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Wer war auch so irritiert ...

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Christian Hildenbrand

Souveränität von Seiten der Redaktion - Leserbriefe

Beitragvon Christian Hildenbrand » 13. März 2004, 10:59

> Wenn man derart dumme Vorschläge macht (vor Ort in Afrika
> etc. recherchieren) , muß man sich nicht wundern, wenn man
> nicht ernst genommen wird.
> Und wenn es in Afrika, Südamerika usw. so tolle Spiele
> gibt, warum ist nichts davon auf den Spielemessen zu sehen?


Dumme Vorschläge ? Du siehst es als "dummen Vorschlag", die Scheuklappen abzusetzen und den Blick über die Grenzen der zivilisierten Welt Mitteleuropas zu wagen ? Traurig.


> Außerdem haben die meisten Afrikaner, Südamerikaner,
> Osteuropäer sicher wichtigeres zu tun, als sich Spiele zu
> kaufen, dementsprechend groß ist auch der Markt für Spiele
> - es gibt sicher keinen. Es muß einem schon sehr gut gehen,
> damit man Zeit und Geld für so "unwichtige" Dinge wie
> Spiele hat und das für die Mehrzahl der Bevölkerung in
> Afrika, Osteuropa und Südamerika nicht der Fall.


Es geht um mehr als nur "Spiele kaufen zu können", "einen Markt haben", oder sonst solch kommerziellen Nebensachen. Das Spiel an sich ist eine Form von Kultur, eine Form des Umgangs miteinander, ein gesellschaftliches Zeichen - wen nicht sogar Aushängeschild einer Kultur.

Ich persönlich wäre sehr erfreut darüber, meinen Horizont mit Hilfe der Spielbox mit zu erweitern diesbezüglich. Und der Herr Doyscher ganz offensichtlich auch.


> Ich könnte mich auch nicht erinnern, jemals Recherchen über
> Südamerika, Afrika und Osteuropa in der Pöppelrevue,
> Fairplay oder irgendeiner anderen Spielezeitschrift
> gelelsen zu haben.


Dann will ich mal einen Link zum Guten geben, die sehr wohl zeigen, daß es eine Spielekultur in ferneren Ländern gibt:

http://www.playlympics.org/index.htm

Mir fehlt leider gerade die Zeit, eine größere Aufstellung über Spiele in fernen Ländern vorzunehmen, nur auf die Schnelle:

Afrika: z.B. Kalaha, Mancala (Hus, Wari, Awari, ...), Seega
Asien: z.B. Go, Tichu, Mahjongg, Siang K´i, Nyout, Asalto, Pacheesi, Tablan, Sugoroku
Noramerika: z.B. Zohn Ahl, Puluk, Konane
Australien / Neuseeland: z.B. Mu Torere

Zugegeben, das sind überwiegend traditionelle Spiele - jedoch werden auch heute noch viele davon in den entsprechenden Kulturen gespielt. Das ein oder andere hat sogar den Sprung nach Mitteleuropa geschafft.


> Ich habe selten einen so blöden Leserbrief gelesen, wie den
> zweiten in der aktuellen Spielbox. Wäre ich
> Spielbox-Redakteur, hätte ich wahrscheinlich nicht halb so
> nett darauf reagiert und daß man sich über den Leser ein
> wenig lustig macht, hat dieser mehr als verdient.


Ich halte den Leserbrief für alles andere als dumm. Das zynisch angehauchte Bemerkungen mit enthalten waren, habe ich in meinem ersten Posting bereits erwähnt, wiederhole das aber gerne noch einmal an dieser Stelle. Den Grundgedanken des Leserbriefes hingegen halte ich für alles andere als lächerlich.

Grüße ohne Scheuklappen !

Ciao, Christian (... immer wieder erschrocken ob des allzunahen Horizonts manch eines "zivilisierten" Europäers ...)

PS.: Es ist durchaus beabsichtigt, daß dieses Posting KEINE Smilies enthält - weil mri einfach nicht nach Lachen zumute ist, wenn jemand aufgrund einer persönlichen Ansicht lächerlich gemacht wird.

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Manfred

Re: Mir ist das wurscht...

Beitragvon Manfred » 13. März 2004, 11:00

Hallo Helmut,
ganz so locker kann ich das nicht sehen. Für etliche Leute ist die Spielbox die "erste" Info-Quelle. Wenn San Juan quasi im vorbeigehen negativ dargestellt wid so ist das schon meinungsbildend. Ich möchte nicht wissen auf wie viele Leute diese kurze Abhandlung abschrekend gewirkt hat?

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Michael Weber

Re: Souveränität von Seiten der Redaktion - Umgang mit Kritik

Beitragvon Michael Weber » 13. März 2004, 11:04

Christian Hildenbrand schrieb:
> In dieser Spielbox fiel mir was ganz anderes sehr negativ auf
> ... und zwar auf der letzten Seite bei den Leserbriefen:
>
> Ein enttäuschter bislang treuer Leser tut seinen Unmut kund,
> schreibt, was ihm in der letzten Zeit mißfallen - kritisiert
> die aktuelle Art und Weise, sowie den Umfang und die Richtung
> der Berichterstattung. Das ein oder andere kam sicherlich mit
> einer dezenten Portion Zynismus zu Papier, die ein oder
> andere Stichelei war nicht zu übersehen.
>
> Soweit so gut.
>
> Nun aber die Reaktion der Spielbox-Redaktion:
>
> Gegen-Zynismus, Abfälligkeit. Es würde mich nicht wundern,
> wenn der Verfasser dieses Leserbriefes mit Wut die aktuelle
> Spielbox - so er sie noch gelesen hat - in die Ecke
> gepfeffert hat. Verständlich.
> Das ganze wurde unterzeichnet mit "die spielbox-Redaktion".

