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Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Michael Weber

Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Michael Weber » 28. Juni 2004, 21:29

Ich möchte nicht ketzerisch sein oder die Entscheidung der Jury kritisieren, aber gegen Zug um Zug sprechen doch subjektiv objektiv ein paar Details.

Stellvertretend für die Steineschmeißer aus den Vorjahren, die sich bisher überraschenderweise nicht gemeldet haben (warum eigentlioch nicht?), werfe ich also mal die traditionelle Contra-Diskussion an, möchte aber auf den stellenweise geltenden folgenden Smilie hinweisen --> ;-)

1. Zug um Zug ist aus einem Kleinverlag (neuerdings ist ja alles Kleinverlag, was nicht größer als Hasbro ist).

2. Der Vertireb ist klein und jung (Danke liebe Jury, dass du das Risiko eingehst, weniger Geld zu verdienen, das tut zumindest Pro Ludo sehr gut).

3. Es ist ein Eisenbahnspiel (Eisenbahnspiele sind nur Männersache. Wo bleibt da die Gleichberechtigung?)

4. Es ist ein Eisenbahnspiel (Vielleicht sollte das Kulturgut mal mit einem Frauenspiel gefördert werden. *ähm* ... Ein Kommunikationspspiel :-D ).

5. Es sieht aus wie Union Pacific (Tut es doch, oder?).

6. Es spielt sich wie TransAmerica (tut es doch, oder).

7. Es benutzt die Karte von Union Pacific und TransAmerica.

8. Es ist eine Neuauflage von Moon-Spielen wie Union Pacific (und die anderen, die Strecken "nutzen").

9. Es hat zu viele Spielerfarben, die auch als neutrale Spielfarben vorkommen (das verwirrt und war bisher eher ein Ausschlusskritikerium, oder?).

10. Es hat den Spielepreis in Frankreich gewonnen (warum dprfen wir Spiele auszeichnen, die in dem Land bereits Preise geholt haben, das im Fußball nicht besser ist, aber weiter kommt als unsere Jungs).

11. "Normalspieler" und "Wenigspieler" spielen dises Spiel ewig, weil es nicht vorkommt, dass ein Spieler nur noch ein oder zwei Waggons hat (welch Krux, alle nehmen Karten und können mangels Waggons gar keine Strecken mehr nutzen).

12. Es ist ein Spiel von Alan R. Moon, einem Dieb gesitigen Eigentums (nur die heute-Nachrichten haben den Autor korrekterweise mit Alen untertitelt).

13. Es hat gar kein Würfel und keine Sechseckfelder (wie sollen das "Normale Spieler" begreifen?).

14. Das Spiel belohnt die, die nur eine einzige Strecke zwischen Ost- und Westküste bauen und bestraft die, die sieben oder acht kleine Strecken um Denver nutzen

15. Das Spiel verhindert erneut, dass Knizia den Pöppel bekommt (hey, Jury, gibt es das lex knizia also doch?).

16. Das spiel verhindert, dass Stefan Brück einen Herzinfarkt bekommt (wäre passiert, wenn Sankt Petersburg gewonnen hätte).

17. Die Wahl zeugt von wenig Sachverstand, wo doch alle Wissen, dass es nur ein einiziges würdiges Spiel des jahres gegeben hätte (natürlich San Juan, war doch klar, oder?).

18. Die Wahl ist denkbar ungeeignet, um die Jury dafür zu verdammen (DAS haben wir alle nicht gewollt).

Michael
(mit den Spielen des Jahres
http://www.reich-der-spiele.de/kritiken/ZugUmZug.php und
http://www.reich-der-spiele.de/kritiken/Geistertreppe.php
sowie dem Spiel-E-Zine 2
http://www.reich-der-spiele.de/Spielezine.php)

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Markus Barnick

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Markus Barnick » 28. Juni 2004, 22:22

köstlich...
leider kenn ich ZuZ nicht, dafür aber TM und UP...

muss man ZuZ jetzt auch noch haben oder doch nicht?

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Steffen S.

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Steffen S. » 28. Juni 2004, 22:29

Musst du ;) Die Vergleiche sind zwar verständlich, hinken aber gewaltig.

