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deutsche Spiele - langweilig?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Thomas Rauscher

Zwei Arten von Spielwelten

Beitragvon Thomas Rauscher » 4. April 2005, 15:50

Lieber Marcel,

ich sehe den wesentlichen Unterschied zwischen 'German' und 'American' Games nicht unbedingt im Kontrast zwischen thematisch und mechanistisch: Vom Thema her entwickelte Spiele können einen leichteren Zugang bieten als Spiele mit einem aufgesetzten Thema (ähmm, da fällt mir spontan Outpost vs. Zepter von Zavandor ein), das ist aber nicht immer so: Wenn man das Spiel vom Thema entwickelt und die Simulation zu weit treibt, kann das Ergebnis oft arg mechanistisch sein, und das trifft auf viele der oben erwähnten amerikanischen +4Stunden-Würfelorgien zu (die ich auch manchmal gerne spiele, aber nicht oft und nicht mit jedem).

Ich sehe den Hauptunterschied in der Art der fiktiven Welten, in denen sich die typischen Szenarien bewegen: In Deutschland sind nun mal aus historischen Gründen kriegerische Themen nahezu tabu, und daher ist das typische Szenario des German Games so ein Art niedlich romantisiertes Mittelalter - irgendwo zwischen dem Roman 'Der Medicus' und den ersten Kapiteln des Herrn der Ringe. Die Amerikaner haben diese Probleme nicht und können es deshalb so richtig knallen lassen, wobei aber scheinbar klein nicht geht - sprich es müssen entweder historische oder galaktische Imperien sein.

Spielen ist ja auch Abstand vom Alltag und insofern finde ich das Eintauchen in beide 'Welten' völlig o.k., aber - und das gilt m.E nicht nur für das klassische German Game, sondern auch für das American Game - sie sind thematisch irgendwann ausgereizt. Insofern würde ich mir vor allem wünschen:

- dass historische Themen nicht mit der Erfindung der Eisenbahn aufhören müssen
- dass German Games auch mal im gegenwärtigen Deutschland spielen dürfen (wie Z.B. Auf Achse)
- dass man auch aus banalen Themen Spiele machen darf (wie z.B. Café International oder Mamma Mia)
- dass es auch Spiele ohne Thema geben kann, die keine Kartenspiele sind.

Wobei ich denke, dass es auch heute solche Beispiele schon gibt, und dass es mehr davon gibt, liegt - wie Du schon sagst - letztendlich auch an uns Autoren.

Gruß

Thomas (der nicht weiß, was RoGo da andeutet, aber jetzt auch ganz gespannt ist)

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Thomas Rauscher

Re: Satt werden reicht?

Beitragvon Thomas Rauscher » 4. April 2005, 16:19

Hi Marten,

und reicht es Dir, satt zu werden? Du kennst es vielleicht vom Musik hören:

Es gibt viele Interpreten, die beherrschen Ihr Handwerk, die haben eine geile Stimme und machen Musik, die man gerne hört und die Spass macht - und trotzdem hat man dieses blöde Gefühl, dass das alles zu routiniert, zu gut gemacht und zu glatt ist - und wünscht sich manchmal Stücke, die einfach nur ein bißchen mehr schräg und weniger kalkuliert sind.

Gruß

Thomas

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Droegi
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Beiträge: 515

Re: nicht unterschreib :-)

Beitragvon Droegi » 4. April 2005, 16:40

etwa nicht Goa ??

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Helmut Lehr

Re: deutsche Spiele - langweilig?

Beitragvon Helmut Lehr » 4. April 2005, 16:54

Hier gilt auch das Sprichwort:
"Der Prophet im eigenen Land gilt nichts".
Wie viele Spieler aus anderen Ländern wären froh, wenn bei ihnen so viele gute Spiele entwickelt würden?
Eine Spur hochnäsiger Arroganz ist auch dabei:
"Alle deutschen Spiele sind ja nur locker-flockig, die haben wir in 30 Minuten durchgespielt und werden unserem Anspruch nicht gerecht."
Auf dem Markt werden viele Spiele angeboten. Wen die deutschen Spiele nicht ansprechen, kann sich anspruchsvolle ausländische kaufen.
Dass deutsche Spiele langweilig sind, ist ohnehin eine winzigkleine Meinungsminderheit in der klitzekleinen Spielszene.
SG
Helmut

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Droegi
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Beiträge: 515

Re: Zwei Arten von Spielwelten

Beitragvon Droegi » 4. April 2005, 17:04

Ist denn das Zepter von Zavandor ein typisches German Boardgame aus Deiner Sicht ? Ich finde nicht. Es hat viele Dinge, die auch typische amerikanische Spiele haben (Komplexität, umfassende Hintergrundgeschichte, etc.).

Ich denke, hier hat der Verlag auch Mut bewiesen und das Spiel in seinen Mechanismen so veröffentlicht, wie es ihm angeboten wurde. Große Verlage hätten den Rotstift angesetzt und das Spiel auf das Level von Tikal (was ich selber immer noch gerne spiele) heruntergekürzt.

Schöne Grüße
Droegi

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Thomas Rosanski

[OT] Re: Satt werden reicht?

Beitragvon Thomas Rosanski » 4. April 2005, 17:45

Thomas Rauscher schrieb:
> Es gibt viele Interpreten, die beherrschen Ihr Handwerk, die
> haben eine geile Stimme und machen Musik, die man gerne hört
> und die Spass macht - und trotzdem hat man dieses blöde
> Gefühl, dass das alles zu routiniert, zu gut gemacht und zu
> glatt ist

Wer ist denn deiner Meinung nach der Dieter Bohlen der German Games? ;-)

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Thomas Rauscher

Re: [OT] Re: Satt werden reicht?

Beitragvon Thomas Rauscher » 4. April 2005, 21:21

Hallo Thomas,

wenn ich darauf antworte, kann ich nur ins Fettnäpfchen treten.

Gruß

Thomas

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Thomas Rauscher

Re: Zwei Arten von Spielwelten

Beitragvon Thomas Rauscher » 4. April 2005, 21:30

Hallo Droegi,

äh: Jein. Letzendlich kann man es eh nicht scharf abgrenzen. Im übrigen:

Es ist ein interessantes, komplexes Spiel und das Material (plus Einleitungsstory) ist liebevoll gemacht und - da hast Du Recht - es ist sehr mutig, das so zu machen.

