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Komplexe Spiele für Jugendliche?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Jochen Schwinghammer

Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Jochen Schwinghammer » 24. November 2004, 21:28

Hi!

Ich möchte gerne einige Ansätze der unten geführten Diskussion über San Juan aufgreifen.
Diesbezüglich möchte ich die folgenden Thesen aufstellen:

Jugendliche lieben komplexe Spiele.
Jugendliche hassen das Lesen von langen Regeln.

Hierdurch entsteht ein Dilemma: Gute (komplexe) Spiele werden von Jugendlichen nicht gespielt, weil sie erst die komplizierten Regeln lesen müssten.
Leider haben die Erwachsenen (=Eltern) auch keinen Bock, sich die Regeln durchzulesen, um sie ihren Kindern zu erklären. Deswegen werden die guten Spiele wie z.B. Puerto Rico oder San Juan erst gar nicht gespielt. Sie bekommen noch nicht mal eine Chance und werden sofort weggelegt (oder im Fernsehen zerrissen).
Folglich wird das gute alte Monopoly herausgeholt. Das kennt halt jeder.
Magic wird deswegen gespielt, weil es ein wirklich gutes und komplexes Spiel ist, aber jeder die Regeln von anderen erklärt bekommt. Welcher Schüler hat schon die Regeln von Magic gelesen?

Schlussfolgerung: Wenn wir die Fangemeinde der Liebhaber von komplexen Spielen vergrößern möchten, dann muss eine Möglichkeit gefunden werden, das Regelstudium zu umgehen. Beispielsweise nehme man eine nette Messehostess, lasse sie das Spiel ausführlich mit vielen Beispielen erklären und nehme das Ganze mit einer Videokamera auf. Als CD-Rom oder DVD packe man das dann zusätzlich zur Regel in die Spieleschachtel.

Viele Grüße, Jochen Schwinghammer (der Autor, Lehrer und Leiter einer Spiele-AG ist)

PS Ich beziehe mich auf die Masse der Jugendlichen und nicht auf die paar Ausnahmen, die liebend gerne 20 Seiten Regeln studieren.

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TRH
Kennerspieler
Beiträge: 647

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon TRH » 24. November 2004, 21:45

Hallo!

Ich gebe im wesentlichen mit deinen Thesen Recht.
Allerdings denke ich, dass es einfach auch Jugendlichen (sowie auch Erwachsene) gibt, die einfach nicht soviel Lust auf Puerto Rico oder San Juan haben, weil sie keine Lust auf Handelsspiele (also auf´s Thema) haben.
So geht´s im übrigen auch einigen Erwachsenen.

Gruß Tom

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Peter Steinert

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Peter Steinert » 24. November 2004, 22:07

Lieber Jochen,

ich finde Deinen Beitrag sehr interessant. In der Vergangenheit gab es seitens der Spieleverlage gelegentlich den Versuch, Spielregeln unterstünzend durch den Einsatz weiterer Medien zu vermitteln.
Spontan fallen mir drei Titel ein:

- Top Secret (Jumbo), dem in einer bestimmten Auflage eine Schallplatte beilag. Alex Randolph selbst erklärte hier den Kern des Spiels, was den Einstieg erleichtern sollte.

- Hase und Igel (Ravensburger): Auch hier gab es eine Ausgabe mit Tonträger, diesmal einer MC. Ich weiß, ehrlich gesagt, gar nicht, was auf der Kassette zu hören war, unterstelle aber einfach mal, dass es auch eine Spielregel war.

- Dallas (oh Gott, welcher Verlag war das denn): Eine Schallplatte, auf der Mr. Ewing himself das Spiel erläuterte.

Eine Problematik war all diesen Ansätzen gemeinsam: Sie waren nicht Visuell! Zudem kann es schwierig werden, einer akustischen Regel zu folgen, wenn sie nur schwer zu unterbrechen oder in einzelnen Passagen zu wiederholen ist - Ein Effekt, der beim Lesen ja ganz von selbst und nach Belieben funktioniert.

