Beitragvon Steffen S. » 14. April 2004, 15:09
Hallo Robert,
Attika ist ganz klar eines dieser Spiele, die man tunlichst NICHT nach der ersten Partie bewerten sollte. Die Kunst des Spiels, dessen voller Spielspaß sich m.E. vor allem mit 4 Spielern entfaltet, ist, den Gegnern durch ständiges Drohen von Verbindungen zu kosten- und zeitintensiven Gegenmanßnahen zu zwingen. Auf diese Weise entzieht man ihnen Karten, zerstört Baureihenfolgen, während man sich selbst fein weiterentwickelt - bevor es einem die Gegenspieler mit barer Münze zurückzahlen ;)
In den ersten Spielen ist es meistens tatsächlich so, dass man einfach ablegt, den echten Sinn von nicht sofortigem Verbauen nur mit Einschränkungen nutzt, und denkt: viel Glück im Spiel. Eine Täuschung! Es ist wirklich eher eine subtile Art von Druckausübung, die das Spiel so spannend macht. Immer wieder tun sich gefährliche Verbindungsmöglichkeiten auf, die dann durch Bauaktionen, oder durch verqueres Anlegen neuer Planplättchen unterbunden werden müssen. Wer sein Drohszenario am effektivsten aufrecht erhält, wird mit einem Bauvorteil beste Siegchancen haben. Oder es passiert sogar, dass die durch Gegenmaßnahmen ausgemergelten Gegenspieler irgenwann eine angedrohte Verbindung tatsächlich nicht mehr unterbinden können - dann geht´s auch mal schneller vorbei. Je erfahrener die Spielrunde, desto öfter wird das Verbauen der 30 Gebäude entscheiden. Doch wie oben gesagt: Um dort einen Vorteil zu erhaschen, ist das Androhen der anderen Siegbedingung immanentes Mittel.
Gib Attika noch einmal eine (oder besser mehrere) Chancen. Das Spiel ist wirklich eines der gang, ganz wenigen, bei denen ich darauf pochen würde, dass ein Ersturteil nach 1 (auch noch kurzen) Partie niemals treffend sein kann.
Gruß,
Steffen