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Candamir vs. Rückkehr der Helden

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Suedpolfee
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Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Suedpolfee » 25. September 2004, 11:56

Hallo,

ich wühle mich gerade durch Prof. Easy und schaue mir die Regeln zu dem neuen Siedler Spiel Candamir an. Irgendwie kommt mir das ganze doch sehr bekannt vor - Rückkehr der Helden!
Ich wandere, muss Proben per Würfel ablegen, bekomme Erfahrungspunkte und baue meine Stärke auf. Einzig anders ist das Sammeln von Gegenständen für Tränke etc - die kann ich bei Rückkehr der Helden auf dem Basar kaufen.

Candamir? Abgeschaut oder was?

Gruß
Heike

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Peter Gustav Bartschat

Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 25. September 2004, 12:51

Ich will´s mal so beantworten:

Es gibt da ein Spiel, in dem die Spieler Karten in bestimmten Kombinationen sammeln müssen, um damit Siedlungen bauen zu können.
Weil man nicht immer die passenden Karten auf die Hand bekommt, dürfen die Spieler miteinander Handel treiben, und zwar zu (innerhalb bestimmter Regel-Grenzen) freien Tauschkursen.
Wer so an die passenden Karten kommt, kann sich eine oder mehrere Siedlungen bauen. Hat man erst Siedlungen, kann man diese zu Städten erweitern, die mehr Siegpunkte bringen.

Welches Spiel ist das?

Ganz klar: "Res Publica" von Reiner Knizia.

Schaut man sich die Regeln der "Siedler von Catan" an, dann kommt einem dabei also in der Tat das eine oder andere bekannt vor. Abgeschaut?

Nun, die Parallelen zwischen "Rückkehr der Helden" und "Candamir" gehen nicht weiter, als die zwischen "Res Publica" und den "Siedlern von Catan". Die Bewegungs-Mechanismen sind völlig unterschiedlich (nach meinem Ermessen gibt es kein Vorbild für den Bewegungsmechanismus in "Candamir", aber ich kenne natürlich nicht jedes Spiel, das jemals auf der Welt erfunden wurde), die Teilziele und Siegbedingungen sowie die möglichen Taktiken sind völlig anders; die Entwicklung des eigenen Spiel-Charakters verläuft ebenfalls völlig anders.

"Candamir" ist ein in jeder Hinsicht eigenständigis Spiel, das allerhöchsten das Sub-Genre "Brettspiel mit Rollenspiel-Elementen" mit den "Helden" gemeinsam hat - sowie die sich daraus zwangsläufig ergebenden Parallelen der Existenz eines "Spielfeldes", von sich darauf bewegenden Figuren und Mechanismen zur Dokumentation der entwicklungsfähigen Charakter-Eigenschaften.

Zum "Spielgefühl" sei hier noch besonders angemerkt, dass "Die Rückkehr der Helden" die Dominanz der Kampfes zur Erreichung der Siegbedingungen von den Pen-and-Paper-Rollenspielen übernommen hat: Die Charaktere werden in erster Linie über ihre Eigenschaften als Kämpfer definiert und die einzige Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen, besteht im siegreichen Bestehen des Showdowns mit dem Oberschurken.
Auch die Charaktere bei "Candamir" bewegen sich durch eine gefährliche, stellenweise von Gewalt dominierte Welt. Die Entscheidungsmöglichkeiten der Spieler gehen aber so weit, dass man Kämpfen in jeder Situation aus dem Weg gehen kann und - zwar eine besondere Herausforderung, regelkonform aber durchaus möglich - die Siegbedingungen erfüllen kann, ohne jemals mit einem Finsterling die Klingen gekreuzt zu haben.

Auch wenn bei "Candamir" die Spielwelt merklich kleiner, das Material weniger und die Spieldauer kürzer als bei den "Helden" ist, sind die Entscheidungsmöglichkeiten des Spielers bei jedem Zug höher.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Ernst-Jürgen Ridder

Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 25. September 2004, 13:53

Hallo,

Peter hat eigentlich schon alles Wesentliche gesagt.