Genau das ist das, was ich ebenfalls nicht nachvollziehen kann. Ich bin mir bewusst, dass ich mich jetzt mal wieder voll in die Nesseln setze und Kollegen-Schelte betreibe, aber mich kostet es inzwischen Überwindung, die zum Teil selbstherrliche und arrogante Vorgehensweise und den nicht nur aus solchen Reaktionen ableitbaren Tonfall der Spielbox unkommentiert hinzunehmen.

Es ist eine Frage des Stils, dass man Kritik entweder nicht abdruckt oder unkommentiert stehen lässt. Gerade bei Leserbriefen. Es sei denn, es gibt dazu wirklich etwas zu sagen (zum Beispiel, dass in Zukunft der kritisierte Punkt geändert wird).

> Ich frage mich als (neutraler) Leser: [b]Darf ich in einem
> Leserbrief keine Kritik äußern, ohne daß ich dafür gleich in
> einer unpersönlichen Reaktion von Seiten der Redaktion
> lächerlich gemacht werde ?[/b]

Zuletzt leider allzu häufig geschenen ...


> DAS ist ein Armutszeugnis.

So st es !!!!!!!!!

> Und das hat die Spielbox nicht
> nötig.

Im Gegenteil, damit vergrault sich die Spielbox offensichtlich ein Teil der Leserschaft. Alles in allem ist Wolfgang ja nicht der einzige, der sein Abo kündigen will/gekündigt hat. Diese Diskussion hatten wir hier ja schon mal ab und an. Die Gründe sind natürlich verschieden und nicht alle haben mit dem Stil zu tun.

> Jedoch sollte eine Spielezeitschriftredaktion wie die der
> Spielbox einer punktuellen Kritik wie der in der aktuellen
> Ausgabe souveräner gegenüberstehen. Diese Reaktion, wie sie
> in der aktuellen Ausgabe abgedruckt ist, ist nicht nötig.
> Dann lieber den Leserbrief unter den Tisch fallen lassen und
> gar nicht erst drucken.

Genau meine Meinung. Wenn schon abdrucken, dann eben in wahrer Größe so stehen lassen. Leider ist dies nicht das erste Mal, wo es anders ist ...


Michael
(möchte hier betonen, dass er die Spielbox inhaltlich an dieser Stelle nicht kritisiert)

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Manfred

Re: Wer war auch so irritiert ...

Beitragvon Manfred » 13. März 2004, 11:11

Du findest es also gut wenn deine Meinung nicht bestätigt wird und was ist mit den Leuten, die sich ihr erstes Bild von einem Spiel machen?

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Michael Weber

Re: Souveränität von Seiten der Redaktion - Leserbriefe

Beitragvon Michael Weber » 13. März 2004, 11:20

zoe schrieb:
> Ich könnte mich auch nicht erinnern, jemals Recherchen über
> Südamerika, Afrika und Osteuropa in der Pöppelrevue, Fairplay
> oder irgendeiner anderen Spielezeitschrift gelelsen zu haben.

OK, online statt print und nicht ganz passend, aber:
http://www.reich-der-spiele.de/specials/ZugUmZug.php
Außerdem die Serie "Spielen in ...", die demnächst mit Russland UND Osteuropa fortgesetzt wird!

Allerdings sind wir da nicht die ersten und die Spielbox hat schon immer einzelne Spiele aus Osteuropa mit in Berichte einfließen lassen. (Zum Beispiel meine ich mich erinern zu können, vor einigen Ausgaben mal von einem Fahrradrennspiel gelesen zu haben.) Auch mit den Afrika-Spielen wie Kalaha und co ist es nicht anders. Also, an dieser Stelle ist die Spielbox sicher nicht dafür zu schelten, dass sie solche Spiele ignorieren würde.

Wenn man über fehlende Spiele aus den anderen Kontinenten auf unseren Messen spricht, muss man zunächst mal sagen, dass das so nicht stimmt. Die Klassiker sind eigentlich immer vertreten, nur nimmt sie keiner mehr in unserem Neuheitenwahn wahr. Dazu ist es für südamerikanische/afrikanische Firmen/Autoren sicher im Gegensatz zu nordamerikanischen, europäischen oder auch japanischen/koreanischen ein Problem, Messen in Deutschland zu realisieren.

Merke: Nicht alles, was nicht erwähnt wird, existiert nicht ;-)

Michael

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Michael Weber

Re: Mir ist das wurscht...

Beitragvon Michael Weber » 13. März 2004, 11:24

Manfred schrieb:
> ganz so locker kann ich das nicht sehen. Für etliche Leute
> ist die Spielbox die "erste" Info-Quelle. Wenn San Juan quasi
> im vorbeigehen negativ dargestellt wid so ist das schon
> meinungsbildend. Ich möchte nicht wissen auf wie viele Leute
> diese kurze Abhandlung abschrekend gewirkt hat?

Na ja, ich wette, die Rezension fällt dagegen ganz hervorragendaus ;-)

Michael

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Michael Weber

Rezensionen/Innovatonen

Beitragvon Michael Weber » 13. März 2004, 11:28

Franz-Benno Delonge schrieb:

> Unabhängig davon lese ich die Spielbox nach wie vor mit
> Freude. Daß bei den Rezensionen jetzt öfter auch Verrisse
> dabei sind, ist mir lieber als die früher übliche
> Querbeet-Lobhudelei. Denn auch als Spiel-Liebhaber darf man
> ja wohl feststellen, daß die echten Innovationen zur Zeit rar
> gesät sind, und daß sich sehr vieles sehr oft wiederholt.

Wir leben in einer Zeit, die ich mal in spielerischer Hinsicht als Übersättigung bezeichnen würde. Neuheiten, deren Innovationsgrad vor zehn Jahren noch alle begeistert jubeln ließen, würden heute in der Masse (!) untergehen. Zudem halten sich die meisten Spiele nicht mehr drei bis fünf Jahre, sondern nur noch ein bis zwei. Die Menschen wollen Neues und sind doch nicht bereit, dem Neuen mehr als nur eine Chance zu geben.

