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Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

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Jeff Widderich

Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Jeff Widderich » 25. August 2004, 16:31

Wie sehen die nächsten zehn Jahre in der Brettspielwelt aus? Wird es noch möglich sein neue Richtungen einzuschlagen um Spiele zu entwickeln?. So ein Spiel gab es schon mal in 1964 bei so und so! Diese Idee erinnert mich an ein Spiel wo man..? Brettspiele haben eingebaute Grenzen (Papier, Holz, Spielkarten, Plastik usw.) Wie oft kann man diese Elemente hin und her biegen um etwas ganz neues zu entwickeln? Es gibt sogar kaum Platz mehr sich ein neues "Thema" auszusuchen da fast alles schon benutzt würde. 400 Spiele jedes Jahr multipliziert bei den nächsten zehn Jahre = 4000 mal weniger etwas neues zu erfinden?
Ich habe es gerade selbst erlebt. Amigo hat auch ein Pompeji im Programm und jetzt sehe ich das Queen Games ein Achteck benutzt in "Die Gärten von Alahambra" wo bei ein Rechteck übrigbleibt die Basis von mein Pompeji Spiel. Klaus Jürgen Werde und Dirk Henn arbeiten auf der anderen Seite der Welt, aber wir haben ähnliche Ideen entwickelt. Zufall ? Nein. Es ist die Wahrheit es wird jedes Jahr weniger Platz geben etwas neues darzustellen! Neue Ideen müssen erkämpft werden.

Wie lange wird das Publikum diese" Verbesserung" von existierende Spielideen akzeptieren? Zug um Zug wäre möglich ohne Trans Amerika? Ist etwas ganz Neues überhaupt notwendig? Kann es so endloss weiter gehen wo bei alles wieder verwendet wird?
Wievielle neue Piratenspiele, Zugspiele, Drachenspiele, Eroberungsspiele usw . kann es noch geben?

Wieviele Spiele werden jedes Jahr entwickelt die zu ähnlich sind an Ideen die es schon gibt und werden deshalb nicht publiziert?

Ich bin überhaupt nicht negativ. Ich glaube das die Brettspiele als Kategorie in den nächsten Zehn Jahren explodieren wird, besonders dann wenn die Welt immer unsicherer wird. Brettspiele werden überleben.

Ich will mit meine Aussagen an alle Beteiligten die Verantwortlich sind Spiele ans Publikum zu bringen ganz besondere SpielIdeen zu entwickeln und zu fördern.
Die grossen Verlage müssen sich mehr und mehr Ideen anschauen die Problematisch und neue Richtungen anbieten. Der Sichere einfachere Weg ist nicht mehr gut genug!

Alleine auf der anderen Seite der Welt.
Jeff Widderich

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Bernd

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Bernd » 25. August 2004, 19:13

Hallo Jeff,

das ist nunmal Geschäftsalltag, dass die Spielverlage auf bewährtes Material (hier Spiele) zurückgreifen. Warum sollte man nicht ein Spiel, welches sich gut verkauft, etwas abwandeln und die Mechanik in neue Grafik verpacken, wohlwissend, dass die Spieler das Spielchen schon kaufen werden (weil ja der Vorreiter gut war). Da lässt sich gut mit verdienen. Man sieht das auch an all den Ergänzungen zu begehrten Spielen (Catan, Carcassonne...). Da wird nur erweitert und dem Spieler eingeredet, dass dadurch das Spiel noch viel besser und interessanter wird. Ich frage mich, ist das jetzt schon so wie bei Software, wo man das Produkt schnell auf den Markt bringt und dann durch Patches und Add-ons erst so richtig zum 'laufen' bringt.
Nein, es ist einfach Geschäftsdenken, denn in erster Linie muss ein Spiel für den Verlag rentabel sein. Wer will schon ins kalte Wasser springen, mit Innovationen, wo nicht sicher ist, dass sie beim Publikum ankommen. Auch wenn sie noch so neu und toll ist, die Idee kommt oft nichtmal an der 'Gesichtskontrolle' vorbei. Da greift man schon lieber zu einem Knizia (der mit den altbewährten Mechaniken geschickt jonglieren kann) .
Sieht man sich nur die vielen Spieleautoren an, die mit guten Ideen auf ihre Entdeckung warten und schaut dann in die Spielregale in den Läden, dann braucht man keine grosse Fantasie, warum das so ist. Die Masse muss angesprochen werden, wie beim Fernsehen und beim Radio. Passt das Spielekonzept nicht zu diesem Mainstream hat die beste Idee keine Chance, eine Verwirklichung zu finden.
Wirtschaftlich verständlich, aber leider eine Katastrophe für die Spielkultur.

Schöne Grüsse noch.

Bernd

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Michael-spielbox

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Michael-spielbox » 25. August 2004, 21:01

Hallo Jeff

Was Du da anbringst trifft sicherlich auch auf Bücher, Musik-CD's, oder Filme zu.
Auch in diese Bereichen gibt es trotzdem immer wieder mal eine Überaschung. Das wird sicher auch auf Spiele zutreffen. Den Verlagen vorzuschreiben was sie machen sollen halte ich nicht für richtig, denn letzten Endes hat es doch der Verbraucher in der Hand welche Spiele er kauft und welche nicht.
Ich sehe positiv in die Spielezukunft und kaufe aber gegenüber früher nicht mehr jedes Spiel das neu rauskommt, sondern wähle sehr sorgfältig aus.

