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Geistertreppe-ein Klassiker?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Michael Weber

Zielgruppe eines Spiels

Beitragvon Michael Weber » 29. Juli 2004, 14:08

Marten Holst schrieb:
> Denn ein Spiel ist so gut wie es
> ist, und dass es unterschiedlich gut sein soll, je nachdem in
> welche Schublade ich (Kritiker) es heute packe, das sehe ich
> sowohl ein, als auch nicht ein ;-)

Es ist so gut, wie es eben ist, aber ...

> In anderen Bereichen
> findet man teilweise gar keine Berücksichtigung der
> Zielgruppe (oder hat schon mal jemand eine positive
> Bohlenmusikkritikgelesen?) anderswo schon mehr (Kino),
> vielleicht auch irgendwo total?

ein Spielwert und der ist ja letztlich zu beurteilen, definiert sich über den Anspruch eines Spiels, eine bestimmte Zielgruppe erreichen zu wollen, und aus dem subjektiv empfundenen Spielreiz.
So kann mir z. B. ein Würfelspiel überhaupt nicht gefallen, als Würfelspiel und für Würfelspielfreunde ist es aber absolut genial und setzt sich von anderen ab. So, als Liebhaber von Puerto Rico schrieben jetzt viele Rezensenten, das Spiel sei zu glücksbetont und deshalb schlecht. Eine solche Kritik wird aber weder dem Spiel noch der Zeilgruppe gerecht. Folglich ist da anders herantzugehen. Und dann sollte zumindest der Hinweis darauf erfolgen, dass es ein gutes Würfelspiel ist, das Würfelspielfreunden Spaß macht.

Aber mal ehrlich, wie oft wird die Zielgruppe und die Qualität eines Spiels gegenüber anderen Spielen ähnlicher (in der Tat oft schwer zu definieren) Ausrichtung tatsächlich berücksichtigt. Wie gesagt, wer ein Dicke Luft in der Gruft besprechen will, darf eben nicht an Puerto Rico denken. So wie man ein Kinderspiel ja auch nicht mit dem Maßstab eines Goas besprechen darf. Leider passiert das aber mitunter.
Ich habe schon Kinderspielbesprechungen gelesen, bei denen ich mich gefragt habe, ob die Rezensenten tatsächlich mit Kindern gespielt haben oder mit ihrer normalen Erwachsenngruppe ...

Ein gutes Beispiel sind CD-Besprechungen, die eigentlich immer an eine bestimmte Leserschaft mit bestimmten Vorlieben gerichtet sind, zum Teil auch verschiedene innerhalb eines Magazins. Beispiel Punkt-CDs und Madonna-Alben im Rolling Stone. Wird ein Punkalbum abgewertet, weil es Madonna gibt? So unsinnig ist also eine Berücksichtigung der Zielgruppe gar nicht. Dass es subjektiv gesehen immer objektive Schei***-Produkte gibt, ist ein völlig anderes Thema.

Michael

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Volker L.

Re: Zielgruppe eines Spiels

Beitragvon Volker L. » 29. Juli 2004, 14:40

Michael Weber schrieb:
>
> ein Spielwert und der ist ja letztlich zu beurteilen,
> definiert sich über den Anspruch eines Spiels, eine bestimmte
> Zielgruppe erreichen zu wollen, und aus dem subjektiv
> empfundenen Spielreiz.
> So kann mir z. B. ein Würfelspiel überhaupt nicht gefallen,
> als Würfelspiel und für Würfelspielfreunde ist es aber
> absolut genial und setzt sich von anderen ab. So, als
> Liebhaber von Puerto Rico schrieben jetzt viele Rezensenten,
> das Spiel sei zu glücksbetont und deshalb schlecht. Eine
> solche Kritik wird aber weder dem Spiel noch der Zeilgruppe
> gerecht. Folglich ist da anders herantzugehen. Und dann
> sollte zumindest der Hinweis darauf erfolgen, dass es ein
> gutes Würfelspiel ist, das Würfelspielfreunden Spaß macht.

