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Harem - Mut zum Thema!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Steffen S.

Harem - Mut zum Thema!

Beitragvon Steffen S. » 15. März 2004, 17:40

Auszug aus der Pressemitteilung zum Hippodice 2004, Spielbeschreibung des Siegers "HAREM":

(Auktionsspiel, jeder Spieler hat unterschiedliche Startvoraussetzungen, stark themenorientiert)
"Als Ölscheiche bemühen sich die Spieler, möglichst viele Frauen für ihren Harem zu gewinnen. Doch diese haben bestimmte Vorlieben, denen die Scheiche gerecht werden müssen. Dazu gibt es die Möglichkeit, in Ölquellen zu investieren, um mehr Geld zu bekommen und damit die eigenen Qualitäten wie Aussehen, Palast und Status zu verbessern. Viele Frauen machen aber schnell Probleme: in jeder Runde muss sichergestellt sein, dass es genug Platz und Unterhaltskosten für sie gibt. Doch um zu gewinnen, braucht man als Scheich für jeden Bereich wie Haushalten, Kochen und Liebe eine Haremsdame..."


Ich kann mir schon vorstellen, welch amüsante Debatten eine solche Tehamtik bei ausreichend "prekär" zusammenegsetzter Spielegruppe auslösen könnte ;)

Ich hoffe, man duckt sich bei den Verlagen (einige der Hippodice-Sieger wurden ja von größeren Verlagen übernommen und, oft themenverändert, veröffentlicht) nicht vor diesem Thema ab ("zu frauenfeinlich" o.ä.), das so herrlich viele Seitenhiebe in allerlei Richtungen erlauben könnte - und ersetzt das ganze stattdessen durch Auktionen um Gemälde, um irgendwelche Felder auf irgendwelchen Inseln oder sonstigen leidlich abgedroschenen Grundthemen.

Etwas Mut, bitte ;) !

Grüße,
Steffen (der sich mehr ungewöhnliche Themen wünschen würde)

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RoGo

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon RoGo » 15. März 2004, 20:42

Hallo Steffen,
das Problem für mich an den Kurzbeschreibungen der Wettbewerbsfavoriten ist eben dies: Ich erfahre etwas über ein Spielthema und bekomme eine rudimentäre Andeutung zu Mechanismen - investieren, Auktion. Dabei ist für mich - als Verleger - das Thema völlig egal, hingegen neue Mechanismen wären entscheidend.
Was soll ich jetzt machen? Alle Teilnehmer, um eine Regel bitten?
Aber vielleicht bin ich ja nicht die Zielgruppe.
Fröhliche Grüße
Roland

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Arno Steinwender
Brettspieler
Beiträge: 64

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Arno Steinwender » 15. März 2004, 20:59

Nun mal ehrlich ... dir ist das Thema vollkommen egal? Das nehm ich dir nun aber nicht ab :o)

Wenn ich dir ein Spiel schicke wo sich alles um Fingernägel oder Nasenrammel dreht kann der Mechanismus wohl nicht neu genug sein oder? ;o)

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peter eggert

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon peter eggert » 15. März 2004, 21:04

Hallo zusammen,

ich finde das Thema und die Kurzbeschreibung hören sich gut an und wenn es den "größen" zu heikel ist muß es halt von einem Kleinverlag herausgebracht werden.
Denn ich kenne und liebe diese Diskussionen auch schon von meinem Quick&Dirty für Männer und möchte sie nicht missen

Also hoffentlich erscheint das Spiel so wie angedacht

Peter

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RoGo

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon RoGo » 15. März 2004, 21:11

Ok,
sagen wir es anders:
Ein feines Thema guck ich mir gerne an, werde es mit abgestandenen Mechanismen aber sicher nicht produzieren.
Ein feiner Mechanismus, da fallen mir sofort fünf Themen für jeden Spielerhärtegrad ein.
Oder wie Stefan Brück mal schrieb: Themen sind zum ändern da.
Grüße
Roland

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Steffen S.

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Steffen S. » 15. März 2004, 21:22

Wenn Themen zum ändern da sind, warum ändern sie sich dann so selten...?