Nichtsdestotrotz brauchten wir bei der ersten Partie (obwohl derjenige, der es erklärte, das Spiel schon kannte) eine Stunde für die Erklärung - und es hätte eine halbe Stunde weniger gedauert, wenn wir mit den Begriffen mehr hätten anfangen können. Irgendwann hat der Erklärende dann z.B. gesagt: 'Also stellen wir uns einfach vor, der Sternenstaub ist Geld'. So war's halt.

(Und ich glaube, zu dieser Spielregel ist an anderer Stelle in diesem Forum genug gesagt worden).

Gruß

Thomas

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Frank

Re: Synthese

Beitragvon Frank » 4. April 2005, 23:46

Marcel-André Casasola Merkle schrieb:
>
>ist es meines Erachtens an
> der Zeit, sich zu überlegen, wie man das Beste aus den drei
> Welten (thematisches Amerika, freches Frankreich und
> mechanistisches Deutschland) gemeinsam in ein Spiel
> einfließen lassen kann.

vollste zustimmung, aber vergeß mir die italiener nicht, denn die haben in der letzten zeit doch so einiges rausgebracht (spontan und ganz aktuell : wings of ar, der ringkrieg, oriente), das mich mehr anspricht, als die x. version eines mehrheitenspiels mit x-beliebiger thematik.


> Das ist Evolution und sicherlich kein einfacher Prozess, aber
> wenn wir unsere Spielekultur erhalten wollen, müssen wir auch
> offen für Neues bleiben, sonst machen es eben die Amerikaner
> (und sie sind schon heftig dabei).

oh ja, wenn ich mir beispielswiese die fantasy flight ankündigungen für die kommenden 12 monate da so ansehe, bekomme ich angst um meinen geldbeutel und da ist ja auch eniges an euro/us hybriden bei...

kleine randnotiz : so ganz nebenbei kann man sich vielleicht auch glatt sorgen um fantasy flight machen, denn eine derartige fülle an 1a-produkten (potentiell), ausgeliefert in einem so kurzen zeitraum (angeblich...) , ist mir seit längerem nicht mehr untergekommen (oder sogar noch nie ?). und sooo groß sind die ja nun auch (noch) nicht, daß man sich nicht fragen dürfte, wie die das wohl finanziell und manpower-mäßig schultern werden. ich hoffe jedenfalls sehr, daß die sich nicht übernehmen werden, denn der eingeschlagene weg in richtung mischung unterschiedlicher design-philosophien, ist nach meiner bescheidenen ansicht golddrichtig.


> Für eine
> Verdammung hat der mechanistische Ansatz zu viele spannende
> Innovationen hervorgebracht.

stimmt natürlich auch, denn die deutschen spiele, die seit mitte/ende der neunziger erschienen waren, sind auch nach meinem empfinden tatsächlich *deutlich* besser als das, was in den 70ern und 80ern erschienen war. trotzdem ist es jetzt an der zeit, jetzt mal was anderes zu versuchen, denn wie oben schon gesagt, die (starre mechanismen-widerkäuerei bringt eben nur das x. mehrheiten oder was-weiß-ich-was-spiel hervor. und du hast völlig recht, denn es wird mal wieder zeit...

> für etwas wildere Ideen.

...und frischere konzepte. wie oben schon erwähnt, einige italienische designer scheinen diesen bogen z.z. recht gut rauszuhaben. und ja, auch die 2f spiele haben oft die tendenz, so erfrischend anders zu sein, als die meisten ihrer deutschen brüder- und schwesterspiele :)


> Und keine Angst: Wenn wir die Vielfalt im Spielemarkt lieb
> haben, dann bleibt bestimmt auch noch ein kuscheliges Eck für
> traditionelle German Games und klassische Simulationen aus
> Amerika.

oh, die beinharten amiknaller á la cosim mit fuffzich+ seiten regeln und 30+ stunden spieldauer meinte ich aber nun wirklich nicht, denn die spielen in der tat in einer ganz anderen liga :smile:

ich meinte, neben dem, was unsere euro-nachbarn so basteln, dann schon eher die neueren "us-mittel-gewichte", die schon ein deutlicher schritt in richtung euro-design sind. kam vielleicht falsch rüber, weil in meinem schamlosen selbstzitat ja auch ein paar alte klassiker (civ oder 18xx, die aber auch keine echten schwergewichte sind...) aufgeführt waren. das sollte aber nur verdeutlichen, daß ich die wegen ihrer komplexität und thematischen stimmigkeit mittel- und langfristig als deutlich haltbarer empfinde, denn mir fallen spontan praktisch gar keine deutschen spiele ein, die aus diesen epochen stammen und die ich immer noch lust habe, zu spielen. mmh, kreml vielleicht, aber das ist deutlich jünger und so richtig deutsch war das ja nun eigentlich auch nicht, abgesehen von der sprache und selbst darüber könnte man sich streiten, denn wer weiß schon, ob man die regeln in ihrer originalmundart überhaupt verstanden hätte :)

frank

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Frank

Re: nicht unterschreib :-)

Beitragvon Frank » 5. April 2005, 00:10

Marten Holst schrieb:

> tja, wie soll ich es sagen - bei Sahne und Kuchen sehe ich es
> genau anders herum: wenn ich ein "Deutsches" Mechanismenspiel
> und ein "Amerikanisches" Themenspiel sehe, dann macht mich
> das amerikanische mehr an, es ist für mich die Sahne und
> lecker. Habe ich aber beide gespielt, dann hinterlässt mich
> das deutsche meist "gesättigter", es hat irgendwie
> funktioniert, hat etwas gebracht, während das US-Themen-Spiel
> verpuffte.

huch, bei mir ist es genau anders herum, denn zu allererst ist man doch eigentlich vom schachtel-design und sichtbaren spielmaterial beeinflußt, oder nicht ? und da empfinde ich deutsche spiele aufgrund des spiematerials (oft holz, hübschere pläne, qualitativ bessere aufmachung etc.) noch immer als reizvoller.