Diese Problematik ist genau der Grund, warum ich noch nie eine
Spielerezension oder auch nur ein PEEP geschrieben habe und
auch in den nächsten 4 oder 5 Jahrzehnten bestimmt nicht
schreiben werden - ich habe weder Lust, noch fühle ich mich der
Aufgabe gewachsen, vom Standpunkt "wie gut gefällt mir das
Spiel, wie gut trifft es meinen Geschmack?" weg auf einen
objektiveren "für ein xxx-Spiel ist es ganz gut, egal ob man
selbst xxx-Spiele mag oder nicht" zu wechseln.

Nur als Beispiel: Es liegt an der konkreten Umsetzung, wie nahe
ein Spiel dieser theoretischen Grenze tatsächlich kommt, aber
für meinen Geschmack gibt es für jedes Spiel(konzept) eine
obere Grenze der Qualität, und diese ist proportional zum
Komplexitätsgrad des Spiels ... ich glaube, dass nichtmal hier
im Forum sich eine Mehrheit dieser Auffassung anschliessen würde ;-)

komplexe Grüße, Volker

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Roman Pelek

RE: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Roman Pelek » 29. Juli 2004, 23:40

Moin Marten,

Marten Holst schrieb:

> vollauf zugestimmt, nur fühle ich mich gerade an zwei andere
> Diskussionen erinnert, die wir hier mal hatten:
>
> Zum einen war da die Diskussion "Wie würde das gleiche Spiel
> von Kleinverlag und Großverlag bewertet werden", zum anderen
> einmal die Frage nach der "schlüssigen" Bewertung von
> Erweiterungen.

Hm, Erweiterungen darf man an sich als Kritiker gar nicht bewerten, das gibt nur Haue. Bewertet man den Gesamtspielreiz, gibt's Leserbriefe, dass die Erweiterung an sich nix macht - bewertet man die Spielreizdifferenz, versteht's der Verlag nicht. Bewertet man die Innovation, hauen beide Fraktionen auf einen ein. So what? Ich werde mich als Kritiker hüten, nochmal ne Erweiterungen zu benoten, das geht nur schief....

> All diese Diskussionen zeigen einen immanenten
> Widerspruch auf zwischen "objektiven Kriterien" und
> "zielgruppensubjektiven". Denn ein Spiel ist so gut wie es
> ist, und dass es unterschiedlich gut sein soll, je nachdem in
> welche Schublade ich (Kritiker) es heute packe, das sehe ich
> sowohl ein, als auch nicht ein ;-)

Ich denke, man sollte eben diese Diskrepanz in seiner Kritik zur Sprache bringen. Zu vielen Spielen fällt mir auch nix Besseres ein (mal arg überspitzt) als zu sagen: ja, is klar, warum der Verlag das macht, das verkauft sich auch gut, aber es ist gequirlter Mist, den's schon 100x gab und deswegen find ich's doof.

> In anderen Bereichen
> findet man teilweise gar keine Berücksichtigung der
> Zielgruppe (oder hat schon mal jemand eine positive
> Bohlenmusikkritikgelesen?) anderswo schon mehr (Kino),
> vielleicht auch irgendwo total?

Im Spielebereich geben sich die Kritiker schon noch Mühe, jenseits der Subjektivität zu operieren. Wobei ich mich frage: macht sowas Sinn? Ich ermüde damit zwangsläufig den Leser, der lieber Skandale bzw. Satiren liest als eine ehrliche und fundierte Wertschätzung der Arbeit anderer.

Ciao,
Roman

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Michael Weber

RE: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Michael Weber » 30. Juli 2004, 09:37

Roman Pelek schrieb:
> Im Spielebereich geben sich die Kritiker schon noch Mühe,
> jenseits der Subjektivität zu operieren.

DAS will ich mal für DICH hoffen ;-)

> Wobei ich mich
> frage: macht sowas Sinn? Ich ermüde damit zwangsläufig den
> Leser, der lieber Skandale bzw. Satiren liest als eine
> ehrliche und fundierte Wertschätzung der Arbeit anderer.

