Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 16. April 2004, 16:23
Rüdiger Dorn schrieb:
> Was daran ist nun urheberrechtlich geschützt? Der Begriff,
> das Drehen um 90 Grad oder beides?
"to tap", englisch = klopfen, pochen. Ich bezweifle, dass man Worte der englischen Umgangssprache urheberrechtlich schützen kann. Das könnte wohl nur bei einem konkreten Produkt namens "Tap" der Fall sein, das man gegen verwechselbare Produkte gleichen Namens schützen lassen kann.
Das Drehen einer Karte um 90 Grad dürfte ebenfalls keine schützenswerte Leistung darstellen, allerhöchstens wäre das bei einer konkreten Regelpassage, in der das eine wichtige Rolle spielt, der Fall. Schließlich taucht das Drehen von Karten von "Magic" über das "Siedler-Kartenspiel" und "Sid Meyer´s Civilization" bis zu "Saga" in vielen Spielen auf, ohne dass es da einen permanenten Rechtsstreit gibt. Genauso wenig kann man sich die Idee schützen zu lassen, mit zwei Würfeln gleichzeitig zu würfeln oder sich die Schuhe mit eine Schleife zuzubinden.
Nur eine konkrete Ausführung ist schützbar, keine reine Idee und keine normale Handlung des alltäglichen Lebens.
> Wer kennt weitere Spielmaterialien, die lizenziert sind?
Wie gesagt: Konkrete Ausführungen. Das Design der Städte in der Neuauflage der Catanischen Brettspiele kann man schützen (und wird es sicherlich auch getan haben), aber nicht das Wort "Stadt".
Und anders herum: "Memory" kann man als Bestandteil von Spieltiteln schützen, aber nicht die Idee, unter mehreren verdeckten Kärtchen zwei übereinstimmende zu suchen und auch nicht die Verwendung des Wortes "Memory" im Titel bei einem nicht verwechselbaren Produkt wie z.B. einem Buch ...
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/0563487003/qid=1082124894/sr=2-16/ref=sr_aps_prod_16_6/028-7415400-2738128
... oder einem Tonträger ...
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B000024K3R/qid=1082124894/sr=2-19/ref=sr_aps_prod_19_7/028-7415400-2738128
Wenn ich persönlich das Drehen von Karten als Spielelement verwenden würde, dann würde ich allerdings in der Regel ein anderes Wort als "tapping" anwenden, schon allein, um den "Uuuuaaaah!"-Effekt bei spielkundigen Regellesern zu vermeiden. Das Drehen der Karten wird ja in den meisten Fällen in der "Geschichte hinter dem Spiel" eine bestimmte Bedeutung haben, und daraus läßt sich sicher eine passende Bezeichnung herleiten.
Mit einem liebem Gruß
Gustav