> Sicher ist ein funktionierendes längeres Spiel mit stimmigem
> Thema netter,

auch das sehe anders, denn *funktionieren* tun die deutschen spiele in ihrer mehrheit und nach meiner bescheidenen meinung auch (noch) meistens besser, weil ausgewogener und besser abgestimmt, aber deren halbwertzeit ist bei mir leider mittlerweile deutlich gesunken, denn hat man´s öfter gespielt, ist die luft schneller raus, weil es eben doch wieder nur die x. wiedergeburt eines bestimmten mechanismus mit veränderter pseudo-thematik ist. mittel- und langfristig macht´s bei mir eben nicht mehr klick bei den deutschen spielen der letzten jahre und das soagr, obwohl ich den 2004er jahrgang als einen der besten empfunden habe, den es seit langer zeit gab.


> Ich gebe Dir Recht, dass Spiele wie Amun Re, Durch die Wüste
> oder Goa eine eher hausmütterliche Erotik haben, von
> vornherein ihre Herkunft vom Zeichentisch nicht leugnen
> können, einen weniger anmachen als Material oder ein Plan,
> bei dem Speichel aus den Mundwinkeln läuft (leider ja fast
> nur Welt- und Bürgerkrieg und Eisenbahn).

wenn du jetzt die myriaden von kleinen plastikfigürchen meinen solltest, die sich in einigen (eigentlich sogar recht wenigen) us-spielen tummeln, hättest du natürlich recht, denn die haben ihren ganz eigenen charme und können durchaus mit hübsch gestalteten deutschen spielen konkurieren, aber die meisten beinharten us-spiele sehen doch eigentlich noch immer kaum anders aus, als vor 20 jahren : viele pappcounter, dünnes kärtchen, dicke regeln, die oft den charme einer bleiwüste haben. das hört sich jetzt vielleicht abfälliger an, als gemeint war, denn innerlich (der kuchen...) mag ich sie ja, aber als optisches sahneschmankerl, das spontan zum losspielen reizt würde ich sie nun nicht gerade bezeichnen wollen :)

frank

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Frank

Re: Widerspruch: deutsche Spiele - langweilig?

Beitragvon Frank » 5. April 2005, 01:07

Wolfram Püchert alias WeePee schrieb:

> Du schaust zu wenig über den Tellerrand:

tja, das geht uns allen manchmal so, scheinbar auch dir :grin:


> - Blue Moon

magic tg für arme :grin: und magic tg war...eine amerikanische erfindung. was aber nicht heißen soll, daß das spiel schlecht wäre, im gegenteil, aber besonders deutsch isses ja nun nicht gerade.


> - Rückkkehr der Helden

ja, macht spaß, wenn auch vielleicht etwas zu solitär geraten. vorbild dieses spiels ist aber ein gewisses magic realm gewesen, das...überraschung...ein amerikanisches spiel ist/war. allerdings ist rückkehr der helden in dem sinne "deutscher", daß es schlicht und einfach spielbarer ist. von der ganzen art her ist es aber trotzdem "un-deutsch", denn es macht eben ganz deutlich den eindruck, daß jemand spaß dabei hatte, eine ganz bestimmte thematik von anfang bis ende umzusetzen.

der typisch deutsche ansatz hingegen : ich nehme einen x-beliebigen mechanismus und hinterher wird ein ebenso x-beliebiges thema draufgepatscht. das bringt sicherlich gut funktionierende spiele hervor, aber eben eher seltener welche, die man auch mittel- bis langfristig lieben wird, weil sich die eiwg gleichen mechanismen irgendwann (oder von spielejahrgang zu spielejahrgang) wiederholen.


> - Herr der Ringe (das von Knizia)

nun gut, das lasse mer gelten, auch wenn man eigentlich die erweiterungen dabeihaben muß und auch wenn es schon ein paar jährchen auf dem buckel hat und auch wenn es trotz der dankbaren thematik dezent mechanisch wirkt, aber so ist der knizia nun mal und das kann er immerhin gut.


> - Karibik (ist das German?)

von der art her definitiv und ein ganz schlimmes sogar, weil das nun wirklich mechanisch und überaus seicht wirkt und schon nach nur ganz fürchterlich wenigen spielen einen gewissen gähnfaktor entwickelt, zumindest bei den berühmt-berüchtigten vielspielern. naja, liegt vielleicht an den wassertemperaturen in der karibik :) immerhin, meine kinder mochten es, allerdings auch nur 3 oder 4 mal und dann reichte es ihnen...


> Vollkommen unterschiedliche Spiele, vollkommen
> unterschiedliche Mechanismen, aber alle German!
>
> Von daher: 6, setzen, nochmal von vorne .....

also sowas macht man ja nun wirklich nicht :eek: :sad:

aber das können andere natürlich auch :razz:

..also, was haben wir denn da :

eine 5 für blue moon (weil nicht erkannt wurde, daß der geistige vater des spiels überaus deutlich ein amerikanischer ist)

eine 4 für rückkehr der helden (weil das in der tat beweist, daß es auch anders geht in deutschland, aber kräftige punktabzüge, weil auch hier nicht erkannt wurde, daß der geistige vater des spiels ein amerikanischer ist. zugegebenermaßen ist magic realm aber unbekannter als magic tg und deshalb immerhin keine 5)

eine schöne 2 für den herrn der ringel

eine 6 für karibik (völlig daneben und tatsächlich sogar nur als bestätigung für andreas argumente zu gebrauchen)

bleibt also auch nur die note 4- übrig und weil es sich auf der spielboxseite nun mal um das hauptfach spiele handelt, sei angemerkt, daß weepee´s versetzung gefährdet ist, wenn er sich nicht bald setzt und nochmal von vorne anfängt :razz:

so, war das nun schön ????? ich nehme an, daß die antwort eher nein lauten könnte, also bitte keine schulnoten für beiträge anderer leute verteilen, denn du hast hier ganz gewiß nicht die funktion unseres lehrers.

ganz abgesehen davon ist das auch gar nicht nett, weil unhöflich und völlig unangebracht, weil zumindest ich hier eigentlich gerne eine interessante diskusion ohne persönliche sticheleien erleben würde (es sei denn, diese sind ganz deutlich als ironie gekennzeichnet !)