Mit den neuen Medien Internet, CD und DVD-Rom stellt sich die Sache etwas anders dar. Wenn ein Spiel nun auf diese Art vermittelt werden kann, könnte dies ein neuer Ansatz sein. Auf Klaus Teubers Homepage geht es ja auch in diese Richtung, und ich begrüße dies, da es den Einstieg in den Spielrahmen ungemein erleichtert - nicht nur für Vielspieler.

Fazit: Auch wenn ich über Deine Idee mit der "netten Messehostess" erst etwas geschmunzelt habe. Hey, das hat was :-)

Viele grüße

Peter

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Thorsten-spielbox

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Thorsten-spielbox » 24. November 2004, 22:20

Peter Steinert schrieb:
>
> Fazit: Auch wenn ich über Deine Idee mit der "netten
> Messehostess" erst etwas geschmunzelt habe. Hey, das hat was
> :-)
>

Definitiv, allerdings könnten die Jugendlichen dann unter Umständen zu sehr abgelenkt sein. ;)

Gruss,

Thorsten

P.S.: Die Idee mit CD/DVD ist auf jeden Fall nicht schlecht.

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der drei

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon der drei » 24. November 2004, 22:52

Das ist dann die Aufgabe der Spieleautoren, Spielregeln so zu entwickeln, bei dem man nicht großen Zeitraum des Abends verplempern muß, um sie zu lesen, sondern um gleich mit dem Spielen anfangen zu können. Dazu gibt es mittel und Möglichkeiten.

Die Grundspielregeln müssen so einfach und verständlich erklärt sein, dass man sie recht einfach im Kopf behalten kann, ergo dürfen sie gar nicht so schwer und lang sein.

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Peter Steinert

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Peter Steinert » 24. November 2004, 22:55

der drei schrieb:

> Die Grundspielregeln müssen so einfach und verständlich
> erklärt sein, dass man sie recht einfach im Kopf behalten
> kann, ergo dürfen sie gar nicht so schwer und lang sein.

???

Mensch, das isses! :D ;-)

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Diana

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Diana » 24. November 2004, 23:37

Bei Handelsspielen ist es aber in der Natur der Sache, daß die Regeln eben nicht mal eben in zwei Sätzen erklärt sind.
Ich gebe allerdings den Leuten recht, die sagen, daß man für Handelsspiele ein gewisses Interesse mitbringen sollte, was zumindest bei den Jugendlichen, die ich kenne, eher weniger vorhanden ist. Momentan sind halt diese Sammelkartenspiele cool, die ich nun wieder alle nicht kenne (ich kenne noch die Zeit, als jeder 8jährige ein Quartett in der Tasche hatte).

Gruß aus Hamburg,
Diana

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Udo Möller

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Udo Möller » 25. November 2004, 01:22

Jochen hat im Großen und Ganzen wohl den Nagel auf den Kopf getroffen.
Ich habe zu Beginn versucht, mir Magic anhand der Anleitung beizubringen (ich liebe Spielregellesen!), aber das war eine wahre Tortur! Da war es wirklich einfacher, es sich von alten Hasen erklären zu lassen.
Warum? Die Grundprinzipien sind recht einfach, die versteht man eigentlich recht schnell, wenn sie einem erklärt werden. Das Problem ergibt sich aufgrund der Interaktion der verschiedenen Karten, die zu Regelfragen führen können.
Zum einen wurde das bei Magic erkannt, es gab/gibt spezielle Starterdecks, wo man wie bei Prof. Easy durch ein Spiel geleitet wird oder solche mit abgespeckten Regeln. Aber natürlich will die kein Jugendlicher lange spielen, er steht ja sonst als der "Doofe" da. Also strengt er sich an...

