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Warum in Essen Spiele kaufen???

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Attila
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Re: Marktwirtschaft

Beitragvon Attila » 11. November 2004, 11:00

Hallo Haendler,

> Spiel verkaufen muss. Wenn er will kann er es sogar billiger
> verkaufen, als er es eingekauft hat. Wenn er das natürluc
> dauerhaft macht, ist er irgendwann pleite.

Das ist dünnes Eis. Dauerhaftes anbieten zu Dumpingpreise verstösst nach UWG gegen die guten Sitten und ist somit gesetzenswidrig. Das haben schon andere versucht (die hatten freilich die Marktmacht um es überhaupt dauerhaft machen zu können) :-)

Atti

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Timo Hochfeld

Re: PS: Marktwirtschaft

Beitragvon Timo Hochfeld » 11. November 2004, 11:04

also das mit der Marktwirtschaft habe ich schon verstanden, auch wenn ich BWL nur durch mogeln bestanden habe.

Finde auch nur komisch, dass es die Spiele nach der Messe SOFORT günstiger gibt. Also kaufe ich später (nicht mal sehr viel) und lasse mir aber das Spiel trotzdem vor Ort erörtern.

Somit erklärt Ihr Autoren den Spielern Euer Spiel.
Leistet damit beste Arbeit *LOB*.
Spieler kauft. ABER : er zahlt später(?) bei Versand.
Autor bekommt weniger Geld, weil Versand muss auch leben (soll er auch).

Plötzlich ist wieder der Spieler schuld, wenn auf der Messe nicht genug Absatz vorhanden ist, um neben Produktionskosten noch die Standgebühr zu bezahlen.
Also bleibt irgendwann der Autor weg. Ich als Spieler sehe seine nächsten Neuerscheinungen nicht, kaufe die aber weder dort noch im Versand, da ich nun soviel Geld auch nicht besitze blind (also fast) Spiele zu kaufen.

Also ist die "sture" Meinung zwischen Messepreis und Versandhandelpreis zu differenzieren doch irgendwie unlogisch. Oder habe ich da einen großen denkfehler getan ?

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Droegi
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Re: Marktwirtschaft

Beitragvon Droegi » 11. November 2004, 11:17

Dumping sind solche Dinge wie der Fön von Saturn für 1 Euro. Wenn aber ein Spiel für EK +/- 20% verkauft wird, ist das kein Dumping.

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Roland G. Hülsmann
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Re: PS: Marktwirtschaft

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 11. November 2004, 11:27

Timo Hochfeld schrieb:

> Plötzlich ist wieder der Spieler schuld

Arrghhh ...

Hier von Schuld zu sprechen und Schuld den Spielern, Händlern oder sonst wemn zuzuweisen ist doch völliger Humbug.

Das Ganze ist nun mal freie Marktwirtschaft. (Den ehedem von der CDU eingeführten sozialen Aspekt hat inzwischen selbst die SPD aufgegeben. ;-) )
Und Marktwirtschaft funktioniert nun mal [b]wegen[/b] der verschiedenen Interessen der daran beteiligten. Das Instrument von Angebot und Nachfrage funktioniert ja gerade deswegen, [b]weil[/b] der Verkäufer einen optimalsten Erlös erzielen will und der Käufer den minimalsten Preis zahlen möchte. Wer dieses Spielregel nicht möchte, sollte nicht seine Händler oder Kunden beschimpfen, sondern die Ursachen, auf anderer Ebene bekämpfen. Aber das gehört nicht hier ins Forum.