Es mag ja Parallelen geben. Diese mögen auch im Ansatz um so größer sein, je weiter vorne man ansetzt. Je mehr man aber in die Spieltiefe schaut, um so mehr verlieren sich diese Parallelen bis zur völligen Bedeutungslosigkeit.

Ich bin eher ein Gern-, weniger ein Viel- und schon gar kein Hardcore-Spieler. Rückkehr der Helden habe ich aber immerhin auch und auch schon gespielt. Als ich mir die Spieleinführung zu Candamir angesehen habe, hatte ich trotz Kenntnis von Rückkehr der Helden und von Catan und von vielen anderen vorrangig den Eindruck eines eigenständiges Spiels, das zu spielen sich um seiner selbst willen wahrscheinlich lohnen wird. Das Gefühl, es sei schon deshalb eher überflüssig, weil es anderen zu ähnlich, womöglich gar eine Art von Plagiat ist, hatte ich jedenfalls nicht.

Man darf gespannt sein, was Klaus Teuber aus der in Candamir enthaltenen Bewegung auf Grundlage von Wegekarten mit Wahlmöglichkeiten machen wird. Die Bewegung mit Wegekarten soll ja Basis seines derzeit entwickelten neuen Spiels werden, das dann der Catan-Familie nicht mehr zuzuordnen sein soll. Wenn man allerdings an die angesprochenen Parallelen denkt, bräuchte man ein solches Spiel ja gar nicht mehr, wenn wir die Bewegung mit Wegekarten mit Wahlmöglichkeiten ja schon in Candamir hatten. Ein weites Feld für ewig neue/alte Diskussionen.

Spielerische Grüße

Ernst-Jürgen

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Attila
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Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Attila » 26. September 2004, 09:45

Peter Gustav Bartschat schrieb:

> und - zwar eine besondere Herausforderung, regelkonform aber
> durchaus möglich - die Siegbedingungen erfüllen kann, ohne
> jemals mit einem Finsterling die Klingen gekreuzt zu haben.

Ist das nicht langweilig? - Sollte man solche Spieler nicht von den zukünfigen Spielen ausschliessen? Die können einem doch den ganzen Spass verderben! - Gewinnen ohne einen einzigen bösen umgehauen zu haben???? - Ja, wo gibt es denn sowas?

Atti

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Peter Gustav Bartschat

Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 26. September 2004, 10:10

Attila schrieb:
> Ist das nicht langweilig?

Ich habe eine MÖGLICHE Taktik benannt, die man bei "Candamir" - im Unterschied zur "Rückehr der Helden" - auswählen kann. Niemand ist gezwungen, sie zu wählen; niemandem ist es verboten, sie zu wählen.

Gewinnen ohne Kämpfen (oder, mit den Worten des großen Sun-Tsu: "Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft.") ist eine besondere Herausforderung, weil es besonders schwierig ist. Man muss verschlungene Wege gehen, um seine Teilziele zu erreichen, und wird dafür aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Züge brauchen, als Spieler mit einem auch nur durchschnittlichen Erfolg bei Kampfhandlungen.

Man muss sich daher auch seinen Spielcharakter so "zurechtschnitzen", dass er den merklichen Nachteil längerer Wege auf andere Art ausgleicht (durch Bewegungs-Boni, z.B.). Der Candamir-Charakter-Editor auf Klaus Teubers Homepage bietet die Möglichkeit, sich Charakter-Karten wesentlich individueller zu gestalten als die dem Spiel beiliegenden. Wer sich ungewöhnlicher Taktiken bedienen möchte, tut gut daran, sich genau zu überlegen, was sein Spielcharakter dafür können sollte.

Aber letztlich ist das wie mir allen freiwilligen Tätigkeiten, lieber Attila: Wenn sie einem langweilig erscheinen, dann lässt man sie einfach bleiben.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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René P.

Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon René P. » 26. September 2004, 11:53

Hallo Ernst-Jürgen,

sorry.... ich kann das nicht mehr hören. Endlich ein Spiel, welches vollkommen eigenständig ist, kein Mitglied der Siedler-Familie (siehe Übersicht der Messe-Neuheiten) und dann bekomme ich per Prof.Easy ein solches Spiel vorgesetzt.

