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Wer war auch so irritiert ...

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Wer war auch so irritiert ...

Beitragvon Ralf Arnemann » 12. März 2004, 15:38

... als er in der neuen Spielbox bei der Nürnberg-Übersicht die folgende Aussage von Matthias Hardel las:
"Was es soll, aus PUERTO RICO SAN JUAN zu machen, wird auch jetzt, wo das Kartenspiel lieferbar ist, nicht klar."

Ich habe das jetzt schon mit mehreren Leute diskutiert, die sich auch spontan beim Lesen ziemlich darüber gewundert haben - schließlich sind wir vom Chefredakteur sonst sehr gute Beiträge gewohnt.

Man muß ja die allgemeine (und auch hier im Forum nachzulesende) Begeisterung nicht teilen - Spiele bleiben immer auch persönliche Geschmackssache.

Aber es sollte doch eigentlich unstreitig sein, daß SJ bei aller Familienähnlichkeit ein völlig eigenständiges und interessantes Spiel ist, mit viel Anhängerschaft - da kann sich die Frage nach "Was es soll" nicht wirklich stellen.

Recht hat Hardel dann mit der Spekulation, daß SJ wesentlich SdJ-geeigneter ist als PR.
Eine bessere "Einstiegsdroge" für Otto-Normalspieler hat man schon lange nicht mehr gesehen.

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Markus N.

Re: Wer war auch so irritiert ...

Beitragvon Markus N. » 12. März 2004, 15:57

Ich stimme Dir voll und ganz zu!
Zumal ich sagen muss, dass ich bei dem gesamten Nürnberg-Artikel einen leichten Negativ-Touch zu spüren glaubte. Und diese Grundstimmung taucht meiner Meinung nach immer häufiger in der Spielbox auf!
Gruß
Markus

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Wolfgang Ditt

ich bin nicht irritiert, erwäge aber ernsthaft eine Kündigung

Beitragvon Wolfgang Ditt » 12. März 2004, 16:36

Hallo,

ich war auch ziemlich entsetzt über diesen Abschnitt, weil ich in einem Messebericht nicht einen solchen jounalistischen Tiefschlag nicht erwartet hatte und auch der festen Meinung bin, dass er nicht dorthin gehört.
Wenn ein Rezensent in einer Besprechung zu dem Schluss kommt, ein Spiel sei überflüssig, ist das ok, vor allem, weil es die Meinung des Rezensenten wiedergibt. Hier aber fehlt jede inhaltliche Auseinandersetzung, statt dessen wird Polemik gegen ein Spiel und auch gegen die Jury Spiel des Jahres betrieben.

Da ich schon länger mit der Spielbox unzufrieden bin, überlege ich jetzt ernsthaft, mein Abonnement der Spielbox - es besteht seit der Ausgabe 3/82, also seit über 20 Jahren - zu kündigen; diese paar Zeilen haben also bei mir eine tiefe Wirkung hinterlassen - aber keine positive.

Zu meiner Unzufriedenheit tragen die folgenden drei Punkte bei, Hauptgrund meiner Unzufriedenheit ist dabei Punkt 1.

1. Die Spielbox hat sich in den letzen beiden Jahren zu einer Strategiezeitung entwickelt. Dieser Trend hat sich in der Ausgabe 1/04 stark fortgesetzt. Spiele ohne Glücksfaktor werden sehr gut benotet (Yinsh mit drei 10en => das ist Siedler-Niveau, aber glaubt das wirklich jemand?, Die Brücken von Shangrila). Bei vielen anderen Spielen wird der Glücksfaktor als Anlass genommen, die Wertung zu senken (dieses Mal: Die Borgia). Dazu passend gibt es Besser-Spielen-Tipps nur noch ausschließlich, um Glücksfaktoren zu eliminieren oder Vielspieler-Elemente wie Versteigerngen einzuführen.
Von Spiel im Sinne von spielerisch ist nichts mehr zu spüen, hier scheint es oftmals (nur noch) um geistigen Wettstreit zu gehen.

2. Noten und Text stimmen oft nicht überein. Wenn dann noch Mängel bei der Notengebung ignoriert werden (in einigen Texten steht dies sehr deutlich) sind die Noten wertlos, der Text wird ad absurdum geführt oder klar ausgedrückt, die Rezension wird für mich als Leser wertlos.

