Beitragvon Richard van Vugt | GAMEPACK.nl » 26. August 2004, 12:32
Hallo Jeff,
Voraus bedanke ich mich bei dir für ein interessantes Thema hier auf dem Forum. Es geht dabei natürlich nicht um den Fakt, ob du recht hast oder nicht; ich sehe es mehr als ein Gedanke von jemandem die das Spiel im algemeinem sehr nahe steht und sich über einiges wundert oder auch Sorgen macht. Dabei wollen wir doch alle dasselbe: gute und interessante Spiele.
Aber wer sind 'wir'? Sind wir nicht mehr als nur eine Elite, nicht repräsentativ für die gesamte Spielegemeinschaft? Da heist die Mehrheit doch noch immer ‘Otto Normal Wenn Überhaupt Spieler’, auch wenn sich die Lage in den letzten Jahren zum positiven geändert hat. Da ist es gerade ein lockeres Spiel wie ‘Die Siedler von Catan’ gewesen, das dafür gesorgt hat, dass im algemeinem ein größeres Publikum zu spielen angefangen hat. Es hat ein innovatieves Konzept durch das variabeles Brett, während im Spiel alle Spieler immer beteiligt sind.
Ich bin aber der Meinung, das Klaus Teuber seine Talente jetzt leider ein bißchen verdirbt, durch immer wieder Variante auf demselben Thema zu machen. Da hat er doch sehr gute und innovative Spiele gemacht; ich denke an ‘Vernissage’ und natürlich ‘Adel Verpflichtet’. Das gleiche gilt für Alan Moon. Sein ‘Zug um Zug’ war im Hinsicht ein breiteres Publikum zum spielen zu bringen sicher wert Spiel des Jahres zu werden, aber ich finde ‘Airlines’ und ‘Santa Fe Rails’ interessanter und herausforderender. Ich habe mal im halben Scherz gesagt, dass es mich nicht wundern würde, wenn er nächstes Jahr ein noch einfacheres ‘Meine Erste Bahn’ ausbringt.
Also, wer ist ‘Schuld’? Sind es die Verlage, oder die Autore? Und gehen die Verlage nicht sowieso immer bei jedes herausgebrachte Spiele ein großes Risiko ein? Als großer Verlag kann und muß man doch anders denken und handeln; letztendlich bestimmen die schwarze oder rote Zahlen, ob ein Unternehmen durchsetzen kann.
Die kleinere Verlage haben hier bestimmt einen Vorsprung denke ich; sie können mehr Risiko nehmen weil die absoluten Zahlen nicht so hoch sind, von den herausgebrachten Spielen nicht, als auch die Kosten. Und wahrscheinlich sind in vielen Fällen Autor und Verlag derselbe Person, mit vielleicht auch noch ein reguläres Einkommen aus eine andere Tätigkeit. Die Liebe zum Spiel ist hier am starksten.
Aber zu sagen, es gäbe bei den großen Verlage nur Interesse an Verkaufsziffern, ist zu stark. Hat Ravensburger uns mit seine ‘Alea’ Marke für uns ‘Elitespieler’ nicht mit vielen schönen Spielen ausgestattet?
Wir haben alle als Kind ‘Monopoly’ gelernt, und das ist doch eigentlich auch nicht ganz so einfach. Eine ganze Stadt sammeln, bevor mann bauen kann, Hypotheke, das einziehen von Miete, und immer, also auch außer der Reihe, auf der Wache bleiben ob einer auf deiner Straße stehen bleibst.
Wenn du mal die Spielregeln von ‘Puerto Rico’ für ein ‘Normalspieler’ erklärst hast, weißt du genug; er bekommt es nur sehr schwer mit. Spielen heißt auch: lernen, und nicht jeder möchte etwas lernen wass er nur so ab und zu und dann noch nicht unbedingt braucht.
Es wird also immer einen Markt für einfachere Spiele geben, und, weil eine Elite wie die ‘seriöseren’ Spieler grundsätzlich unterlegen ist, dadurch auch mehr einfachere Spiele als das wass ‘wir’, diese Elite, eigentlich sehen möchten.
Die große Verlage produzieren noch immer Spiele die mich interessieren, aber ich habe bemerkt, das ich den letzten Jahren mehr und mehr interessiert bin, was sich so bei den kleineren Verlagen tut. Von den kommen tatsächlich originelle und gute Spiele wie ‘Keythedral’,‘Kogge’ und ‘Global Powers’ auf dem Markt. Und da hat mich auch ‘Mäuse - Käse Chaos’ sehr gut gefallen!
Ich glaube dass es so weiter geht wie es geht: viele einfache Spiele von den Großverlagen, mit ab und zu etwas herausforderendes, dass dann etliche Variante sieht. Unterdessen werden die Feinschmecker generell von den kleineren Verlagen bedient. Da würde ich sagen: nicht auf die anderen warten - die tun wass sie tun müssen, sondern selber die Verantwortlichkeit nehmen - wass du ja auch schon tuest. Vielen Dank dafür und an alle die anspruchsvolle Spiele machen, ob Groß- oder Kleinverlag!
Mit freundlichen Grüßen,
Richard van Vugt
Amsterdam
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