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Schummeln - ja oder nein

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Heinrich Glumpler

Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Heinrich Glumpler » 7. April 2005, 10:42

Hi,

bezüglich "echter Spieler" erwarte ich hier ein definitives "Nein, ich schummele nicht ... wenn es nicht sein muss" ;-)

Was mich aber interessiert:
Schummelt ihr, wenn ihr mit Kindern ein anspruchsvolles Brettspiel spielt (soweit das schon möglich ist)?

Wenn ja - aus welchen Motiven?
Wenn nein - mit welchen Erfahrungen?

Grüße
Heinrich

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Robert Vötter

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Robert Vötter » 7. April 2005, 11:01

Heinrich Glumpler schrieb:
>
> Hi,
>
> bezüglich "echter Spieler" erwarte ich hier ein definitives
> "Nein, ich schummele nicht ... wenn es nicht sein muss" ;-)
>
> Was mich aber interessiert:
> Schummelt ihr, wenn ihr mit Kindern ein anspruchsvolles
> Brettspiel spielt (soweit das schon möglich ist)?
>
> Wenn ja - aus welchen Motiven?
> Wenn nein - mit welchen Erfahrungen?
>
> Grüße
> Heinrich

Ja,ich schummle meistens. Ich schaue oft,das die Gegner gewinnen. Somit spielen sie öfter mit mir. Auserdem ist es oft eine Herausforderung,jemanden gewinnen zu lassen.

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Markus N.

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Markus N. » 7. April 2005, 11:02

Na klar schummeln wir!

Unser 4-jähriger Sohn wollte jetzt unbedingt das Disney-Trivial-Pursuit spielen!
Da hätte er kaum eine Frage wissen können, weil er sie zum Teil noch nicht mal versteht! Also habe ich ihm die netten Bilder auf den Karten gezeigt und so getan als würde ich Fragen wie "Wie heißt der Sohn von Mufasa" von den Karten ablesen!
Außerdem war es schon zeitlich nach dem "Sandmännchen", also habe ich behauptet, dass man für jede richtige Antwort eine Ecke bekommt! Und so konnte er als großer Wissenssieger bereits um Viertel nach sieben ab ins Bett ;-)))

Liebe Grüße

Markus

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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 7. April 2005, 11:10

Schummeln - egal aus welchen Motiven - kommt für mich nicht in Frage.

Wenn man für Kinder die Regeln "vereinfacht", sollte das vorher mit ihnen abgesprochen werden.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kinder das gerne annehmen und irgendwann kommt von ganz alleine die Frage, wann man denn nach den richtigen Regeln spielt.

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Hartmut

RE: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Hartmut » 7. April 2005, 12:05

"Heinrich Glumpler" hat am 07.04.2005 geschrieben:
> Hi,
>
> bezüglich "echter Spieler" erwarte ich hier ein definitives
> "Nein, ich schummele nicht ... wenn es nicht sein muss" ;-)
>
> Was mich aber interessiert:
> Schummelt ihr, wenn ihr mit Kindern ein anspruchsvolles
> Brettspiel spielt (soweit das schon möglich ist)?
>
> Wenn ja - aus welchen Motiven?
> Wenn nein - mit welchen Erfahrungen?
>
> Grüße
> Heinrich

Die bisherigen Antworten zeigen, dass man den Begriff "Schummeln" wohl mehrdeutig auffassen kann. Ich verstehe darunter nicht die Beugung von Regeln, um Kindern den Einstieg / das Mitspielen zu erleichtern, das ist kein Schummeln. Ich sehe darin das möglichst unauffällige Beugen/Brechen von Spielregeln zum eigenen Vorteil, und da heißt die Antwort klar "Nein" (ohne Nebensatz und wenn oder aber).

Und da, wo ich es ggf. nicht vermeiden könnte (durch Gebrauch o.a. gezinkte Spielteile), weise ich meine Mitspieler vorher auf den Umstand hin, damit Chancengleichheit herrscht. Alles andere ist doch auch irgendwie dämlich und versaut mir und anderen den Spaß am Spiel: für mich ist das die Herausforderung, im spielerischen (!) Wettstreit um den Sieg zu ringen. So ich jemanden beim Schummeln ertappe, gehört ihm mein Mitgefühl; betrogen hat er nur sich selbst. Gleiches gilt für Leute, die mir beim Gewinnen helfen wollen ;-)

Hartmut (fordert Schummelverbotsparagraph im BGB)

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Markus N.