> Was mir nach wie vor nicht gefällt, ist, daß die meisten
> Rezensenten zwei Drittel ihres Textes damit vergeuden, die
> gesamte Spielregel brav nachzuerzählen.Das ist nervig und
> sinnlos, weil: Wenn ich das Spiel bereits habe, kenne ich die
> Regel schon, und wenn ich es noch nicht habe, dann kann ich
> sie aus einem abstrakten Text ja doch nicht richtig
> nachvollziehen. Da würde ich viel mehr Wert auf eine
> allemeine, aber treffende Beschreibung des Spielgefühls
> legen.

Genau meine Meinung.


Michael

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Volker Schindler

Re: Mir ist das wurscht...

Beitragvon Volker Schindler » 13. März 2004, 12:01

Klar das ist schon der erste Eindruck. Aber letztlich setzt sich Qualität doch durch.
Die beste Werbung sind immer noch zufriedene Spieler, die andere "anstecken". Und wenn die Begeistung in den Spielrunden nur halb so hoch ist wie hier, dann mache ich mir um San Juan eigentlich keinerlei Sorgen.

Gruß
Volker

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Peter Gustav Bartschat

Re: Wer war auch so irritiert ...

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 13. März 2004, 12:05

Lieber Manfred, wer sich sein erstes Bild von einem Spiel macht, in dem er nur einem einzigen Sprecher zuhört, der bekommt immer eine subjektive Meinung zu hören - das sollte ihm allerdings selbst klar sein.

Es ist nicht Aufgabe eines Menschen, der etwas über ein Spiel erzählt, dabei alle Aspekte, die dieses Spiel in irgendwelchen Zusammenhängen haben könnte, ausgewogen zu würdigen; es reicht, wenn er seine Sichtweise verständlich, besten Falls sogar unterhaltsam darstellen kann.

Aufgabe des Zuhöreres - oder, wie in diesem Fall, Lesers - wird es immer sein, das für ihn Relevante selbst zu erkennen und aus Eigeninitiative weitere Meinungen, Sichtweisen, Darstellungen einzuholen. Wenn er möchte. Wenn nicht, ist das seine, des Zuhörers, Sache.

Ich persönlich habe es niemals als meine Aufgabe begriffen, anderen das Denken abzunehmen, wenn ich meine Sichtweise auf bestimmte Dinge darstelle. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das bei Matthias anders ist: Daher halte ich es für unangebracht, ihn auf solch absurde Kriterien wie "Jeder muss jedem Nebensatz von Matthias Artikeln vollinhaltlich zustimmen können" fest legen zu wollen.

Wer mit der spielbox nicht glücklich wird, für den ist sie halt die falsche Zeitschrift.

Niemand kann´s immer allen recht machen. Wer gelernt hat, zu akzeptieren, dass seine Meinung nicht immer breite Zustimmung findet, der sollte auch anderen Menschen eine Meinung zugestehen, der er wiederum nicht zustimmt.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

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Achim

Re: Souveränität von Seiten der Redaktion - Umgang mit Kritik

Beitragvon Achim » 13. März 2004, 12:18

Hallo,

mir fiel dieser Leserbrief in der letzten Spielbox und dessen Beantwortung auch sofort auf. Erinnerungen wurden dabei an alte "MAD"- Hefte geweckt. Es gab da immer, sicherlich nur von der MAD-Redaktion ausgedachte, Leserbriefe. Die Antworten zielten meist auf den Geisteszustand des Schreibers ab.
Ich verlange schon von einer seriösen Redaktion sich an gewisse Spielregeln zu halten.
1. "Idiotische Leserbriefe wie: " ich kündige mein Abo da ihr alle A... seit." (oder so ähnliches) nicht zu veröffentlichen, da sie andere Leser sowie so nicht interessieren, und
2. kritische oder auch lobende Leserbriefe mit "Sinninhalt" entsprechend zu beantworten.
Wenn einer Redaktion dies zu lästig erscheint, sollte Sie die Leserbriefseite durch andere Inhalte ersetzen.

Es stellte sich auch bei mir in letzter Zeit das Gefühl ein, dass Herr Hardel die eine oder andere Rechnung begleichen möchte. Dies ist aber nur ein unterschwelliges subjektives Gefühl, das ich nicht unbedingt festschreiben möchte.

Mit Einstellung der Pöppel-Revue werden jetzt endlich auch Importspiele und aufwändigere Spiele beschrieben. Ich sehe hier eher eine Verbesserung der Spielbox. Eine Ausweitung dieser Berichte käme mir persönlich entgegen. Ich wäre auch bereit bei entsprechendem Seitenzuwachs mehr zu bezahlen.

Über das Postung von Herrn Ditt habe ich mich etwas geärgert, da ich ihn eigentlich aufgrund seiner bisherigen Beitäge für intelligenter hielt. Wenn Herr Ditt meint, ein Produkt nicht kaufen zu wollen, das seinen Erwartungen nicht genügt,
so handelt er in meinen Augen doch ganz normal. Er ist aber wütend und enttäuscht, dass etwas nicht so ist, wie er es gerne hätte und wendet sich eingeschnappt an die Öffentlichkeit. Dies wirkt auf mich doch etwas vorpubertär.
Eine Zeitschrift wird doch nicht für einen einzelnen Leser geschrieben.

mfg Achim

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Peter Gustav Bartschat

Gedanken zu Rezensionen

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 13. März 2004, 12:22

Franz-Benno Delonge schrieb:
> Was mir nach wie vor nicht gefällt, ist, daß die meisten
> Rezensenten zwei Drittel ihres Textes damit vergeuden, die
> gesamte Spielregel brav nachzuerzählen

Das ist mir auch schon ein paar Mal durch den Kopf gegangen, lieber Benno. Nicht nur speziell im Zusammenhang mit der spielbox, sondern mit Spiel-, Buch- und Filmrezensionen allgemein. Ich gehöre auch zu den Leuten, die die letzten Absätze zuerst lesen (ich glaube, wir sind sogar eine recht große Gruppe von Leuten :-) ).