Sammle Rohstoffe, tausche Sie in Städte... sorry.. Gegenstände und bekomme Siegpunkte. DAS kenne ich irgendwoher und die Dinger heissen Siedler von Catan, Die Siedler von Nürnberg, Historische Szenarien I und II und und und....

Das Ding hier ist ein weiterer Siedler Klon. Und man sollte den Mut haben, diesen als solchen zu bezeichnen. Egal, ob da noch ein "revolutionäres neues Zug-Konzept" dahinter steckt oder auch nicht.

Und ich sehe da noch ein paar mehr Anleihen: JEDES Fantasy-Rollenspiel-basierende Brettspiel hat das Entwickeln des Charakters zum Ziel. Nur hier hat man halt noch ein Siedler-Gen eingebaut.

Als Siedler Klon hat es absolut eine Existenzberechtigung. Aber bitte nicht mit DIESEN Vorschusslorbeeren.

Und jetzt schon wieder.... "Die Bewegung mit Wegekarten soll ja Basis seines derzeit entwickelten neuen Spiels werden, das dann der Catan-Familie nicht mehr zuzuordnen sein soll." Wow... dann bitte sofort und gleich und überhaupt.

Oder kommt jetzt erst die Holzvariante? Ach.. ich steigere mich da in was hinein.

nice dice und nix für ungut.

René

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Attila
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Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Attila » 26. September 2004, 12:37

Hiho,

Kann ich bei Candamir denn andere Charaktere angreifen? Wenn das ginge wäre das im vergleich zu RdH ein grosser Vortei und was passiert dann mit den Siegpunkten die sie gesammelt haben, wenn ich gewinne? Bekomm ich die? Sind die weg?

Ist vieleicht eine Erweiterung "Die Söldner" in Planung, wo man Söldner anheuern und dann z.B. brandschatzend durch Catan schicken kann?

Wie sieht es mit Technologien und besseren Waffen aus? Wann kommt denn die Erweiterung "Catan at War"? Oder "Catan: A new world order"? Wenigstens "Candamir & Dragons"? ... och ... mönsch ...

Atti

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Peter Gustav Bartschat

Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 26. September 2004, 13:38

Attila schrieb:
> Kann ich bei Candamir denn andere Charaktere angreifen?

Nein.

Kampf (gegen durch das Regelwerk generierte Gefahren und Gegner) ist eines der in diesem Spiel enthaltenen Elemente. Er ist nicht Hauptthema und auch nicht Ziel des Spiels.

Wenn du so etwas wie einen Oberbegriff suchst, könnte man "Candamir" vielleicht als "Aufbau-Rollenspiel" bezeichnen.

Die Professor-Easy-Anleitung auf Klaus Teubers Homepage gibt dir einen guten Einblick in das, was du bei "Candamir" tun kannst und was nicht - vielleicht magst du ja mal ein paar Minuten dahinein investieren.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Peter Gustav Bartschat

Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 26. September 2004, 13:53

Lieber René,

ich hatte das Vergnügen, bereits einige Spiele mit einem "Candamir"-Prototypen machen zu können und ich fand dabei keine deiner - vielleicht sollten wir sie in Anlehnung an die von dir erwähnten "Vorschuss-Lorbeeren" so nennen: - "Vorschuss-Zitronen" bestätigt.

Die Spielmechanik und das Spielgefühl unterscheiden sich erheblich von den Aufbau-Strategien der Siedler-Familie, wenn die Einbindung der Abenteuer-Handlung in das catanische Umfeld auch bestimmte thematische Paralellen nahelegt.

Nun, du hast deine Meinung über das Spiel bereits gebildet, ohne es zu spielen, und das ist genau so dein gutes Recht wie jede andere Art, dir persönlich eine Meinung zu bilden.

Mir hat es gut gefallen und ich empfehle es hier gern weiter - wohl wissend, dass es nicht jedem gefallen wird und kann.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Marc W.

Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Marc W. » 26. September 2004, 22:49

Ich kenne das Spiel ja nicht, aber "Siedler" zu rufen, sobald ich was eintausche, um was bauen bzw. entwickeln zu können, dann würde ich doch eher "Civi" rufen ;-)

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Marc W.