Und wenn ich als Idealist einen Kleinverleger unterstützen möchte, um seinen Idealismus zu belohnen, dann steht es mir frei. Ein probates Mittel für Messebesucher wäre hier der Kauf direkt beim Verleger. Das ist gut so und ermutigt sicherlich manchen Kleinstverleger wieder zu kommen und weiter zu machen. Trotzdem ist es keinen Grund, diejenigen zu beschimpfen, die sich aus welchen Gründen auch immer diesen Idealismus nicht leisten können under wollen. Und da seit Jahren das frei verfügbare Geld in der Tasche für viele Familien immer weniger wird, bleibt natürlich leider auch immer weniger Spielraum für dergleichen Idealismus! (Und die ab 1.1.2005 wirksame nächste Stufe der Steuerreform dürfte auch schon wieder von den erhöhten Energiepreisen kassiert worden sein.) Geld, das nicht sa ist, kann auch nicht für Spiele oder Kino ausgegeben werden. Und da helfen letztlich auch keine Verteilungskämpfe der Unterhaltungsmedien gegeneinander. Was nutzt es mir, wenn man mir vorrechnet, daß ich von einem Spiel mehr habe, als von einem Kinobesuch, wenn ich mir beides nicht leisten kann!

BTW: Ein Händler, der seine möglichen Kunden beschimpft, weil sie nicht genug bei ihm kaufen ist mir genauso suspekt, wie ein Kunder, der meint Anspruch auf irgendwelche Gratisgeschenke zu haben und die Händler beschimpft, weil er nicht genug bekommt (aber das war ein anderer Thread). Wer die Marktwirtschaft nicht so akzeptiert wie sie ist, sollte was dagewgen tun!

Gruß
Roland
(der gleich nach Bilstein aufbricht, um 3 Tage und 3 Nächte zu spielen)

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Heinrich Glumpler

Re: PS: Marktwirtschaft

Beitragvon Heinrich Glumpler » 11. November 2004, 11:29

Hi,

"schuld" ist hier niemand - am allerwenigsten der Markt (Käufer) ... so lange der Markt dem Handel keinen Vorwurf macht ;-)

Der Markt (der Käufer) sollte sich nur der Konsequenzen bewusst sein:

Er tauscht langfristig (!) den Vorteil des niedrigen Preises gegen den Nachteil einer fehlenden Beratung ein

(*heute* bekommt er beides: Beratung in Essen, Superpreis beim Versender)

Der Markt besteht aus vielen Käufern - der Spieler aber nur aus einem Individuum.

Damit wären wir bei einem sehr alten Problem, dass zum Teil auch schon in Brettspielen als Mechanismus verwendet wurde - ich glaube, es heißt das Problem der "Gemeindewiese".

Grüße (weil es sich gerade so schön reimt ;-) )
Heinrich

www.erlkoenig.net - erklärt ... so lange er dazu (noch) die Chance hat :-)

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Roland G. Hülsmann
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Re: PS: Marktwirtschaft

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 11. November 2004, 11:33

Hm "Haendler" scheint mir ein komischer Name zu sein.

Bist Du nun wirklich ein Händler oder ein Troll der sich als Händler ausgibt, um die diskussion etwas anzuheizen oder ...

Ich weiß es nicht. Es wäre aber sicherlich förderlich, um Deine Aussagen besser zu verstehen.

Zumindest scheinst Du kein ausgewiesener Fachmann zu sein ....

Wie dem auch sei:

Ein schönes Wochenede

Roland
(wird wieder Sonntag Abend in das Forum gucken)

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moe

Re: Warum in Essen Spiele kaufen???

Beitragvon moe » 11. November 2004, 11:49

"Ich halte es so, dass ich Spiele von Kleinverlagen (möglichst) direkt auf der Messe kaufe, denn dann kommt mein Geld zu 100% bei den Autoren an."

100% ACK. ich zahle lieber ein paar euro mehr, dafür bekommt der mein geld, den ich auch mit einem entsprechenden "gegenwert" für meine unterhaltung (sprich das entwickelte spiel spielen) entlöhnen möchte. das ist doch der ganze sinn am geld. oder wars zumindest mal.

gruss
der moe, dem es zu blöde ist nach essen alle gekauften spiele einem preisvergleicht zu unterziehen. weil erstens hat er sie sowieso schon gekauft und zweitens siehe oben.