3. Importspiele... viele Seiten für Spiele, die ich mir eh nicht zulegen werde. Vergeudete Seiten ... immer wieder und reichlich.

Wolfgang

P.S. trotz meiner jetzigen tiefen Missstimmung bzgl. der Spielbox war ich jahrelang mit ihr sehr zufrieden. Allen Rezensenten und Verfassern, die dazu beigetragen haben, dafür einen herzlichen Dank.

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Wolfgang Ditt

Nachtrag: Kündigung

Beitragvon Wolfgang Ditt » 12. März 2004, 17:55

Kündigungschreiben ist erstellt. Bye, Spielbox.

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rudi

Re: Wer war auch so irritiert ...

Beitragvon rudi » 12. März 2004, 17:56

Hallo beisammen,

seitdem Matthias Hardel Chefredakteur ist, gefällt mir konzeptionell die Spielbox gut!
In seinem Editiorial ist er direkt und ehrlich (siehe neueste Ausgabe), und spricht mir aus dem Herzen!
Der Messerundgang stellt meiner Meinung nach seinen(!) ersten Eindruck dar, der durchaus auch ein bißchen kritisch sein darf, oder?
Die Bemerkung bezüglich San Juan empfinde ich als unglücklich. Was mir jedoch auch auffällt, ist die Tatsache, dass San Juan von so manchem Leser als die Offenbarung des Jahrgangs zelebriert wird. Da sollten wir mal auf dem Teppich bleiben - San Juan ist ein (glückbetontes) Kartenspiel mit einem hohen Spielreiz, aber auch nicht mehr!
Importspiele gehören unbedingt in die spielbox, da auch außerhalb Deutschlands interssante Spiele auf den Markt kommen - und sind wir mal ehrlich: so viele tolle Spiele werden in Deutschland auch nicht veröffentlicht, dass da nicht Platz für 1-2 Importspiele pro spielbox-Ausgabe wären!
In einem Punkt muss ich Wolfgang zustimmen, Text und Noten stimmen manchmal nicht überein. Wenn ich ein "kritisches" Fazit lese und in der Notenbox eine 6 oder 7 finde, schüttelt´s mich....und denke mir, a bisserl mehr Mumm bei der Notengebung - das wär´s!

Kopf hoch
Rudi

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Arne Hoffmann

Re: ich bin (nicht) irritiert,...

Beitragvon Arne Hoffmann » 12. März 2004, 17:56

Hallo Ralf, Markus und Wolfgang,

auch ich war anfangs leicht irritiert bei manchen Sätzen in dem Messebericht. Aber letzten Endes habe ich nichts dagegen, wenn hier auch eine kleine persönliche Note einfliesst - meist liest sich so etwas schöner als ein purer, faktengeladener Bericht. Mehr irritiert hat mich die Tatsache, dass doch die eine oder andere Neuheit und der eine oder andere Verlag nicht aufgenommen wurden. Aber da muss man wohl der Redaktion das Zugeständnis einräumen, dass sie den Bericht kürzt, wenn noch andere Beiträge in das Heft passen sollen.

Und wie man an Wolfgangs Beitrag sieht, ist ja wiederum alles subjektiv. Mir gefällt die Spielbox in ihrer momentanen Ausrichtung gut, auch wenn ich nicht nur auf Strategie ausgerichtet bin.

Wolfgang Ditt schrieb:
>>
> Da ich schon länger mit der Spielbox unzufrieden bin,
> überlege ich jetzt ernsthaft, mein Abonnement der Spielbox -
> es besteht seit der Ausgabe 3/82, also seit über 20 Jahren -
> zu kündigen; diese paar Zeilen haben also bei mir eine tiefe
> Wirkung hinterlassen - aber keine positive.
>
> Zu meiner Unzufriedenheit tragen die folgenden drei Punkte
> bei, Hauptgrund meiner Unzufriedenheit ist dabei Punkt 1.
>
> 1. Die Spielbox hat sich in den letzen beiden Jahren zu einer
> Strategiezeitung entwickelt. Dieser Trend hat sich in der
> Ausgabe 1/04 stark fortgesetzt. Spiele ohne Glücksfaktor
> werden sehr gut benotet (Yinsh mit drei 10en => das ist
> Siedler-Niveau, aber glaubt das wirklich jemand?