Gruß,
Steffen (der gerne mal einen Spielejahrgang lang auf Mittelalter, Inseln und Segelschiffe verzichten würde - so gerne er viele betroffenen Spiele auch spielt)

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Arno Steinwender
Brettspieler
Beiträge: 64

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Arno Steinwender » 15. März 2004, 21:24

Okay, so formuliert verstehe ich es ... :o)

Wobei größere Verlage nicht (mehr) unbedingt bereit sind etwas zu ändern! Wenn das Thema nicht in das Programm passt kann auch ein guter Mechnanismus dahinterstehen und abgelehnt werden!

Vielleicht sollte ich dir mal meine Spiele schicken Roland! ;o)

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Günter Cornett

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Günter Cornett » 15. März 2004, 22:22

Arno Steinwender schrieb:
>
> Okay, so formuliert verstehe ich es ... :o)
>
> Wobei größere Verlage nicht (mehr) unbedingt bereit sind
> etwas zu ändern! Wenn das Thema nicht in das Programm passt
> kann auch ein guter Mechnanismus dahinterstehen und abgelehnt
> werden!

Verlage nehmen die Themen, die sich gut verkaufen. Die meisten Käufer fahren vielleicht besonders auf 'Mittelalter, Inseln und Segelschiffe' ab. Wenn das timmt, müssten die Themen, die sich an kleinere Zielgruppen richten, für uns Kleinverlage übrig bleiben. Ist aber leider nicht so.

Große Verlage nehmen sich durchaus auch anderen Themen an.

(Abschreckendes) Beispiel Wongar:
Schöne Grafik, schönes Thema, passt leider überhaupt nicht zum Mechanismus (der ja auch nicht so schlecht ist).

Ich sehe eher ein Problem darin, dass das Them oftmals wie ein Eimer Farbe über ein Spiel gekippt wird, ohne zu überlegen, wie stimmig das Ganze überhaupt ist. Für den Käufer bedeutet das zudem, dass Thema und Schachtelgestaltung keinerlei Aussagekraft haben. Das wiederum aber unterstützt ein eher unbewusstes Kaufverhalten, das sich eben zuerst an Thema und Schachtelgestaltung orientiert.

Da wo sich Leute Spiele vor dem Kauf genauer angucken, dürfte es dagegen ein Vorteil sein, wenn Thema und Mechanismus zusammenpassen.

Dass bei der Frage Cronberg oder BonoboBeach sich das langweiligere Thema durchgesetzt hat, sehe ich als Beleg dafür. BonoboBeach klingt lebendiger, wer sich dafür interessiert, möchte jedoch eher keine Mathematik im Spiel. Bei Cronberg entspricht der Mechanismus eher dem, was man aufgrund des Designs erwartet. Wer mathematische Mechanismen bevorzugt, wird sich dagegen eher von einem BonoboBeach angezogen fühlen.

Gruß, Günter

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Thomas Rauscher

Themen sind zum Ändern da ?

Beitragvon Thomas Rauscher » 15. März 2004, 23:08

Hallo Roland,

die von Dir erwähnte Aussage mag ja vielleicht der Realität entsprechen - gut finden kann ich das nicht.

Idealerweise (oder sollte ich doch besser idealistischerweise sagen?) ergibt sich aus dem Thema die Grundidee für den Spielmechanismus. Natürlich kann man's auch umgekehrt machen und ein Thema auf einen Mechanismus draufbasteln, aber das wirkt dann doch oft etwas aufgepropft. Ein schönes Beispiel sind die wandernden Vulkane bei Hekla.

Das eigentliche Problem ist meiner Meinung nach das Faktum, daß alle die 'dankbaren' Themen schon ziemlich ausgelutscht sind (z.B. die Hanse, Florenz, Venedig, Eisenbahn sowieso und natürlich - gell - die Südsee).

Insofern bin ich gerne bereit zuzugestehen, daß der diesjährige Gewinner vom Thema her um Meilen origineller ist als der letzjährige Gewinner.