Was ich meist nur überfliege, sind - und jetzt wird´s schon wieder spielbox-konkreter - die einleitenden Texte.

Bitte, es fühle sich niemand auf den Schlips getreten (und darum zitiere ich auch bewusst kein einzelnes Beispiel), wenn ich sage: Diese ewigen Widerholungen bemühter Einleitungen, die einen Bogen von, sagen wir, dem historischen Ägypten zu einem Spielbrett mit Markern auf dem Tisch schlagen wollen, brauche ich eher nicht, und sie tragen auch wenig zum Artikel selbst bei.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, einen guten Einstieg in einen Text zu finden, der die Leser bei der Stange hält.

Und ich kann auch keine Lösung aus dem Ärmel schütteln, wie man diese Einstiegs-Hürde wirklich umgeht. Höchstens die Idee, dass man vielleicht das, was sonst in den "interessanten" letzten Abschnitten steht, in die fett gedruckte Eingangs-Passage nach vorne holt. Oder aufteilt, den Text wie eine "Klammer" umfassen lässt, so dass die Beschreibung des Spiels wie eine Art Rückblende in die Meinung des Rezensenten eingebettet ist. Vielleicht könnte man daraus einen fast belletristischen Spannungsbogen entwickeln.

Na ja, nur so ein paar allgemeine Bären-Gedanken. Ich will niemandem ins Handwerk pfuschen, zumal ich sehr gut weiß, dass das Handwerk des Schreiberlings nicht so leicht ist, wie man oft glaubt, wenn man sich nur aufs Lesen beschränkt.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

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Achim

Re: Gedanken zu Rezensionen

Beitragvon Achim » 13. März 2004, 12:43

Eine Marotte von mir ist, nach jedem neuen Spiel, das ich mit Bekannten oder auch meiner Familie spiele, nachzufragen wie es gefallen hat und warum.

Dieses Vorgehen praktizieren sicherlich auch Spielkritiker der Spielbox. Bei einer Kritik ist daher für mich interessant zu lesen, wie das Spiel beim Kritikautor, als auch in seiner hoffentlich wechselnden Spielergruppe ankam. Sätze wie "Wollte auch unter Druck niemand mehr mit mir spielen, da ...." sind für mich aussagekräftiger als " Ein gutes Familienspiel für jedermann, würde ich jederzeit wieder spielen."
Gruß Achim

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Claudius Möller

Rezensionen

Beitragvon Claudius Möller » 13. März 2004, 12:53


> Was mir nach wie vor nicht gefällt, ist, daß die meisten
> Rezensenten zwei Drittel ihres Textes damit vergeuden, die
> gesamte Spielregel brav nachzuerzählen.Das ist nervig und
> sinnlos, weil: Wenn ich das Spiel bereits habe, kenne ich die
> Regel schon, und wenn ich es noch nicht habe, dann kann ich
> sie aus einem abstrakten Text ja doch nicht richtig
> nachvollziehen. Da würde ich viel mehr Wert auf eine
> allemeine, aber treffende Beschreibung des Spielgefühls
> legen. Aber das kann eben nicht jeder so gut wie Michael Knopf.


Da gebe ich Dir 100% Recht. Es ist manchmal wirklich öde, den Spielablauf vorgebetet zu bekommen. M. Knopf gehört insofern zu den wirklichen Journalisten. Aber auch die Rezensionen von Hardel und E. von Staden gefallen mir was das angeht sehr gut. Meine Ansicht in diese Richtung habe ich der spielbox gegenüber auch schon mal in einem, zugegebenermaßen etwas zu scharfen, Leserbrief geäußert.

Claudius

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Dieter Niehoff

Knopf, von Staden

Beitragvon Dieter Niehoff » 13. März 2004, 13:04

Franz-Benno Delonge schrieb:
>entnehmen.
>
> Unabhängig davon lese ich die Spielbox nach wie vor mit
> Freude. Daß bei den Rezensionen jetzt öfter auch Verrisse
> dabei sind, ist mir lieber als die früher übliche
> Querbeet-Lobhudelei.

Eien Rezension ist keine Inhaltsangabe. Das wiedergeben von Regelpassagen ist einfach nur Zeilenschinderei und hat eine Aussagekraft, die gegen den Nullpunkt tendiert. Manche spielbox-Schreiber scheinen dieser Art des Schribens eher zugetan als andere.

Und da "Schreibprofi" Michael Knopfs (und von Stadens ) mit seinen Rezensionen in einer anderen Liga spielt, kommt die Durchschnittlichkeit manch anderer Vielschreiber noch genauer hervor.

Natürlich ist es nicht einfach, eine informative, launige und total subjektive Rezension zu schreiben (genau so sollte m. E. eine Kritik sein!), aber keiner wird dazu gezwungen. Und wer es (noch) nicht kann, den wird eine Redaktion wohl auf dem richtigen Weg bringen, oder?

Vielleicht sollte Herr Hardel mal ab und zu eingreifen.:cool:

Gruß
Dieter Niehoff

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chris

Re: ich bin nicht irritiert, erwäge aber ernsthaft eine Kündigung

Beitragvon chris » 13. März 2004, 13:33

>
> 1. Die Spielbox hat sich in den letzen beiden Jahren zu einer
> Strategiezeitung entwickelt. Dieser Trend hat sich in der
> Ausgabe 1/04 stark fortgesetzt. Spiele ohne Glücksfaktor
> werden sehr gut benotet (Yinsh mit drei 10en => das ist
> Siedler-Niveau, aber glaubt das wirklich jemand?, Die Brücken
> von Shangrila). Bei vielen anderen Spielen wird der
> Glücksfaktor als Anlass genommen, die Wertung zu senken
> (dieses Mal: Die Borgia). Dazu passend gibt es
> Besser-Spielen-Tipps nur noch ausschließlich, um
> Glücksfaktoren zu eliminieren oder Vielspieler-Elemente wie
> Versteigerngen einzuführen.
>

komisch, ich hatte bei der Spielbox bisher immer das Gefühl, das die einfachen, glücksbetonten Spiele zu gut wegkommen.........