Meines Erachtens haben die Spiele der Gipf-Serie von Kris Burm auch das Potential, Klassiker zu werden. Insofern sehe ich Yinsh schon auf Siedler-Niveau - auch wenn wir hier Äpfel mit Birnen vergleichen (ein abstraktes, reines Strategie-/Taktikspiel mit einem glücksbeladenen Taktik-/Familienspiel.

> Von Spiel im Sinne von spielerisch ist nichts mehr zu spüen,
> hier scheint es oftmals (nur noch) um geistigen Wettstreit zu
> gehen.

Das ist mir so nicht aufgefallen. Ich stimme Dir zu, dass die langen Rezensionen meist über Spiele geschrieben werden, die strategie- und/oder taktiklastiger sind, und dass die spielerischen Spiele (im Sinne von mehr Atmosphäre, höherer Glücksanteil, etc. - so deute ich Dein spielerisch jetzt einmal) meist in kürzeren Rezensionen behandelt werden. Daran sehe ich persönlich jetzt nichts negatives., obwohl ich beide Arten Spiele gern spiele und auch gerne über beide Rezensionen lese. Jedoch kann ich bei einem spielerischen Spiel häufig auch aus einer kürzeren Rezension heraus mir das Spiel erschliessen, wohingegen ich bei den dichteren Spielen schon einen längeren Abriss benötige.

Ferner ist auch gerade in der aktuellen Spielbox z.B. wieder ein in meinen Augen rein spielerisches Spiel besprochen worden, das Dungeon&Dragons Brettspiel, welches ja größtenteils von seiner Atmosphäre lebt und weniger vom spielerischen, geschweige denn taktischen Inhalt.

> 2. Noten und Text stimmen oft nicht überein. Wenn dann noch
> Mängel bei der Notengebung ignoriert werden (in einigen
> Texten steht dies sehr deutlich) sind die Noten wertlos, der
> Text wird ad absurdum geführt oder klar ausgedrückt, die
> Rezension wird für mich als Leser wertlos.

Kann ein Spiel nicht Mängel aber trotzdem einen hohen Spielreiz haben? Das eine schliesst für mich das andere nicht aus. Und die einzige verbliebene Note soll nun einmal Aufschluss über den Spielreiz geben und nicht ein Mittelwert über alle Eigenschaften des Spiels darstellen. Insofern sind für mich die Rezensionen ganz und gar nicht wertlos. Über die Notengebung wurde ja schon lang und breit diskutiert - mir gibt die Note Spielreiz einen Kurzüberlick, der mir eher zu erkennen hilft, welcher Rezensent meinem Spielegeschmack am nähsten kommt (und wessen Text ich somit mit mehr Interesse lese), als dass ich dadurch ein knappes Urteil über das Spiel bekomme.


> 3. Importspiele... viele Seiten für Spiele, die ich mir eh
> nicht zulegen werde. Vergeudete Seiten ... immer wieder und
> reichlich.

Da wird endlich mal über diese Spiele berichtet, auf die ich sonst wohl kaum aufmerksam geworden wäre. Und die eine oder andere Anschaffung ist daraufhin schon gefolgt (z.B. das sehr gute Hammer of the Scots, auf dass ich ohne die Spielbox wohl nie aufmerksam geworden wäre). Insofern sieht man auch hier wieder gut, wie verschieden die Geschmäcker sind.

Schöne Grüße

- Arne - (freut sich auf jede neue Ausgabe der Spielbox und bemängelt momentan nur, dass er sie immer so schnell durchgelesen hat. :-P )

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rudi

Re: Nachtrag: Kündigung

Beitragvon rudi » 12. März 2004, 17:57

Hallo Wolfgang,

du übertreibst!!!!

Gruß rudi

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Wolfgang Ditt

Re: Nachtrag: Kündigung

Beitragvon Wolfgang Ditt » 12. März 2004, 18:01

ein hervorragendes Posting, Rudi, vor allem so schön offen und ehrlich ohne Email...

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Wolfgang Ditt

Re: ich bin (nicht) irritiert,...

Beitragvon Wolfgang Ditt » 12. März 2004, 18:06

Hallo Arne,

dann lese die Spielbox und hab Spaß daran.

