Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 15. Oktober 2004, 06:27
Hallo, liebe Berit,
du hast gefragt:
> Was, bitte,ist an dem Pfeil einladend?
Die Tatsache, dass er mit dem daneben stehenden Regeltext harmoniert und den Spieler dazu einläd, blaue Plättchen auf Flussfelder zu legen. Er unterscheidet sich dadurch deutlich von dem zweiten erwähnten Pfeil, der den Spieler NICHT dazu einläd, blaue Plättchen auf Felder NEBEN Flussfeldern zu legen.
> Kann ein Pfeil überhaupt einladen?
Das Wort "einladen" hat zwei Bedeutungen:
1. "In ein Behältnis verpacken".
2. "Zu einer unverbindlichen Teilnahme an etwas auffordern."
Ich habe es in seiner zweiten Bedeutung verwendet: Der Pfeil fordert den Spieler unverbindlich auf, an einem regelkonformen Spiel teizunehmen und dabei blaue Plättchen auf Flussfelder zu legen.
Warum ist diese Aufforderung unverbindlich (was für ihre Charakterisierung als "Einladung" ja erforderlich ist)?
Weil niemand gezwungen ist, blaue Plättchen auf Flussfelder zu legen: Jeder ist frei in seiner Entscheidung, das Spiel überhaupt nicht zu spielen, oder, wenn er es spielt, im Spielverlauf keine blauen Plättchen zu legen. WENN er sie aber legt, DANN regelkonform nur auf blaue Flussfelder.
(So, wie ich dich zum Beispiel "ins Theater einladen" könnte: Du bist dann frei in deiner Entscheidung, überhaupt nicht ins Theater zu gehen oder ohne mich ins Theater zu gehen. WENN du meine Einladung aber annimmst, DANN nur im Theater.)
Ursprünglich wird diese Einladung natürlich nicht von dem Pfeil ausgesprochen, sondern von Reiner Knizia; der Pfeil übermittelt diese Einladung über das Medium "Spielregel-Heft" von Reiner Knizia an die Spieler, und somit handelt es sich um einen "einladenden Pfeil".
(So, wie du zum Beispiel einen "unfreundlichen Brief vom Finanzamt" erhalten kannst, bei dem die Unfreundlichkeit ursprünglich von den Mitgliedern der gesetzgebenden Körperschaft ausgeht, dann über mehrere Ausschüsse und Hierarchiestufen - einschließlich einer Arbeitsgruppe, die Textbausteine formuliert - sich in den Dienstanweisungen eines Sachbearbeiters niederschlägt, wobei dem Brief nur die letzte Vermittlungsstufe dieser Unfreundlichkeit dir gegenüber zufällt.)
Mit einem lieben Gruß
Gustav