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Markus N. » 7. April 2005, 12:08

Hallo Wolfram,

wir pflegen den Ritus, dass unsere kleinen sich täglich nach dem Sandmann noch ein Spiel aussuchen dürfen, was wir mit ihnen spielen. Je nach Spiel ändern wir dann schon mal "zu unseren Gunsten" (im Bezug auf den zeitlichen Rahmen) die Regeln ab, ohne das vorher mit ihnen abgesprochen zu haben. Wenn man sich 12 Stunden rund um die Uhr ausgiebig mit den Kurzen beschäftigt hat, muss das auch erlaubt sein. Wir möchten dann nämlich noch ein paar Stunden am Abend für uns haben!
Generell ist es aber richtig (ab einem bestimmten Alter), mit den Kindern die Regeländerungen abzusprechen. Dann entwickeln sie von selbst den Ehrgeiz irgendwann das Spiel nach der Original-Regeln zu spielen! Aber dafür sind unsere noch ein wenig zu klein!
Wirklich wichtig finde ich aber und da muss ich Robert ein wenig wiedersprechen, dass Kinder lernen müssen, auch mal zu verlieren!
Das klappt bei uns auch mitlerweile wunderbar! Wir haben nämlich beschlossen, dass der Sieger mit Euphorie gefeiert wird und der Verlierer dafür am nächsten Tag das Spiel aussuchen darf! Dann ist das Verlieren gar nicht mehr so schlimm, die Kinder wollen nach wie vor gerne spielen (auch als Verlierer) und alle sind zufrieden!

Liebe Grüße
Markus
(der innigst hofft, dass seine Kinder niemals die Lust am Spielen verlieren!)

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Braz
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Beiträge: 6431

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Braz » 7. April 2005, 12:17

gleiches gilt für mich !


Wenn ich mit kleinere Kindern spiele und den immer "einen rüberbrazze", dann verlieren die die Lust am Spielen -> ergo: i.d.R. laß ich sie gewinnen ;)

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Diana

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Diana » 7. April 2005, 12:18

Hallo!

Ich schummele im Spiel mit meinen 4 und 5 Jahre alten Kindern eigentlich nicht, ich mache aber durchaus schon mal ungünstige Spielzüge oder überlege bei Spielen wie Halli Galli betont lang, wieviele Früchte denn nun offen liegen o.ä.
Ich vereinfache gelegentlich die Regeln etwas, wenn die Kinder etwas spielen wollen, wofür sie nun wirklich noch zu jung sind, aber solange das vor Spielbeginn besprochen wird, finde ich das legitim und kein Schummeln.

Gruß aus Hamburg,
Diana

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Frank

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Frank » 7. April 2005, 12:25

Heinrich Glumpler schrieb:

> Was mich aber interessiert:
> Schummelt ihr, wenn ihr mit Kindern ein anspruchsvolles
> Brettspiel spielt (soweit das schon möglich ist)?

ja, ein bischen im positiven sinne, weil ich es mit dem zählen von siegpunkten nicht ganz so genau nehme, wenn ich mit meiner vierjährigen tochter spiele, damit sie auch ab und zu gewinnt.

bei meinem achtjährigen sohn sieht die sache aber shcon anders aus, denn das wird knallhart durchgezogen, denn verlieren lernen gehört ab einem gewissen alter zur grundausbildung :)

frank

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Silke

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Silke » 7. April 2005, 12:39

Hallo,

aus unseren Erfahrungen ist Schummeln beim Spiel mit Kindern nicht immer so gut.
Unsere Tochter hat schon früh mit uns auch anspruchsvollere Spiele mitgespielt. Natürlich hat sie diese meist nicht so perfekt und gewinnorientiert gespielt. Und obwohl sie meistens verloren hat, konnte sie nie genug davon kriegen, mit uns gemeinsam am Tisch zu sitzen und gemeinsam (!) zu spielen.

Schon früh hat sie gelernt, dass auch Verlieren können zum Spielen (und zum Leben...:-) ) dazu gehören. Sie ist wie wir spielesüchtig geworden- also scheint sie trotz des häufigeren Verlierens in jungen Jahren die Lust am Spiel noch nicht verloren zu haben- und schlägt uns mittlerweile bei vielen Spielen haushoch.

Sie hat gelernt, verlieren zu können, ohne beleidigt oder eingeschnappt zu sein- wie so manch anderer beim Spielen :-) .

