Beitragvon Jean-Paul Eder » 27. November 2004, 11:00
Ich war zwar im Vorfeld informiert, dass die "Messe" kleiner sein und es ein "überarbeitetes Konzept" geben würde, allerdings vermutete ich nicht, dass es reinster Hohn werden würde.
Aus Pressemitteilungen von der Messe-Organanisation waren Sätze zu lese wie:
"Nirgendwo sonst bietet sich diese Gelegenheit, sich in spielerischem Umfeld über das aktuelle Angebot an Gesellschafts- und Familienspielen, Holzspielen, Puzzles, Karten-, Strategie-, Denk- und Lernspielen zu informieren und das eine oder andere liebgewonnene Spiel sogleich zu kaufen."
"liebevolles, attraktives Spieleangebot"
"ideal zur Neuheitenpräsentation der klassischen Spieleverlage vor allem Fans von Brett-, Holz- und Familienspielen nach St.Gallen zu bringen."
"Gesamtes Neuheitenprogramm im Bereich Gesellschaftsspiele"
"Die in einigen gewichtigen Punkten neu konzipierte Schweizer Spielmesse setzt alles auf den Schwerpunkt klassische Spielwaren und Gesellschaftsspiele."
Das liess doch auf einiges hoffen. Aber an der Messe die pure Ernüchterung:
- ein (1) einziger Stand (nämlich der Messe-Veranstalter selber) verkaufte Brettspiele. Die letzten Jahre gab es noch 2-3 andere Spieleverkäufer, aber da Felsenberger dieses Jahr Allein-Veranstalter wurde, konnte man wohl die Konkurrenz kicken.
- Die Preis kamen - wohl auch mangels Konkurrenz - direkt vom Mond. (Felsenbergers-Messeschnäppchen-Angebot: Edison für nur 40 Franken statt 60.- ... Hammer - gelle? Den Schnäppchentisch gab es übrigens auch nicht mehr.)
- Auf Neuheiten, welche nicht gerade von Ravensburger, Kosmos oder QueenG kommen, muss man an der Messe sowieso immer verzichten.
- Es gab keinen einzigen - ausser Joachim Zischke mit Terra-Authentica - Spieleverlag, welcher auf der Messe präsent gewesen wäre. Waren wohl alle in Wien.
- Spiele ausprobieren konnte man an etwa 12 Tische. Bei 14000 Leuten in 3 Tagen - viel Spass beim warten.
- Der Rest der Stände waren grösstenteils Holzkinderspielwarenverkäufer. Holz = saumässig teuer, aber immerhin alles 100% Natur. Na super. Zudem lagen noch einige 70er-Jahre Spielzeuge rum -> Kinder spielen mit allem was rund und farbig ist.
- Dass Modellbau gestrichen würde, war ja bekannt, aber dass alles andere auch gleich fliegen würde, dass ahnte man nicht. Letztes Jahr gab es noch sonder Ausstellungen. (Krippen,...) Mir taten die alten Männer leid, welche erst an der Information erfuhren, dass es dieses Jahr "kei Bähnli" gibt - ernüchtert zogen sie von Dannen.
- Der Einrittspreis blieb trotz alledem dennoch gleich wie letztes Jahr: 12.- (Obwohl die Messe 3/4 weniger bot als letztes Jahr.)
Fazit:
"Internationale Schweizer Spielmesse" -> rein dieser Name fällt wohl unter die Kategorie "Lockvogel". Weder die Grösse noch das Angebot waren der Worte "international", "Spiele", "Messe" oder "Olmagelände" würdig. Alternative hätte man auch einen Spielplausch in der Gemeindeturnhalle veranstalten können.
Wenn das Messekonzept nicht nochmals übearbeitet wird, war ich das letzte Mal dort.
Gruss, Jean-Paul (mochte das "Huus-Braui-Bier")
Übrigens bin ich letzthin noch auf einen interessanten Bericht gestossen über den Ausschluss eines Spielevertreibers von der CH-Spielmesse:
http://www.fatamorgana.ch/fatamorgana/pressemitteilung_spielmesse.html