Ich habe mich schon seit längerem mehr über die Spielbox geärgert. Sie bietet mir weder neue Infos (dafür bin ich zu weit an der Front) und der Unterhaltungswert ist für mich verloren gegangen. Jetzt habe ich lediglich den Tritt bekommen, den ich brachte, um mich zur Kündigung aufzuraffen.

Vieles ist eben Geschmackssche.

Wolfgang

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rudi

Re: Nachtrag: Kündigung

Beitragvon rudi » 12. März 2004, 18:28

Hallo Wolfgang,

danke für das Lob!
Du hast Recht - mein Posting ist offen, ehrlich und ohne email! ;-)
In meinen Augen ist dein zweites Posting viel zu emotional ("das Kündigungsschreiben ist erstellt! Bye Spielbox") - was soll das?
Man könnte den Eindruck gewinnen, dass du dich in deiner Ehre gekränkt fühlst, da San Juan nicht schon beim Messerundgang vollends gelobt wird.

Inkognito
rudi

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rudi

Re: ich bin nicht irritiert, erwäge aber ernsthaft eine Kündigung

Beitragvon rudi » 12. März 2004, 19:14

Wolfgang schreibt:
Bei vielen anderen Spielen wird der Glücksfaktor als Anlass genommen, die Wertung zu senken (dieses Mal: Die Borgia).


Die Hauptkritik ist doch das immer wiederkehrende Versteigerungselement und nicht der Glücksfaktor (ist ja auch ein Kartenspiel!).
oder nimmst du Stellung zu Christwart Conrads Mini-Kommentar??

rudi :-?

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Claudius Möller

Was spricht gegen Importtests?

Beitragvon Claudius Möller » 12. März 2004, 19:18

Tests von Importspielen wil ich nicht missen. Warum wirst Du Dir sie ohnehin nicht zulegen? Wenn ein Spiel exzellent, aber nur als Import erhältlich ist, was spricht dann gegen den Kauf?

Ich empfinde diese Äußerung (genau wie die von Hardel zu SJ) als polemisch.

Claudius

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Claudius Möller

Qualtität Spielbox

Beitragvon Claudius Möller » 12. März 2004, 19:25

Ich kann mich Rudi nur anschließen. Seit Hardel Chefredakteur ist, wirkt die spielbox auf mich, wie eine gelungene Fusion der "alten" spielbox und der Poeppelrevue selig. Die spielbox bietet nun auch dem "Freak" fundierte Rezensionen.

Claudius

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Peter Gustav Bartschat

Re: Wer war auch so irritiert ...

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 12. März 2004, 19:27

Ich gehe einfach davon aus, dass Matthias in seinen Beiträgen seine Meinung schreibt. Zum einen sind es SEINE Beiträge und zum anderen kann ich MEINE Meinung selbst schreiben: Ich sehe also keine Notwendigkeit, Matthias damit zu beauftragen (schon gar nicht stillschweigend), das für mich mit zu übernehmen.

Matthias weiß nicht, was es soll, aus "Puerto Rico" "San Juan" zu machen?

Nun, ich weiß es es: Alea ist ein Spieleverlag, die Tätigkeit eines Spieleverlags besteht darin, Spiele zu veröffentlichen, und wenn man klug ist und Glück hat, dann sind´s sogar erfolgreiche Spiele. Um das zu erreichen, darf ein Spieleverlag jede ihm zur Verfügung stehende Information nutzen, wenn er sein Programm plant, einschließlich der Erinnerungsfähigkeit aller Beteiligten an Spiele aus dem Verlagsprogramm, die in der Vergangenheit bereits erfolgreich gewesen sind.

Wenn Matthias das anders sieht - und von mir aus darf das wirklich jeder anders sehen - dann stört mich das nicht weiter.

Ich finde Gefallen an der spielbox, ich schätze den größeren Raum, den die ausländischen Spiele jetzt haben (auch wenn ich mir nur einen Bruchteil davon zulegen werde) und ich habe nach wie vor keine Probleme mit Glücks-abhängigen Spielen (unabhängig davon, wie sie aus welcher Motivation benotet werden).

