostenlosen Gegenstand ist doch
> eher selbstlos, oder? ;-) :lol: :-))

Ähem ...
ich meine natürlich 100% Gewinn bezogen auf den Umsatz ...

Uff, gerade noch mal die Kurve gekriegt ... ;-)

Gruß
Roland

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Das muß keine Frechheit sein ...

Beitragvon Ralf Arnemann » 23. Februar 2004, 11:28

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, daß ein Rezensent ein nicht-gespieltes Rezensionsexemplar verkauft, und trotzdem seine Pflichten nicht vernachlässigt.

Da gibt es zum Beispiel ab und zu unverlangt zugesandte Exemplare (oder bei Presseveranstaltungen verteilte).

Es gibt renommierte Leute, die über Jahre hinweg viel geschrieben haben, und von manchen Verlagen automatisch die komplette Jahresserie zugeschickt bekommen - obwohl sie dann nur einige davon selber rezensieren.

Oder aber der Rezensent hat das Spiel schon woanders kennen gelernt, z. b. beim Spieleabend oder einem CON und braucht das Rezensionsexemplar nicht mehr "anzubrechen".

Und dann gibt es genügend schlichte Spiele, bei denen alleine die Regellektüre zu einer qualifizierten Rezension ausreicht ...

Also ohne Kenntnis der Details kein Grund zur Aufregung.
Und wenn jemand öffentlich bei Ebay versteigert und das mit dem Rezensionsexemplar hineinschreibt - dann gehe ich eher davon aus, daß es KEIN Skandal-Fall ist, sondern daß er ein reines Gewissen dem Verlag gegenüber haben kann.

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Heinrich Glumpler

Re: Das muß keine Frechheit sein ...

Beitragvon Heinrich Glumpler » 23. Februar 2004, 12:11

Hi,

dem stimm' ich aus vollem Herzen zu.

Gruesze
Heinrich

Each man takes care that his neighbor shall not cheat him. But a day comes
when he begins to care that he does not cheat his neighbor. Then all goes
well -- he has changed his market-cart into a chariot of the sun.
-Ralph Waldo Emerson, writer and philosopher (1803-1882)

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Biberle

Was mich verwundert...

Beitragvon Biberle » 24. Februar 2004, 15:01

...sind die ganzen Antworten hier. Komme aus der Computerspielpressebranche (super Wort), auch da häufen sich natürlich im Laufe der Wochen und Monaten etliche Muster an, die man gewollt oder nicht gewollt bekommt.

Nur: Bei uns in der Branche ist es absolut verpönt, aus diesen Firmen-"Geschenken" locker-leichtes Ebay-Geld zu machen, das hat ja schon fast was von einem dubiosen Nebenerwerb. So was verschenkt man, verlost es oder stellt's ins Regal. Wenn rauskommen würde, dass jemand sich nebenbie Geld mit verkauften rezensionsexemplaren verdient, hätte man sowohl Hersteller- als auch Verlagsseitig gehörigen Ärger am Hals.

Wundert mich, dass das bei Brettspielen so viel lockerer sein soll...

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Peter Gustav Bartschat

Re: Was mich verwundert...

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 24. Februar 2004, 15:37

... ist überhaupt die Problematisierung einer derartigen Lapalie:

Wenn jemand ein Spiel besitzt, dann ist das _sein_ Spiel und er kann damit machen, was _er_ will, aus den Motiven, die _ihn_ überzeugen, und ohne, dass er sich dafür vor einem öffentlichen Gremium rechtfertigen müsste, das irrelevante Kriterien heranzieht wie die Frage, ob der derzeitige Besitzer es gekauft, gefunden, geschenkt bekommen hat oder ob es ihm vom Bundespräsidenten für 30 Jahre fleckenfreies Pommes-Essen verliehen wurde.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

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Biberle

Re: Was mich verwundert...

Beitragvon Biberle » 25. Februar 2004, 09:30

> Wenn jemand ein Spiel besitzt, dann ist das _sein_ Spiel und
> er kann damit machen, was _er_ will, aus den Motiven, die
> _ihn_ überzeugen, und ohne, dass er sich dafür vor einem
> öffentlichen Gremium rechtfertigen müsste, das irrelevante
> Kriterien heranzieht wie die Frage, ob der derzeitige
> Besitzer es gekauft, gefunden, geschenkt bekommen hat oder ob
> es ihm vom Bundespräsidenten für 30 Jahre fleckenfreies
> Pommes-Essen verliehen wurde.


Das ist so nicht ganz richtig. Es gibt ja bei fast jeder Art von Produkt, aber auch spezielle wieder (Computer-)Spielen Promos, bei denen sich der Hersteller ausdrücklich den Weiter-/Wiederverkauf verbittet. Oder ich hab hier nen halben Kasten Fanta, selbst da steht auf den Flaschen "nicht zum Wiederverkauf bestimmt". Das macht schon Sinn und ist auch rechtens, dass Hersteller "Geschenke" ausschließlich auch als solche (bzw. eben Arbeitsmittel) und nicht als Unterstützung zum ebay-Nebenverdienst gesehen haben wollen.

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Peter Gustav Bartschat

Re: Was mich verwundert...

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 25. Februar 2004, 09:49

Das ist zwar grundsätzlich möglich, aber wir besitzen keinerlei Informationen darüber, ob es in diesem konkreten Fall zwischen den Verleger des Spiels und dem Versteigerer bei eBay eine entsprechende, für den Versteigerer bindende Vorschrift oder Vereinbarung gibt, nicht wahr?

_Vielleicht_ hat die nächste Frau, die uns mit einer vollen Einkaufstasche auf der Straße begegnet, den kompletten Inhalt grade gestohlen ... aber so lange wir keine zweifelsfreien Informationen darüber haben, sollten wir uns mit "Haltet den Dieb!"-Rufen besser zurück halten.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Re: Was mich verwundert...

Beitragvon Ralf Arnemann » 25. Februar 2004, 12:25

> Es gibt ja bei fast jeder Art von Produkt, aber auch spezielle wieder (Computer-)
> Spielen Promos, bei denen sich der Hersteller ausdrücklich den Weiter-
> /Wiederverkauf verbittet.
So was gibts, richtig.
Ist aber m. W. bei Spielen nirgends üblich.

Deswegen die allseitige Verwunderung: Du kennst die Gebräuche im Spiele-Sektor nicht und Gustav nicht die außerhalb ;-)


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