Re: Candamir Add On

Beitragvon Marc W. » 26. September 2004, 22:58

Hi,

das Spiel war im Entwurf bestimmt umfangreicher als das was jetzt in den Handel kommt. Daher liegt die Erweiterung vermutlich schon in der Schublade. VIelelcht gibt es dann auch Söldner ;-)

Marc

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Ernst-Jürgen Ridder

Re: Candamir Add On

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 26. September 2004, 23:26

Hallo,

in einem Interview hat Klaus Teuber kürzlich mitgeteilt, dass Ergänzungen nicht geplant sind. Es soll allenfalls zusätzliche Karten kostenlos über das Internet geben.

Spielerische Grüße

Ernst-Jürgen

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Ralf Arnemann
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Re: Candamir Add On

Beitragvon Ralf Arnemann » 27. September 2004, 10:16

> Daher liegt die Erweiterung vermutlich schon in der Schublade.
Wenn es Erweiterungen gibt, dann wohl eher aufgrund von neuen Ideen, die die Spieler einbringen, als mit dem alten Material, das beim Testen rausgeflogen ist. So hat es Klaus jedenfalls bisher vorwiegend gehalten.

> VIelelcht gibt es dann auch Söldner
So aggressive Mechanismen wie von Attila (nomen est omen ;-) vorgeschlagen (mit Angriffen auf andere Spieler ...) würden wohl nicht in die CATAN-Mentalität passen.

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Ralf Arnemann
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Candamir vs. Siedler

Beitragvon Ralf Arnemann » 27. September 2004, 10:27

> Das Ding hier ist ein weiterer Siedler Klon.
Nein.
Es gehört immer noch zur Familie, d.h. ein bißchen Catan ist immer noch wahrnehmbar (was ich recht angenehm finde), es ist ein gutes Stück mehr 1503 (aber besser umgesetzt) und natürlich will es ein Stück weit Fantasy-Rollenspiel sein (und da gibt es neben "Rückkehr der Helden" noch viel mehr Vorbilder, ich mußte z. B. immer an "Elixier" denken).

Es ist aber sehr eigenständig, mit originellen Ideen und einer ungewöhnlich harmonischen Verbindung der verschiedenen Spielelemente.

An das Original-Catan erinnert mich weniger das mit den Rohstoffkarten (ähnliches gibt es nun wirklich in vielen Spielen, Civ hatte Marc schon genannt), als das "Längste Handelsstraße"-Prinzip mit den Sonder-Siegpunkten bei Dominanz in gewissen Gebieten.

Es fehlt aber das ganz entscheidende Catan-Element (noch bei 1503 vorhanden) der Rohstoffgewinnung über Würfelwurf.
Das verminderte Glückselement werden viele Leute auch als Vorteil sehen.
Aber das hat noch eine Nebenwirkung, die ich bedaure: Da man seine Rohstoffe relativ gezielt abbaut (die Naturalien spielen nur eine Nebenrolle), und selten welche über hat (was bei Siedler recht häufig vorkommt, wenn der Würfel zuschlägt) - gibt es fast nie Anlaß zum Tauschen.

D.h. wie viele Fantasy-Spiele ähnlicher Art (ich sage nur wieder "Elixier") ist "Candamir" eher ein Mehrpersonen-Solitär. Und da fehlt mir persönlich genau der Aspekt, den ich schon beim simpelsten Grund-Siedler immer sehr geschätzt habe.

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Braz
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Re: Candamir vs. Siedler

Beitragvon Braz » 27. September 2004, 14:35

Ralf Arnemann schrieb:
>
> > Das Ding hier ist ein weiterer Siedler Klon.
> Nein.

Dem stimme ich auch vollstens zu ;)


> Es fehlt aber das ganz entscheidende Catan-Element (noch bei
> 1503 vorhanden) der Rohstoffgewinnung über Würfelwurf.