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Dirk T.

Re: Warum in Essen Spiele kaufen???

Beitragvon Dirk T. » 11. November 2004, 12:33

Jap!

Ich kaufe bei den Kleinverlagen sehr gerne auf der Messe, aus genau den von Andrea genannten Gründen. Ich spiele gerne mal das Spiel mit dem Autor und lasse es mir anschließend von ihm signieren. Ausserdem ist es auch interessant was über die Entstehensgeschichten zu hören.

Da ist es mir wurscht, ob ich das selbe Spiel irgendwann später vielleicht für ein paar Euro günstiger über einen Versand beziehen kann. Dieses "Geiz ist geil" Getue geht mir so dermassen auf den S... ! Gute Ware hat ihren Preis. Aber sparen wir uns doch einfach kaputt. Das ist dann bestimmt auch geil...

Ich freue mich jedenfalls, Friedemann in der Spielerei beim Spielesortieren zu sehen und auf Messen auch mal einen Schnack mit den Autoren halten zu können. Und da kaufe ich halt lieber "persönlich" ein Geschenk. Aber da gehöre ich wohl schon zum alten Eisen...

Dirk T.

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Brigitta Lindemann

Re: Warum in Essen Spiele kaufen???

Beitragvon Brigitta Lindemann » 11. November 2004, 12:54

Dirk T. schrieb:
>
> Jap!
>
> Ich kaufe bei den Kleinverlagen sehr gerne auf der Messe, aus
> genau den von Andrea genannten Gründen. Ich spiele gerne mal
> das Spiel mit dem Autor und lasse es mir anschließend von ihm
> signieren. Ausserdem ist es auch interessant was über die
> Entstehensgeschichten zu hören.
Das genau wäre auch für mich ein Grund, dort ein Spiel zu kaufen. Naja, vielleicht klappt es ja endlich nächstes Jahr.

>
> Da ist es mir wurscht, ob ich das selbe Spiel irgendwann
> später vielleicht für ein paar Euro günstiger über einen
> Versand beziehen kann. Dieses "Geiz ist geil" Getue geht mir
> so dermassen auf den S... ! Gute Ware hat ihren Preis. Aber
> sparen wir uns doch einfach kaputt. Das ist dann bestimmt
> auch geil...

Außerdem sind wir dann selber schuld, wenn wir keine Fachgeschäfte mehr haben. Beratung kostet eben ihren Preis.
Brigitta

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Frank"Riemi"Riemenschneider

Was soll ich denn in Essen???

Beitragvon Frank"Riemi"Riemenschneider » 11. November 2004, 13:32

Hi Bernd und andere,

wenn hier so viel Wert auf Geld gelegt wird, was macht Ihr dann in Essen?
Bleibt doch einfach zu Hause spart Euch die Anreise, Eintritt, Parkplatz, Verpflegung und Zeit.
Setzt Euch vor dem PC, macht Eure Schnäppchen, und werdet Glücklich(?)

Ich sehe die Messe als Urlaub an. Dieser Urlaub kostet uns (4 Personen) so ca. 500€. Mit allen Drum und Dran. Wenn mir ein Spiel zu teuer erscheint, warte ich halt ab. Zur Not bis nach der Messe.
Darüber hinaus ist es einfach schön neue und bekannte Leute zu treffen, sich auszutauschen. Dafür fahre ich nach Essen.

Aber wie sagte es ein Messebesucher so treffend, nach Essen fahren ohne Spiele kaufen, geht gar nicht.

Also, locker bleiben. Ich habe auch für ein Chinamoon 17,50€ hingelegt und musste mich auslachen lassen weil ich 10€ zuviel bezahlt habe.
Ich habe es mittlerweile überwunden ;-)

Beim Hobby greifen eh nicht die Gesetze der Marktwirtschaft :-)

Gruß

Riemi ( Rechnet lieber nicht nach )

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Arne Hoffmann
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Beiträge: 497

Re: Was soll ich denn in Essen???