Bei der Gelegenheit: Ein herrlicher Verriss kann einem Spiel und seiner Zielgruppe bei passender Formulierung mit entsprechendem Inhalt auch gerecht werden ...

Michael
(schreibt gerne mal Verrisse)

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Arne Hoffmann

RE: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Arne Hoffmann » 30. Juli 2004, 11:14

Moin moin!

Roman Pelek schrieb:
>
> > In anderen Bereichen
> > findet man teilweise gar keine Berücksichtigung der
> > Zielgruppe (oder hat schon mal jemand eine positive
> > Bohlenmusikkritikgelesen?) anderswo schon mehr (Kino),
> > vielleicht auch irgendwo total?
>
> Im Spielebereich geben sich die Kritiker schon noch Mühe,
> jenseits der Subjektivität zu operieren.

Das sehe ich auch so. Es ist halt nur sehr schwierig, da ein gutes Spiel m.E. nach viel intensiver von subjektiven Faktoren abhängt, als ein gutes Auto oder eine gute Stereo-Anlage - aus Sicht von Kritikern/Testern, nicht gerade aus Sicht der Käufer. Während ich erstere auf technische, objektiv messbare Faktoren hin prüfen kann, ist dies beim Spiel nur im Hinblick auf Material, Grafik, Regelheft und dem technischen Funktionieren des Mechanismus hin möglich. Aber der wesentliche Punkt, der Spielspass, das Vergnügen, ist nun nicht objektiv messbar für einen Kritiker messbar. Messbarer wird dies in meinen Augen dadurch, dass ich zu einem Spiel die Noten/Meinungen/Aussagen verschiedenen Kritiker/Testspieler bekomme. Aus diesem Mix kann ich dann schon eine sehr gute Aussage über den potentiellen spielwert des Spiels für mich gewinnen.

Ferner ist es, um bei meinem Vergleich zu bleiben, bei Autos und Stereoanlagen viel einfacher, eine grobe Einteilung potentiellee Zielgruppen anzugeben, da meist schon der Preis diese vornimmt. Bei Spielen fällt diese Einteilung im Allgemeinen schon einmal fort. Hier kann ich vielleicht nach den verwendeten Mechanismen unterteilen - aber die oft gesuchte Einteilung Familien- / Freak- /Vielspieler-Spiel ist auch nicht sonderlich einfach zu treffen.

> Wobei ich mich
> frage: macht sowas Sinn? Ich ermüde damit zwangsläufig den
> Leser, der lieber Skandale bzw. Satiren liest als eine
> ehrliche und fundierte Wertschätzung der Arbeit anderer.

Natürlich macht dies Sinn, wenn es gepaart wird mit ein paar Verrissen und Satiren. Ich ermüde als Leser bei einer rein technischen Nacherzählung und Auflistung eines Spieles zumeist recht schnell, wenn es in jedes Detail geht. Ein bisschen Auflockerung hier, Witz oder Anektdote dort oder ein historischer Kommentar lockern das Lesen ungemein auf. Deshalb mag ich die Printrezensionen auch immer noch lieber als die meisten elektronischen, da die Rezensionen im Internet doch meist eher technischer Natur sind (die für mich schönst Ausnahme bildet hier Siegpunkt.de von Michael Knopf, auch wenn ich mit Michaels Spielegeschmack nicht unbedingt konform gehe).

Am liebsten wäre mir ein Mix aus Spielbox und Fairplay. Die Spielbox ist mir ab und an zu trocken in den Rezensionen, die Fairplay mir oft zu überladen mit Satire und pseudo-witziger Schreibweise. Ein Mix, in dem sich dies die Waage hält, wäre für mich die unterhaltsamste Zeitschrift mit Spielerenzensionen und Berichten.

Schöne Grüße

- Arne - (weiß, dass seine Stereoanlage für Romans Ohren unter aller Sau ist, für seine eigenen Ohren aber top. ;-) ).

P.S.: Dir, Michael, muß ich noch ein Lob für euer E-Zine ausstellen, das auch ein schönes Verbindungsglied zwischen Internet- und Printrezensionen darstellt.