Gruß,
Steffen

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Michael Weber

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Michael Weber » 28. Juni 2004, 22:53

Markus Barnick schrieb:
> leider kenn ich ZuZ nicht, dafür aber TM und UP...
> muss man ZuZ jetzt auch noch haben oder doch nicht?

Unbedingt, wie sonst solltest du erkennen, welche Gemeinsamkeiten es gibt :-D

Michael

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Ina-spielbox

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Ina-spielbox » 28. Juni 2004, 23:39

Markus Barnick schrieb:
>
> köstlich...
> leider kenn ich ZuZ nicht, dafür aber TM und UP...
>
> muss man ZuZ jetzt auch noch haben oder doch nicht?

Hallo Markus,

ich habe es nicht und ich werde es mir auch nicht kaufen (das erste SDJ seit 10 Jahren, das ich nicht besitzen werde), weil ich es langweilig finde und mich dieser allgemeinen Begeisterung (sorry auch Erhard) nicht anschließen kann.

Gruß Ina

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Stephan Zimmermann
Kennerspieler
Beiträge: 182

RE: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Stephan Zimmermann » 28. Juni 2004, 23:46

"Ina Broß" hat am 28.06.2004 geschrieben:

> (das erste SDJ seit 10 Jahren, das ich nicht besitzen
> werde), weil ich es langweilig finde und mich dieser
> allgemeinen Begeisterung (sorry auch Erhard) nicht
> anschließen kann.

Hm, bei mir ist es jetzt schon das dritte SdJ am Stück das in meiner Sammlung fehlen wird (nach zuvor 13 SdJ in Folge).
Woran das wohl liegt? Wird man alt?

Viele Grüße, Stephan

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Hans-Peter

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Hans-Peter » 29. Juni 2004, 04:34

Habe mich schon gewundert, wo sie bleiben. Aber das sind sie, die Beitraege die erklaeren warum das aktuelle SDJ eigentlich nicht SDJ sein duerfte. Aber mit dem SDJ ist es halt wie beim Fussball. Wenn am Sonntag Griechenland Europameister geworden sein wird, wird es viele Stimmen geben, die erklaeren, warum andere es mehr verdient haetten. Aber Griechenland wird feiern. :-D

Wenn aber entgegen meinen Hoffnungen doch jemand anders E-Meister werden wird, dann wird Griechenland trotzdem feiern.

In diesem Sinne

Freut Euch dass es viele gute Spiele gibt

Hans-Peter

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 29. Juni 2004, 09:13

Markus Barnick schrieb:
>
> muss man ZuZ jetzt auch noch haben oder doch nicht?

Muß man, wenn man Otto Normalspieler heißt und nur die Spiele kauft, die den Titel erwerben.
Muß man, wenn man mitreden möchte.
Muß man, weil das preisgekrönte Frühwerk eines Kleinverlages schon bald nicht mehr ohne Pöppel zu haben sein wird.
Muß man, wenn man Ersatzzüge für Union Pacific braucht.
Muß man, wenn man Michael Weber kennt, der sein Exemplar scheinbar loswerden möchte.
Muß man, wenn, wenn, wenn ich doch nur weitere Gründe wüsste.

Gruß Carsten (der ZuZ, UP und TA daheim hat. Außerdem KW und LSW.)

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 29. Juni 2004, 09:14

Steffen S. schrieb:
>
> Die Vergleiche sind zwar verständlich, hinken aber gewaltig.

Vergleiche hinken immer.

Gruß Carsten (hinkt nicht so sehr, wie jeder Vergleich den er zieht)

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Michael Weber

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Michael Weber » 29. Juni 2004, 09:51

Carsten Wesel | FAIRspielt.de schrieb:
> Muß man, wenn man Michael Weber kennt, der sein Exemplar
> scheinbar loswerden möchte.

Scheinbar ;-)

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Michael Weber

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Michael Weber » 29. Juni 2004, 09:53

Carsten Wesel | FAIRspielt.de schrieb:
> Gruß Carsten (hinkt nicht so sehr, wie jeder Vergleich den er
> zieht)

Hm, wenn du Vergleiche ziehst, hinken die ja nicht mehr, sondern werden gezogen. Wenn sogar die Vergleiche ziehen, hinkt niemand mehr ...