frank

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Frank Schaubrenner

Wurzeln in USaland? *g*

Beitragvon Frank Schaubrenner » 5. April 2005, 03:32

huhu,

mal treudoof anfang *gg*

könnt man nicht sagen dass die Grosseltern der GBGs aus Amerika zu uns ausgewandert sind:-)

ich bin nu nicht der monsterkompetente Spezialist, aber mir ist so als
passen deine Kritikpunkte herrlich (herkunftstechnisch) auf die guten alten 3 M Spiele ala Bazar Aquire usw. welche wenn sie heute rauskämen wohl German board Games wären (mal so wild rumspekulier)
*grübel* waren Randolf und Sackson nicht auch aus diesem US ländle, und falls nciht , dann zumidnest keine Deutschen *g*

nu zu was anderem

ich bin von den schon oben immer wieder erwähnten Klassikern ala Civi inzwischen zu den unter 3 Stunden Spielen gewandert und bin, wenn ich mir meine Lieblinge anschaue bei
thematisch hervorangenden
deutschen
ca 3 Stunden dauernden
Spielen gelandet

wie z.b.Macher und Wallenstein

mag sie seit ich sie kenne, und gerne immer wieder, ohne dass sie langweilig werden, es geht u.a.um Mehrheiten und Siegpunkte es sind einige bekannten Mechanismen dabei und sind dev deutsch :-)

NA UND ? ;-)

daneben sind sicher bei vielen "grossen" Spielen Ähnlichkeiten erkennbar, wenn mir was besser gefällt, geht das etwas Schlechtere eben nicht auf Liste oder auf Verkaufsliste, was solls? Übersättigung bringen bei mir hauptsächlich Spieleserien ala CC und Siedler u.ä. aber so lange sie verkauft werden, why not? Sie ermöglichen auch Experimente von neuen Autoren und Ideen, die sonst evtl. nicht möglich wären.

Grüsse
Frank, der gestehen muss, dass die Neuheiteneuphorie immer mehr an ihm vorbeigeht, sich aber freut bei den nächsten Spieletreffen dennoch ein paar Neuheiten auszuprobieren :-)


.

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Marten Holst

RE: nicht unterschreib :-)

Beitragvon Marten Holst » 5. April 2005, 11:14

Moin,

>> tja, wie soll ich es sagen - bei Sahne und Kuchen sehe ich es
>> genau anders herum: wenn ich ein "Deutsches" Mechanismenspiel
>> und ein "Amerikanisches" Themenspiel sehe, dann macht mich
>> das amerikanische mehr an, es ist für mich die Sahne und
>> lecker. Habe ich aber beide gespielt, dann hinterlässt mich
>> das deutsche meist "gesättigter", es hat irgendwie
>> funktioniert, hat etwas gebracht, während das US-Themen-Spiel
>> verpuffte.
>
> huch, bei mir ist es genau anders herum, denn zu allererst
> ist man doch eigentlich vom schachtel-design und sichtbaren
> spielmaterial beeinflußt, oder nicht ? und da empfinde ich
> deutsche spiele aufgrund des spiematerials (oft holz,
> hübschere pläne, qualitativ bessere aufmachung etc.) noch
> immer als reizvoller.

Naja, das erste was ich von einem Spiel erfahre, ist meist das Thema, sei es PEEP, Rezension, Bericht von Freunden, Thema - und das ist normalerweise das, was "Interesse" auslöst (oder eben viel Lob ode zumindest lebhafte Diskussion). Und da muss ich doch oft sagen - Vorteil US-Spiel.

>> Sicher ist ein funktionierendes längeres Spiel mit stimmigem
>> Thema netter,
>
> auch das sehe anders, denn *funktionieren* tun die
> deutschen spiele in ihrer mehrheit und nach meiner
> bescheidenen meinung auch (noch) meistens besser,

Den Satz meinte ich anders: Sicher ist ein funktionierendes längeres Spiel mit stimmigem Thema netter, als ein funktionierendes längeres Spiel mit aufgesetztem Thema.

>> Ich gebe Dir Recht, dass Spiele wie Amun Re, Durch die Wüste
>> oder Goa eine eher hausmütterliche Erotik haben(...)
>
> wenn du jetzt die myriaden von kleinen plastikfigürchen
> meinen solltest,

Nein, meine ich nicht - hier meine ich eher Spielpläne, die der Funktionalität entspringen und das Thema nicht mehr vermitteln können. Seien wir ehrlich: beim Betrachten von Amun Re kommt so viel ägyptische Vorfreude auf, wie bei Goa indische, nämlich ziemlich präzise ungefähr gar keine. Das sind die Spiele an die ich bei diesem Thread gedacht habe (jetzt wo ich länger drüber nachdenke, möchte ich eigentlich fast Mexika als deutlichsten Vertreter benennen).

Bleiwüsten und Papppöppel sind zwar eher nicht mein Ding, aber wenn die inneren Werte stimmen, soll das ein Knistern auch nicht verhindern.

Wobei natürlich, wenn wir zu Andreas' Ausgangsposting zurück kehren, die Klischees über US-Spiele genau so leicht konstruierbar sind. Hätte General Lee anno dunnemals einen Schnupfen gehabt, so wären 50% aller US-Spiele weg :-)

Nein, ich mag beide, Uhrmacherspiele und Erzählerspiele, am liebsten aber runde Spiele, die was erzählen - eben wirklich ein Thema, aber auf das wesentliche reduziert. Nur was das "Wesentliche" ist, das das Spielgefühl noch ausmacht - da dürften sich nicht alle einig werden.

Tschüß
Marten

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Marten Holst

RE: Satt werden reicht?

Beitragvon Marten Holst » 5. April 2005, 11:14

Moin Thomas,

> und reicht es Dir, satt zu werden? Du kennst es vielleicht
> vom Musik hören:

naja, Du weißt ja, welch Musik ich lausche, wenn meine Freizeit es gestattet. ;-) Und klar ist, ein Bob Dylan muss nicht jeden Ton treffen - aber 99% aller Leute die singen können wie Bob Dylan, die schreiben auch Murks.

Klar gibt es auch "German" Spiele, die direttamente aus einer Castingshow abgegriffen scheinen - aber die machen nicht satt, sondern wie ein McDö-Burger eher Appetit auf was richtiges. Und ja, ich gebe zu, in letzter Zeit habe ich mich beim Spielen oft bei einem semigelangweilten "Jo, ne, funktionieren tut es" ertappt. Nur, im Gegensatz zur bohlenschen Musik halte ich es noch bequem aus (wobei natürlich möglich ist, dass das auch daran liegt, dass man nicht willenlos mit Australia bespielschallt wird).