Beitragvon Arne Hoffmann » 11. November 2004, 13:40

Moin Riemi,

so wie Du, sehe ich es auch. Essen ist für mich primär als Urlaub geplant, wo ich schön durch die Messehallen schlendere, alte und neue Bekannte treffe, Spiele erkläre und erklärt bekomme und die ganze Atmosphäre geniesse. Und wie bei jedem anderen Urlaub auch, bringe ich Souveniers mit.

Spielekäufe gehören zu der Messe einfach dazu - gerade bei den kleineren Verlagen. Und wenn ich nach einer Erklärrunde und/oder einem netten Schwatz mit dem Autor oder einem anderen Verlagsmitarbeiter/-helfer für das Spiel 5-10 EUR mehr hinlege - das war und ist es mir immer wert. Es kommt halt auf das Gesamtpaket "Messeerlebnis" an.

Schöne Grüße

- Arne - (freut sich schon auf seinen Herbsturlaub in 2005)

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Volker L.

Re: Marktwirtschaft

Beitragvon Volker L. » 11. November 2004, 15:34

Droegi schrieb:
>
> Dumping sind solche Dinge wie der Fön von Saturn für 1 Euro.
> Wenn aber ein Spiel für EK +/- 20% verkauft wird, ist das
> kein Dumping.

Also, meines Wissens nach sind bei kurzzeitigen Sonderaktionen
(Sommerschlussverkauf, Räumungsverkauf, Jubiläumsaktion etc.)
durchaus Preise unter EK erlaubt, inkl. der 1-Euro-Fön.
Das [i]dauerhafte[/i] Verkaufen einer Ware unter EK gilt als
verbotenes Dumping, und dabei ist es egal, ob der Verkaufspreis
1% oder 99% des EK beträgt.

Gruß, Volker (der weder Zeit noch Lust hat, im Internet auf
die Suche nach den konkreten Gesetzestexten zu gehen)

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Sven Schwarz

selber schuld, wenn wir keine Fachgeschäfte mehr haben

Beitragvon Sven Schwarz » 12. November 2004, 00:03

> Außerdem sind wir dann selber schuld, wenn wir keine
> Fachgeschäfte mehr haben. Beratung kostet eben ihren Preis.

Generell sehe ich das genauso, aber: Ich hab schon so oft "Null Ahnung" oder Falschaussagen in Fachgeschäften erlebt, dass ich mittlerweile keine Lust mehr auf Fachgeschäfte hab - und damit meine ich nicht nur Spielegeschäfte.
Natürlich gehe ich (nur) dann in ein Fachgeschäft, wenn ich mal einen besonderen Wunsch habe. Und dann möchte ich auch beraten werden. Diese Sonderanfragen können jedoch die wenigsten beantworten. Noch schlimmer ist, dass sie dazu noch nicht einmal Interesse haben. Ein "geben sie mir zwei Tage zeit, ich schreibe Ihnen dann per Mail wie's aussieht" erlebt man selten.

Daher: Wenn Fachgeschäfte keine Zeit und Ausbildung mehr Investieren, um am laufenden zu bleiben, dann müssen sie sich Nischen suchen und/oder einen Mehrwert bieten, den Geiz-ist-Geil-Geschäfte nicht bieten können.

Beim Stand in Essen ist das gegeben: Autor da, man lernt auch mal den Autor kennen, erklärt das Spiel, signiert das Spiel => Sowas findet man nirgens, also muss ich nach Essen! Dann ein paar Mark mehr dafür auszugeben tut mir nicht wirklich weh, wenn's das Spiel wert ist.

Gruß
Sven

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Roman Pelek

Ist Geiz wirklich geil(er)?