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Armin

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Armin » 29. Juni 2004, 11:41

Hallo Michael

an der Sache mit dem Kleinverlag ist was dran.
Sind die zu erwartenden SdJ-Millionen (oder sind es Milliarden) für die Leute von day´s of wonder eine Anschubspritze und wir können in den nächsten Jahren mit vielen tollen Spielen rechnen (siehe Hans im Glück; drunter und drüber)...
.. oder setzen die sich jetzt in Californien an den Strand und genießen ein sorgenfreies Leben?
Ich meine, wir hatten bisher nur einen amerikanischen Preisträger, und der ist 2 Jahre später sang und klanglos von der Brettspielbühne gegangen.
Überhaupt, hätte man unsere Deutsch-Euros nicht hier lassen können, im eigenen Land, im motherland of games, wo man sich kennt und gut übereinander lästern kann.
Wer sind überhaupt day´s of wonder, mit Sitz in Californien und Paris und ohne Anschrift im Spiele Mekka Deutschland (wenigstens ist die Heimseite auf deutsch)
...und was lesen wir da über die heren Ziele des Verlags? Qualität und Atmosphäre wollen sie liefern. Die wollen also gar nicht die schnelle Million?
...und wenn die in Amerika ihre Steuern bezahlen, unterstützen wir damit nicht indirekt den Irak-Krieg.
Wieviel besser hätten wir das Geld hier brauchen können, zur Kulturgutfördeung. Schließlich sind bei uns Brettspiele Kultur und amerikanische Kultur sind weiche Frikadellenbrötchen und braune Brause.
Fragen über die sich sicher niemand in der Jury Gedanken gemacht hat, sonst wäre es "einfach genial" geworden, oder "Sankt Petersburg".

fragt verunsichert...

Armin

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Heinrich Tegethoff

RE: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 29. Juni 2004, 12:24

Stephan Zimmermann schrieb:
> Hm, bei mir ist es jetzt schon das dritte SdJ am Stück das in
> meiner Sammlung fehlen wird (nach zuvor 13 SdJ in Folge).
> Woran das wohl liegt? Wird man alt?

Hallo Stephan,

im Großen und Ganzen wird die Jury ja mit Dir alt -- trotz 20% Nachwuchs
in diesem Jahr. Am Alter kann es also nicht liegen!

Aber vielleicht werden Deine Kinder zu alt, sofern Du welche hast.
Damit steigen die Ansprüche -- wer weis, vielleicht sind sie ja auch
schon "Vielspieler", die nicht mehr missioniert werden müssen ;-)

Servus,
Heinz (der erstmalig nicht mehr zum Kinderspiel des Jahres greifen wird)

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Uli Blennemann
Kennerspieler
Beiträge: 488

Days of Wonder

Beitragvon Uli Blennemann » 29. Juni 2004, 12:26

Zunächst möchte ich Alan R.Moon, Pierre Gaubil und Uwe Walentin zum großartigen Erfolg gratulieren!

Alle sind "all around great guys", denen ich den Preis von Herzen gönne.


Armin schrieb,

"an der Sache mit dem Kleinverlag ist was dran."

Nein, da ist nichts dran. Days of Wonder ist kein Kleinverlag, sondern ein junger Verlag. Man hat 2 Büros (Paris und San Francisco) und einen Vertrieb in 22 Ländern. Dieser wird jedoch von anderen Firmen (in Deutschland Pro Ludo) geleitet. So könnte man vielleicht von einem "schlanken" Verlag reden.

Die Auflagenhöhen der Days of Wonder-Spiele sind in jedem Fall höchst respektabel und man munkelt, Zug um Zug würde sich nun in Zukunft nicht gerade schlechter verkaufen...

Uli

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Andrea Harbke
Kennerspieler
Beiträge: 199

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Andrea Harbke » 29. Juni 2004, 12:30

Ina Broß schrieb:
>> ich habe es nicht und ich werde es mir auch nicht kaufen (das
> erste SDJ seit 10 Jahren, das ich nicht besitzen werde), weil
> ich es langweilig finde und mich dieser allgemeinen
> Begeisterung (sorry auch Erhard) nicht anschließen kann.