Also, ein bissel schräg darf's sein - aber schräg ist oft nur begrenzt ein Wert an sich, nämlich dann, wenn alles andere eh schon stimmt.

Sprach's und ritt auf ein paar ausgetretenen Metaphern in den Sonnenuntergang ;-)

Tschüß
Marten

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Lukas Merlach
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Beiträge: 193

RE: deutsche Spiele - langweilig?

Beitragvon Lukas Merlach » 5. April 2005, 11:25

Langweilig ist vielleicht das falsche Wort.
Aber (fast) alle sind gleich.

Du kannst Dir irgendwelche 3-4 Stück auswählen und hast damit die letzten 10 Jahre (und vermutlich auch die nächsten 10) gut abgedeckt...
Jedenfalls sehe ich auch keinen Grund für die Gier auf die immergleichen Neuheiten...

Lukas

(Natürlich ist das Medium Brettspielwelt nicht beliebig ausbaubar und die derzeit übliche Neuheitenflut führt zwangsläufig dazu, dass sich die Spiele nicht wirklich gross unterscheiden...)

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Marten Holst

RE: deutsche Spiele - langweilig?

Beitragvon Marten Holst » 5. April 2005, 12:15

Moin,

> Aber (fast) alle sind gleich.

Oder wir haben hier einen ähnlichen Effekt wie bei der Musik - was einem näher steht, das differenziert man und verteidigt die Unterschiede.

Wir haben HipHop, TripHop, FlipFlop, TriTop (Johannisbeere, Erdbeere oder Kirsche), early-90s-Trop, late-90s-Trop, Doppelwhopp, SpeedBeeHop, BlackBeeHop, Popmusik und Klassik (wobei bei letzterer eh alles gleich klingt).

Sprich: ein Einzelner mag durchaus den Unterschied zwischen 1829 und 1830 als "essentielle Feinheit, die trotz Themenähnlichkeit ein völlig neues Spielgefühl ergibt" sehen, und zu LXIV und ElGrande sagen "Naja, anderes Thema schon, aber wieder so mit Klötzchen mehr haben - ist doch ales gleich". Offenbar ist auch (relative) Gleichheit eine recht subjektive Sache.

Tschüß
Marten

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Günter Cornett

RE: nicht unterschreib :-)

Beitragvon Günter Cornett » 5. April 2005, 12:49

Marten Holst schrieb:
>
> Moin,
>
> >> tja, wie soll ich es sagen - bei Sahne und Kuchen sehe ich
> es
> >> genau anders herum: wenn ich ein "Deutsches"
> Mechanismenspiel
> >> und ein "Amerikanisches" Themenspiel sehe, dann macht mich
> >> das amerikanische mehr an, es ist für mich die Sahne und
> >> lecker. Habe ich aber beide gespielt, dann hinterlässt mich
> >> das deutsche meist "gesättigter", es hat irgendwie
> >> funktioniert, hat etwas gebracht, während das
> US-Themen-Spiel
> >> verpuffte.
> >
> > huch, bei mir ist es genau anders herum, denn zu allererst
> > ist man doch eigentlich vom schachtel-design und sichtbaren
> > spielmaterial beeinflußt, oder nicht ? und da empfinde ich
> > deutsche spiele aufgrund des spiematerials (oft holz,
> > hübschere pläne, qualitativ bessere aufmachung etc.) noch
> > immer als reizvoller.
>
> Naja, das erste was ich von einem Spiel erfahre, ist meist
> das Thema, sei es PEEP, Rezension, Bericht von Freunden,
> Thema - und das ist normalerweise das, was "Interesse"
> auslöst (oder eben viel Lob ode zumindest lebhafte
> Diskussion). Und da muss ich doch oft sagen - Vorteil US-Spiel.
>
> >> Sicher ist ein funktionierendes längeres Spiel mit stimmigem
> >> Thema netter,
> >
> > auch das sehe anders, denn *funktionieren* tun die
> > deutschen spiele in ihrer mehrheit und nach meiner
> > bescheidenen meinung auch (noch) meistens besser,
>
> Den Satz meinte ich anders: Sicher ist ein funktionierendes
> längeres Spiel mit stimmigem Thema netter, als ein
> funktionierendes längeres Spiel mit aufgesetztem Thema.
>
> >> Ich gebe Dir Recht, dass Spiele wie Amun Re, Durch die Wüste
> >> oder Goa eine eher hausmütterliche Erotik haben(...)
> >
> > wenn du jetzt die myriaden von kleinen plastikfigürchen
> > meinen solltest,
>
> Nein, meine ich nicht - hier meine ich eher Spielpläne, die
> der Funktionalität entspringen und das Thema nicht mehr
> vermitteln können. Seien wir ehrlich: beim Betrachten von
> Amun Re kommt so viel ägyptische Vorfreude auf, wie bei Goa
> indische, nämlich ziemlich präzise ungefähr gar keine.

Jo,

bei Goa hab ich mich spontan gefragt, warum man ein Thema künstlich abstrahieren muss. Weshalb werden die Gewürzinseln durch ein Raster aus 5x5 Quadraten dargestellt? Weshalb braucht es die 5 mit Zahlen versehenen Versteigerungsmarker pro Spieler?
Eine Land-/Seekarte in der Mitte, statt Quadrate Inseln, vielleicht mit unterschiedlicher Anzahl von Nachbarinseln; jeder Spieler erhält ein Schiff seiner Farbe; zusätzlich gibt es eine Figur um den Startpunkt zu markieren - das hätte spieltechnisch ausgereicht. Die Schiffe werden dann immer so zwischen zwei Feldern platziert, dass es mit dem Bug zum ausgewählten Feld zeigt.

Stattdessen: zuviel Konzentration auf den nackten Mechanismus. Ich weiss nicht, ob das 'typisch German Game' ist. Das Gegenteil sehe ich bei Spielen wie Wongar oder Ubongo. Super Design, tolle Athmosphäre aber thematisch IMHO überhaupt nicht passend zum Mechanismus.

Gruß, Günter

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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Widerspruch: deutsche Spiele - langweilig?

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 5. April 2005, 13:22

Frank schrieb:
>
> Wolfram Püchert alias WeePee schrieb:
> > - Blue Moon
>
> magic tg für arme :grin: und magic tg war...eine
> amerikanische erfindung. was aber nicht heißen soll, daß das
> spiel schlecht wäre, im gegenteil, aber besonders deutsch
> isses ja nun nicht gerade.

