Beitragvon Stefan Brück » 10. Mai 2004, 11:58
Michael Heissing schrieb:
>
> Eindrücke aus einer ersten Partie (4 Spieler):
>
> - der Run auf die Geschäfte prägte das Spiel von Anfang an
> - wer an die Reihe kam, nahm sich ein Geschäft und machte ein
> eigenes Hochhaus wertvoller
Das ist [i]der[/i] typische Anfänger-Fehler - und damit hakt es dann anschließend an allem Weiteren, was man ja auch an deinen weiteren Anmerkungen sieht.
> - das Ganze lief in einer Art Kettenreaktion ab; keiner
> wollte bei der Vergabe zu kurz kommen, jeder spekulierte
> darauf, in den Versteigerungsrunden noch eigene Hochhäuser in
> die wertvollen Gebiete nachzukaufen
> - bei den Versteigerungen kamen dadurch recht hohe Preise
> zustande, es wurden nur wenige Hochhäuser eingesetzt
> - der 4. Spieler hatte in beiden Versteigerungen 2 farbige
> Karten weniger als alle anderen, was als ein erheblicher
> Nachteil empfunden wurde
Das ist [i]nicht[/i] immanent! Schon das einmalige Bewegen des 2. Kommissionssteins bringt diese "Reihenfolge" durcheinander...
> - Wertungen (bis auf die Schlusswertung) fanden nicht statt,
> da die Kommissionen für den ziehenden Spieler jeweils
> ungünstig standen (mangelnde Erfahrung/Planung); Geschäfte
> plazieren erschien daher jeweils attraktiver. (selbst der
> Erwerb von 3 schwarzen Karten bei Wertung konnte nicht locken)
> - aufgrund des hohen Tempos fanden nur 2 Versteigerungsrunden
> statt
> - die Sonderwertungen blieben jeweils ohne Punkte (viel zu
> früh)
> - da wegen der hohen Preise wurden nur wenige Hochhäuser
> plaziert wurden, hatte keiner Interesse, seinen Vorrat
> aufzufüllen
> - gewonnen hat am Ende (trotz des Nachteils der 2 Karten)
> Spieler 4, da es ihm in einem Viertel gelang, vier Geschäfte
> neben 3 seiner Hochhäuser zu plazieren = 24 Punkte (das war
> schon mehr als der zweite insgesamt hatte).
Tja, was soll ich sagen... ihr habt so ca. 25% des Spiels gespielt, allerhöchstens ;o)
> Am Ende dachten alle "Huch? Das wars schon? Was haben wir
> falsch gemacht?"
> Nein - keine Regelfehler, Strategiefehler. Doch leider hatte
> keiner meiner drei Mitspieler Lust auf eine weitere Runde.
> Ganz im Gegenteil zu SanJuan. Da geht es genau umgekehrt -
> nach der ersten Partie wollen die meisten sofort eine zweite.
> Jeder hat eine Vorstellung davon, was er alles unbedingt noch
> ausprobieren möchte.
>
> Ich sollte Fifth Avenue in einer anderen Runde unbedingt noch
> einmal auf den Tisch bekomme. Denn irgendwie hatte ich das
> Gefühl, dass der wahre Spielreiz an uns vorbei gegangen ist.
Zweifelsohne!
> Viele nette Ideen und Mechanismen, aber eine vielleicht zu
> wenig phantasievolle Spielrunde.
>
> Danke für die Spieltipps, Stefan - aber so richtig lösen die
> den Knoten bei mir noch nicht.
Inwiefern nicht? Hier wird doch u.a. deutlich auf das "Problem" der frühen Geschäfte hingewiesen!?
Kannst du mir konkretere Hinweise geben.
> Vielleicht, weil wir in unserer Runde zu sehr einer falschen Gruppendynamik gefolgt sind. Und es jedem so vorkam, als wäre es von Nachteil, den
> einmal eingeschlagenen Weg/Trampelpfad zu verlassen.
Ein Spieler, der in der Situation auf "Baustopp" gespielt hätte, hätte das Spiel gewonnen. (Stimmt´s , Jan ;o)
Noch ein Wort zu den (zu hohen?) Erwartungen:
FA ist definitiv [i]kein[/i] zweites PR oder FvF. Wollte und sollte es auch nie sein.
Wenn ihr es vergleichen wollt, vergleicht es mit Tadsch Mahal, New England, San Marco, Goldland und dutzenden anderen solcher Spiele dieses Levels ...
Wir haben FA aufgelegt, weil es ausgesprochen originell ist (etwas, was heutzutage immer schwerer zu finden ist!), weil man es [i]nicht[/i] nach der ersten Partie durchschaut hat, weil man immer wieder neue Tricks und Kniffe entdeckt und weil man sich hier sehr stark mit dem "flow" auseinandersetzen muss, dem das Spiel unterliegt, also die Frage, wie sind die Mitspieler drauf und wohin bewegt sich das Spiel ...
Ach ja: Und wer das Spiel etwas besser kennt, wird einen enormen Spaß an der 2-Personen-Version finden!
vG
Stefan