Ina, du sprichst mir aus der Seele! Wir haben uns das Spiel auf Verdacht gekauft, da alle so begeistert waren...es wird auch gern auf den Spieleabenden gespielt, aber mit Sicherheit nicht noch mal von mir.
Ich mochte schon Trans Amerika aufgrund des hohen Frustfaktors nicht und finde Zug um Zug aus den Gründen NOCH schlimmer. Es kann zusätzlich noch an der Zusammensetzung meiner Mitspieler gelegen haben, aber lieber spiele ich nochmal Einfach genial oder St. Petersburg als ZuZ.

Grüße aus Hamburg (mit Regen)

Andrea (hat auch nicht mehr alle Titel des SdJ im Regal - einige mußten besseren Spielen weichen)

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Christian Hildenbrand

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Christian Hildenbrand » 29. Juni 2004, 12:38

Michael Weber schrieb:
>
> Ich möchte nicht ketzerisch sein oder die Entscheidung der
> Jury kritisieren, aber gegen Zug um Zug sprechen doch
> subjektiv objektiv ein paar Details.

Huhu Michael !

Ich hab die Antworten auf Dein Posting noch nicht gelesen, will aber gleich mal ein paar Antworten meinerseits (unbefangen) einstreuen:

> 1. Zug um Zug ist aus einem Kleinverlag (neuerdings ist ja
> alles Kleinverlag, was nicht größer als Hasbro ist).

Auch Hans im Glück war alles andere als ein großer Verlag, als es das erste Mal den Titel mitnehmen durfte. Und ganz ehrlich ... eigentlich ist HiG immer noch nicht allzu groß, sondern einfach nur erfolgreich und gut. :-)

> 3. Es ist ein Eisenbahnspiel (Eisenbahnspiele sind nur
> Männersache. Wo bleibt da die Gleichberechtigung?)

Was wäre denn ein "Frauenspiel" ? ;-)

> 4. Es ist ein Eisenbahnspiel (Vielleicht sollte das Kulturgut
> mal mit einem Frauenspiel gefördert werden. *ähm* ... Ein
> Kommunikationspspiel :-D ).

s.o.

> 6. Es spielt sich wie TransAmerica (tut es doch, oder).

Hm ... dann haben wir verschiedene ZuZ gespielt ... ;-)

> 7. Es benutzt die Karte von Union Pacific und TransAmerica.

Wenn ich mich recht erinnere, war in meinem ZuZ ein eigener Plan drin ... *scnr*

> 8. Es ist eine Neuauflage von Moon-Spielen wie Union Pacific
> (und die anderen, die Strecken "nutzen").

"Neuauflage" und "Weiterentwicklung" gehen oft Hand in Hand ...

> 10. Es hat den Spielepreis in Frankreich gewonnen (warum
> dprfen wir Spiele auszeichnen, die in dem Land bereits Preise
> geholt haben, das im Fußball nicht besser ist, aber weiter
> kommt als unsere Jungs).

Hm ... ob es dann noch viele Preise geben wird für deutsche Spiele in den nächsten Jahren ? ;-)

> 11. "Normalspieler" und "Wenigspieler" spielen dises Spiel
> ewig, weil es nicht vorkommt, dass ein Spieler nur noch ein
> oder zwei Waggons hat (welch Krux, alle nehmen Karten und
> können mangels Waggons gar keine Strecken mehr nutzen).

Das ist in der Spielregel klar geregelt: wenn keine Karten mehr nachgezogen werden können, muss man welche ausspielen ! ;-)

> 13. Es hat gar kein Würfel und keine Sechseckfelder (wie
> sollen das "Normale Spieler" begreifen?).

Hm ... hast recht ... das könnte durchaus ein Problem sein. Aber vielleicht gibt sich dann auf Messen endlich die ewige Kommentierung von wegen "das ist ja wie Siedler", wenn ich als Erklärbär ein Spiel erklären darf.

> 16. Das spiel verhindert, dass Stefan Brück einen Herzinfarkt
> bekommt (wäre passiert, wenn Sankt Petersburg gewonnen hätte).