Beitragvon Roman Pelek » 12. November 2004, 02:19

Hi Atti,

Attila schrieb:

> Dann sollten die Kleinverlage vieleicht eine Spendenaktion
> auf der Messe starten! - "Bitte spendet 10 Euro, damit wir
> unser Abendessen bezahlen können" - aber aktionen das Spiel
> auf der Messe für 40 Euro zu verkaufen und im Versand bekommt
> man es dann für 32 Euro find ich schon sehr seltsam.

Naja, Andrea hat es eigentlich schon auf den Punkt gebracht: Wer als Eigenverlag auf der Messe seine Spiele nicht teurer anbietet, als es dann z. B. Versandhändler tun, wird sich auf der nächsten Messe wundern, warum der Versandhandel teilweise nur geringes Interesse verspürt, weiterhin als Geschäftspartner zu fungieren. Die Diskussion hier trägt also wohl eher dazu bei, dass einige Kleinverleger beim Durchlesen dieses Threads zu Recht vor Ärger in ihre Tastatur beißen als dass sie wirklich irgendwen weiterbringt.

> Ich meine, ich komme darüber weg und es ist mir persönlich auch
> schnuppe ob ich jetzt 732 oder 740 Euro auf der Messe
> gelassen habe, aber ich kann schon verstehen das man darüber
> verärgert ist.
> > Geiz ist nicht Geil.
> Natürlich ist es das! Wieso auch nicht?

Sicherlich hat es einen gewissen Reiz, stundenlang ohne andere Ziele auf der Messe herumzurennen oder den ganzen Feierabend vor'm Rechner zu sitzen, um im Versandhandel und auf eBay nach dem besten Schnäppchen zu jagen. Es mag auch durchaus befriedigend sein, "selbst wieder Geld gespart" zu haben, während "die anderen Idioten" ja manchmal mehr bezahlen - und manch einer kann dann ruhig schlafen. Das ist nix Verwerfliches, nur: ist es ganz egoistisch betrachtet - langfristige hehre und manchmal auch fragwürdige Ziele bzgl. der Spieleszene mal ganz außen vor gelassen - auch wirklich besser oder vielleicht einfach nur eine individuelle Neigung des Jagen und Sammelns, die nicht rationaler ist als andere Herangehensweisen?

Mal überspitzt gefragt: Hat eigentlich jemand der verbrieften Schnäppchenjäger mal gegengerechnet, ob die Suche nach dem besten Angebot inklusive der Recherche, ob ein Produkt für einen selbst attraktiv ist, lukrativer ist, als in der gleichen Zeit bei Aldi aushilfsweise Tütensuppen einzusortieren (ich nehme bewusst nicht die Gehaltskategorie der meisten hier) und den Höchstpreis mit Beratung für ein Produkt zu bezahlen?

Kann es eigentlich nicht auch an sich rational lohnend sein, bewusst nicht geizig zu sein? Ist das Erlebnis, z. B. an einem Kleinverlagsstand mit dem oder den Autoren zu spielen und dann das Spiel für ein paar Euro mehr zu kaufen auch kalkulatorisch (vom Lustgewinn mal ganz zu schweigen) nicht mindestens genauso lohnend, als dem billigsten Angebot nachzurennen und in dieser Zeit gar nichts gespielt oder wenigstens für (mehr) Geld gearbeitet zu haben? Und um gleich der offenkundigen Antithese "Ich lass mich beraten und kauf dann woanders billiger" entgegenzuwirken: das ist letztlich erneut aufgewendete Zeit, in der man woanders wieder hätte spielen können ;-)

Nun denn, so oder so erscheint mir beides ein Spiel zu sein, nur dass ich persönlich das subjektive Erlebnis des Brettspielens mit Freunden (wahlweise auch guten Bekannten oder noch-nicht-guten Bekannten) in meiner Freizeit dem vordergründig rationalistischen Metaspiel des Schnäppchenjagens vorziehe, auch wenn diese Vorgehensweise scheinbar teurer ist. Sei's drum, letztlich landen wir so oder so bei den selben Grundbedürfnissen, die bedient werden - der eine auf dem einen, der andere auf dem anderen Umweg. Nur das "Geiler is' schon" (um mal Westernhagen in der Blüte seiner Jugend zu zitieren), fehlt mir irgendwie bei beiden Extremen.