Das sollte man doch für komplexere Spiele auch nutzen können.
Nimmt man also drei Leute und erklärt ihnen San Juan, indem man die Grundprinzipien erklärt und alle Kartentexte erst einmal weglässt, dann sollte das schon reichen, um eine Probberunde zu spielen und die Leute dafür zu begeistern.
Also: wir brauchen nicht nur nette Messehostessen, sondern auch kompetente! :-)

Vielleicht sollten wir eine Petition starten: San Juan kommt ins Programm von Amigo und Amigo stellt es auf der Spiel 2005 anstatt Magic und Pokemon vor. Dazu gibt es ein vorkonfektiniertes "Starterspiel", indem nur einige Karten enthalten sind (zum mitnehmen). Das Spiel selbst kommt dann in Startern und Boostern und kostet dann etwa 125€, bis man ein Komplettset hat (es sei denn, man tauscht fleißig wie bei Friesematenten :-)).
Schon haben wir riesige Verkaufszahlen und wir spielen demnächst Weltmeisterschaften mit 50.000$ Preisgeld aus.... :-)

Dass komplexe Regeln einem Spiel die Spieler entziehen, sieht man am besten am Sammelkartenspiel Middle Earth. Ein wunderschönes Spiel in der Welt von Tolkien, aber die Regeln waren einfach zu kompliziert und wurden mit jeder Erweiterung noch ausgebaut. So wurde das Spiel zum reinen Sammelobjekt und lief sich (leider) tot.
Eine Erklärrunde dauerte da locker eine Stunde - und dann konnte man es immer noch nicht spielen (ganz im Gegensatz zu Magic, da waren schon drei Partien beendet!).

LUdo ergo sum [liest jetzt noch schnell die Anleitung von GOA als Bettlektüre]

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Heinrich Glumpler

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Heinrich Glumpler » 25. November 2004, 07:08

Hi,

gab es da nicht einen Film namens "Das Glücksprinzip"? Man hilft jemanden und macht diesem zur Auflage, dass er wiederum drei anderen Menschen hilft.

Angepasst auf unser Thema:

Ich erkläre dir ein Spiel - wenn du es drei weiteren Leuten erklärst.

Natürlich gibt es da Fragen wie "Ich besitze das Spiel gar nicht, würde es jetzt aber gerne spielen" oder der Punkt, dass nicht jeder die Fähigkeit hat, Spielregeln zu vermitteln, aber wenn wir neue Wege suchen, wäre das m.E. ein Ansatz.

Grüße
Heinrich

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Christian Koppmeyer

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Christian Koppmeyer » 25. November 2004, 08:04

Ist es nicht vielleicht auch so das Jugendliche in ganz anderen Zwängen stecken als wir Erwachsenen?

Wie soll ein Heranwachsender entscheiden könenn das es evtl eine gute Investition ist sich komplexe Regeln durchzulesen. Er muss ja erst mal wissen das er Leute hat die
a) überhaupt Interesse an einem Spiel haben
b) das auch mit ihm spielen würden
c) sich "dazu herablassen" sich von ihm Spielregeln erklären zu lassen
d) das er in der Lage ist Kritik einzustecken.

Und da (in Punkt d) liegt doch schon eine der größten Hürden. Selbst ich, als Erwachsener, ärgere mich doch schon wenn ich einer Spielerunde ein komplexeres Spiel erkläre und dabei (zwangsläufug) nicht jedes Detail erwähnen kann. Irgendwann heißt es dann ich würde Sachen verheimlichen um das Spiel zu gewinnen. Das ärgert mich ungemein. Und jetzt versetze ich mich mal in die Lage von jemand der emotional nicht so stabil (nämlich ein Jugendlicher) weil halt noch Lebenserfahrung fehlt? Der hört sich das einmal an und sagt dann "L....M....a...A....".

Dazu kommt, das die Ungewissheit ob "sowas" im Freundeskreis gut ankommt ebenfalls eine Riesenhürde ist. Man will im Heranwachsenden Alter "IN" sein und deshalb ist es ziemlich "gefährlich" mit irgendwelchen "exotischen Ideen" (sprich komplexes Spiel) daherzukommen.

Das scheinen MIR in der Masse die großen Bremsen zu sein. Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel und ich stelle mal die These auf das Jugendliche die sich im Großen und Ganzen in ihrer Freizeit "langweilen" sich eher an etwas komplexeres ranwagen.

