Beitragvon Arne Hoffmann » 12. März 2004, 17:56
Hallo Ralf, Markus und Wolfgang,
auch ich war anfangs leicht irritiert bei manchen Sätzen in dem Messebericht. Aber letzten Endes habe ich nichts dagegen, wenn hier auch eine kleine persönliche Note einfliesst - meist liest sich so etwas schöner als ein purer, faktengeladener Bericht. Mehr irritiert hat mich die Tatsache, dass doch die eine oder andere Neuheit und der eine oder andere Verlag nicht aufgenommen wurden. Aber da muss man wohl der Redaktion das Zugeständnis einräumen, dass sie den Bericht kürzt, wenn noch andere Beiträge in das Heft passen sollen.
Und wie man an Wolfgangs Beitrag sieht, ist ja wiederum alles subjektiv. Mir gefällt die Spielbox in ihrer momentanen Ausrichtung gut, auch wenn ich nicht nur auf Strategie ausgerichtet bin.
Wolfgang Ditt schrieb:
>>
> Da ich schon länger mit der Spielbox unzufrieden bin,
> überlege ich jetzt ernsthaft, mein Abonnement der Spielbox -
> es besteht seit der Ausgabe 3/82, also seit über 20 Jahren -
> zu kündigen; diese paar Zeilen haben also bei mir eine tiefe
> Wirkung hinterlassen - aber keine positive.
>
> Zu meiner Unzufriedenheit tragen die folgenden drei Punkte
> bei, Hauptgrund meiner Unzufriedenheit ist dabei Punkt 1.
>
> 1. Die Spielbox hat sich in den letzen beiden Jahren zu einer
> Strategiezeitung entwickelt. Dieser Trend hat sich in der
> Ausgabe 1/04 stark fortgesetzt. Spiele ohne Glücksfaktor
> werden sehr gut benotet (Yinsh mit drei 10en => das ist
> Siedler-Niveau, aber glaubt das wirklich jemand?
Meines Erachtens haben die Spiele der Gipf-Serie von Kris Burm auch das Potential, Klassiker zu werden. Insofern sehe ich Yinsh schon auf Siedler-Niveau - auch wenn wir hier Äpfel mit Birnen vergleichen (ein abstraktes, reines Strategie-/Taktikspiel mit einem glücksbeladenen Taktik-/Familienspiel.
> Von Spiel im Sinne von spielerisch ist nichts mehr zu spüen,
> hier scheint es oftmals (nur noch) um geistigen Wettstreit zu
> gehen.
Das ist mir so nicht aufgefallen. Ich stimme Dir zu, dass die langen Rezensionen meist über Spiele geschrieben werden, die strategie- und/oder taktiklastiger sind, und dass die spielerischen Spiele (im Sinne von mehr Atmosphäre, höherer Glücksanteil, etc. - so deute ich Dein spielerisch jetzt einmal) meist in kürzeren Rezensionen behandelt werden. Daran sehe ich persönlich jetzt nichts negatives., obwohl ich beide Arten Spiele gern spiele und auch gerne über beide Rezensionen lese. Jedoch kann ich bei einem spielerischen Spiel häufig auch aus einer kürzeren Rezension heraus mir das Spiel erschliessen, wohingegen ich bei den dichteren Spielen schon einen längeren Abriss benötige.
Ferner ist auch gerade in der aktuellen Spielbox z.B. wieder ein in meinen Augen rein spielerisches Spiel besprochen worden, das Dungeon&Dragons Brettspiel, welches ja größtenteils von seiner Atmosphäre lebt und weniger vom spielerischen, geschweige denn taktischen Inhalt.
> 2. Noten und Text stimmen oft nicht überein. Wenn dann noch
> Mängel bei der Notengebung ignoriert werden (in einigen
> Texten steht dies sehr deutlich) sind die Noten wertlos, der
> Text wird ad absurdum geführt oder klar ausgedrückt, die
> Rezension wird für mich als Leser wertlos.
Kann ein Spiel nicht Mängel aber trotzdem einen hohen Spielreiz haben? Das eine schliesst für mich das andere nicht aus. Und die einzige verbliebene Note soll nun einmal Aufschluss über den Spielreiz geben und nicht ein Mittelwert über alle Eigenschaften des Spiels darstellen. Insofern sind für mich die Rezensionen ganz und gar nicht wertlos. Über die Notengebung wurde ja schon lang und breit diskutiert - mir gibt die Note Spielreiz einen Kurzüberlick, der mir eher zu erkennen hilft, welcher Rezensent meinem Spielegeschmack am nähsten kommt (und wessen Text ich somit mit mehr Interesse lese), als dass ich dadurch ein knappes Urteil über das Spiel bekomme.
> 3. Importspiele... viele Seiten für Spiele, die ich mir eh
> nicht zulegen werde. Vergeudete Seiten ... immer wieder und
> reichlich.
Da wird endlich mal über diese Spiele berichtet, auf die ich sonst wohl kaum aufmerksam geworden wäre. Und die eine oder andere Anschaffung ist daraufhin schon gefolgt (z.B. das sehr gute Hammer of the Scots, auf dass ich ohne die Spielbox wohl nie aufmerksam geworden wäre). Insofern sieht man auch hier wieder gut, wie verschieden die Geschmäcker sind.
Schöne Grüße
- Arne - (freut sich auf jede neue Ausgabe der Spielbox und bemängelt momentan nur, dass er sie immer so schnell durchgelesen hat. :-P )