Zum Glück - das habe ich immer gehaßt bzw. eher [b] das Handeln um die Rohstoffe [/b] , denn beim ( mir um tausend Längen besser gefallenden) Sternenfahrer v. Catan ist ja auch die Verteilung der Rohstoffe ein entsch. Spielelement <-> hingegen der Handel zwischen den Spielern untereinander deutlich weniger stark ausgeprägt ist als dies beim Siedler v. Catan der Fall ist.


> Das verminderte Glückselement werden viele Leute auch als
> Vorteil sehen.

Naja ..ich sage einmal so: Das Würfeln entfällt, aber anstelle des Würfelns tritt daher doch das Ziehen der Karten mit Rohstoffen/Produkten ....und das gefällt mir z.B. sehr gut !


> Aber das hat noch eine Nebenwirkung, die ich bedaure: Da man
> seine Rohstoffe relativ gezielt abbaut (die Naturalien
> spielen nur eine Nebenrolle), und selten welche über hat (was
> bei Siedler recht häufig vorkommt, wenn der Würfel zuschlägt)
> - gibt es [b]fast nie Anlaß zum Tauschen.[/b]

Zum Glück, denn ich hasse das Tauschen beim "Siedler" wie die Pest (s.o.) ;)


Gruß
Braz

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 27. September 2004, 16:18

Peter Gustav Bartschat schrieb:
>
> Ich will´s mal so beantworten:
> ich kenne natürlich nicht jedes Spiel, das jemals
> auf der Welt erfunden wurde

Welch' ein Outing.

Gruß Carsten (der sich nie mit Gustav vergleichen würde)

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Attila
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Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Attila » 27. September 2004, 16:20

Peter Gustav Bartschat schrieb:

> > Kann ich bei Candamir denn andere Charaktere angreifen?
> Nein.

Na toll.

> Kampf (gegen durch das Regelwerk generierte Gefahren und
> Gegner) ist eines der in diesem Spiel enthaltenen Elemente.
> Er ist nicht Hauptthema und auch nicht Ziel des Spiels.

Ja wie? - Wenn man seine Gegn... - äähhh Mitspieler nicht weghauen kann, was soll denn dann das Spielziel sein????

> Wenn du so etwas wie einen Oberbegriff suchst, könnte man
> "Candamir" vielleicht als "Aufbau-Rollenspiel" bezeichnen.

Also bei einem Rollenspiel ist es doch so das es darum geht in die Rolle eines Charakters zu schlüpfen, welchen man weiter ausbaut und verbessert um Abenteuer (mehrzahl) zu bestehen. Mir ist jetzt gerade kein Rollspiel bekannt wo es primär darum geht Siegpunkte zu sammeln, welche man dadurch erreicht das man Rohstoffe sammelt/abbaut/erntet/sonstwie bekommt und tauscht um dann daraus irgendwas zu bauen was dann Siegpunkte bringt.

> Die Professor-Easy-Anleitung auf Klaus Teubers Homepage gibt
> dir einen guten Einblick in das, was du bei "Candamir" tun
> kannst und was nicht - vielleicht magst du ja mal ein paar
> Minuten dahinein investieren.

Wegen der blauen Unterhose? :lol: :lol: - Also wenn Candamir kein Siedlerklon ist, dann ist Barbarossa to Berlin kein Wargame.

Atti

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Peter Gustav Bartschat

Materialen zur Begriffsbestimmung "Siedler-Klon"

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 27. September 2004, 19:12

Attila schrieb:
> Ja wie? - Wenn man seine Gegn... - äähhh Mitspieler nicht
> weghauen kann, was soll denn dann das Spielziel sein????

Attila, mein Lieber, ich glaube, wir haben jetzt gemeinsam festgestellt, dass "Candamir" dich nicht interessieren wird, wenn(!) deine in diesem Zusammenhang vorgetragene ausschließliche Konzentration auf Kampfspiele wirklich stimmt. Das allerdings dürfte dich in diesem Zusammenhang dann - basierend auf deiner sicher vorhandenen Kenntnis der von Klaus Teuber bevorzugten Spielziele und -mechaniken - nicht wirklich überrascht haben.

> Also wenn Candamir kein Siedlerklon ist,
> dann ist Barbarossa to Berlin kein Wargame.