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Michael Weber

RE: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Michael Weber » 30. Juli 2004, 11:36

Arne Hoffmann schrieb:
> Messbarer
> wird dies in meinen Augen dadurch, dass ich zu einem Spiel
> die Noten/Meinungen/Aussagen verschiedenen
> Kritiker/Testspieler bekomme. Aus diesem Mix kann ich dann
> schon eine sehr gute Aussage über den potentiellen spielwert
> des Spiels für mich gewinnen.

Das stimmt aber nur bedingt, denn wenn alle Tester ein Spiel so bewerten, wie von mir kritisiert, verbreitert sich zwar die "ungenügende" Auseinandersetzung, aber die Wertungen als solche sind immer noch nicht dem Spiel angemessen.

> Deshalb mag ich die Printrezensionen auch immer noch lieber
> als die meisten elektronischen, da die Rezensionen im
> Internet doch meist eher technischer Natur sind

Da gibt es aber viele Ausnahmen. Andererseits muss ich dir leider beipflichten. Denn häufig werden über die weitesten Strecken eines Textes Mechanismen trocken und unkommentiert nacherzählt und die Wertung, die ja dann viel rausreißen könnte, wird zu einem oder auch mal zwei Sätzen der überspitzten Marke "das Spiel ist gut, weil ich es mag, solche Mechanismen zu spielen".

> P.S.: Dir, Michael, muß ich noch ein Lob für euer E-Zine
> ausstellen, das auch ein schönes Verbindungsglied zwischen
> Internet- und Printrezensionen darstellt.

Danke :-)

Michael

http://www.reich-der-spiele.de/spielezine.php

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Arne Hoffmann

RE: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Arne Hoffmann » 30. Juli 2004, 14:15

Michael Weber schrieb:
>
> Arne Hoffmann schrieb:
> > Messbarer
> > wird dies in meinen Augen dadurch, dass ich zu einem Spiel
> > die Noten/Meinungen/Aussagen verschiedenen
> > Kritiker/Testspieler bekomme. Aus diesem Mix kann ich dann
> > schon eine sehr gute Aussage über den potentiellen spielwert
> > des Spiels für mich gewinnen.
>
> Das stimmt aber nur bedingt, denn wenn alle Tester ein Spiel
> so bewerten, wie von mir kritisiert, verbreitert sich zwar
> die "ungenügende" Auseinandersetzung, aber die Wertungen als
> solche sind immer noch nicht dem Spiel angemessen.

Da unterstellst Du dann aber direkt die ungenügende Auseinandersetzung bei allen Kritikern, die vielleicht nur mit einer Note zu Wort kommen. Bei einer genügend grossen Masse Noten müsste aber ein guter Querschnitt herauskommen. Den aufzubereiten oder zu filtern ist aber ein Problem, das gebe ich zu. Und über eine absolute Zahl zu "genügend grosse Masse" sag ich lieber auch nichts. ;-)


> > Deshalb mag ich die Printrezensionen auch immer noch lieber
> > als die meisten elektronischen, da die Rezensionen im
> > Internet doch meist eher technischer Natur sind
>
> Da gibt es aber viele Ausnahmen. Andererseits muss ich dir
> leider beipflichten. Denn häufig werden über die weitesten
> Strecken eines Textes Mechanismen trocken und unkommentiert
> nacherzählt und die Wertung, die ja dann viel rausreißen
> könnte, wird zu einem oder auch mal zwei Sätzen der
> überspitzten Marke "das Spiel ist gut, weil ich es mag,
> solche Mechanismen zu spielen".

Genau. Die Ausnahmen kenne ich auch - habe deshalb auch "meist eher technischer Natur" geschrieben. Wenn ich auch hier mal wieder mit Statistik ansetze (ughh - dabei konnte ich das während meines Studiums nie, also Vorsicht jetzt. ;-) ), bekomme ich bei Stichproben in Printmedien vergleichweise weniger rein technische Rezensionen als im Internet. Mag zum einen an der geringen Anzahl Printmedien zum Thema Spiele liegen, zum anderen aber auch, dass die Internetseiten sich den Luxus der Nacherzählung erlauben können, da sie sich meist nicht durch die Rezensionen finanzieren müssen.