Einen guten Vergleich habe ich mit diversen Tageskindern,bei denen auch schon mal eine Spielfigur über den Tisch fegte, weil es nicht so klappte wie gewünscht. Oder wo die Mundwinkel nach unten lang und länger wurden...

Silke



I

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Frank"Riemi"Riemenschneider

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Frank"Riemi"Riemenschneider » 7. April 2005, 12:52

Hi Heinrich,

mit Kindern muss es eine ausgewogene Mischung geben.
Das heißt, wenn ich Kinder zu offensichtlich gewinnen lasse, ist der Frustfaktor genauso hoch, als wenn sie dauernd verlieren.

Natürlich erfüllt es jedes Kind mit Stolz gegen einen Erwachsenen zu gewinnen.
Damit meine Kinder es genießen können, verliere ich ab und zu bei Kinderspielen extra.

Wir haben jetzt mit Metro und Cartagena angefangen, so langsam auf andere Spiele umzuschwenken. Komischerweise habe ich bei diesen Spielen ein schlechtes Gewissen, außer mit Tipps, meiner Tochter unter die Arme zu greifen. Manchmal ist man schon bekloppt ;-)

Gruß

Riemi

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Ernst-Jürgen Ridder

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 7. April 2005, 12:56

Hallo Heinrich,

Schummeln ist, wie man an der Diskussion auch sieht, ein etwas schwammiger Begriff. In dem Sinne, dass Schummeln einen bewussten Regelverstoß zum eigenen Vorteil bedeutet, sollte ein Spieler das nicht tun, schon gar nicht gegenüber Kindern. Schon schwieriger ist die Frage, was man denn machen sollte, wenn man versehentlich -objektiv zum eigenen Vorteil- einen Regelverstoß begangen hat, den man erst danach bemerkt, die Mitspieler bemerken es nicht; schummelt man, wenn man das nicht offenbart?

Wenn es bei Kindern darum geht, diesen den Einstieg in ein Spiel zu erleichtern, sind Regelabwandlungen wohl kein Schummeln, schon gar nicht, wenn sie vorher besprochen sind. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, z.B. Abwandlungen, die dann für alle Mitspieler gelten, oder solche, die nur für die Kinder gelten. Als Beispiel für letzteres etwa: Ein Rohstoffnachziehstapel bei Siedler von Catan nur für Kinder, von dem sie sich bedienen dürfen, wenn sie durch Würfeln nichts bekommen. Ansonsten werden die Spiele dann aber "normal" gespielt. Wenn die Kinder trotz der "Erleichterung" für sie verlieren, schadet das nichts, müssen sie doch jedenfalls ab 8 Jahren, denke ich, auch verlieren lernen.
Anders wieder die Frage, ob man zugunsten von Kindern bewusst spieltaktische Fehler machen sollte, um es ihnen leichter zu machen. Das ist schon auch eine Form von Schummeln, wenn auch meist nicht direkt aus eigensüchtigen Motiven. Das ist ein schwieriges Kapitel, das nicht nur das Spielen betrifft, sondern sehr klar in erzieherische Fragestellungen hineinwirkt.

Gruß
Ernst-Jürgen

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Hartmut

RE: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Hartmut » 7. April 2005, 12:56

PS: habe natürlich ein wenig den gefragten Schwerpunkt "Spielen mit Kindern" bei meiner Antwort aus dem Auge verloren. Aber im Grunde gilt alles Gesagte auch weitestgehend hier. Natürlich ist man als Erwachsener schon mal leicht versucht, Kinder "gewinnen zu lassen", ab und zu ist das auch in Ordnung (dazu unten mehr). Aber wehe man lässt sich das anmerken! Das finden die Kleinen dann oft garnicht so toll, denn auch die wollen schon aus eigener Kraft gewinnen und darauf ein wenig stolz sein dürfen. Da unterscheiden sie sich kein bischen von den Erwachsenen ;-)

Wichtiger im Spiel mit Kindern ist mir daher, das man ein geeignetes Spiel ggf. mit angepassten Regeln auf den Tisch bringt, was die Kinder mit ihrern Fähigkeiten beherrschen und spielerisch ausreizen können. Dann hat man keine Schummel-Verrenkungen nötig, auch ist auf Seiten der Kinder die Akzeptanz für einen wechselnden Ausgang (mal gewinnen, mal verlieren) schnell verinnerlicht. Dauerhaft Kinder-gewinnen-lassen hat m.E. im Hinblick auf eine vernünftige Erziehung eher schädliche Auswirkungen.