In diesem Zusammenhang könnte es interessant sein, uns über unsere jeweilige Vorstellung von der inhaltlichen Bedeutung des Wortes "Siedlerklon" zu verständigen.

Ein Klon ist ein Lebewesen, das durch ungeschlechtliche Fortpflanzung aus einem anderen Lebewesen erzeugt wurde und dessen Erbanlagen mit denen seines "Elters" identischt sind.

Im übertragenen Sinne auf Spiele angewandt kann ich mir die Bedeutung des Wortes "Klon" etwa so vorstellen: Ein Spiel, das ausschließlich auf einem einzigen älteren Spiel als Vorbild beruht und identische Regeln wie sein Vorbild hat.

"Das Wasser des Lebens" wäre somit in meinen Augen ein "Siedler"-Klon.

Spiele wie "Abenteuer Menschheit" würde ich nicht als "Klone" bezeichnen, da sie neben den Siedler-Mechaniken und -Themen auch andere Vorbilder haben (sie sind - um den Vergleich noch etwas weiter zu treiben - durch "geschlechtliche Vermehrung" aus den "Siedlern" und anderen Quellen entstanden und haben KEINE identischen Regeln). "Abenteuer Menschheit" gibt unter anderem völlig von den "Siedlern" abweichende Spielziele vor und Siegpunkte sind durch andere Aktionen zu erreichen.

"Candamir" nun hat mit dem Bauen von Siedlungen und Städten, mit Handelsstraßen und Rittermacht nichts mehr zu tun; wir finden aber noch einige "catanische Elemente" in Form von Rohstoffkarten und Tauschhandel (letzterer aber nur noch mit marginaler Bedeutung). Die Schwerpunkte liegen hier als Teilziel in der Entwicklung des eigenen Charakters, als Spielziel im Sammeln von Siegpunkten durch die Erfüllung wechselnder (Spielmechanik-generierter) Aufträge.

Von einem Klon im dem Sinne, wie ich das Wort "spielerisch" verstehen würde, kann man meiner Meinung nach dabei nicht sprechen.

Bei Filmen spricht man von einem "Spin off", wenn eine Idee weiter gesponnen wurde und zu einem eigenständigen Werk führt: "Independence Day" ist ein Spin off von "Krieg der Welten"; man erkennt durchaus noch den Einfluss des Vorbildes, von Identität kann aber keine Rede mehr sein. Somit würde ich "Candamir" als "Siedler"-Spin-off einordnen.

Selbstverständlich steht es dir frei, das Wort "Klon" völlig anders zu verstehen und zu gebrauchen als ich, genau so, wie es dir frei steht, ausschließlich Kampfsimulationen zwischen Spielern als zulässige Spielmechaniken zu betrachten (wobei ich dir letzteres, auch wenn du es ja sehr demonstrativ einforderst, irgendwie nicht so recht glauben mag. :-) )

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Dirk Piesker
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Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Dirk Piesker » 28. September 2004, 08:43

Hallo Attila,

Deine Vorstellung von Rollenspiel scheint mir doch etwas seltsam.
Hack'n'Slay vielleicht, aber irgendwie ist Rollenspiel doch noch etwas mehr
als Gegener umhauen und XP sammeln.

Es gehört nicht mal zwingend dazu. Wir haben mal eine Kampagne ohne
Kämpfe, Erfahrungspunkte, ja - ohne Regelwerk - gespielt.
Einen guten Spielleiter und kreative Spieler vorausgesetzt, kann ich das
jedem nur empfehlen.

Dirk

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Attila
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Re: Materialen zur Begriffsbestimmung "Siedler-Klon"

Beitragvon Attila » 28. September 2004, 08:56

Peter Gustav Bartschat schrieb:

Siedlerklon, der: Ein wohlbekanntes Spiel mit beliebigem Thema basierend auf den wohlbekannten Spielmechanismen des wohlbekannten Spieles. Möglicherweise (nicht notwenig) gibt es kleiner Variationen in div. Details des Spieles.

"Independence Day" ist *kein*, ich wiederhole *KEIN* Siedlerklon!

