Beitragvon Carsten Brombach [Amigo] » 25. November 2004, 08:56
Udo Möller schrieb:
> Also: wir brauchen nicht nur nette Messehostessen, sondern auch kompetente!
> Vielleicht sollten wir eine Petition starten: San Juan kommt
> ins Programm von Amigo und Amigo stellt es auf der Spiel 2005
> anstatt Magic und Pokemon vor. Dazu gibt es ein
> vorkonfektiniertes "Starterspiel", indem nur einige Karten
> enthalten sind (zum mitnehmen). Das Spiel selbst kommt dann
> in Startern und Boostern und kostet dann etwa 125€, bis man
> ein Komplettset hat (es sei denn, man tauscht fleißig wie bei
> Friesematenten :-)).
> Schon haben wir riesige Verkaufszahlen und wir spielen
> demnächst Weltmeisterschaften mit 50.000$ Preisgeld aus.... :-)
Ich nehme das als Kompliment an unser Messepersonal, das wir gerne weitergeben :-)
Aber im Ernst: Eine visuelle und vor allem interaktive Demo, wie man sie auf einer Messe veranstalten kann, ist natürlich in jeder Hinsicht eine wunderbare Gelegenheit, nicht nur bei Sammelkartenspielen, sondern auch in Bezug auf "normale" Spiele, erst recht, wenn sie komplexerer Natur sind. Ich bin mir allerdings unsicher, wie weit man diesen Effekt auf eine DVD oder CD-Rom übertragen kann - nicht zuletzt, weil ich überzeugt bin (und inständig hoffe), dass persönlicher Kontakt nie vollständig ersetzbar sein wird.
Was die Grundthematik angeht: Ich habe erst vor kurzem mal wieder die Erfahrung gemacht, dass man die Kinder und Jugendlichen nicht unterschätzen bzw. über den sprichwörtlichen Kamm scheren darf: Auf der Münchner Spielwies'n wollten sich zwei 10- oder 11-jährige Kids "Tanz der Hornochsen" erklären lassen (ja, ich weiß: nicht ganz so komplex wie San Juan ;-)) Ein wenig skeptisch warnte ich sie vor: "Ist aber ein Spiel, bei dem man ein bisschen rechnen muss." - "Das macht nix, wir sind beide auf dem Gymnasium."
Was soll ich sagen: Die beiden haben ihre Zahlenplättchen cleverer und mit mehr Vorausblick ausgespielt, als irgendeine andere Gruppe, mit der ich an jenem Wochenende TdH gespielt habe (und das waren einige ...) Ich bin seither wieder deutlich zuversichtlicher, was "unsere Jugend" angeht.
Wie gesagt: persönliche Einführungen sind m. E. unschlagbar, was den Begeisterungsfaktor angeht - ich hätte Skat oder Canasta wahrscheinlich auch nicht sobald gelernt, wenn ich es mir selbst per Regelstudium hätte beibringen müssen - aber das finde ich auch ganz ok.
Fazit: Spielen wir mit den Jugendlichen, nehmen ihnen die Regellektüre vor der ersten Runde ab - wenn sie begeistert sind und ihren Freunden das Spiel erklären wollen, werden sie die Anleitung schon freiwillig zur Hand nehmen :-)
Carsten
der sich jetzt schon auf die erste Partie irgendeines 4-Stunden-Strategiespiels mit seinen (bisher noch nicht geborenen) Kindern freut