Gruß

CK

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Carsten Brombach [Amigo]

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Carsten Brombach [Amigo] » 25. November 2004, 08:56

Udo Möller schrieb:

> Also: wir brauchen nicht nur nette Messehostessen, sondern auch kompetente!

> Vielleicht sollten wir eine Petition starten: San Juan kommt
> ins Programm von Amigo und Amigo stellt es auf der Spiel 2005
> anstatt Magic und Pokemon vor. Dazu gibt es ein
> vorkonfektiniertes "Starterspiel", indem nur einige Karten
> enthalten sind (zum mitnehmen). Das Spiel selbst kommt dann
> in Startern und Boostern und kostet dann etwa 125€, bis man
> ein Komplettset hat (es sei denn, man tauscht fleißig wie bei
> Friesematenten :-)).
> Schon haben wir riesige Verkaufszahlen und wir spielen
> demnächst Weltmeisterschaften mit 50.000$ Preisgeld aus.... :-)

Ich nehme das als Kompliment an unser Messepersonal, das wir gerne weitergeben :-)

Aber im Ernst: Eine visuelle und vor allem interaktive Demo, wie man sie auf einer Messe veranstalten kann, ist natürlich in jeder Hinsicht eine wunderbare Gelegenheit, nicht nur bei Sammelkartenspielen, sondern auch in Bezug auf "normale" Spiele, erst recht, wenn sie komplexerer Natur sind. Ich bin mir allerdings unsicher, wie weit man diesen Effekt auf eine DVD oder CD-Rom übertragen kann - nicht zuletzt, weil ich überzeugt bin (und inständig hoffe), dass persönlicher Kontakt nie vollständig ersetzbar sein wird.

Was die Grundthematik angeht: Ich habe erst vor kurzem mal wieder die Erfahrung gemacht, dass man die Kinder und Jugendlichen nicht unterschätzen bzw. über den sprichwörtlichen Kamm scheren darf: Auf der Münchner Spielwies'n wollten sich zwei 10- oder 11-jährige Kids "Tanz der Hornochsen" erklären lassen (ja, ich weiß: nicht ganz so komplex wie San Juan ;-)) Ein wenig skeptisch warnte ich sie vor: "Ist aber ein Spiel, bei dem man ein bisschen rechnen muss." - "Das macht nix, wir sind beide auf dem Gymnasium."
Was soll ich sagen: Die beiden haben ihre Zahlenplättchen cleverer und mit mehr Vorausblick ausgespielt, als irgendeine andere Gruppe, mit der ich an jenem Wochenende TdH gespielt habe (und das waren einige ...) Ich bin seither wieder deutlich zuversichtlicher, was "unsere Jugend" angeht.

Wie gesagt: persönliche Einführungen sind m. E. unschlagbar, was den Begeisterungsfaktor angeht - ich hätte Skat oder Canasta wahrscheinlich auch nicht sobald gelernt, wenn ich es mir selbst per Regelstudium hätte beibringen müssen - aber das finde ich auch ganz ok.

Fazit: Spielen wir mit den Jugendlichen, nehmen ihnen die Regellektüre vor der ersten Runde ab - wenn sie begeistert sind und ihren Freunden das Spiel erklären wollen, werden sie die Anleitung schon freiwillig zur Hand nehmen :-)

Carsten
der sich jetzt schon auf die erste Partie irgendeines 4-Stunden-Strategiespiels mit seinen (bisher noch nicht geborenen) Kindern freut

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Markus F.

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Markus F. » 25. November 2004, 10:02

Carsten Brombach [Amigo] schrieb:

>
> Ich bin
> mir allerdings unsicher, wie weit man diesen Effekt auf eine
> DVD oder CD-Rom übertragen kann -

Klaus Teuber hat das mit Prof. Easy doch schon ganz gut hinbekommen. Es ist vielleicht noch nicht die 100%-Lösung, aber zumindest schon ein guter Anfang.

> nicht zuletzt, weil ich
> überzeugt bin (und inständig hoffe), dass persönlicher
> Kontakt nie vollständig ersetzbar sein wird.