Ich halte Matthias, den ich als kritischen Redakteur und aufmerksamen Rezensenten schätze, und auch der spielbox weiter die Treue: Symphatie bedeutet für mich eben mehr als den Anspruch, jeder müsse mir nach dem Mund reden.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

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Wolfgang Ditt

Re: Was spricht gegen Importtests?

Beitragvon Wolfgang Ditt » 12. März 2004, 20:22

Hallo Claudius,

es spricht nichts gegen Importtests, mir bringen sie nur nichts. Ich habe früher viele Importspiele, meist aus den USA gespielt. Mein Geschmack hat sich dahingehend geändert, dass ich Importspiele nicht brauche, also brauche ich auch die Rezensionen nicht. Es war nicht polemisch gemeint, sondern ist eine rein persönliche Angelegenheit.

Wolfgang

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Wolfgang Ditt

Re: Wer war auch so irritiert ...

Beitragvon Wolfgang Ditt » 12. März 2004, 20:25

Hallo Gustav,

danke für deine Äußerung, einen Betrachtungsweise, die ich gut nachvollziehen kann. Weil ich aber bzgl. der Spielbox eine andere Meinung habe, ziehe ich die andere Konsequenzen.

Wolfgang

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Chregi

Re: Wer war auch so irritiert ...

Beitragvon Chregi » 12. März 2004, 23:14

Ich kann dem Bären nur beipflichten. Die Spielbox hat in den letzten Monaten und speziell durch den Zuzug von Matthias Hardel stark gewonnen. Er steht zu seiner Meinung (die nicht immer meine eigene ist), und das gefällt mir, genauso wie mir die sprachlich hervorragenden Rezis von Knopf gefallen, auch wenn ich mit ihm in der Bewertung der Spiele nicht immer einverstanden sind (ich brauche kein Heft, das einfach meine Meinung bestätigt).

Und das sagt ausgerechnet einer, der die Spielbox nach vielen Jahren ebenfalls gekündigt hat. Aber das hat nicht inhaltliche Gründe, sondern liegt daran, dass der Verlag offenbar kein Interesse hat, das Heft in einer fristgerechten Zeit an den Mann zu bringen ;-)

Gruss aus der Schweiz
Chregi

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Marcel Kaul

Aussage absolut ok!

Beitragvon Marcel Kaul » 12. März 2004, 23:29

Ich persönlich kann die Aussage nur unterschreiben. Als Spieler der sowohl strategische/taktische als auch glücksbetontere Familienspiele mag (und diese wohl noch etwas mehr) bleibt mir nach einigen Partien San Juan der Spielspass noch im Dunkeln. Uns hat SJ nur dazu gebracht wieder öfter zu Puerto Rico zu greifen.
Eine solch 'persönliche Aussage' ist auch absolut ok in der Spielbox. Lediglich die Wiedergabe von Fakten ist langweilig. Und ein wenig Polemik zumindest unterhaltsam. Man muss ja nicht wieder anfangen, jede Aussage durch die Correctness-Schleuder zu drehen.

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Helmut Lehr

Re: Mir ist das wurscht...

Beitragvon Helmut Lehr » 12. März 2004, 23:50

...ob der Wolfgang sein Spielbox-Abo kündigt oder nicht. Da gibt es wichtigere Dinge. Für mich ist Spielen eine lockere Unterhaltung, bei der ich gewinnen und mich daran freuen kann. Wer aus Einzel-Sätzen ein Politikum macht, bitte sehr. Klingt mir alles zu sehr verkrampft nach dem Motto: "Was? Du findest mein Lieblingsspiel Käse? Da brauchst Du Dich bei mir nicht mehr blicken lassen."
VG
Helmut (kopfschüttelnd, dass sich manche Leute das Leben so schwer machen)

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Christian Hildenbrand

Souveränität von Seiten der Redaktion - Umgang mit Kritik

Beitragvon Christian Hildenbrand » 13. März 2004, 01:04

Huhu !

Prinzipiell kann ich mich Arne nur anschließen (nicht nur, weil wir gelegentlich mal gemeinsam am Spieletisch sitzen).

Mal ehrlich, ohne Berichte über den ein oder anderen "Exoten" würde der gemeine Spieler immer an dem deutschen Zeug hängen bleiben. Der Blick nach außen wäre versperrt, manch ein Prunkstück aus Übersee oder gar nur aus Italien / Frankreich bliebe dem deutsch(sprachig)en Spieler vorbehalten.

