Marten Holst schrieb:
> Denn ein Spiel ist so gut wie es
> ist, und dass es unterschiedlich gut sein soll, je nachdem in
> welche Schublade ich (Kritiker) es heute packe, das sehe ich
> sowohl ein, als auch nicht ein ;-)
Es ist so gut, wie es eben ist, aber ...
> In anderen Bereichen
> findet man teilweise gar keine Berücksichtigung der
> Zielgruppe (oder hat schon mal jemand eine positive
> Bohlenmusikkritikgelesen?) anderswo schon mehr (Kino),
> vielleicht auch irgendwo total?
ein Spielwert und der ist ja letztlich zu beurteilen, definiert sich über den Anspruch eines Spiels, eine bestimmte Zielgruppe erreichen zu wollen, und aus dem subjektiv empfundenen Spielreiz.
So kann mir z. B. ein Würfelspiel überhaupt nicht gefallen, als Würfelspiel und für Würfelspielfreunde ist es aber absolut genial und setzt sich von anderen ab. So, als Liebhaber von Puerto Rico schrieben jetzt viele Rezensenten, das Spiel sei zu glücksbetont und deshalb schlecht. Eine solche Kritik wird aber weder dem Spiel noch der Zeilgruppe gerecht. Folglich ist da anders herantzugehen. Und dann sollte zumindest der Hinweis darauf erfolgen, dass es ein gutes Würfelspiel ist, das Würfelspielfreunden Spaß macht.
Aber mal ehrlich, wie oft wird die Zielgruppe und die Qualität eines Spiels gegenüber anderen Spielen ähnlicher (in der Tat oft schwer zu definieren) Ausrichtung tatsächlich berücksichtigt. Wie gesagt, wer ein Dicke Luft in der Gruft besprechen will, darf eben nicht an Puerto Rico denken. So wie man ein Kinderspiel ja auch nicht mit dem Maßstab eines Goas besprechen darf. Leider passiert das aber mitunter.
Ich habe schon Kinderspielbesprechungen gelesen, bei denen ich mich gefragt habe, ob die Rezensenten tatsächlich mit Kindern gespielt haben oder mit ihrer normalen Erwachsenngruppe ...
Ein gutes Beispiel sind CD-Besprechungen, die eigentlich immer an eine bestimmte Leserschaft mit bestimmten Vorlieben gerichtet sind, zum Teil auch verschiedene innerhalb eines Magazins. Beispiel Punkt-CDs und Madonna-Alben im Rolling Stone. Wird ein Punkalbum abgewertet, weil es Madonna gibt? So unsinnig ist also eine Berücksichtigung der Zielgruppe gar nicht. Dass es subjektiv gesehen immer objektive Schei***-Produkte gibt, ist ein völlig anderes Thema.
Michael