Und nur nebenbei: Gerade bei mir komplett unbekannten Spielen bin ich ab und an auch an einer groben Regelnacherzählung interessiert, so dass ich diesen rein technischen Rezensionen nicht das Dasein absprechen will (die paar Rezis, die von mir im Netz existieren, sind ja auch eher so gehalten... :roll: ). Ich finde halt einen gesunden Mix viel interessanter, als wenn man an einer Stelle immer nur Informationen auf dieselbe Art aufbereitet bekommt.

Schöne Grüße

- Arne -

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Roman Pelek

RE: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Roman Pelek » 31. Juli 2004, 02:02

Hi Michael,

Michael Weber schrieb:

> Bei der Gelegenheit: Ein herrlicher Verriss kann einem Spiel
> und seiner Zielgruppe bei passender Formulierung mit
> entsprechendem Inhalt auch gerecht werden ...

Gib' mir endlich mal wieder eins, und ich hätte viel Freude daran, einen Verriss zu schreiben. Die meisten Spiele in Deutschland sind aber immerhin handwerklich solide, bieder, auf der sicheren Seite, oder wie auch immer man's nennen mag. Sie sind vielleicht oft mittelmäßig, auch unterdurchschnittlich oder langweilig - aber liefern keinen Stoff für einen Verriss. Außer man würde diese Mentalität, Konservatitvität an sich mal verreißen. Oder diese dumme Idee von (leider einigen) Verlagen, Trends hinterherzurennen, statt sich azyklisch zu verhalten und selbst welche zu setzen. Naja, was will man machen: wenn man keine Vorlage hat, kann man kein gelungenes Portrait draus zaubern...

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

RE: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Roman Pelek » 31. Juli 2004, 02:36

Hi Arne,

Arne Hoffmann schrieb:

> Das sehe ich auch so. Es ist halt nur sehr schwierig, da ein
> gutes Spiel m.E. nach viel intensiver von subjektiven
> Faktoren abhängt, als ein gutes Auto oder eine gute
> Stereo-Anlage - aus Sicht von Kritikern/Testern, nicht gerade
> aus Sicht der Käufer. Während ich erstere auf technische,
> objektiv messbare Faktoren hin prüfen kann, ist dies beim
> Spiel nur im Hinblick auf Material, Grafik, Regelheft und dem
> technischen Funktionieren des Mechanismus hin möglich.

Naja, aber ob sich ein Auto gut fährt, eine Stereoanlage dem persönlichen Klangempfinden (bzw. dem eigenen Hörvermögen) gerecht wird, ist doch auch arg subjektiv.

> Deshalb mag ich die Printrezensionen auch immer noch lieber
> als die meisten elektronischen, da die Rezensionen im
> Internet doch meist eher technischer Natur sind

Rate mal, worauf wir aus sind - wir hinken schon beim Tempo hinterher, da müssen wir wenigstens "Badewannenqualität" bieten. Was ich damit meine: gut lesbar, unterhaltsam, fundiert genug.

> (die für mich
> schönst Ausnahme bildet hier Siegpunkt.de von Michael Knopf,
> auch wenn ich mit Michaels Spielegeschmack nicht unbedingt
> konform gehe).

Michael ist da eh 'ne Klasse für sich als Journalist. Ich stimme mit meinem Urteil über Spiele an sich quasi nie mit ihm überein, aber ich liebe es, seine Texte zu lesen. Und bei seinen Artikeln kann man lachen, egal ob man seiner Meinung ist oder nicht. Auch wenn's Zeitgenossen geben soll, die da anders denken mögen, aber seine Spitzen sind halt nicht unbedingt für die Goldwaage gemacht.

> Am liebsten wäre mir ein Mix aus Spielbox und Fairplay. Die
> Spielbox ist mir ab und an zu trocken in den Rezensionen, die
> Fairplay mir oft zu überladen mit Satire und pseudo-witziger
> Schreibweise. Ein Mix, in dem sich dies die Waage hält, wäre
> für mich die unterhaltsamste Zeitschrift mit
> Spielerenzensionen und Berichten.