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Droegi
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Beiträge: 515

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Droegi » 7. April 2005, 13:17

Klingt wirklich sehr gut.

Aus meiner Kindheit kenne ich noch den Spruch "Doof fängt an" (bedeutet: der Verlierer aus dem letzten Spiel beginnt), was ja bei Spielen wir Mühle oder Dame nicht ganz unerheblich ist.
Und die Kinder waren ja nicht immer "doof", ab und zu waren es dann auch mal die Eltern, worüber sich dann tierisch gefreut wurde.

Wichtig beim Spielen ist, daß die Kinder erkennen, daß es um das miteinander Spielen geht und nicht ums gewinnen. Ein Kind, daß dieses gelernt hat, wird im späteren Leben ein gutes Maß an sozialer Kompetenz besitzen (denke ich mal)

Schöne Grüße
Droegi, der Ostern gegen seinen 4-jährigen Neffen "König der Löwen"-Memory verloren hat, sogar ohne zu mogeln.

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Heinrich Glumpler

Danke

Beitragvon Heinrich Glumpler » 7. April 2005, 13:48

Hi,

danke für das aufschlussreiche Feedback!

Jenseits des großen Teiches hab ich auch noch einen Artikel dazu gefunden:

http://www.thegamesjournal.com/articles/RaisingGamers1.shtml

Grüße
Heinrich

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Marten Holst

RE: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Marten Holst » 7. April 2005, 14:24

Moin,

> bezüglich "echter Spieler" erwarte ich hier ein definitives
> "Nein, ich schummele nicht ... wenn es nicht sein muss" ;-)

Bekommst Du - bin ich jetzt ein echter Spieler?

> Was mich aber interessiert:
> Schummelt ihr, wenn ihr mit Kindern ein anspruchsvolles
> Brettspiel spielt (soweit das schon möglich ist)?

Nein. Das einzige, was ich mir heraus nehme ist, meine Spielstärke "abzusenken", aber nicht durch bewusst falsche Züge, sondern indem ich mich weniger konzentriere. Ich "will" jedes Spiel gewinnen und es ist im Gegenzug keine Katastrophe, wenn ich es nicht tue. Ich hoffe, dass sowas dann auch "durchschlägt". Ausnahme ist vielleicht, wenn mein Gegner einen "totalruinsen Zug" macht. Dann nutze ich ihn nicht voll aus, weise darauf hin und biete die Chance zur Reparatur (allerdings wenn möglich nicht durch direktes Zurücknehmen, sondern eben dadurch, dass ich es nicht voll nutze). Ich bin es halt so gewohnt :-) - in meiner Familie bin ich Zeit meines Lebens immer fair, aber entschieden "abgemacht" worden, bis ich die jeweiligen Spiele beherrschte, mochte es aber dennoch als Beschäftigung mit Mama, Papa, Oma, Opa, Tante und Nenntante sehr gerne.

Viel wichtiger im Spiel mit Kindern ist für mich, dass keine Verbissenheit aufkommt, weder bei mir noch beim Kind, sondern dass das "Spielen" im Sinne von Spaß haben im Vordergrund steht.

Tschüß
Marten

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Kurt Schellenbauer

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Kurt Schellenbauer » 7. April 2005, 14:37

Robert Vötter schrieb:
> Ja,ich schummle meistens. Ich schaue oft,das die Gegner
> gewinnen. Somit spielen sie öfter mit mir. Auserdem ist es
> oft eine Herausforderung,jemanden gewinnen zu lassen.

und dabei nicht erwischt zu werden.

verspielte Grüße
Kurt Schellenbauer
.... der ab und zu die Regeln biegt wenn er mit Kindern spielt.

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Lol Margue

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Lol Margue » 7. April 2005, 15:04

Hallo,

was wir öfters machen ist mit offenen karten spielen, damit man ratschläge geben kann, oder wir geben ratschläge der Art : "Jetzt wäre es besser eine höhere Karte zu spielen" oder so.
Aber letzte Woche wollte ich meinen Sohn bei Land unter wenigstens in der 3ten Partie gewinnen lassen, was mir aber beim besten Willen nicht gelungen ist.

Schönen Gruss

LOL

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Eva

Kinder gewinnen lassen? - nein!

Beitragvon Eva » 7. April 2005, 17:21

Hallo Zusammen,

Spannendes Thema: Schummeln zu gunsten des Kindes, Kinder gewinnen lassen...