Ist doch schön, wenn sich die Jury Gedanken um die Gesundheit von Angehörigen der deutschen Spieleszene macht. :-)

Hihi ... und jetzt lese ich mal die anderen Postings zu diesem Thema.

Viele Grüße !

Christian (... zufrieden mit der Wahl ...)

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Heinrich Tegethoff

Punkt 19 - da wo es weh tut

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 29. Juni 2004, 13:12

Ein Punkt hat Armin bereits anonym aufgegriffen, aber einige werden den
Punkt wohl als latenten Anti-Amerikanismus verwerfen. Dabei enthält der
Beitrag einen wahren Kern, der mir selbst weh tut:

19. Das Spiel verhindert, daß weitere 25% des Jahresumsatzes an Spielen
im deutschsprachigen Raum bleiben und in schweren Zeiten unsere ach so
geliebten Verlage am Leben erhalten.

- "Weitere" kommt daher, daß der größte Marktanbieter Hasbro ist.
- "25%" kommen aus der Quellensuche nach Jahresumsätzen typischer SdJ's.
- "Ach so geliebt" kommt daher, daß Autoren lieb sind, Verlage aber Geld von
uns haben wollen, und anscheinend können ja neue Verlage von den Bäumen
wachsen, wenn dieses Jahr 2 bis 3 hochwertige dicht machen.

Der letzte Punkt ist nur Spekulation, aber wer zwischen den Zeilen der letzten
Monate liest, sollte sich einmal dazu Gedanken machen.

Wenn also das Spiel des Jahres das Kulturgut Deutsches Spiel fördert, wieso
wird dann heuer so wenig von dem ohnehin knappen Geld für den dahinter-
stehenden Motor übrig bleiben?

Servus,
Heinz (war 6 Jahre bei den Amis, hält ZuZ für ein nettes Spiel, aber versteht die
Politik nicht mehr)

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Stephan Weber

Re: Punkt 19 - da wo es weh tut

Beitragvon Stephan Weber » 29. Juni 2004, 13:37

Hallo,

auch wenn der Hintergrund der Argumentation, dass nämlich deutsche Verlage unterstützt werden sollten, verständlich sein mag, halte ich sie für falsch. Der Preis "Spiel des Jahres" soll eben nicht das Kulturgut deutsches Spiel, sondern das Kulturgut Spiel generell - so zumindest die Internetseite www.spiel-des-jahres.de.

Es gibt gewisse Kriterien, durch deren Erfüllung sich ein Spiel qualifizieren muss - beispielsweise muss es sich um eine Neuerscheinung handeln. Der Verlag - Kleinverlag oder nicht, Sitz in Deutschland oder nicht - spielt dabei keine Rolle. Diese Kriterien hat Zug um Zug erfüllt und konnte damit als Spiel des Jahres in Erwägung gezogen werden. Hierfür sollte es dann einzig und alleine auf die Qualität des Spieles an sich ankommen. Nun kann man darüber diskutieren, ob Zug um Zug die spielerische Qualität für ein Spiel des Jahres hat - was ich absolut finde - man kann aber nicht argumentieren, es sollte nicht Spiel des Jahres sein, weil es nicht aus Deutschland kommt.

Oder anders formuliert: Wenn Zug um Zug am besten für das Spiel des Jahres geeignet ist, ist es egal woher es kommt - im Zweifel müssen die deutschen Verlage eben bessere Spiele machen (was nicht heissen soll, dass es nicht auch sehr viele sehr gute Neuerscheinungen von deutschen Verlagen gibt).

Schöne Grüße
Stephan

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Karl-Heinz OBERWINKLER

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Karl-Heinz OBERWINKLER » 29. Juni 2004, 13:45

Hallo Armin !!!

Sicherlich spielt "Politik" beim SdJ eine Rolle, meiner Ansicht nach aber maximal in Form von Wirtschaftspolitik. Tiefergehende politische Motiv sehe ich nicht, und ich denke, man sollte sie auch nicht Hineindiskutieren (Stichwort "Irak"). Das Medium Spiel soll an sich etwas Unpolitisches bleiben.

