Beitragvon Kathrin Nos » 10. Mai 2004, 18:34
Hallo,
"Andreas" hat am 10.05.2004 geschrieben:
> Wie wichtig ist das Thema eines Spieles und seine
> glaubwürdige Umsetzung?
Ein stimmig umgesetztes Spiel hat natürlich was - ganz klar, und ich denke, da wird kaum jemand widersprechen. Auch lässt ein thematisches Spiel, das ein "Abtauchen" oder eine Identifikation mit dem Thema erlaubt, auch gewisse Schwächen im Mechanismus vergessen oder entschuldet sie (vielleicht könnte man Rückkehr der Helden als Beispiel anführen? -> Wer würde ein rein abstraktes Spiel gerne spielen, bei dem man würfelnd mit einem Holzklötzchen auf dem Spielfeld umherzieht? Aber mit dem Thema, das es hat, ist Rückkehr der Helden m.E. reizvoll zu spielen).
Ich möchte das Ganze auch von der anderen Seite betrachten: Es gibt auch Spiele, bei denen das Thema untergeordnet ist, oder die gar ganz abstrakt sind. Dennoch gibt es auch hier exzellente Spiele, die ich nicht missen möchte. Ganz vorne mit dabei sind sicher die Spiele der Gipf-Serie, M oder verschiedene Stichspiele.
Es gibt aber ausserdem Spiele, bei denen die Umsetzung des Themas verfehlt wurde (wo also z.B. Thema und Spiel nicht zusammenpassen), die aber trotzdem spielerisch wertvoll sind. Als BeiSpiel, bei dem die Grafik fast schon wehtut, das aber sehr spannend und trickreich ist, könnte man "Der Garten des Sonnenkönigs" anführen. Andere Beispiele für Spiele mit schlecht passendem Thema sind Colorado County oder Stimmt So (das war vor Alhambra - was wieder ein Beispiel ist, dass ein gutes Thema auch ein gutes Spiel nochmal aufwerten kann), u.v.m.
Es gibt übrigens auch Spiele, die mit wechselnder Thematik auf den Spielemarkt gekommen sind, z.B. Razzia/Hickhack in Gackelwack, Zum Kuckuck/Land unter, Sharp Shooters/Gambler/Engel und Bengel, etc. etc. - manchmal verhilft eine neue Thematik zum Erfolg, manchmal ist sie hinderlich. Als aktuelles Beispiel könnte man übrigens Cronberg und Bonobo Beach nennen. Hier wurde dasselbe Spiel in zwei Themen eingekleidet und gleichzeitig herausgebracht.
> In der Flut von neuen Spielen ist für mich die Umsetzung
> des Themas ein immer wichtigerer Faktor für die
> Kaufentscheidung geworden.
Interessant. Ich komme eher davon ab, primär auf das Thema zu schauen. Eher versuche ich, möglichst viele Spiele probezuspielen, um dann die spielerisch wertvollen herauszufinden. Dadurch haben sich in letzter Zeit (sagen wir mal in den letzten 6 bis 12 Monaten) für mich einige Rennspiele erschlossen (am besten finde ich Grand Prix F1 - und ich bin wirklich kein Motorsport-Fan!), ebenso eine Reihe von Wirtschaftsspielen (früher haben mich hauptsächlich die Spiele mit historischem oder Fantasy-Thema angesprochen).
> Mich würde mal interessieren, was so Eure
> Kaufentscheidungs- kriterien sind...
Ganz klar: Qualität! Damit meine ich, ein Spiel, das spannend ist, auf das ich einen dem Spielspass, dem -anspruch und der -länge angemessenen Einfluss habe und das gut zu unterhalten weiss. Ein Spiel mit gutem und schönem Thema und Material hat natürlich einen klaren Pluspunkt, aber diese beiden Aspekte können ein schlechtes Spiel nicht retten (Beispiele von der letzten Messe: Borgia und Alexandros, die mir beide spielerisch nicht gefallen, vom Thema her aber sofort auf die "Muss getestet werden" Liste kamen).
Alles Gute wünscht
Kathrin.