Da stoße ich oft auf Unverständnis unter Verwandten und Bekannten.

Ich lassen nämlich keine Kinder gewinnen. Zumindest nicht, indem ich „schlecht“ spiele, so tue, als habe ich beim Memory spielen vergessen, wo eine Karte liegt, wenn das nicht stimmt. Oder beim Mensch ärger dich nicht eine Figur setze, mit dem das Kind nicht geschlagen wird, obwohl ich es raus werfen könnte.

Das fühlt sich für mich total falsch an. Kinder sind doch nicht blöde. Wenn sie es heute nicht merken, dann vielleicht morgen oder übermorgen, dass ich sie gewinnen lasse…. Und zu gewinnen, weil ein anderen absichtlich schlecht spielt, das ist ein total blödes Gefühl.

Ich baue ja auch nicht nur zweidimensionale Türme, weil meine Tochter auch noch nicht dreidimensional bauen kann aus Sorge sie zu frustrieren.

Ich passe die Gegebenheiten so an, dass das Kind auch so wie sie es zu diesem Zeitpunkt, zur aktuellen Tagesverfassung kann gut zurechtkommt, ohne „scheitern zu müssen“.

Und genau das mache ich auch beim Spielen. Wenn ich merke, dass unsere Tochter keine Chance hat zu gewinnen, weil ich noch die besser Übersicht habe, dann ändere ich die Regel für sie, und nur für sie!! Zu ihren Gunsten.
Damit ist dann nämlich ein spannendes Spiel für sie und mich möglich. Denn ich muss mich dann wirklich anstrengen zu gewinnen.

Zum Beispiel Memory:
Das Kind darf immer drei Karten umdrehen, es darf sich einmal verbessern, es darf immer eine karten offen liegen lassen, es darf immer vier karten umdrehen…

Zum Beispiel Mensch ärgere dich nicht:
Das Kind darf immer zweimal Würfel: mit einem normalen Würfel, und einem blanko Würfel, auf den wir Augen von 1 – 3 gemalt haben, es darf einen Pöpel zurücksetzen, wenn es feststellt, dass es doch jemanden rauswerfen kann. Das Kind bekommt von mir die verschiedenen Zugmöglichkeiten gesagt und darf sich dann entscheiden, welche es wählt, es startet nur mit drei (zwei) Figuren, ich mit allen…. Und so weiter… (natürlich nicht alle „Vorteile“ zusammen… sonst hätte man es wohl wirklich schwer…. *grins*)

Zum Beispiel: Ringel Rangel von Haba: Das Kind darf eben mit zwei oder drei Fingern die Schildkröte führen, ich nur mit einem, nur mit einem der linken (wenn ich rechtshänder bin) nur mit dem kleinen Finger...
Und wenn das Kind jedes Mal gewinnt, dann werden die Regeln neu ausgehandelt.


Du siehst, die Möglichkeiten sind total vielfältig, wenn man sich davon freigemacht hat, dass die regeln für alle gleich sein müssen.

Am Spiel noch wichtig für mich ist:

- alle werden Regeln unterworfen, Eltern wie Kinder, aber die Regeln müssen eben _nicht_ die gleichen sein.
- die Regeln sollten jedem _vor_ dem Spiel klar sein.
- jeder ist Gleichberechtigt! dabei heißt gleichberechtigt NICHT, dass die Regeln für alle gleich sein müssen, sondern sie sollten dem jeweiligen Können entsprechen!

Und wenn ich merke, sie gewinnt jedes Mal, ich kann machen was ich will… dann verhandeln wir die Regel wieder neu.

Auf diese Weise spiele ich hervorragend mit altersgemischen Kindergruppen. Und entgegen aller Vorurteile habe ich noch keine Probleme gehabt mit den Kindern, wenn die Regen für die jüngeren vereinfacht werden. Mit einer Erklärung war das kein Problem.

Im Moment spiele ich mit meiner Tochter (gerade 3 geworden) und einer Nachbarstochter (gerade 6 Jahre) oft Au Backe. Sie lieben das Spiel... ich mag es auch... und muss mich echt anstrengen zu gewinnen. Ich ergänze meine Kartenhand am Ende meines Zuges auf 3 (ich spiele mit 3 Handkarten) das Nachbarskind auf 5 Karten und meine Tochter darf sich sofort eine neue Karte nehmen... so lange, bis sie eine falsche aufdeckt. Unsere Gewinnbilanz absolut ausgeglichen.
Sobald sich das ändert, werden wir die Regeln wieder ändern.