Verspielte Grüße
Michael

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Peter Steinert

Re: Kein Platz für neue Spieler?

Beitragvon Peter Steinert » 25. August 2004, 21:40

Nun ja,

Michael hat es eigentlich schon treffend ausgedrückt. Diese Frage ließe sich auch auf andere Unterhaltungsmedien übertragen.
Hier noch ein neuer Gedanke:
Tatsache ist, dass Spieler auch "nachwachsen". Für diese ist eine in der Vergangenheit aus dem Sortiment verschwundene und nun wieder aufgelegte Spielidee vollkommen neu. Und ich denke, um die Bedürfnisse echter Spielefans über ein paar Jahrzehnte zu befriedigen, reicht die Palette der Ideen allemal aus ;-)

Viele Grüße

Peter

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Jeff Widderich

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Jeff Widderich » 26. August 2004, 03:33

Es geht wirklich nicht darum die Brettspielwelt total umzuändern und eine ganz neue richtung einzuschlagen. Es gibt sowieso nicht genügend gute Ideen um es anzustellen. Ihr seit ganz und gar richtig. Wichtiger ist es so weiterzumarschieren um zu überleben. Ich bin völlig überzeugt das die Spiele die jedes Jahr produziert werden nicht die beste Auswahl darstellen. Produziert werden die Spiele die gezielt Geld verdienen werden. Es würde wunderschön sein wenn die grossen Verlage mindestens jedes Jahr ein Spiel produzieren das etwas ganz neues darstellt oder mindestens ein riesen grosses Risiko mit sich bringt.( King Arthurs etc)

Die Verlage werden ganz überrascht sein das Merkwürdig sich gut verkaufen lässt. Besonders im Moment wo die Spiellandschaft immer weniger bereit ist zu experimentieren. Die Verlage die in diesem Moment bereit sind ein teil ihres Verdienst in etwas ganz neues zu stecken werden gewinnen.

Jeff

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Jürgen Strobel

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Jürgen Strobel » 26. August 2004, 09:36

Applaus................


Ich bin ganz deiner Meinung.Es ist doch immer das gleiche.Ohhhhhh wie toll jetzt gibt es wieder ein Neues "Carcassone" in Luxusausführung ! Der Wahnsinn !!!
Oder ein ganz anderes Siedler von "Candamir" Suuuuper !!!!!
Jedes Jahr das gleiche,die x-te Erweiterung zur x-ten Erweiterung.Mit Anno 1503 ist es genau das gleiche.
Die Verlage produzieren das was Geld bringt.Und wenn es die x-te Erweiterung ist.
Kein Mut zum Risiko! Schade !!!
Wenn ich da über den großen Teich blicke wird mir ganz warm um`s Herz.Welch teilweise sehr guten Ideen da umgesetzt werden.Auch wenn es nicht in den Mainstream passt.Hauptsache was Neues!

In diesem Sinne !!!!

( Reiche blühen auf und zerfallen wieder,aber das Böse bleibt ewig bestehen!)

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Richard van Vugt | GAMEPACK.nl

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Richard van Vugt | GAMEPACK.nl » 26. August 2004, 12:32

Hallo Jeff,

Voraus bedanke ich mich bei dir für ein interessantes Thema hier auf dem Forum. Es geht dabei natürlich nicht um den Fakt, ob du recht hast oder nicht; ich sehe es mehr als ein Gedanke von jemandem die das Spiel im algemeinem sehr nahe steht und sich über einiges wundert oder auch Sorgen macht. Dabei wollen wir doch alle dasselbe: gute und interessante Spiele.

Aber wer sind 'wir'? Sind wir nicht mehr als nur eine Elite, nicht repräsentativ für die gesamte Spielegemeinschaft? Da heist die Mehrheit doch noch immer ‘Otto Normal Wenn Überhaupt Spieler’, auch wenn sich die Lage in den letzten Jahren zum positiven geändert hat. Da ist es gerade ein lockeres Spiel wie ‘Die Siedler von Catan’ gewesen, das dafür gesorgt hat, dass im algemeinem ein größeres Publikum zu spielen angefangen hat. Es hat ein innovatieves Konzept durch das variabeles Brett, während im Spiel alle Spieler immer beteiligt sind.

Ich bin aber der Meinung, das Klaus Teuber seine Talente jetzt leider ein bißchen verdirbt, durch immer wieder Variante auf demselben Thema zu machen. Da hat er doch sehr gute und innovative Spiele gemacht; ich denke an ‘Vernissage’ und natürlich ‘Adel Verpflichtet’. Das gleiche gilt für Alan Moon. Sein ‘Zug um Zug’ war im Hinsicht ein breiteres Publikum zum spielen zu bringen sicher wert Spiel des Jahres zu werden, aber ich finde ‘Airlines’ und ‘Santa Fe Rails’ interessanter und herausforderender. Ich habe mal im halben Scherz gesagt, dass es mich nicht wundern würde, wenn er nächstes Jahr ein noch einfacheres ‘Meine Erste Bahn’ ausbringt.

Also, wer ist ‘Schuld’? Sind es die Verlage, oder die Autore? Und gehen die Verlage nicht sowieso immer bei jedes herausgebrachte Spiele ein großes Risiko ein? Als großer Verlag kann und muß man doch anders denken und handeln; letztendlich bestimmen die schwarze oder rote Zahlen, ob ein Unternehmen durchsetzen kann.