D'accord.

> - Arne - (weiß, dass seine Stereoanlage für Romans Ohren
> unter aller Sau ist, für seine eigenen Ohren aber top. ;-) ).

Jaja, oder wie mein Hifi-Händler letzt sagte: nimm das Ding (CD-Player) mit und teste es. Wenn es nach drei Tagen bei Dir nicht kaputt ist, und Du mir nicht rund um die Uhr die Ohren vollnörgelst, dass es Scheiße klingt, kann ich es meinen Kunden guten Gewissens verkaufen.... Mir is' schon klar, dass man mich gerne für Härtetests bzw. sehr Spezielles missbraucht, aber damit kann ich leben - das mag ich ja auch irgendwie *g*

Ciao,
Roman

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Arne Hoffmann

RE: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Arne Hoffmann » 31. Juli 2004, 12:39

Moin Roman!

Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Arne,
>
> Arne Hoffmann schrieb:
>
> > Das sehe ich auch so. Es ist halt nur sehr schwierig, da ein
> > gutes Spiel m.E. nach viel intensiver von subjektiven
> > Faktoren abhängt, als ein gutes Auto oder eine gute
> > Stereo-Anlage - aus Sicht von Kritikern/Testern, nicht gerade
> > aus Sicht der Käufer. Während ich erstere auf technische,
> > objektiv messbare Faktoren hin prüfen kann, ist dies beim
> > Spiel nur im Hinblick auf Material, Grafik, Regelheft und dem
> > technischen Funktionieren des Mechanismus hin möglich.
>
> Naja, aber ob sich ein Auto gut fährt, eine Stereoanlage dem
> persönlichen Klangempfinden (bzw. dem eigenen Hörvermögen)
> gerecht wird, ist doch auch arg subjektiv.

Das habe ich auch nie bestritten. Trotzdem kann ich bei technischen Geräten mehr objektive Faktoren ins Feld führen als z.B. bei Spielen. Wenn ich mich an Testberichte zu neuen Fotoapperaten erinnere, die ich eine Zeit lang monatlich verfolgt habe, so wurde man dort mit technischen Fakten überhäuft. Und auch, wenn ich eine Kamera zum Teil noch aus dem Bauch heraus kaufe, so entscheiden diese vielen harten Fakten doch ganz gehörig mit. Soll heißen, dass ein Tester an Hand dieser harten Fakten viel leichter eine Klassifizierung vornehmen kann, als z.B. bei Spielen.

> Rate mal, worauf wir aus sind - wir hinken schon beim Tempo
> hinterher, da müssen wir wenigstens "Badewannenqualität"
> bieten. Was ich damit meine: gut lesbar, unterhaltsam,
> fundiert genug.

Genau - die umgekehrte Frage, die sich hierbei stellt: Warum schaffen Internetrezensionen dies nicht auch in höherem Umfang? Zu einem großen Teil liegt es wohl an dem Geschwindigkeitsvorsprung, den man herausholen möchte. Andererseits muß man aber auch zugestehen, dass zwar der Großteil der Deutschen schreiben, aber nicht unbedingt mitreissend/unterhaltsam/lesbar schreiben kann.

> Michael ist da eh 'ne Klasse für sich als Journalist. Ich
> stimme mit meinem Urteil über Spiele an sich quasi nie mit
> ihm überein, aber ich liebe es, seine Texte zu lesen. Und bei
> seinen Artikeln kann man lachen, egal ob man seiner Meinung
> ist oder nicht. Auch wenn's Zeitgenossen geben soll, die da
> anders denken mögen, aber seine Spitzen sind halt nicht
> unbedingt für die Goldwaage gemacht.