Das hoffe ich doch auch, da ja gerade Brettspiele spielen durchaus etwas mit persönlichem Kontakt zu tun haben.;-)

Gruß
Markus

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Peter Gustav Bartschat

Ding-dong ... Amigo läutet!

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 25. November 2004, 10:42

Da bietet es sich doch gradezu an, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und von den Erfahrungen, die Avon und Tupperware im Direktvertrieb gewonnen zu haben, zu lernen:

- Die Amigo-Beraterin, die in der Nachbarschaft von Tür zu Tür geht, mit ihrem Musterkoffer, und sich die Zeit nimmt, in aller Ruhe unter vier Augen Spielregeln zu erklären. Dazu gehört natürlich auch die Geduld, sich das eine oder andere persönliche Problem anzuhören: "Die sagen immer, ich lese vorher die Regeln, nur um hinterher besser gewinnen zu können."

- Amigo-Parties, die freie Mitarbeiter für ihre Freunde und Kollegen daheim veranstalten, um Spiele vorzustellen und anzutesten.

Die Zukunft gehört uns Spielern: Wir müssen nur noch zugreifen! :-)

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Arne Hoffmann
Kennerspieler
Beiträge: 497

Re: Ding-dong ... Amigo läutet!

Beitragvon Arne Hoffmann » 25. November 2004, 10:45

:lol:

Moin Gustav,

die Idee kling wirklich gut. Der "mobile Spieleabend" - und weitaus interessanter als Tupperparties... :-D

Schöne Grüße

- Arne - (fragt sich, ob in diesem Sinne ein Großteil von uns nicht eh ehrenamtlicher freier Mitarbeiter diverser Spieleverlage ist.. :-? ;-) )

WeePee
Kennerspieler
Beiträge: 143

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon WeePee » 25. November 2004, 10:49

Meine Antwort zu dem Thema:

Es müsste unterschiedliche Regeln geben:

1) Die Einsteigervariante
2) Die "normale" Variante
3) Die Profi-Variante

Zu 1) Die Einsteigervariante darf nicht mehr als 2 DIN-A4-Seiten umfassen und muss schnell ins Spiel einführen.

Zu 2) Die "normale"-Variante ist für diejenigen da, die das Spiel z.B. als Familie spielen wollen und sollte nicht mehr als 5 DIN-A4-Seiten umfassen.

Zu 3) Die Profi-Variante reizt alle Feinheiten des Spieles aus und hat volle Freiheiten.

Gruß Wolfram

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Robert Vötter

Re: Ding-dong ...Ravensburger

Beitragvon Robert Vötter » 25. November 2004, 11:55

Peter Gustav Bartschat schrieb:
>
> Da bietet es sich doch gradezu an, das Angenehme mit dem
> Nützlichen zu verbinden und von den Erfahrungen, die Avon und
> Tupperware im Direktvertrieb gewonnen zu haben, zu lernen:
>
> - Die Amigo-Beraterin, die in der Nachbarschaft von Tür zu
> Tür geht, mit ihrem Musterkoffer, und sich die Zeit nimmt, in
> aller Ruhe unter vier Augen Spielregeln zu erklären. Dazu
> gehört natürlich auch die Geduld, sich das eine oder andere
> persönliche Problem anzuhören: "Die sagen immer, ich lese
> vorher die Regeln, nur um hinterher besser gewinnen zu können."
>
> - Amigo-Parties, die freie Mitarbeiter für ihre Freunde und
> Kollegen daheim veranstalten, um Spiele vorzustellen und
> anzutesten.
>
> Die Zukunft gehört uns Spielern: Wir müssen nur noch
> zugreifen! :-)
>
> Mit einem lieben Gruß
> Gustav

Hallo Gustav,
ich war schon mal auf so einer Party.Nur wurde sie von einer Ravensburger Beraterin gemacht.
Das witzigste daran war,das sich alle nur für die Puzzles interessiert hatten ;)

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Berit Kamb

Re: Ding-dong ... Amigo läutet!

Beitragvon Berit Kamb » 25. November 2004, 12:11

Lieber Gustav,

das, was Du da vorschlägst, ist genau das, was ich seit vier Jahren mache.