Die kleinere Verlage haben hier bestimmt einen Vorsprung denke ich; sie können mehr Risiko nehmen weil die absoluten Zahlen nicht so hoch sind, von den herausgebrachten Spielen nicht, als auch die Kosten. Und wahrscheinlich sind in vielen Fällen Autor und Verlag derselbe Person, mit vielleicht auch noch ein reguläres Einkommen aus eine andere Tätigkeit. Die Liebe zum Spiel ist hier am starksten.

Aber zu sagen, es gäbe bei den großen Verlage nur Interesse an Verkaufsziffern, ist zu stark. Hat Ravensburger uns mit seine ‘Alea’ Marke für uns ‘Elitespieler’ nicht mit vielen schönen Spielen ausgestattet?

Wir haben alle als Kind ‘Monopoly’ gelernt, und das ist doch eigentlich auch nicht ganz so einfach. Eine ganze Stadt sammeln, bevor mann bauen kann, Hypotheke, das einziehen von Miete, und immer, also auch außer der Reihe, auf der Wache bleiben ob einer auf deiner Straße stehen bleibst.
Wenn du mal die Spielregeln von ‘Puerto Rico’ für ein ‘Normalspieler’ erklärst hast, weißt du genug; er bekommt es nur sehr schwer mit. Spielen heißt auch: lernen, und nicht jeder möchte etwas lernen wass er nur so ab und zu und dann noch nicht unbedingt braucht.

Es wird also immer einen Markt für einfachere Spiele geben, und, weil eine Elite wie die ‘seriöseren’ Spieler grundsätzlich unterlegen ist, dadurch auch mehr einfachere Spiele als das wass ‘wir’, diese Elite, eigentlich sehen möchten.

Die große Verlage produzieren noch immer Spiele die mich interessieren, aber ich habe bemerkt, das ich den letzten Jahren mehr und mehr interessiert bin, was sich so bei den kleineren Verlagen tut. Von den kommen tatsächlich originelle und gute Spiele wie ‘Keythedral’,‘Kogge’ und ‘Global Powers’ auf dem Markt. Und da hat mich auch ‘Mäuse - Käse Chaos’ sehr gut gefallen!

Ich glaube dass es so weiter geht wie es geht: viele einfache Spiele von den Großverlagen, mit ab und zu etwas herausforderendes, dass dann etliche Variante sieht. Unterdessen werden die Feinschmecker generell von den kleineren Verlagen bedient. Da würde ich sagen: nicht auf die anderen warten - die tun wass sie tun müssen, sondern selber die Verantwortlichkeit nehmen - wass du ja auch schon tuest. Vielen Dank dafür und an alle die anspruchsvolle Spiele machen, ob Groß- oder Kleinverlag!

Mit freundlichen Grüßen,
Richard van Vugt
Amsterdam

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Frank"Riemi"Riemenschneider

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Frank"Riemi"Riemenschneider » 26. August 2004, 13:09

Hi Jeff,

Deine Aussagen treffen mit Sicherheit zu. Aber man darf auch nicht vergessen, Verlage verdienen Geld mit den Verkauf von Spielen.
Das ist zwar bekannt, wird aber gerne verdrängt ;-)

Wer kauft die meisten Spiele? Vielspieler? Doch eher nicht.
Das breite Puplikum will bedient werden, die Großeltern, die gestressten Eltern und die lieben Verwandten, dass sind die Leute die das liebe Geld bringen und entscheiden was gekauft wird, aber leider nicht die Übersicht haben.
Dazu noch TV-Werbung um die Kinder dazu zu bringen o.g. doch bitte zu beinflußen.

Bleibt da noch Platz für mutige Inovationen, wenn man mit Erweiterungen und bewährten Spielideen seinen Arbeitsplatz (und den seiner Mitarbeiter) sichern kann? Gerade in Zeiten von Hartz IV bleibt dann der Mut auf der Strecke.

Doch was tun?
Wir als Vielspieler können nur so weiter machen wie bisher (Spieleabende anbieten, Kindergärten/Schulen besuchen etc.).
Wo soll also der große Schub herkommen? Noch sind die Deutschen die Spielenation Nr.1. Wobei auch wieder gefragt werden muss, im spielen oder kaufen? Wo doch der große Teil dieser Spielenation die besagte Übersicht fehlt und kein Geld vorhanden ist.

Mein Gefühl sagt mir, solange unser Hobby von den großen Teil dieser sog. Spielenation als nicht ernsthaft und kindisch eingestuft wird, solange muss man auf wirkliche Inovationen warten. Wobei natürlich Ausnahmen die Regel bestätigen.

Wenn die erste Spielevorstellung von Elke Heidenreich moderiert im TV läuft, dann geht es mit der Spielelandschaft steil Bergauf :-)

Schönen Tag noch und Nice Dice

Riemi

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Klemens

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Klemens » 26. August 2004, 14:30

Hallo Jeff!

Das angesprochene Thema finde ich besonders spannend, da derzeit bei vielen medialen Ausprägungen eine ähnliche Fragestellung zu verfolgen ist. Unlängst habe ich im GEE Magazin (Videospiele-Lifestyle) interessante Interviews mit Spieleproduzenten und Spieleentwicklern gelesen. Generell wird auch dort eine Tendenz zu weniger Kreativfreiraum gesehen. Bekanntes wird variiert und weitergeführt. Für richtige Innovationen ist kein Platz bzw. Geld vorhanden, da das Risiko als zu groß eingeschätzt wird. Dabei weisen aber auch viele im Interview darauf hin, dass der Markt - was auch immer das sein soll - den Publishern und damit auch den Entwicklern diktiert, was gemacht werden soll.