Atti

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Attila
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Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Attila » 28. September 2004, 08:59

Dirk Piesker schrieb:

> Deine Vorstellung von Rollenspiel scheint mir doch etwas
> seltsam. Hack'n'Slay vielleicht, aber irgendwie ist Rollenspiel doch
> noch etwas mehr als Gegener umhauen und XP sammeln.

Ja, da stimme ich dir zu - sagst du mir noch gleich wo ich das geschrieben haben soll!? - Ich kann es gerade nicht finden.

Atti

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Dirk Piesker
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Re: Candamir vs. Rückkehr der Helden

Beitragvon Dirk Piesker » 28. September 2004, 10:15

Hallo Attila,

> Kann ich bei Candamir denn andere Charaktere angreifen? Wenn das ginge
> wäre das im vergleich zu RdH ein grosser Vorteil [...]

Vielleicht habe ich Dich auch nur falsch verstanden?

Aber Du darfst doch Candamir schlecht finden. Sagt doch keine was
dagegen :-)

Viele Grüße,
Dirk

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Peter Gustav Bartschat

Re: Materialen zur Begriffsbestimmung "Siedler-Klon"

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 28. September 2004, 10:24

So gesehen bleibt ja nicht mehr viel übrig, was KEIN "Siedler-Klon" wäre, lieber Attila, da Spielmechanismen wie "würfeln", "eine verdeckte Karte ziehen", "Karten in bestimmten Kombinationen ablegen", "eine Spielfigur auf den Plan stellen" und "Siegpunkte zählen" recht weit verbreitet sind.

Ich sehe solche Dinge als eine Art "spielerischer Grammatik" an: Thomas Mann und Hans Dominik benutzten bei ihren Romanen die selbe Grammatik, schrieben aber völlig unterschiedliche Werke.

Ein Spiel wird wie ein Roman durch das Zusammenwirken all seiner inhaltlichen und formalen Elemente geformt und wirkt durch sie in ihrer Gesamtheit. Ein Urteil, das ausschließlich durch die Reduktion auf ein einzelnes Element, das Roman oder Spiel mit anderen Werken teilt (sei es ein inhaltliches Element wie "Junge trifft Mädchen", oder ein Regelelement wie das Tauschen von Handkarten mit den Mitspielern) zustande kommt, kann meiner Meinung nach den Gesamteindruck eines Werkes nicht angemessen widergeben.

Aber ich will mich hier gar nicht zum Proselytenmacher aufspielen: Du kannst dir dein eigenes Urteil aufgrund deiner eigenen Kriterien bilden (was ich ja auch mache) und sicherlich hervorragend zurecht kommen, ohne ein einziges Mal in deinem Leben "Candamir" gespielt zu haben (wie ich sehr gut zurecht komme, ohne ein einziges Mal "Barbarossa to Berlin" gespielt zu haben - nur, dass ich deswegen kein Werturteil darüber abgebe).

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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peer

Unterschiedliche Wahrnehmungen

Beitragvon peer » 28. September 2004, 10:59

Hi,
René P. schrieb:
>> Das Ding hier ist ein weiterer Siedler Klon. Und man sollte
> den Mut haben, diesen als solchen zu bezeichnen. Egal, ob da
> noch ein "revolutionäres neues Zug-Konzept" dahinter steckt
> oder auch nicht.

Witzig. Ich habs genau anders herum empfunden (beim Lesen der Presse-Info und des Prof. Easys): Ich dachte : Wow, endlich mal macht der Teuber was neues, nicht bloss ne neue Siedlervariante! Schade nur, dass als Thema dann doch wieder Sielder aufgepfropft wurde, aber dafuer ist catan halt ne Marke. Aber da das Grudnkonzept ja anders zu sein scheint, ists endlich mal wiederw as anderes - wurd auch zeit!

So unterschiedlich koennen Wahrnehmungen sein!

ciao
Peer

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Attila
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Re: Materialen zur Begriffsbestimmung "Siedler-Klon"

Beitragvon Attila » 28. September 2004, 12:02

Hiho,

Welche Spiele haben Thomas Mann und Hans Dominik denn gemacht? Kann bei Luding gar nix finden!

Atti


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