Beitragvon Marten Holst » 23. Februar 2004, 17:14
Moin Jost,
gestatte mir Widerspruch ;-)
>>> "Gefallen" hat aber eben nichts mit "Flopp" zu tun. Ein Flopp
>>> ist schließlich ein Spiel, dass
>>> a) sich schlecht verkauft, oder
>>> b) unspielbar ist.
>>
>> Das sind Deine Definitionen; daneben haben aber viele Leute
>> noch eine weitere:
>>
>> c) Ein Spiel, das die hohen Erwartungen nicht erfuellt hat.
>
> Das ist jetzt aber Unsinn! :roll:
Was ist Unsinn? Das Leute die Definition haben, oder die Definition selber? Ersteres in keinem Fall, denn ich kenne einen Herrn H. aus H., der sie hat.
Ganz klar geht man mit gewissen Erwartungen an ein Spiel heran. Ein Beispiel aus einem anderen Metier wäre folgendes: mein lokaler Fußball-Landesligist Grün-Weiß Harburg spielt gegen den FC Bayern München. Die Jungs halten gut mit, sind fast so gut wie die großen, die sich auch keine Mühe geben, und verlieren knapp und unglücklich 0:1. Ein Riesenerfolg. Umgekehrt aus Sicht eines Anhängers des FC Bayern, der mitgereist ist, eine ziemliche Enttäuschung, vulgo "ein Flop". Dabei hat der FCB wahrscheinlich besser gespielt und in jedem Fall das bessere Ergebnis gehabt.
Ähnliches bei Spielen aus anderen Bereichen: bei einem namenlosen Kleinverlag, der ein eingentlich recht gutes Spiel mit eher mäßigem Material herausbringt, würde es gelobt werden, alle wären begeistert. Bei einem Verlag wie Alea würden Ärger und Enttäuschung überwiegen. Wenn Alea nun vorher noch ankündigte, dass dieses Spiel den Spielemarkt revolutionieren würde, dann wäre die Enttäuschung um so größer.
Nun wirst Du vielleicht zu Recht sagen, wenn beide Spiele bei Dir zu Hause stehen, haben sie die gleiche Chance gespielt zu werden. Das mag sein (obwohl ich es bezweifle, denn wenn ich erst mal enttäuscht bin von einem Spiel hole ich es eher nicht mehr so schnell heraus, wie eines von dem ich entzückt war, auch wenn sie nach "objektiven Kriterien" (hust) vergleichbar gut sind), aber dennoch wird es so bleiben, dass mich das eine Spiel positiv überrascht hat (ein "Achtungserfolg", "Erfolg", wie auch immer), und das andere eben nicht. Und manche Leute nennen dieses "Flop".
> Wenn du es wirklich so betrachten würdest, müßtest du auch
> San Juan als Flopp bezeichnen, denn es ist ja nicht besser
> als Puerto Rico (und dass als sein lang erwarteter
> "Nachfolger")! :LOL:
Muss man nicht. Zum einen wurde San Juan nicht per se an PR gemessen, zum anderen war die Erwartungshaltung (zumindest bei mir) eine geringere, wegen des trotz allem geringeren Täterätätä, das bei mir zu diesem Spiel ankam.
>> Und wenn man bedenkt, dass Spiele von Menschen
>> gespielt werden, fuer die nur zaehlt, wieviel Spass sie
>> hatten, halte ich diese Definition ebenso fuer
>> gerechtfertigt wie Deine.
>
> Mit deiner Argumentation unterstützt du hier aber nur meine
> Meinung (dass "Anno 1503" kein Flopp sein kann): Der
> Spassfaktor ist doch schließlich unabhängig von
> irgendwelchen Erwartungen (woher kommen die überhaupt?)...
Ich glaube eben nicht, siehe oben, dass der Spaßfaktor davon unabhängig ist. Diese "Objektivität" ist mir zumindest nicht gegeben. Wenn ich mir mehr versprochen habe von etwas, bin ich enttäuscht, dass dieses nicht gegeben ist, und das drückt schon auf den Spaßfaktor.
Letzten Endes werden wir uns wohl nicht einigen, weil die Definition "Flop" im Wörterbuch nicht weiter hilft. Ein "Flop" ist ein "Misserfolg". Und was ich als Erfolg ansehe, hängt für mich auch von den Erwartungen ab. Für Dich wohl nicht. Beide Ansichten haben allerdings wohl ihre Daseinsberechtigung.
Von daher kann ich die Aussage, "Anno 1503 ist ein Flop" für mich voll und ganz unterschreiben, denn meine Erwartungen an das Spiel wurden "untererfüllt". ;-)
Tschüß
Marten