Das sehe ich vollkommen anders ..... Magic war weder das erste Kartenspiel dieser Art noch kann man es als geistigen Urvater von Blue Moon betrachten. Den Vergleich finde ich furchtbar daneben. Dann könntest Du ja gleich die "Quartetts" aus unserer Jugend als den Urvater aller kompetativen, themengebundenen, 2er-Kartenspiele betrachten.

> > - Rückkkehr der Helden
>
> ja, macht spaß, wenn auch vielleicht etwas zu solitär
> geraten.

Wieso, zu solitär? Wir spielen das gerne zu viert.

> vorbild dieses spiels ist aber ein gewisses magic
> realm gewesen, das...überraschung...ein amerikanisches spiel
> ist/war.

Ach, auch hier gilt dasselbe. Etwaige Ähnlichkeiten im Spielmechanismus bedeuten nicht, dass ein solcher Vergleich zulässig ist.

> allerdings ist rückkehr der helden in dem sinne
> "deutscher", daß es schlicht und einfach spielbarer ist. von
> der ganzen art her ist es aber trotzdem "un-deutsch", denn es
> macht eben ganz deutlich den eindruck, daß jemand spaß dabei
> hatte, eine ganz bestimmte thematik von anfang bis ende
> umzusetzen.

Aha! Das Spiel hat ein Deutscher entwickelt, ist von einem deutschen Verlag herausgebracht worden und ist "undeutsch"! Deine Logik möchte ich mal begreifen.

> der typisch deutsche ansatz hingegen : ich nehme einen
> x-beliebigen mechanismus und hinterher wird ein ebenso
> x-beliebiges thema draufgepatscht.

Das ist QUATSCH .... und das wollte ich mit meinem Posting sagen. DIESE ANNAHME IST SCHON FALSCH! Von daher sind alle Folgerungen, die darauf basieren, ebenfalls FALSCH. .... und das meinte ich mit: 6, setzen!

> > - Karibik (ist das German?)
>
> von der art her definitiv und ein ganz schlimmes sogar, weil
> das nun wirklich mechanisch und überaus seicht wirkt und
> schon nach nur ganz fürchterlich wenigen spielen einen
> gewissen gähnfaktor entwickelt,

Das sehe ich wiederum anders. Ich finde das Spiel klasse ... und es geht auch anderen so. Und ich und die anderen sind ebenfalls Vielspieler

> zumindest bei den berühmt-berüchtigten vielspielern.

Bei nicht allen Vielspielern .... wie oben gesagt. Schon wieder versuchst Du eine falsche Annahme als Tatsache zu verkaufen ... tststs, da falle ich aber nicht drauf rein.

> > Vollkommen unterschiedliche Spiele, vollkommen
> > unterschiedliche Mechanismen, aber alle German!
> >
> > Von daher: 6, setzen, nochmal von vorne .....
>
> also sowas macht man ja nun wirklich nicht :eek: :sad:

Meine Aussage war (und ich wiederhole das noch einmal von oben):

Die Grundannahme des Postings war schon falsch! Von daher sind alle Folgerungen, die darauf basieren, ebenfalls FALSCH. .... und das meinte ich mit: 6, setzen!

Und das ist auch das, was eine 6 sagt: "Vollkommen am Thema vorbei. Schon der erste Ansatz ist nicht korrekt."

>[ ... Noten gesnippt]

> bleibt also auch nur die note 4- übrig und weil es sich auf
> der spielboxseite nun mal um das hauptfach spiele handelt,
> sei angemerkt, daß weepee´s versetzung gefährdet ist, wenn er
> sich nicht bald setzt und nochmal von vorne anfängt :razz:

Naja, ich muss nicht mehr versetzt werden .... von daher ist es auch egal, ob es eine 1 oder eine 4 ist. Solange es etwas zum Thema sagt. Und das habe ich getan.

> so, war das nun schön ????? ich nehme an, daß die antwort
> eher nein lauten könnte, also bitte keine schulnoten für
> beiträge anderer leute verteilen, denn du hast hier ganz
> gewiß nicht die funktion unseres lehrers.

Wie gesagt, habe ich keine Schulnote verteilt - so wie du das gemacht hast - sondern zum Ausdruck gebracht, dass die Grundannahme des Postings schon falsch ist. Dass DU jetzt hier den "Polizisten" dieses Forums spielen willst .... ist Dein Bier. Ich denke, wenn andreas ein Problem mit meiner Antwort hat, wird er es mir schon sagen.

Und ohne Verlaub: Ob Du (als relativ Unbeteiligter) ein Problem mit meiner Antwort hast, ist mir - ehrlich gesagt - vollkommen egal.

> ganz abgesehen davon ist das auch gar nicht nett, weil
> unhöflich und völlig unangebracht, weil zumindest ich hier
> eigentlich gerne eine interessante diskusion ohne persönliche
> sticheleien erleben würde (es sei denn, diese sind ganz
> deutlich als ironie gekennzeichnet !)

Na, da hast Du ja eben den besten Beweis geliefert, dass DU dazu nicht in der Lage bist. Als Dritter sich einmischen ist ja so etwas von unhöflich.

Ich empfehle Dir, einen Filter zu setzen. Dann kannst Du solche Postings, die Dir nicht gefallen, einfach ignorieren .... naja, geht hier nicht? Schade ......

In einem öffentlichen Forum muss man damit klar kommen, dass andere nicht nur andere Meinungen haben, sondern auch andere Diskussionsstile, Schreibstile und andere Vorstellungen, was das Forum leisten soll, wofür es da ist, wer lesen soll, wer nicht lesen soll, wer möglichst wegbleiben soll.

Du kannst (D)eine Erwartung an das Forum haben. Das heißt aber noch nicht, dass andere diese Erwartung teilen oder ihr gerecht werden.

> frank

W.

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Wolfram Püchert alias WeePee

RE: deutsche Spiele - langweilig?

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 5. April 2005, 13:26

TriTop gibbet wieder ...... *hach* ...... in unserer Jugend war TriTop das Kultgetränk überhaupt

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Attila
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Re: unterschreib !