So negativ sollte man die Sache dann aber auch nicht sehen. Gerade bei Brettspielen ist die Kleinstverlagszene (Indee-Szene) ja gut unterwegs. Wer sich mit Brettspielen beschäftigt stößt irgendwann auf diese kleinen mutigen Köpfe, die ganz wunderbare Sachen abseits des Mainstreams produzieren.

Ich vermute, es gibt auch bei Brettspielen Zyklen, die durch eine Art Basisinnovation eingeleitet werden. Ob diese Basisinnovation wirklich als solche zu verstehen ist, oder doch eher als Basisvariation (Die Siedler haben wirklich nichts neu gemacht - dafür aber sehr stimmig variiert), lasse ich dahingestellt.

Momentan sehe ich mehrere potentielle Innovationen/Variationen:

1) Wesentlich und noch stärker könnte der haptische Faktor zum tragen kommen. Ob dies nun ein "Meisterdiebe" ist, oder ein "King Arthur" oder "Käse Mäuse Chaos". Das tatsächliche Begeifen, in manchen Fällen schon ein Rollenspiel (nicht als Pen'nPaper zu verstehen), macht Spiele erlebbarer.

2) Klassische Rollenspiel-Element, wie Charakter-Entwicklung, aus dem P&P-Bereich finden wieder Einzug: Ob nun (wieder) "King Arthur", oder "Lost Valley", oder auch Teubers "Candamir" - das plastische realisieren und interagieren als individueller Charakter könnte einiges hervorbringen.

3) Die Symbiose von Brettspielen mit neuen Technologien. Ich habe interessante Berichte zu Tischen gesehen, die als Touchscreen funktionieren und für Meetings uä Verwendung finden. Jeder Teilnehmer kann sein Fenster, Dateien usw. verschieben, vergrößern, usw. Iteressant auch für die Speientwicklung. Aber noch Zukunftsmusik... und ich spiele noch immer am liebsten mit kleinen Holzspielsteinen.

Das war's fürs erste...
Klemens

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Dirk Piesker
Kennerspieler
Beiträge: 950

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Dirk Piesker » 26. August 2004, 15:37

Hallo Frank,

tut mir leid, da muss ich mal einhaken.

Ich kann mich nicht nur mit Mittelmaß zufrieden geben, nur weil die
breite Masse damit bestens bedient ist.
(Das ist, etwas überspitzt formuliert, die Kernaussage in vielen Antworten
hier)

Das Verständnis für die finanzielle Abhängigkeit der Verlage in allen Ehren,
aber das kann doch nicht der Maßstab meiner Ansprüche an Spiele sein.

Das ist ja auch in anderen kulturellen "Branchen" so: Obwohl 90% Konsalik
lesen, muss es trotzdem Platz für Jandl geben. (Oder wen auch immer)
Und ich als "kultureller Konsument" fordere dies auch ein. Besseres Beispiel sind Theater, die immer im Zwiespalt stehen durch allzu innovative Experimente am
Publikum vorbei zu spielen.
Und trotzdem würde sich das Theater nicht weiterentwickeln, würden nicht
manchmal etwas gewagt, was vielleicht erst in 10 Jahren die breite Masse
erreicht.

Und natürlich besteht immer die Gefahr, dabei "Schiffbruch" zu erleiden.

Und genauso, finde ich, müssen sich Spiele weiterentwickeln. Und wer soll das
vorantreiben, wenn nicht wir?

Viele Grüße,
Dirk

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Richard van Vugt | GAMEPACK.nl

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Richard van Vugt | GAMEPACK.nl » 26. August 2004, 16:02

...soviel für Idealismus.
Tatsache ist, das wir nicht imstande sind, dass zu ändern, ob es uns gefällt oder nicht. 'Wir' sind nun einmal mit zu wenig.
Theater, wer geht da übrigens (noch) hin: das bleibt doch immer auf dieselbe Ebene(n), mit unterschiedliches Publikum das sich nie weiterentwickelt. Weiterentwicklung, ich glaube nicht an sowas. Wozu gibt es zum Beispiel ZDF und WDR3 nebeneinander?

Kein Verlag hat eine Pflicht etwas zu tun oder lassen. Aber keiner hat doch wohl die Absicht Schiffbruch zu leiden?

Voraus muß aber doch die Liebe zum Spiel stehen; und ich bin sicher, das alle Verlage das mehr oder weniger haben. Anders könnte man doch besser Gebrauchtwagen verkaufen.

Mit freundlichen Grüßen,
Richard van Vugt
Amsterdam

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Michael Heißing

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Michael Heißing » 26. August 2004, 17:51

Zum augenblicklichen Zeitpunkt kann ich diese Sorge nun überhaupt nicht teilen!
Man schaue sich doch einfach einmal den aktuellen Jahrgang an:
- San Juan (kein "Ableger")
- Attika
- St. Petersburg
- Funkenschlag (erst durch die Neufassung wirklich gelungen
- Raja
- Einfach Genial
usw....
Alles wirklich hervorragende Spiele, einer der besten Jahrgänge, die es je gab.
Geniale, wirklich innovative Prototypen können verständlicher nicht alle 2 Monate kommen. Aber mit Siedler, Carcassonne, Puerto Rico, Ohne Furcht und Adel, Bohnanza usw. sind in den letzten Jahren doch wirklich genug moderne Klassiker mit starkem Einfluss auf nachfolgende Spielegenerationen auf den Markt gekommen. Mehr, als in den 30 Jahren davor!