Auch einen "transatlantischen Kulturkampf" halte ich für nicht zielführend ! Vor allem aber für übertrieben.

Festzustehen scheint, dass ZuZ ein tolles Familienspiel ist und damit den Preis verdient gewonnen hat, nicht mehr und nicht weniger. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass dieses Faktum hier (abgesehen von Geschmacksunterschieden) keiner so recht negieren kann. Und deswegen werden eben andere Argumente gesucht, wie zum Beispiel das mit dem amerikanischen Verlag.

Man könnte ja aber auch mal einfach sagen: "Gute Wahl !", ... und fertig !!!

Gruß

Karl-Heinz

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Roland G. Hülsmann

Re: Punkt 19 - da wo es weh tut

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 29. Juni 2004, 13:47

Heinrich Tegethoff schrieb:

> Dabeienthält der Beitrag einen wahren Kern, der mir selbst weh tut:

:-?

> Das Spiel verhindert, daß weitere 25% des Jahresumsatzes
> an Spielen im deutschsprachigen Raum bleiben und in schweren Zeiten
> unsere ach so geliebten Verlage am Leben erhalten.

Ich hatte das SdJ bisher nicht als nationalen Wirtschaftsförderungs-Preis verstanden und die Jury meines Wissens auch nicht. (Und ein nicht unbeträchtlicher Teil des Umsatzes wird im deutschsprachigen Raum bleiben, da ja auch der Vertrieb und die Händler etwas vom Kuchen abbekommen. Und wenn ein Autor und/oder Verlag gute Spiele macht, soll er dafür auch seinen Lohn erhalten, egal welcher Nationalität er ist. Nicht nur deutsch Verlage können Geld gebrauchen.)

> Wenn also das Spiel des Jahres das Kulturgut Deutsches Spiel
> fördert, ...

"Kulturgut [b]Deutsches[/b] Spiel"? Einen derartigen Begriff kann ich auf den Seiten des SdJ nicht finden. Es ist vom "Kulturgut Spiel für Familie und Gesellschaft" die Rede. Da der Preis aber für den deutschsprachigen Raum (nicht identisch mit Deutschland) gelten mag, kommen nur deutschsprachige Spiele mit Vertrieb im deutschsprachigen Raum zur Geltung. Das gilt sicher auch für "Zug um Zug".

> (... aber versteht die Politik nicht mehr)

Nu, die Politik versteh ich auch nicht immer, aber was hat das mit dem SdJ zu tun? Da geht es doch nicht um Politik.Hier wird weder ein Verlag, noch ein Autor noch ein Land ausgezeichnet, sondern in erster Linie ein Spiel (bzw. mehrere). Daß das dann auch dem Autor oder Verlag zu Gute kommt, ist letztlich ein Nebeneffekt. Wer wollte es denen neiden?

Gruß
Roland

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Roland G. Hülsmann

Re: Darum ist ZuZ eine schlechte Wahl

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 29. Juni 2004, 13:50

Armin schrieb:

> Fragen über die sich sicher niemand in der Jury Gedanken
> gemacht hat,

... und das ist auch gut so!

Gruß
Roland

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Heinrich Tegethoff

Re: Punkt 19 - da wo es weh tut

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 29. Juni 2004, 14:00

Hallo Stephan,

Deinen Beitrag kann ich soweit mit unterschreiben. Das ist aber auch nicht
mein Punkt, denn
>> dass nämlich deutsche Verlage unterstützt werden sollten
ist nicht mein Fokus. Insofern war mir vorher klar, daß ich allein wegen der
Konzentration auf deutschsprachigen Raum mir Kritik einhandele.

Allerdings fehlt mir völlig eine Antwort auf die Frage, was mit unserer
schönen Spielewelt passiert, wenn denn die ersten Verlage aufgeben. Ein
>> im Zweifel müssen die deutschen Verlage eben bessere Spiele machen
ist ein herrer Anspruch, in knappen Zeiten drückst Du Dich damit aber auch
um die Konsequenzen. Hier sagen mir zuviele Spieler "wird schon gut gehen",
der Markt wird es richten. Tatsächlich ist die SdJ-Auszeichnung auch Politik.