Beitragvon Attila » 5. April 2005, 15:42

Frank schrieb:

Age of Steam ist für dich kein "German Like"-Spiel????

Atti

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xaverius
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Beiträge: 252

Re: Zwei Arten von Spielwelten

Beitragvon xaverius » 5. April 2005, 17:33

Thomas Rauscher schrieb:
> Thomas (der nicht weiß, was RoGo da andeutet, aber jetzt auch
> ganz gespannt ist)

Fiese Freunde Fette Feten!
Schau mal hier rein:
www.casasola.de/spiele3/index.php?n=FieseFreundeFetteFeten.Spielu-_ebersicht

gruss xaverius

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Frank

Re: unterschreib !

Beitragvon Frank » 5. April 2005, 19:17

Attila schrieb:

> Age of Steam ist für dich kein "German Like"-Spiel????

nee, eigentlich nicht, denn das thema kam ziemlich deutlich vor dem mechanismus und nicht umgekehrt, die spieldauer ist etwas länger, als bei den typischen "tschörman games" und das spiel ist deutlich härter und gemeiner, als es deutsche spiele üblicherweise sind. naja, und designer sowie hertseller sind ziemlich eindeutig englisch, wobei das allerdings nicht wirklich entscheidend ist, denn ein alan moon ist ja offensichtlich auch kein deutscher, macht aber in den letzten jahren verstärkt "german-like" spiele, die teilweise bei us-verlagen erschienen sind.

"euro-gamw", das trifft´s in diesem fall mumaßlich am besten, also irgendwo auf halber strecke zwischen den neueren "us-mittelgewichten" und den "german-like" spielen.

frank

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Frank

Re: Widerspruch: deutsche Spiele - langweilig?

Beitragvon Frank » 5. April 2005, 19:23

Wolfram Püchert alias WeePee schrieb:

*konfuses und widersprüchliches geschreibsel gesnippt*

au weia...da verkneife ich mir mal jegliche antwort, denn das sprach ja wohl für sich :-| :evil: :seufz:


obwohl einen habe ich doch noch zu bieten...

> > > - Rückkkehr der Helden
> Wieso, zu solitär? Wir spielen das gerne zu viert.

und worin genau besteht die interaktion zwischen den spielern, wenn man das gemeinsame aus- und einpacken mal beiseite läßt ? :grin:

frank

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Heiko Kauffmann

Re: zu unterschreib !

Beitragvon Heiko Kauffmann » 6. April 2005, 02:44

Hallo Frank!

Ich schreib zwar nicht sehr oft, aber dieses Posting muß jetzt mal herhalten, weil es solche Spieler wie mich wohl immer weniger zu geben scheint.

> aber auf längere ansicht befriedigender, empinde ich
> mittlerweile eben wieder spiele, die nicht nur von einem
> abstrakten mechanismus ausgehen, auf den dann ein
> x-beliebiges thema draufgeditscht wurde, wie dies
> insbesondere bei den meisten deutschen spielen der fall ist.
> da sind mir doch ein wings of war, manifest destiny, republic
> of rome, 18xx, der ringkrieg, dune, civilization oder age of
> steam (um nur einige wenige zu nennen, die mir spontan durch
> den kopf gehen...) deutlich lieber, weil dem geschehen
> anzumerken ist, daß der designer ein ganz bestimmtes thema
> umsetzen wollte. diese art von spielen ist deshalb auch
> langfristig haltbarer, nicht so staubtrocken, etwas komplexer
> und thematisch *deutlich* stimmiger.
> [...]

Ich glaube wir gehen hier von zwei verschiedenen Empfindungen aus. Du bist scheinbar ein stark Themenbezogener Spieler, und andere (wie ich) haben eher Freude daran aus dem Mechanismus heraus Taktiken, Strategien zu entwickeln oder Spass an der Spannung zu haben. Das geht zu 100% auch ohne Themenstimmigkeit. Wobei das Thema, das Material und die Grafik z.B. bei "German Games" die Aufgabe hat, für die richtige Atmosphäre zu sorgen.

Durch das herunterbrechen des Mechanismus auf das wesentliche entsteht eine gewisse Abstraktion. Wenn man jetzt die Thematik möglichst stimmig umsetzen möchte leidet oft der Spielmechanische Tiefgang oder die sog. Vielschichtigkeit weil man z.B. eine bestimmte Gegebenheit oder einen Geschichtlichen Aspekt noch ins Spiel hineinentwickeln muss. Um jedoch den Mechanismus "rund" zu bekommen (z. B. viele verschiedene Strategien, gleiche Bedingungen der Spieler, angemessene Spieldauer, Spannungsbogen, interessante Siegbedingungen...) müssen oft Abstriche bei der Stimmigkeit des Themas gemacht werden. Das ist natürlich ein Dilemma. Es kann nur in seltenen Glücksfällen gelingen, alles unter einen Hut zu bekommen. Je kürzer die Regel, je eher gibt's eine Chance dafür, je Abstrakter meist das Spiel. Mir macht dies weniger aus, denn mir ist es in erster Linie wichtig, das der Mechanismus Stimmt, da darf das Thema auch abstrahiert oder angepasst werden.

Was du staubtrocken nennst, kann bei mir sehr viel wohlig Atmosphäre erzeugen, weil ich mich auch gern in Abstraktionen hineinversetze und daraus Fantasie entwickle. Ich bekomme halt weniger vorgegeben. Deswegen mag ich ja auch unter anderem die Holzhäuser bei Siedler lieber als die Plastikversion, um mal ein kleines detail zu nennen.

Warum soll ein Spiel eigentlich langfristig haltbarer sein wenn es ein Thema umsetzt und scheinbar komplexer ist? Die Spieldauer alleine kann's ja nicht sein. Dies alles hat ja noch nichts mit Vielschichtigkeit zu tun, weswegen z. B. ein Spiel bei mir längerfristig gespielt werden könnte.


> ...und hier zum thema loius xiv vs el grande...
>
> [...]
> das thema wirkt bei beiden sowas von aufgesetzt, daß es
> staubt und schon fast peinlich ist, denn es könnte durchaus
> auch um den mehrheitenkampf im gummibärtütchen gehen und das
> würde spielerisch 0 g unterschied bedeuten
> [...]