Gerade in diesen Wochen ziehe ich mit einer stattlichen Auswahl meiner Spiele los und bringe Kinder an neue ( und auch besonders schöne ältere ) Spiele heran. Je nach Schule sind Lehrer und Eltern oder nur Eltern als Erklärer mit dabei, so dass die kids immer Ansprechpartner haben. Ich bin natürlich auch dabei, sonst wäre es ja doof ( für mich).

Heute morgen habe ich in der ersten großen Pause ca. 80 Spiele, nach Klassenstufe sortiert, in einer Grundschule abgeliefert. In der zweiten großen Pause kommen Eltern und holen sich ein oder zwei Spiele, die sie morgen, am eigentlichen Spieletag betreuen werden. Heute Nachmittag und Abend bin ich telefonisch erreichbar, falls eine Mutter oder ein Vater sich überfordert fühlt mit einer Spielregel. Morgen bin ich zum Unterrichtsbeginn in der Schule, die kids kommen ohne Ranzen und voller Vorfreude, und wir alle spielen bis zum Mittag!

Liebe Grüße,

Berit, die auch schon voller Vorfreude dem morgigen Tag entgegen sieht.

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Michael Andersch

RE: Ding-dong ... Amigo läutet!

Beitragvon Michael Andersch » 25. November 2004, 12:45

"Berit Kamb" hat am 25.11.2004 geschrieben:
> Lieber Gustav,
>
> das, was Du da vorschlägst, ist genau das, was ich seit
> vier Jahren mache.

Machst Du das beruflich oder nebenher?

Interessierte Grüße,
Micha

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peer

Mehrstufenregeln

Beitragvon peer » 25. November 2004, 13:08

Hi,
die Mehrstufigkeit der Regeln ist ja mit einer "Profivariante" (für die unter uns, die mit Tikal ihr Geld verdienen ;-) ) schon halb dabei.
Den Nachteil einer grösseren Staffelung habe ich bei Um Reifensbreite am eigenen Leib erfahren. Nach dem Spielen der 1. Stufe fanden alle das Spiel strohlangweilig und wollten die anderen Stufen gar nicht erst probieren - es hat 1 halbes Jahr gedauert, bis ich sie wieder überzeugt habe und jetzt gefällt es erst den fraglichen Personen.
Es ist halt sehr schwer eine Regel so zu verinfachen, dass sie noch Spaß macht. Denn, wenns geht, warum war die Regel denn vorher komplizierter?

ciao
peer

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peer

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon peer » 25. November 2004, 13:11

Hi,
der drei schrieb:
> Die Grundspielregeln müssen so einfach und verständlich
> erklärt sein, dass man sie recht einfach im Kopf behalten
> kann, ergo dürfen sie gar nicht so schwer und lang sein.

Müssen sie nicht einmal (Siehe Siedler). Optimal wäre eher eine Schritt-für-Schritt-Regel: Man liest einen Satz, befolgt ihn, liest den nächsten, befolgt ihn usw. (Prof. Easy geht sehr in diese Richtung). Leider nicht bei allen Spielen möglich, aber bei San Juan z.B. müsste sowas machbar sein (grübel grübel)

ciao
peer

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der drei

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon der drei » 25. November 2004, 14:38

Ich glaube, die meisten Normalos wollen die Spielregeln beiseite schieben können und sich dann dem Spiel zu widmen.

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peer

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon peer » 25. November 2004, 14:42

Hi,
der drei schrieb:
>
> Ich glaube, die meisten Normalos wollen die Spielregeln
> beiseite schieben können und sich dann dem Spiel zu widmen.

Sicher, aber lesen müssen sie die Anleitung ja nun nocheinmal. Und dann doch lieber gleich umsetzen, was man da liest - mach ich übrigens wenn ich die Regel alleine durchlese auch so (quasi spiel ich gegen mich selbst). Dadurch wird auch so manches klarer, als wenn man es alles liest und erst absrakt verarbeiten muss.

