Beitragvon Wolfgang Ditt » 19. März 2004, 14:28
Hallo Rudi,
wenn ihr diese Situation gehabt habt, dann hat entweder ein Spieler seine Möglichkeiten nicht erkannt oder vorsätzlich gemauert.
Wenn kein Spieler etwas tut, dann hat jeder Spieler nach einer Runde genau 3 Taler vor sich liegen (die hat er in seinem Zug bekommen, nichts getan und was er vorher hatte, musste er abgeben). Kommt nun ein solcher Spieler an den Zug, bekommt er wieder drei Taler, die er bei Nichtstun sofort wieder verliert. Deshalb gibt es für zwei bessere Möglichkeiten:
1. er füllt auf [was aber keiner wollte, also muss jeder den Eindruck haben, dies sei etwas ganz Negatives (wird unten noch wichtig)]
2. er fährt für die dre Taler nach Lübeck oder Reval und kauft das Plättchen. Das geht bei der auslage sogar von jedem Standpunkt aus. Dann übergibt er an den nächsten Spieler.
Der nächste Spieler findet nun das Schiff in leergekauften Lübeck oder Reval vor. Er kann nun seinerseits:
1. auffüllen (was immer noch negativ gesehen werden müsste)
2. sinnvollerweise bis auf zwei Felder an den Ort mit der verbliebenen Waren heranfahren. Dann kann der näcshte Spieler die Ware für die drei überschüssigen Taler kaufen und der übernöchste Spieler muss das negativ gesehene Auffüllen tätigen.
Ich glaube aber nicht, dass dies der beste Weg bei Hansa ist. Wenn das Schiff in einem leergekauften Ort steht, gibt es dort entweder einen Spieler mit den meisten Marktständen oder ein Patt. Gibt es einen Spieler mit einer Mehrheit, kann er unbesorgt auffüllen, denn für seinen Taler bekommt er kostenlos eine Ware inkl. der Chance auf drei Fässer und selbst wenn er nur ein Fass bekommen sollte, hat er danach viele Möglichkeiten und eine hohe Wahrscheinlichkeit, am nächsten Ort eine gute Ware zu bekommen.
Beim Patt wiederum gibt es vermutlich im Nachbarort einen Spieler mit einer Mehrheit, dann kann er auffüllen, evtl. kaufen und dann in "seinen" Ort fahren. Sollte nun überall ein Patt herschen, füll ich auf, kauf ein Plättchen, fahre weiter und übernehm im nächsten Ort die Mehrheit. Einen Vorteil ziehe ich bei so leerem Brett immer aus dem Auffüllen.
Na ja, vielleicht nicht immer, aber wann schon haben alle Spieler alle Marktstände verbaut, so dass es überall in der Nähe des Schiffs ein Patt gibt? Vermutlich ist dies nie der Fall.
Weiterhin gefällt mir folgendes gar nicht: Wenn mein linker Nachbar auffüllt, bin ich der letzte, der die Chance auf diese Waren hat. Das aber ist nun wirklich ein Nachteil. In diesem Sinne zurück zum Eingagssatz: ein Spieler hat seine Möglichkeiten nicht erkannt.
Rudi, ich hoffe mit meiner Argumentation bist mindestens du in der nächsten Runde der Spieler, der für einen Taler auffüllt.
Wolfgang