Und das Beste daran ist: Man erfährt nebenbei auch noch alles notwendige über das rezensierte Spiel. :-D

> Mir is' schon klar, dass
> man mich gerne für Härtetests bzw. sehr Spezielles
> missbraucht, aber damit kann ich leben - das mag ich ja auch
> irgendwie *g*

So so, Du magst es, missbraucht zu werden. :roll: :roll: :lol:

Schöne Grüße auch an die von den Altägyptern Vergötterte. ;-)

- Arne -

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Roman Pelek

RE: [Ich find's gar nicht OT] Rezensenten und Zielgruppen

Beitragvon Roman Pelek » 1. August 2004, 00:01

Moin Arne,

Arne Hoffmann schrieb:

> Das habe ich auch nie bestritten. Trotzdem kann ich bei
> technischen Geräten mehr objektive Faktoren ins Feld führen
> als z.B. bei Spielen. Wenn ich mich an Testberichte zu neuen

Nuja, wie der Physiker sagt: wer viel misst, misst Mist. Häufig wird da Unhörbares hoch bewertet und Relevantes nicht berücksichtigt. Auch beim Messen ist's ja enorm wichtig, das Gemessene richtig zu interpretieren. Und man muss auch das Wichtige erstmal messen (können) ;-)

> Fotoapperaten erinnere, die ich eine Zeit lang monatlich
> verfolgt habe, so wurde man dort mit technischen Fakten
> überhäuft. Und auch, wenn ich eine Kamera zum Teil noch aus
> dem Bauch heraus kaufe, so entscheiden diese vielen harten
> Fakten doch ganz gehörig mit. Soll heißen, dass ein Tester an
> Hand dieser harten Fakten viel leichter eine Klassifizierung
> vornehmen kann, als z.B. bei Spielen.

Hm, das konvergiert ;-) Auch bei Spielen hat man objektiv einige Kriterien zur Bewertung, und nicht unbedingt so viele weniger, als wenn man technische Geräte bewertet, bei denen Geschmack und subjektive Vorlieben auch ordentlich mit reinspielen.

> > Rate mal, worauf wir aus sind - wir hinken schon beim Tempo
> > hinterher, da müssen wir wenigstens "Badewannenqualität"
> > bieten. Was ich damit meine: gut lesbar, unterhaltsam,
> > fundiert genug.
>
> Genau - die umgekehrte Frage, die sich hierbei stellt: Warum
> schaffen Internetrezensionen dies nicht auch in höherem
> Umfang? Zu einem großen Teil liegt es wohl an dem
> Geschwindigkeitsvorsprung, den man herausholen möchte.

Hm, das kann ich nur höchst subjektiv beantworten: wenn ich so schnell sein müsste wie andere Internetrezensenten, würde die Unterhaltsamkeit auch mehr leiden. Ich genieße es, für ein Printmedium zu schreiben - ich habe zwar die Limitation des Platzes und ich veröffentliche meine Texte natürlich nie 1:1, dafür habe ich richtig Zeit und Muße, und wenn ich mich sprachlich verschätze gibt's noch einige, die mich darauf hinweisen bzw. das korrigieren. Für mich wiegen die Vorteile locker das auf, worauf ich verzichten muss.

> Andererseits muß man aber auch zugestehen, dass zwar der
> Großteil der Deutschen schreiben, aber nicht unbedingt
> mitreissend/unterhaltsam/lesbar schreiben kann.

Ich denke, man muss ein bissl rumspinnen und mit Sprache spielen können, viele können das, aber man muss es sich auch - öffentlich - trauen. Man mag sich zwar manchmal dafür (nicht unbedingt zu Unrecht) Kritik einhandeln oder mal ordentlich daneben bretzeln, aber wenn man gar nix versucht, wird's nur bieder und langweilig.

> > Mir is' schon klar, dass
> > man mich gerne für Härtetests bzw. sehr Spezielles
> > missbraucht, aber damit kann ich leben - das mag ich ja auch
> > irgendwie *g*
>
> So so, Du magst es, missbraucht zu werden. :roll: :roll: :lol:

Nuja, zum "Missbrauchen" gehören ja zwei: einen der, weiß, warum er das macht und einen, der weiß, warum er sich das gefallen lässt :-))

> Schöne Grüße auch an die von den Altägyptern Vergötterte. ;-)

Gerne doch und liebe Grüße von ihr und mir zurück an Euch beide,
Roman


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