Ciao,
Roman

P.S.: Wer satirische, augenzwinkernde oder ironische Elemente in obigem Posting auch nur vermuten sollte oder jemanden kennt, der diese ansatzweise vermutet, wird mit Verbissenheit nicht unter fünf neu angefangenen Threads zum Thema "Dieses Forum wird von allen gelesen aber von vielen verflucht" verdonnert.

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Michael Preuss

Re: Warum in Essen Spiele kaufen???

Beitragvon Michael Preuss » 12. November 2004, 11:38

Gebt doch mal ein paar Beispiele für Sachen, die ihr in Essen gekauft und jetzt bei Versendern billiger (inkl. Porto) gesehen habt.

Ich persönlich bin mit meiner Essen-Ausbeute sehr zufrieden. Und das gilt sowohl im hochpreisigen Segment (für Sachen, die es nur in Essen zu kaufen gab), als auch für normale Spiele des 2004er Jahrgangs (von verramschten Spielen ganz zu schweigen).

Zur ersten Kategorie gehört für mich Treshams 'Revolution' für 50 EUR, dass ich mir dafür aber bei Mayfair von ihm signieren lassen konnte, oder das bereits genannte "7 Ages".

Zur zweiten Kategorie zähle ich zum Beispiel ein komplettes Blue-Moon-Set mit allen Völkern für 30 EUR (10 EUR fürs Grundspiel + 5 EUR pro Volk), das es oft gab. Als Schäppchen betrachte ich ebenso Goa für 20 EUR (beides Nürnberg-Neuheiten).

Auch das Studium der diversen "Games I bought in Essen"-Geeklists scheint nahezulegen, dass viele mit den Preisen auf der Spiel recht zufrieden waren.

Cheers
Michael

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Attila
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Re: Ist Geiz wirklich geil(er)?

Beitragvon Attila » 12. November 2004, 14:24

Roman Pelek schrieb:

> Naja, Andrea hat es eigentlich schon auf den Punkt gebracht:
> Wer als Eigenverlag auf der Messe seine Spiele nicht teurer
> anbietet, als es dann z. B. Versandhändler tun, wird sich auf
> der nächsten Messe wundern, warum der Versandhandel teilweise
> nur geringes Interesse verspürt, weiterhin als
> Geschäftspartner zu fungieren.

Das ist ja auch okay, aber wenn man mir sagt das 40 Euro das Super-Messeangebot ist und es im Versand noch nicht erhältlich ist und wenn es das ist, wird es *auf-jeden-fall* teurer sein, dann sehe ich das als ziemliche unverschämtheit an. Ich streite mich nicht um die 8 oder 10 Euro, ärgere mich nichtmal drüber, aber wenn man mir offensichtlich (und mE mit voller Absicht) etwas falsches erzählt dann merke ich mir das und wenn mir dann einer was von "Geiz ist nicht Geil" erzählt, ist das mE der blanke Hohn.
Splotter ist auch auf der Messe *immer* teurer als im Versand, aber da erzählt mir keiner was von einem "Super-sonder-Preis"!

Wenn es dich nicht stört das man dir die unwahrheit sagt, dann ist das schön. MICH stört es!

> Kann es eigentlich nicht auch an sich rational lohnend sein,
> bewusst nicht geizig zu sein?

Rational lohnend ist es natürlich wenn man wissentlich stuss erzählt. (Damit meine ich nicht dich ... sondern die Verkäufer).