Ich habe Unmengen an Spiele erst dann wahrgenommen, wenn ich sie in der Spielbox beschrieben gelesen habe. Von dem her: Danke Spielbox !!!

[b]Aber:[/b]

Es gibt durchaus Punkte, bei denen ich den Sinn eines Artikels stark anzweifle. Ich denke an die Rezi von Mare Nostrum damals, oder an die permanenten Sticheleien des Herrn Knopf auf Münchner Spiele, Münchner Verlage, Münchner Autoren (wobei das inzwischen wieder nachgelassen hat ...).

In dieser Spielbox fiel mir was ganz anderes sehr negativ auf ... und zwar auf der letzten Seite bei den Leserbriefen:

Ein enttäuschter bislang treuer Leser tut seinen Unmut kund, schreibt, was ihm in der letzten Zeit mißfallen - kritisiert die aktuelle Art und Weise, sowie den Umfang und die Richtung der Berichterstattung. Das ein oder andere kam sicherlich mit einer dezenten Portion Zynismus zu Papier, die ein oder andere Stichelei war nicht zu übersehen.

Soweit so gut.

Nun aber die Reaktion der Spielbox-Redaktion:

Gegen-Zynismus, Abfälligkeit. Es würde mich nicht wundern, wenn der Verfasser dieses Leserbriefes mit Wut die aktuelle Spielbox - so er sie noch gelesen hat - in die Ecke gepfeffert hat. Verständlich.
Das ganze wurde unterzeichnet mit "die spielbox-Redaktion".

Etwas weiter unten findet sich ein weiterer Leserbrief, in dem das meiste hochgelobt wird, die Kritik nur sehr spärlich mögliche Mißstände, mögliche Mängel anspricht. Es wird umgarnt mit "erstmal ein großes lob" und "Macht weiter so". In dem Fall meldet sich (okay, er wurde in der Anrede auch direkt angesprochen), Matthias Hardel direkt in der Reaktion und namentlich erwähnt als Unterzeichner. Und das alles mit einem freundlichen "bleiben sie uns gewogen".

Ich frage mich als (neutraler) Leser: [b]Darf ich in einem Leserbrief keine Kritik äußern, ohne daß ich dafür gleich in einer unpersönlichen Reaktion von Seiten der Redaktion lächerlich gemacht werde ?[/b]

DAS ist ein Armutszeugnis. Und das hat die Spielbox nicht nötig. Inwiefern eine Auswahl getroffen wird über Spiele, die rezensiert werden, die erwähnt werden, das ist ein anderes Paar Stiefel. Da werden nie die Geschmäcker aller Spieler getroffen werden. Dem einen werden es immer zu viele Import-Spiele sein, der andere hätte gerne Exoten aus Afrika und Asien, der dritte spielt eh nix, was die Komplexität von Carcassonne übertrifft. Jedem das seine, ich will persönliche Neigungen nicht im geringsten in Frage stellen, denn diese sind eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und eine Spielezeitschrift wie die Spielbox wird es nie allen recht machen können. Von dem her ist das so, wie es ist, schon in Ordnung.

Jedoch sollte eine Spielezeitschriftredaktion wie die der Spielbox einer punktuellen Kritik wie der in der aktuellen Ausgabe souveräner gegenüberstehen. Diese Reaktion, wie sie in der aktuellen Ausgabe abgedruckt ist, ist nicht nötig. Dann lieber den Leserbrief unter den Tisch fallen lassen und gar nicht erst drucken.

MfG, Christian

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Ralf R

Re: Qualtität Spielbox

Beitragvon Ralf R » 13. März 2004, 01:31

Claudius Möller schrieb:
>
> Ich kann mich Rudi nur anschließen. Seit Hardel Chefredakteur
> ist, wirkt die spielbox auf mich, wie eine gelungene Fusion
> der "alten" spielbox und der Poeppelrevue selig. Die
> spielbox bietet nun auch dem "Freak" fundierte Rezensionen.