Gruß

Thomas (bei dem Aquadukt erst Viadukt hieß, bis mich ein wohlmeinender Testspieler über meinen Irrtum aufklärte)

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Oliver Kühlwein

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Oliver Kühlwein » 16. März 2004, 00:11

RoGo schrieb:
>
> Hallo Steffen,
> das Problem für mich an den Kurzbeschreibungen der
> Wettbewerbsfavoriten ist eben dies: Ich erfahre etwas über
> ein Spielthema und bekomme eine rudimentäre Andeutung zu
> Mechanismen - investieren, Auktion. Dabei ist für mich - als
> Verleger - das Thema völlig egal, hingegen neue Mechanismen
> wären entscheidend.

Müssen die Mechanismen wirklich neu sein? Ich meine nein. Ein Spiel, welches altbekannte Mechanismen neu mischt und gut kombiniert ist wohl eher die Regel als die Ausnahme.

> Was soll ich jetzt machen? Alle Teilnehmer, um eine Regel
> bitten?

Was sollen wir machen? Eine detailierte Rezension dieser, noch unveröffentlichten, Spiele? Da geht aber so manchem Autor die Düse, was die Veröffentlichung seiner Spielidee und eventuellen Ideenklau angeht.
Was bekommst du? Einen Überblick über Thema und Mechanismen eines Spiels, daß sich unter 120 Bewerbern durchgesetzt hat und eine Jury von Spieleredakteuren und einem Spiel-des-Jahres-Juroren überzeugt hat. Was genau hindert dich, die Regel oder besser gleich einen Prototyp anzufordern? Gibt es Spiele, die eine bessere Empfehlung haben?
Die oben gemachten Sätze sind zugegebenermaßen sehr provokant. Tatsächlich ist es so, dass wir es ja gerade den Verlagen leicht machen wollen ein Spiel zu verlegen. Deshalb sind konkrete Vorschläge, wie wir die Ergebnismappe verbessern können immer willkommen. Also, was soll deiner Meinung nach rein?

> Aber vielleicht bin ich ja nicht die Zielgruppe.

Doch, doch.

Tschüß, Oliver

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Oli-spielbox

Re: Harem - Mut zum Thema!

Beitragvon Oli-spielbox » 16. März 2004, 03:51

Ich faende das Thema auch herrlich und wuesste sogar einige Frauen, mit denen ich das Spiel bedenkenlos spielen wuerde, aber dass es in dieser Weise von einem groesseren deutschen Verlag aufgelegt wird? Vergiss es! :-P Da haben die Verlage (wahrscheinlich nicht ganz unberechtigt) viel zu viel Angst, ploetzlich eine wuetende Frauengruppe auf dem Hals zu haben.

Ciao, Oli (dem die staendige 'political correctness' auch etwas auf den Keks geht)

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RoGo

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon RoGo » 16. März 2004, 08:23

Hallo Oliver,
ich bewundere euch für Organisation und Durchhaltevermögen und gerade deswegen enttäuscht mich das Presseinfoheft. Wenn man soviel Zeit in ein Projekt steckt, sollte am Ende etwas chickeres rauskommen.
Spontane Vorschläge: 1 bis 3 Bilder (zwingend), link auf homepage (wenn möglich), längere Texte (schreiben die Autoren bestimmt gerne, bzw haben sie in der ersten Phase schon gemacht)
Regellänge etc...
und speziell bei Auktionsspielen bitte etwas zu Mechanismus, da es hier soviele ausgelutschte gibt und z.B. ich mir nicht 20 Seiten Regeln durchlesen mag, um schließlich daruf zu stossen, dass ein einfaches Faustbieten stattfindet.

Und noch zu einem anderen Beispiel:

Zitat: (hoffentlich erlaubt):

"Pharao's Heir
3-4 Personen
ab 12 Jahre
ca. 120 min.
(Aufbauspiel, wechselnde Rollenverteilung, eigenes Spielertableau, gemeinsame zentrale
Ressourcen; komplex, taktisch, strategisch)
Die Spieler versuchen in zwei Zyklen eine Zivilisation am Nil zu errichten und dabei in möglichst
vielen von fünf Errungenschaften bei den zwei Wertungen vorne zu sein. Jeder Spieler besitzt ein
eigenes Spieltableau. Interaktion findet über die fünf zentralen Aktionen statt. Der aktive Spieler
wählt eine noch mögliche Aktion aus und bekommt dafür einen Vorteil, aber alle Spieler führen
reihum diese Aktion aus. Wichtig ist die richtige Verteilung von Bevölkerung, die drei verschiedene
Aufgaben übernehmen kann und die Errichtung von Bauwerken. Aber auch Ernten, Opfer und
Landnahme bringen Siegpunkte in den Wertungen."