Ich hab mal mit einer Step-by-Step-Anleitung für ein einfaches Ratespiel grosses Lob der beschenkten "Normalos" geerbt (www.spielbar.com findet man es übrigens, wenn das Product Placement gestattet ist. Wenn nicht vergesst den letzten Satz :-) )
ciao
peer

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Berit Kamb

RE: Ding-dong ... Amigo läutet!

Beitragvon Berit Kamb » 25. November 2004, 15:32

Hallo Micha,

ja, ich mache das nebenbei. Ich bin nicht mehr berufstätig, NUR Hausfrau und Mutter und kann daher die Zeit ohne Probleme einbringen.

Irgendwann hatte ich die Idee, meine Spiele auch anderen zur Verfügung zu stellen, weil das Sammeln selbst ja eigentlich nicht befriedigend ist. So kam durch ein Spielefest für die Gemeinde der Kontakt zu engagierten Lehrern zustande. Inzwischen hat sich das hier herumgesprochen, so dass viele Kinder von meiner Leidenschaft profitieren.

Es macht riesigen Spaß, in die Schulen zu gehen, und die Eltern wissen es auch zu schätzen, die Spiele ausprobieren zu können, denn entsprechende Fachgeschäfte gibt es hier in der Nähe nicht.

Ich denke, dass es auch für Seltenspieler mehr Sinn macht, ein Spiel erst auszuprobieren, denn wenn sie sich nachher nicht durch die Regeln gekämpft kriegen, ist der Frust groß und es wird beim nächsten Mal kein Spiel mehr gekauft.

An der Schule, an der ich morgen bin, spielen die Kinder und Eltern der 4. Klassen jetzt schon im 4. Jahr mit mir. Wenn die sich ein Spiel kaufen wollen, fragen sie mich oft vorher um Rat. Und da ich die ganze Sache ohne Entgelt mache, also nichts daran verdiene, vertraut man mir mehr als dem Spieleverkäufer.

Ich mache also das, was die Jury sich ins Stammbuch geschrieben hat, im Kleinen. Aber wirkungsvoll. Und mit Vergnügen!

Liebe Grüße,

Berit

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Berit Kamb

Re: Komplexe Spiele für Jugendliche?

Beitragvon Berit Kamb » 25. November 2004, 15:47

Hallo Christian,

Deine Gedanken gehen, glaube ich, in die richtige Richtung.

Ein Aspekt kommt noch hinzu. In der Zeit der Pubertät sind die Jugendlichen eher mit "anderen Dingen" beschäftigt. Dann ist es sehr schwer, sie für Brettspiele zu begeistern. Wenn sie aber zuvor schon viel gespielt haben, und eben nicht nur Magic oder Monopoly, finden sie den Einstieg nach der Pubertät leichter.

In den Oberstufen-Klassen findet man schon wieder Schüler, die Interesse haben, auch komplexere Spiele auszuprobieren, vorausgesetzt, das Thema gefällt.

In der Mittelstufe sind nur sehr wenige Schüler interessiert, und stellt man sich vor eine ganze Klasse und fragt diesbezüglich an, erntet man meist nur Gelächter. Einzelne Jugendliche kann man natürlich immer gewinnen, wenn sie grundsätzlich an Spielen interessiert sind oder wenigstens schon einmal waren.

Wer allerdings als Kind schon nicht an Spiele herangeführt worden ist und außer MÄDN nichts kennt, wird schwer zu überzeugen sein.

Liebe Grüße,

Berit

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Wolfram Püchert

Re: Mehrstufenregeln

Beitragvon Wolfram Püchert » 25. November 2004, 23:17

Naja, es gibt aber auch den umgekehrten Fall.

Ich versuche gerade, mich durch die Regeln von Hannibal: Rom gegen Karthago zu lesen.

Bevor man anfangen kann, braucht man mindestens ein Regelstudium von 2 Stunden und ist immer noch nicht mit den Regeln vertraut.

Da hätte ein Einstiegsregel (z.B. eine Schlacht spielen, oder so) durchaus geholfen.

Als positives Beispiel möchte ich "Rückkehr der Helden" nennen. Dort wird das Einstiegsspiel vereinfacht.

Gruß WeePee


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