Zudem bin ich einmal gespannt, ob Days of Wonder die Preise verändern
wird: setzt sich der Trend fort, dann wird das Standardspiel im nächsten Jahr
bei 35 bis 40 € liegen -- auch eine Überlebensstrategie, vielleicht tut es
dann auch dem Vielspieler weh!?

Servus,
Heinz

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Michael Weber

Politik, Stefan und Kritik

Beitragvon Michael Weber » 29. Juni 2004, 14:03

Also, ich bin überrascht, wie hier auf meine augenzwinkernden Anmerkungen reagiert wird. Auch wenn ich ein paar ernste Kritikpunkte darunter gemengt habe, war das alles nicht so ganz bierernst gemeint. Jetzt daraus eine mehr oder weniger starke politische Diskussion zu machen, halte ich für unsinnig und sicher auch deplatziert.

Im übrigen möchte ich mich noch vorsorglich bei Stefan entschuldigen: Lieber Stefan, natürlich wünsche ich dir keinen Herzinfarkt. Da ist die Tastatur mal wieder schneller als der Verstand gewesen. Richtig muss es natürlich heißen:
"Das Spiel verhindert, dass Sankt Petersburg Preisträger wird (wenigstens bekommt Stefan Brück dann keinen Herzinfarkt)."

Aber dennoch frage ich mich: Wo sind die Kritiker? Warum meckert hier keiner? Was ist denn dieses Jahr los? Sind die kleinen fehler im Spiel etwa nicht so schlimm? Ist Zug um Zug wirklich so gut? Ist die Wertung wirklich so gerecht? Macht es wirklich so viel Spaß, dass man das alles vergessen will/mag?

Also, wer wirft denn den nächsten Stein. Oder gibt es dieses Jahr keine vermummten Spiele-Freaks, die grundsätzlich gegen die Globalisierung der Jury vorgehen möchten ;-)

Michael

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Heinrich Tegethoff

Re: Punkt 19 - da wo es weh tut

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 29. Juni 2004, 14:10

Roland G. Hülsmann schrieb:
> > (... aber versteht die Politik nicht mehr)
>
> Nu, die Politik versteh ich auch nicht immer, aber was hat
> das mit dem SdJ zu tun? Da geht es doch nicht um Politik.Hier
> wird weder ein Verlag, noch ein Autor noch ein Land
> ausgezeichnet, sondern in erster Linie ein Spiel (bzw.
> mehrere). Daß das dann auch dem Autor oder Verlag zu Gute
> kommt, ist letztlich ein Nebeneffekt. Wer wollte es denen
> neiden?

Nun, ein Kritikerpreis ist gegenüber dem Publikumspreis DSP eine Form
der Politik (Politik ist nicht nur Landes- oder Firmenpolitik) -- vergleiche bitte
dazu http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=90547&t=90470

Tatsächlich setzte ich mich seit einigen Jahren für die Idee des Spiel des
Jahres ein -- mit genau den von Dir zitierten Argumenten. Aber ich bin nicht
mehr blauäugig, was die Zukunft angeht. Wenn ich an dieser Stelle nur die
SdJ-Ziele zitiere, wird dies niemanded bewegen, darüber nachzudenken,
was die gegebenen Entscheidungen bewirken werden. Du hast vielleicht
eine andere Zukunft im Kopf -- ruhig heraus damit! Oder bleibt doch alles
beim alten?

Servus,
Heinz

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Roland G. Hülsmann

Re: Punkt 19 - da wo es weh tut

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 29. Juni 2004, 14:11

Heinrich Tegethoff schrieb:

> Allerdings fehlt mir völlig eine Antwort auf die Frage, was
> mit unserer schönen Spielewelt passiert, wenn denn die ersten Verlage
> aufgeben.

Dann wird es hoffentlich neue Verlage geben. Und abgesehen davon ändert die Vergabe des Preises an ein Spiel eines anderen Verlages daran nichts, nur das dann möglicherweise anderen Verlagen das Geld zum Überleben fehlt. Wobei es für die Spielelandschaft völlig unerheblich ist, welcher Nationalität der Verlag ist!

Gruß
Roland


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