Nach dieser Beschreibung denke ich spontan: ok, ein Puerto Rico Klon mit einem Hauch Amun Re - warum soll ich mir das ansehen? das muss natürlich überhaupt nicht sein, aber ich kann keinen Hinweis auf etwas Neues entdecken. Ein Bild, ein Highlight täte gut.
Fröhliche Grüße
Roland

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Thomas O.

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Thomas O. » 16. März 2004, 09:06

RoGo schrieb:
>
> Spontane Vorschläge: 1 bis 3 Bilder (zwingend), link auf
> homepage (wenn möglich), längere Texte (schreiben die Autoren
> bestimmt gerne,...)

Zu deiner letzt genannten These kann ich als Betroffener bestätigen: Aber ja doch!

> Fröhliche Grüße
> Roland

Ebensolche zurück, Thomas

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Steffen S.

Re: Harem - Mut zum Thema!

Beitragvon Steffen S. » 16. März 2004, 09:35

Vielleicht hilft ja der Umstand, dass dieses Spiel von einer AutorIN entwickelt wurde ;)

Hoffnungsvolle Grüße
Steffen (hat keinen Harem)

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RoGo

Re: Themen sind zum Ändern da ?

Beitragvon RoGo » 16. März 2004, 09:42

Hallo Thomas,

noch ein Versuch: Als Verlag zahle ich für Mechanismen, nicht für Themen.
Bei identischen Themen kommt nie ein Plagiatsvorwurf auf, höchsten eine Langeweileprädikat, hingegen identische Mechanismen werden unabhängig vom Thema sofort angeprangert.

So, jetzt habe ich nochmal alle Texte gelesen und tatsächlich eine email geschrieben, weil mich ein Mechanismus interessiert.

Fröhliche Grüße

Roland

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RoGo

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon RoGo » 16. März 2004, 10:15

Hallo Günter,
schönes Thema für eine Boardgamegeek-Liste:
"greatest gap between theme and mechanic"

Wer hat aktuelle Vorschläge?

Roland

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Stefan Brück

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Stefan Brück » 16. März 2004, 11:00

RoGo schrieb:
>
> Ok,
> sagen wir es anders:
> Ein feines Thema guck ich mir gerne an, werde es mit
> abgestandenen Mechanismen aber sicher nicht produzieren.
> Ein feiner Mechanismus, da fallen mir sofort fünf Themen für
> jeden Spielerhärtegrad ein.
> Oder wie Stefan Brück mal schrieb: Themen sind zum ändern da.

Oje, dann nimmt das für HAREM ja kein gutes Ende ... Dann [i]muss[/i] ich das ja fast schon ändern ... ;o)

Werden wohl doch wieder Fürsten oder Händler werden ...
Wenn überhaupt; erstmal schauen!

vG
Stefan

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Stefan Brück

Re: Harem - Mut zum Thema!

Beitragvon Stefan Brück » 16. März 2004, 11:09

Steffen S. schrieb:
.
.
.
> ersetzt das ganze stattdessen durch Auktionen um Gemälde, um
> irgendwelche Felder auf irgendwelchen Inseln oder sonstigen
> leidlich abgedroschenen Grundthemen.
>
> Etwas Mut, bitte ;) !

Hallo, Steffen,

bezahlst du uns dann den "Verdienstausfall"?

Im Ernst: Verlage machen (meistens) das, was "der Markt" verlangt. Am Markt vorbei zu thematisieren, wäre mit das Idiotischste, was wir machen könnten. Das Spiel wäre bereits tot, bevor es die Ladenregale überhaupt erreichte!