>
> 2. Noten und Text stimmen oft nicht überein. Wenn dann noch
> Mängel bei der Notengebung ignoriert werden (in einigen
> Texten steht dies sehr deutlich) sind die Noten wertlos, der
> Text wird ad absurdum geführt oder klar ausgedrückt, die%

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chris

Re: ich bin nicht irritiert, erwäge aber ernsthaft eine Kündigung

Beitragvon chris » 13. März 2004, 13:33

>
> 1. Die Spielbox hat sich in den letzen beiden Jahren zu einer
> Strategiezeitung entwickelt. Dieser Trend hat sich in der
> Ausgabe 1/04 stark fortgesetzt. Spiele ohne Glücksfaktor
> werden sehr gut benotet (Yinsh mit drei 10en => das ist
> Siedler-Niveau, aber glaubt das wirklich jemand?, Die Brücken
> von Shangrila). Bei vielen anderen Spielen wird der
> Glücksfaktor als Anlass genommen, die Wertung zu senken
> (dieses Mal: Die Borgia). Dazu passend gibt es
> Besser-Spielen-Tipps nur noch ausschließlich, um
> Glücksfaktoren zu eliminieren oder Vielspieler-Elemente wie
> Versteigerngen einzuführen.
>

komisch, ich hatte bei der Spielbox bisher immer das Gefühl, das die einfachen, glücksbetonten Spiele zu gut wegkommen.........

>
> 2. Noten und Text stimmen oft nicht überein. Wenn dann noch
> Mängel bei der Notengebung ignoriert werden (in einigen
> Texten steht dies sehr deutlich) sind die Noten wertlos, der
> Text wird ad absurdum geführt oder klar ausgedrückt, die
> Rezension wird für mich als Leser wertlos.
>
da gebe ich Dir Recht - Noten u. Text sind oft widersprüchlich.......


> 3. Importspiele... viele Seiten für Spiele, die ich mir eh
> nicht zulegen werde. Vergeudete Seiten ... immer wieder und
> reichlich.

meiner Meinung gibt es viel zu wenig Kritiken von Importspielen, bitte unbedingt mehr davon !!!! Sonst entgehen einem wohlmöglich spielerische Perlen wie Napoleonic Wars oder Game of Thrones..................

Tja, wie unterschiedlich doch die Geschmäcker sind - ich trauere jedenfalls noch immer ein wenig der Pöppelrevue hinterher !!!

Also Mathias, nur Mut, die meisten Leser sind sicherlich auf Deiner Seite (und nicht nur die Berliner) !!!!!

Alles Gute, Christian>
> Wolfgang
>
> P.S. trotz meiner jetzigen tiefen Missstimmung bzgl. der
> Spielbox war ich jahrelang mit ihr sehr zufrieden. Allen
> Rezensenten und Verfassern, die dazu beigetragen haben, dafür
> einen herzlichen Dank.

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Roland G. Hülsmann

Re: Souveränität von Seiten der Redaktion - Leserbriefe

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 13. März 2004, 13:55

Christian Hildenbrand schrieb:

> Dumme Vorschläge ? Du siehst es als "dummen Vorschlag", die
> Scheuklappen abzusetzen und den Blick über die Grenzen der
> zivilisierten Welt Mitteleuropas zu wagen ? Traurig.

Nein, ich denke, als "dummer Vorschlag" wurde nicht eine Forderung bezreichnet, über die sog. "zivilisierte" Welt hinauszublicken, sondern sich vor Ort einen Mitarbeiter zwecks Recherche zu halten und zu finanzieren. Das könnte sich eine Zeitschrift wie die Spielebox überhaupt nicht leisten. Das ist nun mal so. daß der "Blick über den Tellerrand" wichtig ist, wurde ja nicht verneint (und würde ich auch niemals verneinen).

> Es geht um mehr als nur "Spiele kaufen zu können", "einen
> Markt haben", oder sonst solch kommerziellen Nebensachen. Das
> Spiel an sich ist eine Form von Kultur, eine Form des Umgangs
> miteinander, ein gesellschaftliches Zeichen - wen nicht sogar
> Aushängeschild einer Kultur.

Das ist richtig. Aber die dort vorhandene Spielkultiur und die traditionellen Spiele dieser Kulturen sind ja weithin bekannt, bzw. werden in Büchern zum Thema Spiel ausführlich beschrieben. Ich denke hier besteht wenig Bedarf für eine aktuell regelmäßig erschenende Zeitschrift immer wieder darüber zu berichten. Die Spielbox wendet sich an interessierte Spieler und an denen dürften diese traditionellen Spiele kaum vorbei gegangen sein. Tatsache ist nun mal leider, daß es neue Spiele in diesen Bereichen eher selten gibt. Und wenn doch, würde mich eine entsprechende Berichterstattung natürlich interessieren.

> Ich persönlich wäre sehr erfreut darüber, meinen Horizont mit
> Hilfe der Spielbox mit zu erweitern diesbezüglich.

Wie gesagt: So es etwas Neues gibt, wäre ich auch erfreut, wenn die Spielbox meinen Horizont erweitert. Und über die Klassiker, wie etwa Awari, benötige ich eigentlich keine weiteren Informationen. Merines Wissens kamen derartige Spiele auch schon in der Spielbox vor. Aber dafür braucht es keinen Rezensenten vor Ort. Und nur um diesen Vorschlag ging es in der Antwort der Spielbox. Nicht um das Thema als solches. Bitte genau lesen!