Sicher - es kommen jedes Jahr genug belanglose Spiele auf den Markt - mein Keller ist voll davon. Aber zum Glück sind auch immer wieder sehr neue und überzeugende Konzepte dabei. Insgesamt haben Originalität und Qualität der Spielidee und des Material in den letzten Jahren doch enorm zugelegt und sind auf einem unerreicht hohen Standard. Meines Erachtens also der denkbar ungünstigste Zeitpunkt zum Klagen ;)

Einzig und allein die diesjährige Entscheidung der SdJ macht mir Sorge. Wurden doch alle Perlen ignoriert und stattdessen der dritte Aufguss eines ursprünglich gelungenen Spiels ausgezeichnet. Da steckt nun wirklich nichts drin, was es nicht woanders schon besser gab. Liegt in meiner Runde wie Blei im Regal....
Leider ein völlig falsches Signal an den Markt, der es aber hoffentlich locker wegsteckt (er hat auch Villa Paletti souverän gemeistert...;))

Gruß

Micha

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Günter Cornett

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Günter Cornett » 26. August 2004, 17:57

Richard van Vugt schrieb:
>
> Und gehen die Verlage nicht sowieso immer bei jedes
> herausgebrachte Spiele ein großes Risiko ein? Als großer
> Verlag kann und muß man doch anders denken und handeln;
> letztendlich bestimmen die schwarze oder rote Zahlen, ob ein
> Unternehmen durchsetzen kann.
>
> Die kleinere Verlage haben hier bestimmt einen Vorsprung
> denke ich; sie können mehr Risiko nehmen weil die absoluten
> Zahlen nicht so hoch sind, von den herausgebrachten Spielen
> nicht, als auch die Kosten.

Hallo Richard,

in dem einen Punkt muss ich dir widersprechen und zwar energisch.

Die großen Verlage können - pro Stück - viel preiswerter produzieren, ihre Spiele also billiger anbieten. Kleine Verlage müssen viel enger kalkulieren. Die höheren produktionskosten können nur zu einem kleinen Teil an den Handel oder Endkunden weitergegeben werden.

Und wenn ein Spiel mal so richtig floppt, ist es aus mit dem Kleinverlag. Große Verlage haben dagegen die Möglichkeit zur Mischkalkulation: Die wenigen Spiele mit großen Auflagen finanzieren die Flops mit. Ein einzelner Flop ist da nicht so fatal wie bei einem Kleinverlag.

Der Vorteil der Kleinverlage liegt allenfalls darin, dass wir Spiele machen können, die eine sehr überschaubare Zielgruppe haben. Für große Verlage lohnt sich das nicht immer. So ganz überlassen ie diesen markt aber auch nicht den Kleinverlagen.

> Und wahrscheinlich sind in vielen
> Fällen Autor und Verlag derselbe Person, mit vielleicht auch
> noch ein reguläres Einkommen aus eine andere Tätigkeit. Die
> Liebe zum Spiel ist hier am starksten.

D.h. aber nicht, dass man nur Geld reinbuttern oder für lau arbeiten möchte. In diesem Fall kämen zudem weitere Kosten auf Kleinverlage zu: das Finanzamt würde sämtliche Steuererstattungen wegen mangelnder Gewinnerzielungsabsicht zurückholen. D.h. man müsste auf mögliche Einnahmen Steuern zahlen, dürfte aber nichts absetzen.

Gruß, Günter

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Richard van Vugt | GAMEPACK.nl

Soisses

Beitragvon Richard van Vugt | GAMEPACK.nl » 26. August 2004, 18:43

Hallo Günter,

Du schriebst:

'Die großen Verlage können - pro Stück - viel preiswerter produzieren, ihre Spiele also billiger anbieten. Kleine Verlage müssen viel enger kalkulieren. Die höheren produktionskosten können nur zu einem kleinen Teil an den Handel oder Endkunden weitergegeben werden.

Und wenn ein Spiel mal so richtig floppt, ist es aus mit dem Kleinverlag. Große Verlage haben dagegen die Möglichkeit zur Mischkalkulation: Die wenigen Spiele mit großen Auflagen finanzieren die Flops mit. Ein einzelner Flop ist da nicht so fatal wie bei einem Kleinverlag.

Der Vorteil der Kleinverlage liegt allenfalls darin, dass wir Spiele machen können, die eine sehr überschaubare Zielgruppe haben. Für große Verlage lohnt sich das nicht immer. So ganz überlassen die diesen Markt aber auch nicht den Kleinverlagen.'

So hätte ich es mir noch nicht überdacht; da muß ich dir recht geben.

Gruß,
Richard

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Niccolo
Kennerspieler
Beiträge: 1333

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Niccolo » 26. August 2004, 19:17

Klemens schrieb:
>
> 3) Die Symbiose von Brettspielen mit neuen Technologien. Ich
> habe interessante Berichte zu Tischen gesehen, die als
> Touchscreen funktionieren und für Meetings uä Verwendung
> finden. Jeder Teilnehmer kann sein Fenster, Dateien usw.
> verschieben, vergrößern, usw. Iteressant auch für die
> Speientwicklung.