Ob das nun speziell für das (durchaus auch mittelalterliche) Thema "Harem" auch gilt, müssen wir jetzt erst mal herausfinden ...

vG
Stefan

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Andreas Keirat/Claudia Schlee

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Andreas Keirat/Claudia Schlee » 16. März 2004, 12:58

Stefan Brück schrieb:
>
> RoGo schrieb:
> >
> > Ok,
> > sagen wir es anders:
> > Ein feines Thema guck ich mir gerne an, werde es mit
> > abgestandenen Mechanismen aber sicher nicht produzieren.
> > Ein feiner Mechanismus, da fallen mir sofort fünf Themen für
> > jeden Spielerhärtegrad ein.
> > Oder wie Stefan Brück mal schrieb: Themen sind zum ändern da.
>
> Oje, dann nimmt das für HAREM ja kein gutes Ende ... Dann
> [i]muss[/i] ich das ja fast schon ändern ... ;o)
>
> Werden wohl doch wieder Fürsten oder Händler werden ...
> Wenn überhaupt; erstmal schauen!
>
> vG
> Stefan

Hallo!

Kann man daraus schließen, daß Du das Spiel bereits unter einem (Vor-) Vertrag gesichert hast ?!?!?! ;)

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de

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Steffen S.

Re: Harem - Mut zum Thema!

Beitragvon Steffen S. » 16. März 2004, 13:23

Hallo Stefan,

am Markt vorbei wäre natürlich dumm, aber wer weiß schon, was am Markt vorbeigeht, eh er/sie er probiert hat? Ich fordere ja auch nur zu etwas mehr Mut, und nicht zum wirtschaftlichen Selbstmord auf. Ich denke durchaus, dass der Markt ein paar nicht so abgedroschene Themen mehr verträgt (und z.B. ein paar Plantagen weniger), ohne einen "Verdienstausfall" zu kreieren. Im Gegenteil. Ein Beispiel war für mich "ad acta", das ich ohne die Affinität zum Thema a) nicht gekauft, b) nie gespielt und mit dem ich wohl c) bei anderem Thema auch nicht so viel Spaß gehabt hätte, da die Begleitsticheleien mir hier fast mehr Spaß machten als das Spiel selbst. Und ich bezog meine Bitte, um auch das nochmals herauszustreichen, hier gezielt auf "Harem", dessen Thema weder so nieschehaft, noch so unattraktiv ist, dass man es fallen lassen müsste (was man deshalb hoffentlich nicht tut). Ich KÖNNTE (konjunktiv!) mir eben vorstellen, dass bei der Thematik der ein oder andere Verlag Bauchschmerzen bzgl. der "Political correctness" bekommt. Einen Gewinn (bzw. Verlust) zu unterstellen, wenn man statt Haremsdamen jetzt (mal wieder) Gebäude oder Plantagen versteigert, halte ich hier für eine gewagte These. Ich glaube, dass sich viele Spieler alleine ob des konfliktfreudigen Themas schon in solcher Erwartungshaltung wähnen, dass hier eher monetärer Optimismus angebracht ist. Der altbewährte Gaul ist nicht immer der Schnellste.

Gruß,
Steffen

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Stefan Brück

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Stefan Brück » 16. März 2004, 13:43

Andreas Keirat/Claudia Schlee schrieb:
.
.
.
> Kann man daraus schließen, daß Du das Spiel bereits unter
> einem (Vor-) Vertrag gesichert hast ?!?!?! ;)

Langsam. Ich habe den Proto - dank meiner ebenfalls anwesenden Kollegen - mitnehmen dürfen. Aber auch noch nicht mehr ...

Ist halt (mal wieder) ein Versteigerungsspiel.
Und Wiederholungen von bekannten Mechanismen halte ich ehrlich gesagt für gefährlicher als das (aus meiner Sicht durchaus verständliche) "Auslutschen" von Themen ...

vG
Stefan

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Stefan Brück

Re: Harem - Mut zum Thema!

Beitragvon Stefan Brück » 16. März 2004, 14:00

Steffen S. schrieb:
>
> Hallo Stefan,
>
> am Markt vorbei wäre natürlich dumm, aber wer weiß schon, was
> am Markt vorbeigeht, eh er/sie er probiert hat?

Wir wissen da schon ziemlich viel, glaub´ uns das mal. Wir alle haben schon genügend böse Überraschungen die letzten Jahre erlebt...

> Ich fordere ja auch nur zu etwas mehr Mut, und nicht zum wirtschaftlichen
> Selbstmord auf.

Das ist teils nicht weit auseinander!

