Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 25. September 2004, 12:51
Ich will´s mal so beantworten:
Es gibt da ein Spiel, in dem die Spieler Karten in bestimmten Kombinationen sammeln müssen, um damit Siedlungen bauen zu können.
Weil man nicht immer die passenden Karten auf die Hand bekommt, dürfen die Spieler miteinander Handel treiben, und zwar zu (innerhalb bestimmter Regel-Grenzen) freien Tauschkursen.
Wer so an die passenden Karten kommt, kann sich eine oder mehrere Siedlungen bauen. Hat man erst Siedlungen, kann man diese zu Städten erweitern, die mehr Siegpunkte bringen.
Welches Spiel ist das?
Ganz klar: "Res Publica" von Reiner Knizia.
Schaut man sich die Regeln der "Siedler von Catan" an, dann kommt einem dabei also in der Tat das eine oder andere bekannt vor. Abgeschaut?
Nun, die Parallelen zwischen "Rückkehr der Helden" und "Candamir" gehen nicht weiter, als die zwischen "Res Publica" und den "Siedlern von Catan". Die Bewegungs-Mechanismen sind völlig unterschiedlich (nach meinem Ermessen gibt es kein Vorbild für den Bewegungsmechanismus in "Candamir", aber ich kenne natürlich nicht jedes Spiel, das jemals auf der Welt erfunden wurde), die Teilziele und Siegbedingungen sowie die möglichen Taktiken sind völlig anders; die Entwicklung des eigenen Spiel-Charakters verläuft ebenfalls völlig anders.
"Candamir" ist ein in jeder Hinsicht eigenständigis Spiel, das allerhöchsten das Sub-Genre "Brettspiel mit Rollenspiel-Elementen" mit den "Helden" gemeinsam hat - sowie die sich daraus zwangsläufig ergebenden Parallelen der Existenz eines "Spielfeldes", von sich darauf bewegenden Figuren und Mechanismen zur Dokumentation der entwicklungsfähigen Charakter-Eigenschaften.
Zum "Spielgefühl" sei hier noch besonders angemerkt, dass "Die Rückkehr der Helden" die Dominanz der Kampfes zur Erreichung der Siegbedingungen von den Pen-and-Paper-Rollenspielen übernommen hat: Die Charaktere werden in erster Linie über ihre Eigenschaften als Kämpfer definiert und die einzige Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen, besteht im siegreichen Bestehen des Showdowns mit dem Oberschurken.
Auch die Charaktere bei "Candamir" bewegen sich durch eine gefährliche, stellenweise von Gewalt dominierte Welt. Die Entscheidungsmöglichkeiten der Spieler gehen aber so weit, dass man Kämpfen in jeder Situation aus dem Weg gehen kann und - zwar eine besondere Herausforderung, regelkonform aber durchaus möglich - die Siegbedingungen erfüllen kann, ohne jemals mit einem Finsterling die Klingen gekreuzt zu haben.
Auch wenn bei "Candamir" die Spielwelt merklich kleiner, das Material weniger und die Spieldauer kürzer als bei den "Helden" ist, sind die Entscheidungsmöglichkeiten des Spielers bei jedem Zug höher.
Mit einem lieben Gruß
Gustav