Beitragvon Günter Cornett » 24. September 2004, 00:33
Franz-Benno Delonge schrieb:
>
> Hallo Hans,
> gehe ich recht in der Annahme, daß du das völlig anders sehen
> würdest, wenn Bruno Faidutti George W. Bush lobgepriesen hätte?
> Fragende Grüße
> Benno
Hallo Benno,
für jemand, der gegen politische Äußerung beim Spielen ist, mischt du ziemlich eifrig in dieser doch sehr politischen Diskussion mit.
Und mit dieser Bemerkung ziemlich unfair.
Dem 'politischen Gegner' unredliche Argumente zu unterstellen, wo - zumindest für Aussenstehende - nicht erkennbar ist, worauf diese Unterstellung basieren soll, ist miese Politik.
Ich finde Brunos Statement gibt inhaltlich nicht allzu viel her, aber es ist absolut ok, dass er sich auf seiner Webseite äußert. Im übrigen ist das Spielen zwar meistens eine recht unpolitische Angelegenheit, bringt sogar Leute unterschiedlicher politischer Meinungen zusammen (womit es wieder sehr politisch wird), dennoch halte ich es für falsch, die Abwesenheit von Politik im Spiel zu fordern.
Es sollte doch jedem selbst überlassen bleiben, ob er z.B. politische Spiele macht, sich politisch äußert, Spiele als auch politisches Medium einsetzt oder eben nicht. Wichtig ist dabei, dass man die eigene Haltung nicht anderen als Norm überzustülpen versucht.
Und ein bisschen interessiert es mich schon, wie mein Spielpartner denkt. Mit einem überzeugten Nazi möchte ich nicht meine Freizeit verbringen. Ansonsten ist Spielen durchaus eine Möglichkeit mit Leuten zusammen zu kommen, die ganz anders denken als man selbst. Das kann sehr erfrischend sein.
Wenn es jetzt aber wegen Brunos doch recht harmlosen Statements heftige Reaktionen gibt, dann zeigt es, wie wichtig auch dieses Statement ist. Wenn er deswegen so heftig angegriffen wird, weil er seine Meinung sagt, so zeigt es, dass es mit der Toleranz in der Spieleszene nicht so gut aussieht, wie manche es gern sähen.
Vorhandene Unterschiede (weniger in der politischen Ansicht sondern mehr wie sie vertreten wird), sichtbar zu machen ist ein sehr positiver Effekt von Brunos Meinungsäußerung. Gerade weil es inzwischen doch einige Freundschaften u.a. zwischen deutschen und amerikanischen Spielern gibt, ist das vielleicht auch eine Gelegenheit sich darüber in einer Form auszutauschen, die keine Trennline z.B. zwischen 'amerikanischen Kriegstreibern' und ' deutschen Feiglingen' zieht.
Gruß, Günter