Beitragvon Stefan-spielbox » 4. Januar 2005, 17:57
Marcus Segler schrieb:
>(...)
> Mein Urteil zum RIngkrieg: er funktioniert.
Und das meines Erachtens sehr gut!
> Die Mechanismen greifen ineinander und es entsteht ein nettes
> Brettspiel mit viel Atmosphäre.
> Aber mich begeistert es nicht. Ich denke dazu muss man schon
> ein HdR-Fan sein. Ich sehe keinen Sinn darin die Schlacht um
> Mittelerde immer wieder zu spielen, dazu bietet sie zu wenig
> Abwechslung und deshalb ist der Spielreiz für mich nicht groß
> genug.
Hmmm also ein Spiel solchen Ausmaßes spiele ich vielleicht alle vier Wochen einmal. Dafür bietet mir das Spiel Abwechslung genug. Das Buch (und die Filme)kenne ich ja auch und trotzdem werden sie mir nicht fad.
> Meine Kritikpunkte: die Plastikfiguren (schlecht zu
> unterscheiden, Nazguls kippen und bowlen ganze Gebiete leer),
> zu kleine Gebiete für größere Ansammlungen von Figuren,
> Gebietsnamen durch Figuren überdeckt und nicht auffindbar,
> kaum Abwechslung im Gameplay (der Ringstaffellauf nach Mordor
> während der "Böse" versucht durch Abnutzung die Oberhand zu
> gewinnen), zu viele Zufallselemente (Aktionswürfel,
> Kampfwürfel, Karten, Schaden für die Ringgemeinschaft).
Entkräftungsversuch:
1.) Figuren anmalen (ganz oder wenigstens die Basis), bzw. öfters spielen, dann erkennt man die Figuren ohne Probleme.
2.) Das Kippen der Nazgûls ist mit etwas heißem und kaltem Wasser schnell behoben.
3.) Dafür gibt's die Armee-Ersatz-Spielsteine (es sind aber nur einige Felder zu klein, bzw. es gibt nicht allzu häufig Situationen, in denen der exakte Standort einer Armee unklar ist.
4.) Hmmm, tja... also lanweilig wird's bestimmt nicht! Und wenn Du ein HdR A&A oder Risiko erwartet hast, dann frage ich mich wo bei diesen Spielen das Gameplay abwechslungsreicher ist?
5.) Zuviel Zufallselemente? Bei ASL würfeln ich und mein Gegner auch fast im Abstand von 2 Sekunden, ziehe Karten und verfluche die Würfel. Trotzdem hat Glück nicht viel mit dem Endergebnis zu tun (auch wenn ich mit meinen ersten Worten nach einem Szenario gerne das Gegenteil behaupte). Außerdem erhöhen die Zufallselemente doch auch die Abwechslung des Gameplays bzw. zwingen sie mich meine Strategie zu adaptieren und so stellen sie einiges auf den Kopf. Sicherlich ist es ärgerlich wenn einem das Karten- oder Würfelglück nicht hold ist, aber wie heißt es so schön.. "es gleicht sich alles im Endeffekt aus".
> Was mir gefällt: die Aktionswürfel und deren unterschiedliche
> Anzahl. Die Sache mit den Karten auch (leider variiert deren
> Nutzen zwischen "nicht vorhanden" und "übermächtig"). Auch
> die grundsätzliche Idee zwei Mechanismen (militärische Aktion
> und die Ringeinschmelzung) in einem Spiel zu verbinden ist
> eine schöne Sache.
Na also!
> In Kürze: IMO für Fans sicherlich DAS Spiel. Alle anderen
> sollten es sich vorher besser ansehen. Ich spiele gerne
> Cosims und war, vielleicht auch deshalb, etwas enttäuscht vom
> Ringkrieg.
Gott sei Dank ist uns ein Spiel a lá "Fellowship of the Ring" von ICE hier erspart geblieben. Das ist zwar auch ein tolles Spiel, aber aufgrund seiner Länge und Cosim-lastigkeit doch wohl eher zu den ungespielten Sammlerspielen zu zählen. Und "Fellowship.." behandelt nur den ersten Teil der Triologie! Der Ringkrieg ist mit 3-4 Stunden Spielzeit schon vielen zu langatmig, aber alle drei Romane in einem _spielbaren_ Spiel zu komprimieren ist hier definitiv gelungen. Weitere Details (Kampfsystem etc.) hätten die Spielzeit noch mehr verlängert. So wird daraus ein Spiel nicht nur für HdR-Fans. Für die aber, sollte es ein Pflichtkauf sein (wenn man denn gerne spielt. Soll ja auch HdR-Fans geben, die nicht spielen).
> Die Regel hab ich nicht in schlechter Erinnerung, weder was
> die Übersichtlichkeit noch die Komplexität angeht.
dito
Gruß,
Stefan (bringt den Ringkrieg mit nach Höchst ;-) )