Die gute alte Poeppelrevue - war immer eine gute Ergänzung zur alten spielbox, die mir im direkten Vergleich manchmal zu oberflächlich wirkte. Mit der neuen spielbox wurde wenigstens etwas (wie mehr Importspiele und auch Exoten) von der Poeppelrevue gerettet. Klar, dass das nicht allen gefallen kann. Zum Glück bin ich seit etlichen Monaten auf die Fairplay gestossen (keine Ahnung, warum ich die die ganzen Jahre uebersehen habe), so dass es wieder eine gute Ergänzung zur neuen spielbox gibt. Fairplay ist mir da positiv rebellischer wo die spielbox oft zu handzahm daherkommt.

ABER : Ob Poeppelrevue, alte spielbox, neue spielbox, Fairplay - die einzelnen Autoren machen die Magazine aus und da gibt es doch gewaltige Qualitaetsunterschiede von schnarchend langweilige Regelnacherzaehlung bis hin zur perfekten interessant und genauso informativ zu lesenden Rezension.

Und was da jemand in einem Halbsatz sagt oder wertet muss ich ja nicht ungefiltert als meine eigene Meinung übernehmen sondern einfach als die subjektive Meinung eines Spielekritikers mit einem ganz persönlichen und eigenen Geschmack - wie jeder andere auch - auffassen ... nicken oder Kopf schüttel, nachdenken und weiterlesen!

Thx/Bye
Ralf R

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Oli-spielbox

Poeppel-Revue -> Counter magazine

Beitragvon Oli-spielbox » 13. März 2004, 02:32

Wer noch immer der Poeppel-Revue nachtrauert und gute Englischkenntnisse besitzt, der sollte sich mal das Counter-magazine von Mike Clifford, Alan How und Stuart Dagger ansehen. Sechsmal im Jahr 60 Seiten vollgepackt mit Rezensionen, Messeberichten, Kommentaren, Spieltips. Die Aufmachung ist (natuerlich) nicht so ansprechend, da kein richtiger Verlag dahintersteht, aber die Spielleidenschaft spricht aus jedem Artikel. 12 Pfund/Jahr inkl. Versand sind bestimmt auch nicht zu teuer. Besonders gut gefallen mir uebrigens die Rueckblicke, wo einige ausgewaehlte Spiele, deren Erscheinungsdatum einige Jahre zurueck liegt, auf ihren 'Wiederspielwert' hin kommentiert werden. Es ist interessant zu sehen, welche Spiele immer wieder mal auf den Tisch kommen, waehrend andere (ehemals hochgelobte) kaum noch aus dem Regal geholt werden.

Ciao, Oli

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peer

Re: Souveränität von Seiten der Redaktion - Umgang mit Kritik

Beitragvon peer » 13. März 2004, 05:18

Hi,
interessant das so viele Leute Wolfgangs Reaktion diskutieren - ist doch seine Entscheidung! (Das sich einige Leute das Leben so schwer machen und persoehnliche Entscheidungen kommentieren muessen!).

Aber was Christian geschrieben hat, fand ich recht treffend:
>
> In dieser Spielbox fiel mir was ganz anderes sehr negativ auf
> ... und zwar auf der letzten Seite bei den Leserbriefen:
>(...)
> Ich frage mich als (neutraler) Leser: [b]Darf ich in einem
> Leserbrief keine Kritik äußern, ohne daß ich dafür gleich in
> einer unpersönlichen Reaktion von Seiten der Redaktion
> lächerlich gemacht werde ?[/b]
(...)

Wir hatten bereits damals bei Mare Nostrum die Spielbox ktritisiert und es kam in erster Linie die Reaktion "Nur weil ihr nicht eure Wunschnote bekommen habt!". Auch der Leserbrief von Guenther Burkhardt wurde aehnlcih verrissen. Ich denke man tut sich keinen Gefallen damit jegliche Kritik auf diese Standartverteidigung zu reduzieren. Entweder man antwortet gar nicht oder man versucht zumindest die Kritik nachzuvollziehen.
Und die Rezensenten wissen, dass sie manchmal Fehler machen oder dass sie zumindest nicht perfekt sind - Kritik sollte immer willkommen sein, bewertet werden (nachvollziehbar oder nicht, sachlich oder pure Polemik) und entsprechend verarbeitet werden. Wer das nicht kann oder will schmort in seinem eigenen Saft und kann sich nicht weiterentwickeln oder verbessern. Niemand erwartet dass die Spielbox sichfuer eine Note entschuldigt oder nachtraeglich rechtfertigt (Ich glaub, ich spreche fuer alle, wenn ich sage, dass ich davon ausgehe, dass die Noten und Bewertungen in der Spielbox wohlueberlegt sind). Insofern zielt die Standartverteidigung meilenweit daneben.
ciao
Peer