Und ich träum davon schon seit Star Wars :o)

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Michael Weber|Reich der Spiele

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Michael Weber|Reich der Spiele » 27. August 2004, 08:24

Ich glaube, das die Spiele-Szene insgesamt sehr wohl einer ständigen Weiterentwicklung unterliegt. Die großen Verlage schauen auf Massenumsatz, aber selbst Hasbro und Ravensburger bringen durchaus innovatives auf den Markt. Oder versuchen es zumindest. Stichworte sind hier unter anderem King Arthur und Cluedo live oder Behind (Fishtank/Ravensburger). Dass es Erweiterungen gibt, ist doch legitim, schließlich werden sie gerne gekauft! Und gerade die Verlage, die Erweiterungen brinmgen, zeigen fast alle ein sehr großes Programm zusätzlicher Spiele.

Die kleinen Verlage laufen eh allen möglichen und unmöglichen Trends quer. Entweder sind die Themen erfrischend oder es gibt wirklich interessante Mechanismen, die aber in der Form nicht massenkompatibel sind, dann aber von anderen aufgegriffen werden.

Immerhin schauen die Autoren ja schon ein wenig, was die Konkurrenz macht und holen sich da auch Anreize. Das gelingt fast immer, ohne wirklich abzuzkupfern. Und die Verlagsszene ist ja nicht mit dem Bücher- oder Musikmarkt vergleichbar, bei denen die Künstler im Vordergrund stehen und nicht das Produkt. Dort gibt es auch fast nur Exklusivverträge, während bei Spielen sich die Autoren in den Verlagen sehr gut durchmischen.

Insgesamt sehe ich das alles nicht so düster. Ich denke nur, dass oft gar nicht mehr erkannt wird, wie gut und innovativ Spiele wirklich sind. Teils aus Abneigung gegen Verlage, teils aus schlchter "Presse" im Web oder in diesem Forum. Andererseits ist es schwer, in einer gut entwickleten Szene wirklich Neues zu bringen.

Was den Markt angeht, behaupte ich, dass durch TV-Werbung jedes Spiel zu einem Verkaufshit werden kann. Man muss nur das passende Geld haben. Natürlich geht kein Verlag gerne ein Risiko ein und geht für den Massenmarkt lieber auf Nummer sicher. Wenn man Spiele wie Puerto Rico so bewerben würde, wie Dr. Bibber hätte es sicher andere Verkaufszahlen. Sicher werden einige etwas überfordert sein, aber ich glaube, so ein Schritt würde sich lohnen.

Mangels Geld müssen sich Perlen "kleinerer" Verlage (und das fängt wohl spätestens bei Amigo an), durch andere Medien und Mund-zu-Mund-Propaganda durchsetzen. Und heir sehe ich ein Problem. Den Spielen wird zu wenig Zeit gegeben, sich zu entwicklen. Und das liegt am Hunger der Szene. Wenn ein Spiel zwei Jahre überlebt, sind bereits vier weitere Messen gelaufen, auf denen der Verlag eine große Anzahl neuer Spiele zeigt. Da interessiert ein zwei Jahre altes Spiel kaum noch. Deshalb wird die Szene kaum Altes so puschen wie Neues.

Beispiel: Tadsch Mahal und Medina. Zwei Spitzenspiele in der Gunst der Szene. Aber sind sie im Handel noch präsent. Wie alt sind sie? Ich denke, hier sind wir, die hier im Forum diskutieren, selbst ein bischen Schuld, dass es so läuft. Vielleicht sollten wir mal ein Jahr die Messen und Neuheiten ausfallen lassen, dann schätzen wir die Spiele und ihre Mechanismen wieder mehr, erkennen tatsächliche Entwicklungen besser und sind nicht ausschließlich begeistert, nur weil ein Spiel neu ist ...

Michael

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Klemens

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Klemens » 27. August 2004, 08:27

Leider noch ohne kleine holografische Moster...

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Heinrich Tegethoff

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 27. August 2004, 11:27

Hallo Jürgen,

> Kein Mut zum Risiko! Schade !!!

> Wenn ich da über den großen Teich blicke wird mir ganz warm
> um`s Herz.Welch teilweise sehr guten Ideen da umgesetzt
> werden.Auch wenn es nicht in den Mainstream passt.Hauptsache
> was Neues!

wenn ich über den großen Teich blicke erkenne ich als erstes Hasbro,
welcher die Marken MB und Parker (u.a.) unter seinen Fittichen hat,
und dessen Monopoly- und Risiko- und Partyspieleszene übertrifft das
bischen(!) Catan bei weitem. Dann erkenne ich Rio Grande Games, welche
German Games vermarkten (gutes Ding). Und neben einer grossen Kriegs-
simulationsszene, die hier sicher nicht ankommt, gibt es natürlich etliche
Kleinverlage -- die gibt es hier aber auch, und die fahren auch hier volles
unternehmerisches Risiko!

Wo ist also konkret etwas jenseits des Teiches, was Dir - im Vergleich zu
dem hierzulande - ganz warm werden läßt?

Servus,
Heinz

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Heinrich Tegethoff

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 27. August 2004, 11:46

Dirk Piesker schrieb:
> Das Verständnis für die finanzielle Abhängigkeit der Verlage
> in allen Ehren,
> aber das kann doch nicht der Maßstab meiner Ansprüche an
> Spiele sein.
>
> Das ist ja auch in anderen kulturellen "Branchen" so: Obwohl
> 90% Konsalik
> lesen, muss es trotzdem Platz für Jandl geben. (Oder wen auch
> immer)
> Und ich als "kultureller Konsument" fordere dies auch ein.