Gruß
Roland

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Michael Weber

Re: Souveränität von Seiten der Redaktion - Leserbriefe

Beitragvon Michael Weber » 13. März 2004, 14:42

Roland G. Hülsmann schrieb:
> Aber dafür braucht es
> keinen Rezensenten vor Ort. Und nur um diesen Vorschlag ging
> es in der Antwort der Spielbox. Nicht um das Thema als
> solches. Bitte genau lesen!


Lieber Roland,

normalerweise bin ich recht häufig deiner Meinung. Aber hier liegt ein kleines Missverständnis vor. Es geht nicht darum, ob der Leserberief inahltlich richtig oder falsch ist, es geht hauptsächlich darum, WIE die Spielbox darauf reagiert. Das abfällige "Und die ein oder zwei jahre werden wir schon noch überleben, bis Sie als Reisender-spielbox-Reporter zur Verfügung stehen." gepaart mit dem Honorar von ein paar Cent pro Zeile inkl. Spesen ist auf keinen Fall eine Antwort die sich eine Publikation, egal in welchem Bereich, gegenüber einem Leser leisten DARF! (Zumal das Alter des Schreibers offenbar nicht bekannt ist.) Wenn dann Leser erbost reagieren oder das Magazin weniger Menschen kaufen, sollte sich jedenfalls niemand mehr wundern.

Inhaltlich klingt im Leserbrief hindurch, dass der Schreiber eher vermutet, dass es in anderen Erdteilen auch interessante Spiele geben muss. Er fragt ja sinngemäß, ob man dort nicht spielt. Eine gute und vielleicht die einzig sinnvolle art dem zu entgegenen wäre gewesen, die Kündigung des Abos zu bedauern und gleichzeitig zu erklären, dass dem Team der Spielbox aus diesen Ländern/Kontinenten keine interessanten Neuheiten aufgefallen sind. Sollte sich dieses jedoch ändern, würden sie selbstverständlich berücksichtigt.

Michael

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Guido
Kennerspieler
Beiträge: 404

Re: ich bin nicht irritiert, erwäge aber ernsthaft eine Kündigung

Beitragvon Guido » 13. März 2004, 14:48

Hallo Ihr,

ich moechte mich, im Gegensatz zu den meisten hier, der Kritik von Wolfgang Ditt anschliesse.
Ich habe die Spielbox erst seit einem Jahr abonniert. Ich kann nicht den Vergleich zu "ganz fr¨¹her" ziehen, aber mir faellt auch auf, dass die Spielbox sehr stark dazu tendiert, Spiele mit Gluecksfaktor eher schlecht zu bewerten. Nun gut, jedem das Seine, koennte man sagen, schliesslich sind, wie hier im Forum zu Hauf erwaehnt, persoenliche Geschmaecker entscheident. Aber so einfach moechte ich es der Redaktion nicht machen. Die Spielbox hat doch, soweit ich ihre Ideologie verstehe, den Anspruch, einer breiten Leserschaft Auswahlkriterien zum Kauf von Spielen an die Hand zu geben. Als Rezensent muss da dann schon versucht werden, trotz aller Unwaegbarkeiten einen gewissen Grad an Objektivitaet zu wahren. Aber den vermisse ich stellenweise schon. Es kann nicht geleugnet werden, dass im Allgemeinen die Gruppe der "Vielspieler " angesprochen wird, die so wenig Glueck im Spiel haben wollen, wie irgend moeglich. Auch die Tipps (am Ende) gehen tatsaechlich in die Richtung, den Gluecksanteil zu reduzieren.
Das finde ich Schade. Denn so geht doch, wie auch Wolfgang Ditt bemerkt, wirklich ein wenig vom Sinn des Spiels verloren, vom unbeschwerten miteinander. Oft arten Spiele ohne Gluecksfaktor zu einem Wettkampf aus, zur Beantwortung der Frage, wer den mehr auf dem Kasten hat, oder nicht. Meist nicht so offensichtlich, aber der Nachgeschmack ist da. In einer Familie kann sowas durchaus den Frieden stoeren...

Besteht die Zielgruppe der Spielbox-Leserschaft nur aus Leuten, die "harte" Spiele moegen? Ich glaube nicht, denn sonst haetten sich damals nicht so viele ihr Unverstaendnis ueber die "schlechte" Wertung zu "Guillotine" von Amigo geaeussert. Das Spiel ist ein Aergerspiel, bei dem eher nebenbei versucht, wird Punkte zu machen. In erster Linie geht es darum, den anderen eines auszuwischen bzw, zu verhindern, dass diese viele Punkte bekommen.

Ich streite gar nicht ab, dass "gluecklose" Spiele ihren Reiz gerade deshalb haben und daher Spass machen. Nicht so dolle ist, wenn sog. "Familienspiele" unter diesem Kriterium bewertet werden. Ich meine nicht, dass Familienspiele kein Konfliktpotenital haben duerfen, doch sollten ein Gewinn nicht vom wirklich Kluegeren abhaengen. Sowas macht ein Spiel fuer die anderen uninteressant, da sie keine Chance auf Gewinn haben. Und genaus dies ist auch das Dilemma, wenn die Jury fuer das "SdJ" eben Spiele auswaehlt, die einfach und zwangloser sind und eben der "Familie" Spass bringen sollen. Insofern sollte sich die Spielbox nicht aufregen oder polemisch werden, wenn die Jury mal wieder ein Spiel waehlt, dass in ihren Augen "zu gluecksbetont" ist.
Unter diesem Aspekt sehe ich auch die Anmerkung von Hardel zu SJ, als er so nebenbei fragt, warum ein Spiel, also PR, dass sich doch so schoen ohne Gluecksanteil spielt, in ein Spiel "gewandelt" wird, dass dann doch wieder diese "doofe" Glueckskomponente hat - eben nur um SdJ zu werden.??...
Schade, wenn ein Chefredakteur seine Meinung so zum Leitthema einer Zeitschrift macht, die doch eigentlich den Anspruch von gewisser Objektivitaet hat - Geschmack hin oder her.