> wenigstens für (mehr) Geld gearbeitet zu haben? Und um gleich
> der offenkundigen Antithese "Ich lass mich beraten und kauf
> dann woanders billiger" entgegenzuwirken: das ist letztlich
> erneut aufgewendete Zeit, in der man woanders wieder hätte
> spielen können ;-)

Deine Kalkulation ist unvollständig. Rational gesehen kauft man auf der Messe so wenig wie es nur geht, da man die meisten Sachen später sowieso im Versand bestellen kann. So hat man die volle Zeit zum spielen zur verfügung muss nicht die Zeit vertrödeln die man braucht ein Spiel auf der Messe zu kaufen! Ausserdem erspart man sich anstrengendes Rumgeschleppe.

Wer auf die Messe fährt um Geld zu sparen sollte besser zuhause bleiben - dann spart er sich sogar den Eintritt! - Geil, was? :-)

Atti

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Günter Cornett

Warum aus dem Haus gehen?

Beitragvon Günter Cornett » 12. November 2004, 14:52

Attila schrieb:
>
> Roman Pelek schrieb:
>
> > Naja, Andrea hat es eigentlich schon auf den Punkt gebracht:
> > Wer als Eigenverlag auf der Messe seine Spiele nicht teurer
> > anbietet, als es dann z. B. Versandhändler tun, wird sich auf
> > der nächsten Messe wundern, warum der Versandhandel teilweise
> > nur geringes Interesse verspürt, weiterhin als
> > Geschäftspartner zu fungieren.
>
> Das ist ja auch okay, aber wenn man mir sagt das 40 Euro das
> Super-Messeangebot ist und es im Versand noch nicht
> erhältlich ist und wenn es das ist, wird es *auf-jeden-fall*
> teurer sein, dann sehe ich das als ziemliche unverschämtheit
...
> Wenn es dich nicht stört das man dir die unwahrheit sagt,
> dann ist das schön. MICH stört es!

Das läuft dann aber nicht unter
- 'Warum in Essen Spiele kaufen???'
- 'Marktwirtschaft'
- 'Geiz ist geil'
- Warum sind Spiele bei Versandhändlern billiger als bei Verlagen

sondern bezieht sich auf die falsche Auskunft eines Einzelnen. Ich würd dort einfach mal anfragen und eine Stellungnahme eventuell auch die Differenz einholen.

Gruß, Günter

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Attila
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Re: Warum aus dem Haus gehen?

Beitragvon Attila » 12. November 2004, 16:01

Günter Cornett schrieb:

> Das läuft dann aber nicht unter
> - 'Warum in Essen Spiele kaufen???'

Wohl weniger, richtig.

> - 'Marktwirtschaft'

Doch, das würde ich schon sagen - ich denke das wird von so manchen als ganz normale "Marktwirtschaft" betrachtet!

> - 'Geiz ist geil'

Geiz ist nunmal geil ... so oder so ! :-)

> - Warum sind Spiele bei Versandhändlern billiger als bei
> Verlagen

WARUM das so ist - ist mir schnuppe - DAS es so ist ist mir auch schnuppe!

> Einzelnen. Ich würd dort einfach mal anfragen und eine
> Stellungnahme eventuell auch die Differenz einholen.

Deine Freizeit ist dir nicht viel wert, oder? :-) ...

Atti

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Günter Cornett

Re: Warum aus dem Haus gehen?

Beitragvon Günter Cornett » 12. November 2004, 17:09

Attila schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > Einzelnen. Ich würd dort einfach mal anfragen und eine
> > Stellungnahme eventuell auch die Differenz einholen.
>
> Deine Freizeit ist dir nicht viel wert, oder? :-) ...

Ob man im Forum fragt oder beim Verlag dürfte in etwa den gleichen Aufwand machen. Ich sprach nicht von juristischen Schritten (bei dem Streitwert ist davon eher abzuraten). Möglicherweise ist man beim Verlag dankbar für einen entsprechende Info.

Gruß, Günter (meint: erst sich informieren, dann öffentlich meckern, sofern noch Grund dazu besteht)

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Ralf Partenheimer

RE: Warum in Essen Spiele kaufen???