Hallo Dirk,

sorry, aber Dein Vergleich hinkt an einer entscheidenden Stelle: Bücher
werden nach meiner Schätzung im Schnitt mit 50fachem Umsatz verkauft
gegenüber vergleichbaren Spielen (Vergleich im Sinne von Mainstream oder
eben nicht).

Ergo kann jemand mit Harry Potter zur Milliardärin werden, ein Jandl
wird aber wahrscheinlich immer noch so häufig verkauft, daß sich die
Anfangsinvestition rechnet und etliche Autoren von dem Ergebnis leben
können - gegenüber einer handvoll(!) Spieleautoren.

Wer also ein "exotsches" Produkt fordert, müßte auch den Preis dafür
zahlen, daß Verlag und Autor davon leben können -- die kritische Schwelle
dafür ist dann aber bei Spielen um den obigen Faktor 50 niedriger.

Wo willst Du also diese Leue finden, die Dir Deinen Wunsch erfüllen?

Servus,
Heinz (der glücklich darüber ist, daß es ein paar davon gibt)

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Heinrich Tegethoff

Re: Aktueller Fokus auf neue Zielgruppen?

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 27. August 2004, 12:10

Hallo Jeff et al,

viele der Thread-Antworten gegen auf die Frage der neuen Spielideen von
Autoren ein, und wie Verlage damit umgehen können.

Vielleicht ist gerade, also in diesen Jahren, nicht die Zeit dazu: das Geld
sitzt im Heimatland der German Games nicht locker, und die Verlage versuchen
trotzdem, mit neuen Ideen gut über die Runden zu kommen.

Nur setzen sie bei neuen Ideen m.E. nicht auf die schwer verkaufbare Spielidee
sondern auf neue [b]Zielgruppen[/b].

Beispiele sind dafür heuer die "großen" Ravensburger und Kosmos:
- King Arthur sollte nicht nur neue Elemente bringen, sondern nach Verlags-
aussage neue Kunden ansprechen, die bisher Computer zur Eigenunterhaltung
brauchen. Und das funktionierte sehr gut, während viele aus der Szene
über KA lächeln.
- Kosmos brauchte neben Catan*** viele neue Sachen heraus, auch "Manga
Manga" und doch "Anno 1503". Gerade ersteres soll Jugendliche ansprechen,
die bisher nicht im Spiel waren. "Manga, Manga" hat es im Spieletreff nicht
einmal über die Spielregel hinaus gebracht...
- Paßt zwar nur begrenzt hier rein, ist aber nachdenkenswert: "Einfach Genial"
geht jetzt auch als offizielles "Mensa"-Spiel, also auch hier neue Zielgruppe
öffnen.

Müssen Autoren also ihre Ideen in nächster Zeit weniger in neue Spielideen
als in neue Zielgruppen stecken bzw. müssen die neuen Ideen vor allen Dingen
Bisher-Nichtspieler ansprechen? Hier ist noch viel Potenzial, oder?
Wenn dem so ist, dann deprimiert's mich aber schon.

Servus,
Heinz (der keiner neuen Zielgruppe angehört und sich lieber über neue Spiel-
ideen freut, auch wenn nicht alle gefallen)

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Heinrich Tegethoff

Re: Kein platz mehr... - Lebensdauer

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 27. August 2004, 12:20

Michael Weber|Reich der Spiele schrieb:
> Beispiel: Tadsch Mahal und Medina. Zwei Spitzenspiele in der
> Gunst der Szene. Aber sind sie im Handel noch präsent. Wie
> alt sind sie? ...

Hallo Michael,

volle Zustimmung: ich lernte Tadsch Mahal erst vor einem Jahr kennen,
schaute im Web nach Rezensionen etc, fand u.a. "Deutscher Spielepreis 2000"
([i]Zweitausend[/i]) -- nur gab es das Spiel im Oktober 2003 nicht mehr im Handel!

Da wurde ich zum ersten Mal stutzig.

Wie vielen Vielspielern ist eigentlich klar, daß selbst beste Spiele schnell wieder
aus den Regalen verschwinden, nachdem man sie auf oder kurz nach der ersten
Messe kaufte?

Servus,
Heinz

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peer

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon peer » 27. August 2004, 13:01

Hi,
du hast recht, dass sich viele Spiele aehneln - aber ist das eine neue Entwicklung? Ich denke nicht! Wer sich den Mainstream der 70er oder 80er ansieht findet haufenweise Monoply-Varianten und Wuerfl-und0gewinne-Spiele und nur wenig, sehr wenig, einzigartiges.
Ich glaube ausserdem dass es immer etwas neues geben wird - voellig neues kommt natuerlich nur selten, aber genial ist ewas ja deswegen, weil es voellig eigfenstaenig ist - wie Rollenspiele oder Trading Card Games. Sowas wird es auch in Zukunft immer weider ab und an geben.
Aber auch sonst wird es immer wieder voellig neues geben - die Meisterdfiebe ist z.B. etwas voellig neues und die Verknuepfung mit neuer Technologie wurde hier schon genannt. Fast jeder Spieleerfinder duerfte eine Liste mit absolut neuartigen Ideen haben - und wenn sich nur 1% davon umsetzen laesst, sind wir fuer alle Zeiten gluecklich ;-)
Ausserdem muss man nicht etwas voellig neues machen um die Spieleszene mit Leben zu fuellen. Es gibt nach wie vor Bereiche in denen das optimale Spiel einfach noch fehlt. Ich glaube z.B. nicht, dass mein Traum von einem toll aussehenden Co-Sim mit einfachen, eingaengigen Regekn, fuer mehrere Spieler (gleich starke Ausgangspositionen) die nicht zusammenspielen, bereits erfuellt wurde.