Ich finde wiederum, dass sich das Thema bei beiden Spielen sehr gut in den Mechanismus einfügt (du siehst, anderer Denkansatz). Das z. B. der Kampf um die Ausbreitung des Einflusses auf ganz Spanien bei El Grande durch die ständigen Machtverteilungswechsel ganz gut rüberkommt. Nicht zuletzt durch die sehr Atmosphärische Illustration von Doris Matthäus. Genau so geht es mir bei
Louis, das zwar etwas Abstrakter daherkommt aber das Ränkespiel am Hof wird auch hier gut eingefangen. Wenn es jedoch um Gummibärchen gehen würde; wer's mag, bitte. Ich würd' mich für die viel schönere Louis-Atmosphäre entscheiden. Spielerisch mag dies Mechanisch in der Tat 0g Unterschied bedeuten, aber es gibt ja zum Glück viel mehr Spielerisches: Das Spielerische Umgehen mit den Mitspielern, das Spielerische Umgehen mit dem Thema das Spielerische Umgehen mit dem Material...

> deutsche spiele sind eben etwas zu oft wie ganz, ganz viel
> sahne mit ein bischen kuchen unten drunter. sicherlich lecker
> und reizvoll, aber auf dauer eben etwas zu fade, weil man
> eigentlich gerne auch mal wieder mehr vom kuchen schmecken
> möchte, was aber bei dem eingestellten mischungsverhältnis
> nur schwer möglich ist.

Auch hier gibt es völlig verschiedene Mischungsverhältnisse. Die Mechanismen sind für mich, um in deinem Beispiel zu bleiben, der Kuchen. Das Fundament des Spiels woraus die Taktiken, Strategien, Spannungsbögen, Glücksmomente, Ärgernisse... entstehen. Die Sahne ist das Thema (wobei das Thema auch eine Zutat im Kuchen sein kann, die ihn so richtig zum gelingen bringt (z. B. locker macht)), die Illustration, das Material. Hier spielt die Atmosphäre eine große Rolle.
Da bieten deutsche Spiele, und dafür sind sie ja bekannt, ganz ganz viel wohlschmeckenden Kuchen.

> aber auch deutsche spiele haben selbstverständlich ihre
> berechtigung, weil eines ihrer (oft durchaus positiven)
> markenzeichen eine im überschaubaren rahmen befindliche
> spieldauer ist und man hat ja nicht immer zeit, sich ein 5+
> stunden teil reinzutun oder kinder/fämilie sitzen mit am
> tisch, deren aufnahme- und konzentrationsfähigkeit nach
> spätestens 90 minuten rapide abnimt. mutmaßlich ist das sogar
> genau der grund für den kommerziellen siegeszug der "german
> games" im internationalen bereich, der wohl nicht zu
> bestreiten ist, denn auch andere völkchen haben scheinbar
> probleme mit ständig schrumpfenden zeitreserven, allgemeinem
> gefühl des gehetztseins und abnehmender
> konzentrationsfähigkeit. so könnte sich, was den letzten
> punkt betrifft, die deutsche brettspielindustrie für
> international gestiegene verkaufszahlen sozusagen fast schon
> direkt bei mtv/privatfernsehen für deren dauerberieselung
> bedanken, denn eine schnelle zeit braucht halt schnelle
> spiele, wenn man es zynisch sehen mag :grin: und was das
> betrifft, kommen deutsche spiele, dank ihrer meist kurzen
> spieldauer, oft eher unkreativen und leider manchmal zu
> simplen und mechanismusbasierten, reißbrettartigen
> konstruktion gerade recht.

Der kommerzielle Siegeszug hat wohl eher etwas mit dem wohlschmeckenden Kuchen (s. o.) zu tun. Wenn man ein Spiel auf das Wesentliche konzentriert, wie es bei deutschen Spielen oft der Fall ist, reduziert sich natürlich auch die Spielzeit. Dies hat aber nichts mit einem Trend zu tun, der dem Gefühl der Gehetztheit nachgibt. Es ist schlicht und ergreifend eine Qualität.

Was die Schnelllebigkeit betrifft: Dies fördert wohl eher die Spielregellesefaulen Gesellen, die mit möglichst kurzen Regeln bedient werden. Alles einfach halten, damit man möglichst gleich loslegen kann auch wenn das Spielerische Potential dann auf der Strecke bleibt. Wenn dieser Trend zu Machtvoll würde, wär' mir das auch ein Dorn im Auge.

Warum soll man aus einer Kurzen Zeit nicht viel rausholen können. Und das dann mehrfach hintereinander. Sowas kann eine sehr erfüllende Zeit sein und vor allem Abwechslung bringen, wenn man sich darauf einlässt.

Für die simplen Spiele bist du wohl nicht die richtige Zielgruppe, aber auch die haben bei uns die richtige Tageszeit und möchten sie nicht missen. Und was macht eigentlich deiner Meinung nach eine unkreative, manchmal zu simple, mechanismusbasierte, reißbrettartige Konstruktion aus?
Das musst du mir nochmal näher erklären.

> wie schon gesagt, mittel- und langfristig landen sie dann bei
> mir eher in der ecke, aber eine daseinsberechtigung haben sie
> durchaus und für ein paar ironische seitenhiebe in richtung
> "deutscher un-kreativität" sind sie auch später allemale gut
> :grin:
>
> frank

Na, das klingt mir aber sehr nach frustrieter Abrechnung mit der deutschen Mentalität und Kultur. Denn gerade den "German Games" kann man "deutsche un-kreativität" wahrlich nicht vorwerfen. Ganz im Gegenteil. Gerade ein mechanismusbasiertes Spiel hat große Chancen quasi eine neue Erfindung zu sein, denn wenn ich nicht ein Thema als Grundlage nehme, muß ich aus dem Nichts heraus eine Funktionierende Konstruktion entwickeln. Und da ja Kreativität soviel wie "schöpferische Fähigkeit" heißt, sollte man gerade diesen Spielen keine "deutsche un-kreativität" vorwerfen.

Nun gut, wir sind wohl scheinbar unterschiedliche Spielernaturen.

Danke für dein Kreativitätsförderndes Posting. :wink:

Gruß Heiko (liebt den "German Game-Stile" hat aber auch nix gegen den US-Stile)

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andreas

Re: deutsche Spiele - langweilig?

Beitragvon andreas » 6. April 2005, 08:04

...danke für deinen belanglosen Beitrag!

Gruß
Andreas


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