Beitragvon Ralf Partenheimer » 12. November 2004, 18:17

Hallo,

also selbst wenn es alle Spiele, die ich in Essen gekauft habe im Internet günstiger zu haben gibt (was durchaus sein kann) und das inklusive Porto (was ich schon für recht unwahrscheinlich halte), dürfte das jedoch kaum eine größere Summe ausmachen.
Und da ich den Eintrittspreis auch so zahlen würde, genieße ich das "Einkaufsflair" der Messe.
Ich liebe es, auf der Suche nach Schnäppchen, bzw. nach dem günstigsten Angebot durch die Hallen zu streifen und im Laufe der Zeit den Inhalt meiner Taschen zunehmen zu sehen...

Gruß,

Ralf

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Ina-spielbox

RE: Warum in Essen Spiele kaufen???

Beitragvon Ina-spielbox » 13. November 2004, 12:28

Ralf Partenheimer schrieb:

> Und da ich den Eintrittspreis auch so zahlen würde, genieße
> ich das "Einkaufsflair" der Messe.
> Ich liebe es, auf der Suche nach Schnäppchen, bzw. nach dem
> günstigsten Angebot durch die Hallen zu streifen und im Laufe
> der Zeit den Inhalt meiner Taschen zunehmen zu sehen...
>
> Gruß,
>
> Ralf

Hallo Ralf, Du sprichst mir aus der Seele! Nichts ist so schön, wie abends nach der Messe zu Hause zu sitzen und in seinen Schätzen zu stöbern und sie auszuprobieren! Diese Stimmung hat man nie wieder!

Gruß Ina

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Wolle
Spielkamerad
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Re: Warum in Essen Spiele kaufen???

Beitragvon Wolle » 13. November 2004, 23:29

Wenn Du billige Spiele haben willst gehe doch auf den Flohmarkt, oder warte
1 bis 2 Jahre dann werden sie auch billiger und bleibe vor allendingen von der Messe fern (Du spaarst dabei einen haufen Geld das du in Spiele investieren kannst), damit wir Spielebegeisterten und Spieleverrückten mehr Platz in den Hallen haben. Nur das was Du in Essen geboten bekommst griegste nicht am Pc oder einem Spieleladen geboten. Dieses Flair den Spaß mit anderen Spielern zu spielen zu Komunizieren viele andere Nette Leute kennenzulernen über Spiele zu Diskutieren gute Beratung von den Spielen auch mit den Autoren zu plaudern ihm Tips geben was man an weiteren Ausgaben und neuen Projekten verbessern könnte (ob sie davon gebrauch machen oder nicht sei dahingestellt) das gibts nur in Essen. Wenn es mir Zeitlich paßt bin ich 5 Tage in Essen und der ganze Spaß mit Anreise Übernachtung und natürlich dem wichtigstem Spiele ( 65 dieses Jahr und wenig Massenware ) zu kaufen komme ich locker auf 1600 Euro (wenns reicht) und das is mir der Spaß den ich in Essen habe allemal wert. Zum anderen unterstütze ich gerne einen klein Verlag der vielmals Spiele mit einer schönen Ausstattung anbietet. Den Aufwand den sie betreiben um an einer Messe teilzunehmen (geschwiegen von den Entwiklungskosten der Spiele) is mit Kosten verbunden abgesehen von dem Zeitaufwand der da aufgebracht wird (es werden mindestens 10 bis 12 Stunden pro Tag sein) wo sich die Autoren und Helfer für nen Appel und Ei an ihren Stand befinden und massenweise Fragen beantworten müssen so wie die Spiele anzuspielen und ständig nett sein sollten auch wenn es ihnen nicht danach is damit sich die Besucher auch bei ihnen wohlfühlen das is halt auch ein tolles Gefühl für die Besucher. Wie lange wird es noch Kleinverlage geben wenn jeder alles billig haben will ??? wird es auch noch Spiele geben ??? und wie gut sind diese ??? zum anderen muß jeder für sich abschätzen was ihm ein Spiel wert is.

Gruß Wolle


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