Die Herausforderung an einen Erfinder ist nicht die Erfindung selbst, sondern festzustellen, was man braucht/gerne haette und was es nicht gibt.

ciao
peer

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Dirk Piesker
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Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Dirk Piesker » 27. August 2004, 14:32

Hallo Heinz,

zum einen gibt es genau deshalb eine Buchpreisbindung, weil nämlich
sonst genau das eintreten würde, dass nämlich Werke mit kleiner
Zielgruppe unkaufbar teuer würden.

Warum seid Ihr denn alle so zurückhaltend, was eure eigenen Wünsche
angeht?

Erst wenn es Menschen gibt, die ihre Erwartungen und Wünsche
formulieren, werden diese auch wahrgenommen.

Ich muss doch nicht der vorauseilende Controller der Spieleverlage sein.
Das wissen die schon slebst.

Komische Einstellung.


Dirk

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Bernd

Re: Kein platz mehr um etwas ganz Besonderes zu erfinden?

Beitragvon Bernd » 27. August 2004, 19:51

Hallöchen nochmals,

möchte nur noch anmerken, dass die Spieleindustrie sowieso macht, was sie will und in erster Linie ist das Geld verdienen. Was nicht ins Raster passt fliegt durch!
Und man feiert sich selbst (oder lässt sich feiern).
Beispiel? Siehe Beitrag in der Spielbox über den Innovationspreis für Blue Moon. Was in aller Welt ist an Blue Moon innovativ? Da hätte man den Preis auch dem 'Herr der Ringe-Risiko' geben können.
Oder: Wer zieht welche Fäden (und die werden gezogen!!!) bei der Vergabe des SdJ-Preises (man denke nur an Mississippi Queen oder das schon erwähnte Zug um Zug als Aufguss. Ich persönlich sehe auch Alhambra nicht als Spiel des Jahres und dann noch die Misere mit Puerto Rico was eben NICHT SdJ wurde). Da ist zuviel Politik im Spiel.
Und dann noch der Beitrag in der Spielbox, dass Ravensburger (über eine Agentur) Geld für das Beurteilen von eingesandten Spielideen verlangen will. Bei aller Liebe zum Detail, hier ist Schluss mit lustig. An dieser Arroganz sieht man wo's bei den Großen lang geht (ähnliche Erfahrungen habe ich mit Kosmos gemacht).
Desweiteren kritisiere ich die Weigerung der deutschen Spieleverlage, keine echten Cosims oder Kriegsspiele herauszubringen. Wird durch diese nihilistische Haltung die Welt besser? Oder verhindert man einen neuen Weltkrieg? Oder was? Dort, wo der Amerikaner, der Engländer oder Italiener unbefangen zu Werke geht (beim Spiel versteht sich), wird bei deutschen Verlagen das Cosim totgeschwiegen.
Aber mit Monopoly zum 100sten, mit Risiko zum 200sten, mit Catan zum 300sten den Markt abzocken, das ist elegant.
Es reicht halt nicht mehr LANGSAM reich zu werden, man muss es heute SCHNELL werden.
Deshalb mein Urteil: Ich meide die grossen Verlage (wo's geht) und bediene mich der kleinen, wo's richtig guten Spielspass gibt. Dass das dann auch vermehrt ausländische Verlage sind, ist halt so!

Gruß an alle

Bernd

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Günter Cornett

ohne Kriegsspiel ist ja alles so sinnlos?

Beitragvon Günter Cornett » 27. August 2004, 21:43

Bernd schmierte anonymerweise:

> Oder: Wer zieht welche Fäden (und die werden gezogen!!!) bei
> der Vergabe des SdJ-Preises (man denke nur an Mississippi
> Queen oder das schon erwähnte Zug um Zug als Aufguss. Ich

Kannst du diese Behauptung irgendwie belegen oder plausibel begründen - abgesehen davon, dass du einen anderen Spielegeschmack als die Jury hast?

> Desweiteren kritisiere ich die Weigerung der deutschen
> Spieleverlage, keine echten Cosims oder Kriegsspiele
> herauszubringen. Wird durch diese nihilistische Haltung die

:???:

Wer echte Kriegsspiele ablehnt, ist böse, verneint die moralischen Werte, ...
Ist das nicht ein bisschen starker Tobak? Oder einfach nur Dummschwatz?

Lies doch mal ein Buch, oder auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Nihilismus

Wem Fröscheaufblasen zu langweilig geworden ist, dem bieten jedenfalls nicht Spieleverlage sondern andere Institutionen Hilfsangebote.

> Welt besser? Oder verhindert man einen neuen Weltkrieg? Oder
> was? Dort, wo der Amerikaner, der Engländer oder Italiener
(der? Gibt es inzwischen nur noch je einen?)

> unbefangen zu Werke geht (beim Spiel versteht sich), wird bei

Irgendwie hat das aber eine Entsprechung in der Realität ...

> Deshalb mein Urteil: Ich meide die grossen Verlage (wo's
> geht) und bediene mich der kleinen, wo's richtig guten
> Spielspass gibt. Dass das dann auch vermehrt ausländische

Unseren kleinen Verlag darfst du auch gern meiden.

Günter
(hat nicht grundsätzlich was gegen Kriegsspiele,
ist bei solchen Beiträgen aber doch bereit, seine Position neu zu überdenken)


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