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zoe

Re: Souveränität von Seiten der Redaktion - Leserbriefe

Beitragvon zoe » 13. März 2004, 09:39

Ich habe selten einen so blöden Leserbrief gelesen, wie den zweiten in der aktuellen Spielbox. Wäre ich Spielbox-Redakteur, hätte ich wahrscheinlich nicht halb so nett darauf reagiert und daß man sich über den Leser ein wenig lustig macht, hat dieser mehr als verdient.

Wenn man derart dumme Vorschläge macht (vor Ort in Afrika etc. recherchieren) , muß man sich nicht wundern, wenn man nicht ernst genommen wird.
Und wenn es in Afrika, Südamerika usw. so tolle Spiele gibt, warum ist nichts davon auf den Spielemessen zu sehen?

Außerdem haben die meisten Afrikaner, Südamerikaner, Osteuropäer sicher wichtigeres zu tun, als sich Spiele zu kaufen, dementsprechend groß ist auch der Markt für Spiele - es gibt sicher keinen. Es muß einem schon sehr gut gehen, damit man Zeit und Geld für so "unwichtige" Dinge wie Spiele hat und das für die Mehrzahl der Bevölkerung in Afrika, Osteuropa und Südamerika nicht der Fall.

Ich könnte mich auch nicht erinnern, jemals Recherchen über Südamerika, Afrika und Osteuropa in der Pöppelrevue, Fairplay oder irgendeiner anderen Spielezeitschrift gelelsen zu haben. Warum wirft man das also der Spielbox vor? Wenn Herr Doyscher das erwartet, darf er gar keine Spielezeitungen mehr lesen.
Am besten er gründet gleich eine eigene Zeitschrift.

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Franz-Benno Delonge
Kennerspieler
Beiträge: 277

Problem Messerundgang; Spielbox allgemein

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 13. März 2004, 10:25

Liebe Spielbox-Kritiker,
ein spezielle Anmerkung zum Thema "Messerundgang": Sowas ist überhaupt nicht befriedigend schreibbar. Ich bin ja auch in Nürnberg umhergelaufen, habe die meisten Stände gesehen und verstehe auch was von Spielen. Aber da man in Nürnberg nichts ausprobieren kann, läßt sich keines der ausgestellten Spiele wirklich sinnvoll bewerten. Streng genommen müßte man sich also auf die reine Information beschränken, was erschienen ist, worum es geht und wie es aussieht. Anderes gilt allenfalls für die paar Spele, die man - etwa am Ravensburger-Abend -tatsächlich ausprobieren kann (was auf "San Juan" ja sogar zutraf).
Bei allen anderen Spielen macht sich allein schon wegen der unübersehbaren Fülle nach spätestens einem Tag ein Gefühl der Übersättigung breit, das dann auf jede rein gefühlsmäßige "Erstbewertung" durchschlägt. Und genau dieses Phänomen läßt sich dem Spielbox-Messerundgang m.E. ganz gut entnehmen.

Unabhängig davon lese ich die Spielbox nach wie vor mit Freude. Daß bei den Rezensionen jetzt öfter auch Verrisse dabei sind, ist mir lieber als die früher übliche Querbeet-Lobhudelei. Denn auch als Spiel-Liebhaber darf man ja wohl feststellen, daß die echten Innovationen zur Zeit rar gesät sind, und daß sich sehr vieles sehr oft wiederholt.

Was mir nach wie vor nicht gefällt, ist, daß die meisten Rezensenten zwei Drittel ihres Textes damit vergeuden, die gesamte Spielregel brav nachzuerzählen.Das ist nervig und sinnlos, weil: Wenn ich das Spiel bereits habe, kenne ich die Regel schon, und wenn ich es noch nicht habe, dann kann ich sie aus einem abstrakten Text ja doch nicht richtig nachvollziehen. Da würde ich viel mehr Wert auf eine allemeine, aber treffende Beschreibung des Spielgefühls legen. Aber das kann eben nicht jeder so gut wie Michael Knopf.

Schönen Gruß
Benno


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