> Ich denke durchaus, dass der Markt ein paar
> nicht so abgedroschene Themen mehr verträgt (und z.B. ein
> paar Plantagen weniger), ohne einen "Verdienstausfall" zu
> kreieren. Im Gegenteil. Ein Beispiel war für mich "ad acta",
> das ich ohne die Affinität zum Thema a) nicht gekauft, b) nie
> gespielt und mit dem ich wohl c) bei anderem Thema auch nicht
> so viel Spaß gehabt hätte, da die Begleitsticheleien mir hier
> fast mehr Spaß machten als das Spiel selbst.

Wir beide reden schon vom selben "Markt", oder!?
Andrea und Friedemann etc. können, nein [i]müssen[/i] fast schon auch per Thema, Grafik, Ausstattung etc. auffallen/aus dem Rahmen fallen, wollen sie zunächst einmal "draußen" überhaupt wahrgenommen werden.

Dies gilt aber [i]nicht mehr[/i] für Verlage wie Hans im Glück, Abacus oder alea.
Und genau deswegen können wir uns solche "Versuchsballone" nicht leisten, denn was hätten wir auch davon?

> Und ich bezog meine Bitte, um auch das nochmals herauszustreichen, hier
> gezielt auf "Harem", dessen Thema weder so nieschehaft, noch
> so unattraktiv ist, dass man es fallen lassen müsste (was man
> deshalb hoffentlich nicht tut).

Habe ich nicht geschrieben, dass man´s im speziellen Fall von Harem sehr wohl überprüfen wird?

> Ich KÖNNTE (konjunktiv!) mir eben vorstellen, dass bei der Thematik der ein oder andere Verlag Bauchschmerzen bzgl. der "Political correctness"
> bekommt. Einen Gewinn (bzw. Verlust) zu unterstellen, wenn
> man statt Haremsdamen jetzt (mal wieder) Gebäude oder
> Plantagen versteigert, halte ich hier für eine gewagte These.
> Ich glaube, dass sich viele Spieler alleine ob des
> konfliktfreudigen Themas schon in solcher Erwartungshaltung
> wähnen, dass hier eher monetärer Optimismus angebracht ist.

Der Markt besteht aber eben (leider!!!!!) nicht (nur) aus "Spielern", sondern zu 95% aus "Normalos" - und wollen wir Verlage erfolgreich (im Sinne von wirtschaftlich) sein, sollten wir schon versuchen, es auch diesen 95% ein wenig Recht zu machen, oder!?

vG
Stefan

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Günter Cornett

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Günter Cornett » 16. März 2004, 15:58

Günter Cornett schrieb:
>
> Wer mathematische Mechanismen
> bevorzugt, wird sich dagegen eher von einem BonoboBeach
> angezogen fühlen.

Grr: [b]eher nicht[b]
Wo ist die editier-Funktion?

Günter

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Günter Cornett

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Günter Cornett » 16. März 2004, 17:26

RoGo schrieb:
>
> Hallo Günter,
> schönes Thema für eine Boardgamegeek-Liste:
> "greatest gap between theme and mechanic"
>
> Wer hat aktuelle Vorschläge?
>


Maya

eigentlich ist es ein Wahl- oder Machtspiel mit Bestechungen und Intrigen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es zunächst als solches entwickelt wurde und erst später vom Autor auf Maya umdesigned wurde.

Macciavelli (schreibt man den so?) fände ich passender. Aber Kultur verkauft sich besser und maya ist auch ein netterer Titel als Macciairgendwas.

Interessanterweise kommt mir das gleiche Thema bei Rumis nicht so daneben vor, obwohl manches bei näherer Betrachtung natürlich auch Blödsinn ist: Pyramiden wurden wohl eher aus Quadern gebaut, Farbmehrheiten spielten beim Bau auch keine Rolle. Vieleicht liegt es daran, dass hier tatsächlich gebaut wird und das feeling rüberkommt.

Bei abstrakten Spielen ist ein Thema manchmal trotzdem sinnvoll, wenn es nicht zu verspielt ist. Cronberg würde sich sicherlich nicht verkaufen, wenn es auf die Mathematik reduziert würde.
Bei Pingvinas hat sich auch noch niemand beschwert, dass die Pinguine tote Fische vom Eis fressen (wie kommen die denn dahin? Vom Laster gefallen?), anstatt nach ihnen zu tauchen.