Einige Leser verweisen darauf, dass jeder fuer sich Statements solcher Kritiker lesen, ueberlegen und nach Geschmack verdauen sollte. Aber dann kann ich es auch eigenlich gleich lassen, die Spielbox zu lesen. Wenn ich mir ohnehin nix aus den Kritiken mache und alle Spiele nochmal so ausprobiere und selbst entscheide...
Rezensionen sollen Information sein, anhand der ich schon mal eine Vorauswahl treffen kann. Fuer mich soll und gibt eine Rezension einen ersten Eindruck von Spielen wieder. Danach entscheide ich mich, was ich in meiner nicht allzu umfangreichen Freizeit ausprobieren und im Endeffekt dann auch kaufen will und es ist durchaus so, dass ich aufgrund einer Kritik ein Spiel erst gar nicht zur Hand nehme. Kurz: die Spielbox soll mir helfen, nicht unn0‹2tig Zeit zu vergeuden. Der Genuss beim Lesen ist eher zweitrangig. Bin ich der einzige, der diese Meinung hat?

Und zum Schluss muss ich auch sagen, dass die Meinungen zu den Spielen im Textteil gegenueber der letztlichen "Spielreiz"-Bewertung doch unterschiedlich sind. Manchmal liesst man ein Spiel und denkt, oh, hoert sich gut an und sieht dann eine Bewertung, die dem Leseeindruck nicht so ganz passend erscheint oder umgekeht, man verlaesst den Text mit Skepsis und sieht dann eine gute Bewertung (z.B. die Bewertung zu Carcassonne-die Burg; eigentlich zu hoher Gluecksanteil (siehe oben :-) ) und dann doch eine 8 am Ende...)

Nein, ich werde mein Abo erstmal nicht kuendigen. Insgesamt gibt mir die Spielbox viele Informationen, mit denen ich was anfangen kann.
Ich hoffe aber, die Spielboxredaktion kann auch mit den geausserten Kritiken (nicht nur von mir) mehr anfangen, als Polemik draus zu machen.

Gru0‰8
Guido

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Günter Cornett

Re: Souveränität von Seiten der Redaktion - Leserbriefe

Beitragvon Günter Cornett » 13. März 2004, 15:21

Michael Weber schrieb:
>
> Roland G. Hülsmann schrieb:
> > Aber dafür braucht es
> > keinen Rezensenten vor Ort. Und nur um diesen Vorschlag ging
> > es in der Antwort der Spielbox. Nicht um das Thema als
> > solches. Bitte genau lesen!
>
>
> Lieber Roland,
>
> normalerweise bin ich recht häufig deiner Meinung. Aber hier
> liegt ein kleines Missverständnis vor. Es geht nicht darum,
> ob der Leserberief inahltlich richtig oder falsch ist, es
> geht hauptsächlich darum, WIE die Spielbox darauf reagiert.

Hallo,

ich denke, dass man einen Leserbrief nur im Ausnahmefall kommentieren sollte.
Hier könnte Matthias/die Redaktion vielleicht ein bisschen zurückhaltender sein. Insbesondere bei der Antwort auf Günther Burkhardts Leserbrief war mir das aufgefallen.

Das 'Wie' finde ich in diesem Fall jedoch absolut unproblematisch.

> Das abfällige "Und die ein oder zwei jahre werden wir schon
> noch überleben, bis Sie als Reisender-spielbox-Reporter zur
> Verfügung stehen." gepaart mit dem Honorar von ein paar Cent
> pro Zeile inkl. Spesen ist auf keinen Fall eine Antwort die
> sich eine Publikation, egal in welchem Bereich, gegenüber
> einem Leser leisten DARF! (Zumal das Alter des Schreibers
> offenbar nicht bekannt ist.) Wenn dann Leser erbost reagieren

Ich lese da eine humorvoll augenzwinkernde Antwort auf einen Leserbrief, der Kritik und Lob enthält und die geheime Hoffnung, falls der Leser seine Weltreise beginnt, doch mal einen Artikel von ihm zu bekommen.

> oder das Magazin weniger Menschen kaufen, sollte sich
> jedenfalls niemand mehr wundern.
>
> Inhaltlich klingt im Leserbrief hindurch, dass der Schreiber
> eher vermutet, dass es in anderen Erdteilen auch interessante
> Spiele geben muss. Er fragt ja sinngemäß, ob man dort nicht
> spielt. Eine gute und vielleicht die einzig sinnvolle art dem
> zu entgegenen wäre gewesen, die Kündigung des Abos zu
> bedauern und gleichzeitig zu erklären, dass dem Team der

Der Leser kündigt nicht das Abo sondern lässt es ruhen, weil er spiel-lesemüde geworden ist. Er hätte gern Berichte aus aller Welt und könnte sich vorstellen, dass für die Spielbox zu machen: 'Hoffentlich existiert die spielbox dann noch' schreibt er.

Matthias und Dietmar Doyscher dürften über diese Diskussion hier gleichermassen irritiert sein...

> Spielbox aus diesen Ländern/Kontinenten keine interessanten
> Neuheiten aufgefallen sind. Sollte sich dieses jedoch ändern,
> würden sie selbstverständlich berücksichtigt.

Es ist sicherlich so, dass neue Spiele gegenwärtig vor allem im nordwestlichen Teil der Welt entstehen. Osteuropa, Südamerika, Afrika und vermutlich auch Asien sind in dieser Hinsicht Entwicklungsländer. Es gibt dort aber schon ein kleines bisschen mehr als nur die alten 'Spiele der Welt'.
Die Spielbox 4/2003 enthält einen Artikel u.a über Perlhuhnspiele in Namibia.
In der aktuellen Ausgabe der Spielbox ist das Spiel eines litauischen Spieleautors besprochen [Pingvinas ;-)]. Aus Japan hatte ich vor Jahren auch schon mal ein - bereits fertig produziertes - Kartenspiel als Spielevorschlag bekommen.
Auf Madagaskar gibt es im August einen Spielecon.
In Korea ist in den letzten Jahren eine Spieleszeme entstanden:
http://www.thegamesjournal.com/articles/GamesInKorea.shtml

Verglichen mit den Spielen die in Westeuropa und Nordamerika erscheinen ist das nur ein kleiner Teil. Das schlägt sich eben auch in der Spielbox nieder, die eben nur dann davon berichtet, wen sie davon erfährt, weil sie sich nicht so viele und so großzügig ausgestattete Auslandsredaktionen leisten kann wie CNN.

