Beitragvon Marten Holst » 30. März 2004, 16:53
Moin,
ich gebe Euch recht: kreativer Umgang mit Sprache, das Spielen mit Worten, mit gleich oder ähnlich klingenden Begriffen, mit Assoziationen, mit Schreibweisen, das Anwenden richtiger Wortbildungsgedanken an falschen Stellen, das ist manchmal wie ein Gewürz, es kan eine Speise, einen Text, würzen, verbessern, abrunden, ein gewisses Etwas hineinbringen.
Aber: Schludern, sich keine Mühe geben, ein "naja, machen ja eh viele so und interessieren tut es keinen so wirklich und wer weiß schon wie es war", das ist etwas anderes, das ist der Mensch ohne Geschmacksnerven, der auf jedes Gericht erst mal vier Kilo Salz pfeffert ohne zu probieren.
Es braucht zum Wandel Bremser wie auch Probierer, und sicherlich gibt es viele Dinge, die sich irgendwann durchsetzen, weil sie die Sprache eben nicht unleserlich machen (zum Glück ist die unsere da ja hinreichend redundant) oder unästhetisch. Oder weil man sich daran gewöhnt.
Und das hier ist meines Erachtens nur eines, nämlich geschludert. Solche Fehler passieren, aber dieser ist ein "typischer" und erst einmal peinlich für den, der ihn begangen hat, denn es ist auch ein auffälliger. Ein Fehler, der passiert, aber ein Fehler. Und in der Position eines Texters kann man es sich nicht leisten zu sagen "naja, Wurst", sondern muss den Radiergummi griefen und das "weg da" machen und trachten, solches ab hier und jetzt zu vermeiden. Der "Depp" im Tittel hätte nicht sein gemusst - aber mit "kreativem Sprachumgang" hat das so viel zu tun wie ich mit Eiskunstlauf...
Tschüß
Marten