Die Fragen bei der Themenwahl, Titel und konkretes Design sind IMHO vor allem:

1. Verkauft es sich? (Ökonomisch wichtig, aber kein Grund weitere Fragen zu vernachlässigen)
2. Erfüllt der Spielmechanismus Erwartungen, die Thema, Titel und Design wecken?
3. Erleichtert das Thema das Verstehen der Regel? Oder behindert es gar den Spielfluss?
4. Erzählt das Spiel darüberhinausgehend etwas Interessantes zum Thema?
Dabei geht es mir weniger um das direkte Lernen von irgendwas, sondern mehr ums 'Erzählen'. (Spielt z.B. ein Krimi in Indien, so vermittelt er nebenbei auch etwas von diesem Land, selbst wenn es nur Kulisse ist)
5. ... ?


Sinnvoller als eine geekliste mit verfehlten Themen zur allgemeinen Erbauung zu veröffentlichen, finde ich es, die Spieleneuheiten (oder bewährte Klassiker) unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten.

Gruß, Günter

.

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Oliver Kühlwein

Re: Harem - Mut zum Mechanismus?

Beitragvon Oliver Kühlwein » 16. März 2004, 21:06

RoGo schrieb:
>
> Hallo Oliver,
> ich bewundere euch für Organisation und Durchhaltevermögen
> und gerade deswegen enttäuscht mich das Presseinfoheft. Wenn
> man soviel Zeit in ein Projekt steckt, sollte am Ende etwas
> chickeres rauskommen.

Na ja, schick sein wollen wir ja erst mal nicht, sondern nur informativ. Das Problem ist da wohl eher ein zeitliches. Gerade in der Endphase des Wettbewerbs ist schon viel (Wo)Manpower gebunden.

> Spontane Vorschläge: 1 bis 3 Bilder (zwingend), link auf

Bilder sind kein Problem für uns... Ich mache mir aber, wie auch in meinem ersten Beitrag, Sorgen wegen der Autoren, die nicht zu viel von ihrem Spiel öffentlich preisgeben wollen. Zu Recht?

> homepage (wenn möglich), längere Texte (schreiben die Autoren
> bestimmt gerne, bzw haben sie in der ersten Phase schon
> gemacht)

Willst du als Verleger wirklich die eher subjektive Sichtweise des Autors haben?

> Regellänge etc...

Ist auch, dank der Feedbackbögen, vorhanden.

> und speziell bei Auktionsspielen bitte etwas zu Mechanismus,
> da es hier soviele ausgelutschte gibt und z.B. ich mir nicht
> 20 Seiten Regeln durchlesen mag, um schließlich daruf zu
> stossen, dass ein einfaches Faustbieten stattfindet.

Siehe mein übernächster Absatz.

>
> Und noch zu einem anderen Beispiel:
>
> Zitat: (hoffentlich erlaubt):

Zitate sind immer erlaubt.

[...]

> Nach dieser Beschreibung denke ich spontan: ok, ein Puerto
> Rico Klon mit einem Hauch Amun Re - warum soll ich mir das
> ansehen? das muss natürlich überhaupt nicht sein, aber ich
> kann keinen Hinweis auf etwas Neues entdecken. Ein Bild, ein
> Highlight täte gut.

Da müsste ich dann analytischer, sozusagen als Spielerzensent rangehen. Mein persönlicher Favorit Pharao's Heir spielt sich tatsächlich teilweise wie Puerto Rico oder Amun Re (eher ersteres). Trotzdem kommt ein gutes, eigenständiges Spiel dabei heraus. So wie bei Verräter und Ohne Furcht und Adel eben. Aber ich sehe schon den Knackpunkt. Du willst diese Nuancen auch schriftlich herausgearbeitet haben. Das ist schwer und erfordert einige Erfahrung als Rezensent. Na ja, machen wir es eben :) (Womit wir wieder beim ersten Absatz wären).
Aber im Ernst, wir werden dies bis zum nächsten Wettbewerb in Angriff nehmen.

Tschüß, Oliver


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