Beitragvon Matthias Staber » 24. November 2004, 16:30
Nach meinen bisherigen Recherchen - auch bei mir ergab sich das Interesse an dem Thema aus dem Wunsch, die Ringkrieg-Figuren zu bemalen - ist bei Weichplastikfiguren von Sprühfarbe und auch Sprühlack abzuraten.
Hintergrund: Sprühlack umgibt die Figur mit einer recht starren Schutzhülle, die brechen wird, wenn sich beispielsweise der weiche Speer einer Gondor-Figur mal bewegt. Und Sprühfarbe hält wohl nicht so gut auf Weichplastik.
Gute Ergebnisse habe ich erzielt - allerdings habe ich nicht die ganze Figur detailliert bemalt, sondern nur die bases - mit Acryl-Farbe, die mit dem Pinsel aufgetragen wird: Acryl-Farbe ist, wenn sie trocken ist, etwas elastischer als andere Farben und eignet sich deswegen wohl besser zum Bemalen von Weichplastik.
Ich habe die Farben "Model Color" von Vallejo benutzt, die es in jedem Fantasy-Shop gibt. Auch ohne Lackierung war die Haftung der Farbe an den bases der Figuren zufriedenstellend: Vier Tage Dauereinsatz auf der Stuttgarter Spielemesse haben die Figuren gut überstanden.
Dennoch werde ich bei meinem zweiten - privaten - Exemplar des Spiels noch etwas anders und aufwändiger vorgehen. Ich nenne jetzt mal alle Schritte meiner Ringkrieg-Figuren-Behandlung:
1. Manche Figuren sind leicht verzogen, wenn sie aus der Schachtel kommen. Dies korrigiert man, indem man die entsprechende Figur unter den heißen Wasserhahn hält und wie gewünscht zurecht biegt. Dann fixiert man die Figur, indem man sie zunächst unter den eiskalten Wasserhahn hält und dann in das Gefrierfach stellt, so für eine halbe Stunde.
2. Vom Herstellungsprozess haben Weichplastik-Figuren bestimmte Substanzen auf der Oberfläche behalten (keine Ahnung mehr welche): Wichtig ist: Diese Rückstände verhindern ein Anhaften von Farbe. Um sie zu entfernen werden die Figuren in Seifenlauge gebadet und gespült, z.B. in Palmolive-Geschirrspülmittel. Gut trocknen.
3. Jetzt wird grundiert: Vallejo Nr. 919: Foundation White. Sehr sparsam mit der Farbe umgehen (vor allem, wenn man nicht nur die base, sondern die Ganze Figur bemalen möchte: wer hier kleistert, verdeckt die feinen Konturen der Figuren).
4. Jetzt die Farbe. Die einzigen Figuren, die ich komplett bemalt habe, sind übrigens die Nazgul (Hexenmeister kommt noch): Vallejo Nr. 861: Glossy Black.
Die Nazgul habe ich noch anders bearbeitet: Weil mich deren Fallsucht nervte, habe ich unter ihre base vor dem Bemalen je ein Einmarkstück mit Sekundenkleber geklebt.
5. Eine Grundierungs- und eine Farbschicht sollte reichen. Jetzt noch lackieren, um die Farbe mit einer Schutzschicht zu umhüllen: Vallejo 510: Glossy Varnish. Das ist ein Teufelszeug: Sehr, sehr sparsam verwenden, sehr dünn mit dem Pinsel auftagen und gleichmäßig trocknen lassen, sonst kleistert der Lack die ganze Figur zu. Grund für die Verwendung von glänzendem Lack: Dieser wird härter als der matte und bietet einen besseren Schutz.
6. Wem der glänzende Lack nicht gefällt, trägt jetzt noch sehr, sehr dünn auf: Vallejo Nr. 520: Matt Varnish - den matten Lack also.
Theoretisch müsste es mit diesem Vorgehen auch möglich sein, die Figuren richtig zu bemalen. Dazu bin ich jedoch nicht geboren. Für die Zwecke der Unterscheidung der einzelnen Nationen reicht meiner Meinung nach das Bemalen der bases - und die Ergebnisse, die ich bisher erzielt habe, sind zufriedenstellend. Ob die Farbe allerdings wirklich bombenfest für lange Zeit hält: Dies wird man wohl erst nach einiger Zeit und vielen weiteren Partien sicher sagen können. Der Testlauf auf der Stuttgarter Spielemesse hat mir aber Mut gemacht.
Matthias