Beim zweiten Kommentar nimmt Matthias die Anregung auf, sich mehr mit Spielegrafikern zu befassen und beantwortet die Frage nach den Kurzkritiken. Muss man nicht, kann man aber.

Die Problematik liegt hier allenfalls in dem Punkt 'Forumsdynamik', aber das interessiert die Printausgabe nicht. Tja, wenn wir alle direkt ins Heft schreiben könnten...

BTW: Das Editorial einer Zeitschrift überblättere ich normalerweise, das der Spielbox lese ich ausgesprochen gern.

Gruß, Günter

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Marten Holst

RE: Problem Messerundgang; Spielbox allgemein

Beitragvon Marten Holst » 13. März 2004, 16:15

Moin Benno,

> Was mir nach wie vor nicht gefällt, ist, daß die meisten
> Rezensenten zwei Drittel ihres Textes damit vergeuden, die
> gesamte Spielregel brav nachzuerzählen.

Nun, es ist mir auch oft zu detailliert. Ob der Kauf eines Ritterplättchens nun 5 oder 7 Dukaten kostet, ob ich das mit einer anderen Karte um 1 Dukaten verbilligen kann, das ist zu detailliert. Aber was soll denn sonst geschrieben werden? Gustav der Bär schreibt, er lese zuerst das Fazit. Gut, ich bin ein alter Von-vorn-nach-hinten-Leser, aber kann es nachvollziehen. Nur muss so ein Fazit auch eine Grundlage haben. Das heißt, ich muss wissen worauf er sich bezieht. SOnst haben wir nur noch Ein-Absatz-Rezensionen von Provinztageszeitungssonnabendsbeilagenplattenkritikniveau. "Das Spiel spielt im alten Ägypten, man sammelt Mehrheiten und es macht total viel Spaß / ist zu glücksbetont" hilft mir ehrlich gesagt nicht dabei, ein Spiel zu beurteilen.

Und ja, das Nacherzählen zumindest der groben Regeln hilft mir (persönlich) eine Menge dabei, mir ein Bild zu basteln, wie das Spiel wohl so aussehen tun tut.

Tschüß
Marten

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Jost Schwider

RE: Wer war auch so irritiert ...

Beitragvon Jost Schwider » 13. März 2004, 16:38

"Ralf Arnemann" hat am 12.03.2004 geschrieben:

> ... als er in der neuen Spielbox bei der Nürnberg-Übersicht
> die folgende Aussage von Matthias Hardel las:
> "Was es soll, aus PUERTO RICO SAN JUAN zu machen, wird
> auch jetzt, wo das Kartenspiel lieferbar ist, nicht klar."

Hier, ich!

Was genau wollte uns MH damit sagen?

> Aber es sollte doch eigentlich unstreitig sein, daß SJ bei
> aller Familienähnlichkeit ein völlig eigenständiges und
> interessantes Spiel ist, mit viel Anhängerschaft - da kann
> sich die Frage nach "Was es soll" nicht wirklich stellen.

100% ACK.

Das wäre das selbe, als wenn man behaupten würde, "Anno 1503" und "Siedler von Catan" wären die selbe Kiste.

> Recht hat Hardel dann mit der Spekulation, daß SJ
> wesentlich SdJ-geeigneter ist als PR.
> Eine bessere "Einstiegsdroge" für Otto-Normalspieler hat
> man schon lange nicht mehr gesehen.

Nochmal volle Zustimmung: 100% ACK!

Viele Grüße
Jost aus Soest (hofft auf SJ für das SdJ, erwartet aber eher Anno 1503 - beides sehr OK!)
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Jost Schwider

RE: Souveränität von Seiten der Redaktion - Leserbriefe

Beitragvon Jost Schwider » 13. März 2004, 16:38

"Roland G. Hülsmann" hat am 13.03.2004 geschrieben:

> [viele richtige Dinge]

Da hat Roland genau das ausgedrückt, wozu ich bisher noch keine Lust hatte zu schreiben!

Vielen Dank! :-))

> Bitte genau lesen!

Ein sehr guter Hinweis, nicht nur hier!

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Jost Schwider

RE: Problem Messerundgang; Spielbox allgemein

Beitragvon Jost Schwider » 13. März 2004, 16:38

"Franz-Benno Delonge" hat am 13.03.2004 geschrieben:

> Was mir nach wie vor nicht gefällt, ist, daß die meisten
> Rezensenten zwei Drittel ihres Textes damit vergeuden, die
> gesamte Spielregel brav nachzuerzählen.Das ist nervig und
> sinnlos,

Einspruch!

Die Spielregel (also das "Wie funktioniert das Spiel?") macht nunmal den Kern eines jeden Spiels aus. Das ist also ein wichtiger (objektiver!) Bestandteil.

Wenn ich ein Spiel schon habe (und damit die Regeln bereits kenne), brauche ich eigentlich keine Rezi mehr!

Damit wir uns nicht "mistverstehen": Es soll natürlich keine wortwörtliche Nacherzählung der Spielanleitung sein, aber schon relativ genau den regeltechnischen Ablauf beschreiben. Insbesondere Besonderheiten in den Regeln sollten ziemlich genau beschrieben werden!

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]

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Wolfgang Ditt

Re: Wer war auch so irritiert ...

Beitragvon Wolfgang Ditt » 13. März 2004, 18:56

> Wer mit der spielbox nicht glücklich wird, für den ist sie
> halt die falsche Zeitschrift.

Genau!


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