Beitragvon St. Brück - alea » 8. Juni 2004, 13:47
Hartmut schrieb:
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> > Mir wurde mangelnde Fairness vorgeworfen, weil ich nun einmal
> den *direkten* Vergleich zu Regeln (!) von Spielen gezogen
> habe, die entweder auch nicht völlig simpel (Attika) oder mit
> einem Listenplatz ausgezeichnet (ZuZ) wurden und einfach
> genial (nein, keine Anspielung!) niedergeschrieben sind. Dass
> diese Spiele (!) grundsätzlich einfacher sind als F.A. hat
> doch nichts mit der Qualität der geschriebenen Regeln zu tun.
Doch, hat es. Es hat schon mal extrem viel mit der Länge der Regel zu tun, es hat etwas mit den vielen Ecken zu tun, um die man bei einem komplexeren Spiel herum muss, es hat etwas mit den vielen Fallen zu tun, in die man bei einem komplexeren Spiel tappen kann und die man also dementspr. ausschließen sprich regeln muss usw. Das alles ist bei FA der Fall. Und bislang liegt mir zumind. noch keine Frage vor, die nicht geregelt wäre.
Stringentes kann und sollte man auch stringent ausdrücken/erklären, aber wo das nicht möglich oder sinnvoll ist, ist Stringenz fehl am Platze, da sie dann nur noch mehr Verwirrung hinterlässt.
> Die Spiele mögen sich ja wie Äpfel und Birnen verhalten, das
> (subjektive) Empfinden der Vermittlung des Spiels durch die
> niedergeschriebene Regel darf ich aber durchaus vergleichen.
Darfst du, bist und bleibst damit aber trotzdem nicht fair gegenüber dem komplexeren Spiel. Und auf das und nichts weiter habe ich dich aufmerksam machen wollen... (es ging mir hier nicht um "Unfairness" ggü. dem Verfasser der Regel, sondern ggü. dem Spiel selbst!)
[Achtung, Stilmittel der Übertreibung zur Verdeutlichung des Gesagten]: Wenn du die (7-zeilige ?) Gebrauchsanleitung einer Einwegkamera mit der (77-seitigen ?) einer Hasselbladt vergleichst und dann zum Schluss kommst, dass erstere super verständlich und letztere doch etwas "verquast" sei, dann mag das doch eher am Subjet und nicht an der Art und Weise liegen, wie beide geschrieben wurden, oder!?
> Klar darf die Regel für F.A. länger ausfallen, aber ich
> empfand vieles als verquast und unnötig detailverliebt bzw.
> wiederholt. Nur ein Beispiel aus der Erinnerung sowas wie
> "...und nimmt sich Karten von dem Stapel so verdeckt auf die
> Hand, dass sie von den Mitspielern nicht eingesehen werden
> können..." anstatt "...und nimmt neue Handkarten vom Stapel"
> - und sowas eben mehrfach im Text, dass man hier und da gerne
> kurz auf "schnellen Vorlauf" drücken möchte.
Tja, da machst du einen Fehler, der gerne und häufig in diesem Forum gemacht wird: Du gehst von dir und deinesgleichen aus (also von Insidern, Vielspielern und Freaks), aber [i]jede[/i] Regel - und das gilt trotz der erklärten Zielgruppe auch für die alea-Spiele - wird eben nicht für die Freaks + Insider, sondern gerade für all die anderen da draußen geschrieben... Und die brauchen es nunmal ein wenig ausführlicher!
Außerdem verfahre ich schon immer bei meinen Regeln nach dem Motto "lieber zuviel als zuwenig", denn was passiert, wenn man eher "zuwenig" schreibt, haben wir alle gerade jüngst an der Regel von St. Petersburg am eigenen Leibe gespürt, oder!? (Ihr wisst, wie ich das meine, liebe HiG-Kollegen ;o).
Und wenn man mal die faq-Seite auf unserer website mit denen anderer Verlage für anspruchsvollere Spiele vergleicht, scheint dieses Motto sich bislang ganz gut bewahrheitet zu haben ...
> Im Kern habe ich lediglich gesagt, dass angesprochene Regeln
> (P.R. und F.A.) für eine neue Spielrunde, die die Regeln
> vorab liest, nicht leicht zugänglich sind und ich Potential
> [alte Rechtschreibung] für eine straffere Schreibe sehe
siehe oben! Mit einer "strafferen" Schreibweise verliere ich dann endgültig alle Menschen, die nicht so verfreakt sind wie wir ...
Denn die lesen lieber 2 Seiten mehr, solange es ausführlich und [i]nachvollziehbar[/i] ist, als 2 seiten weniger, bei denen man aber dann dank ihrer überragenden Stringenz [i]jedes[/i] Wort genau so verstehen muss, wie es gemeint ist. Nicht jeder ist Mathematiker, Jurist oder Germanist ... ;o)
nicht verstebhen oder 10 knappe, aber dadurch auch erstklassig , die
> der Vermittlung des Regelwerks dienlich sein könnte. Um die
> Ausführung wollte ich mich nicht bewerben, vielleicht beim
> nächsten Spiel...
Viel Vergnügen dabei! ;o)
vG
Stefan