Viele Grüße
Eva (die beim Spielen während der Arbeit die ersten Regel-Änderungs-Erfahrungen sammeln durfte)

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Udo Schmidt

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Udo Schmidt » 7. April 2005, 23:09

Ich habe nicht mehr allzu viele Erinnerungen an meinen Opa, aber eine ganz besondere hat sich mir eingeprägt: Ein einziges Mal hab ich ihn in DAME besiegt, als er nicht aufpasste und ich ihm 3 Steine auf einen Streich schlagen konnte. Da er mich sonst nie gewinnen ließ, glaube ich, dass das auch in diesem Spiel nicht von ihm beabsichtigt war (und wehe, es rüttelt jemand an dieser Überzeugung ;-) ).

Hätte er mich öfter mal gewinnen lassen, wäre das wohl nichts Besonderes gewesen - so aber war ich stolz wie Oskar und denke heute noch manchmal schmunzelnd daran.

Und deshalb lasse ich - zumindest ab einem gewissen Alter - Kinder auch nicht mehr absichtlich gewinnen, weil ich ihnen damit auch etwas nehme.

Bei meiner jüngsten Tochter hab ich früher schon öfter mal absichtlich beim Memory danebengegriffen - mittlerweile hätte ich mit dieser Strategie aber kaum noch eine Siegchance :-)

Gruß Udo

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Arby

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Arby » 8. April 2005, 00:08

Hallo,

also ich bin ziemlich froh und erleichtert, dass es doch noch Eltern gibt, die ihren Kindern auch mal ein verlorenes Spiel zumuten - ich hatte schon angefangen zu zweifeln.
Na klar werden mit Kindern ab und zu schon mal Regeln - hmm... - gebogen. Bei mir ist das meist aus dem Grund, dass meine Tochter gerade mal 4 Jahre alt ist, und mit den Original-Regeln eines Spiels, dass laut Schachtel ab 8 ist, doch etwas überfordert sein könnte ;-)

Ne im Ernst... Wenn Steffi was spielen will, dann spielen wir was. Ich mache dabei "natürlich" schon ab und zu absichtlich einen Fehler, aber dann wirklich nur, weil es dabei um eine Dummheit ihrerseits oder gar fehlendes Glück in einer Spielsituation geht, die wirklich spielentscheidend sein kann, obwohl die Regeln das an einer solchen Stelle gar nicht vorsehen. (Klassisches Beispiel: MÄDN - Ein Kind übersieht, dass man schlagen muss und verliert dadurch einen Pöppel... naja, dann "vergesse" ich das halt auch irgendwann mal).
Ich "schummele" allerdings nicht, d.h. ich spiele schon nach den Spielregeln und vor allem lasse ich meine Tochter dann nicht "um jeden Preis" gewinnen. Soweit kommt das noch! Sie soll ruhig lernen, daß man das Ziel des Spiels (zu gewinnen) auch oft genug verfehlen kann, was aber nichts ausmacht, solange man den Sinn des Spiels (Spaß haben) kapiert. Ich glaube, wir haben das (bisher) recht gut hingekriegt, denn gerade heute hat uns die Kindergärtnerin bestätigt, daß Steffi gerne spielt und keine Probleme damit hat, wenn sie verliert. Na also... :-)

Ralf "Arby" Brostedt (der eigentlich nicht angeben wollte, aber doch sooo stolz (nicht nur) auf seine älteste Tochter ist)

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Arby

Re: Kinder gewinnen lassen? - nein!

Beitragvon Arby » 8. April 2005, 00:41

Eva schrieb:

> - jeder ist Gleichberechtigt! dabei heißt gleichberechtigt
> NICHT, dass die Regeln für alle gleich sein müssen, sondern
> sie sollten dem jeweiligen Können entsprechen!

Soweit hab ich noch gar nicht gedacht. Dabei finde ich diesen Ansatz sehr überzeugend. Vielen Dank für diesen Denkanstoß.

Ralf "Arby" Brostedt

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Sandra-spielbox

Re: Schummeln - ja oder nein

Beitragvon Sandra-spielbox » 8. April 2005, 08:51

Zugegeben - schummeln zu meinen eigenen Ungunsten halte ich für legitim. Das mache ich dann auch schon mal ganz gerne - darf bloß niemand merken.

Was ich aber nicht akzeptiere, ist, wenn meine Tochter zu ihrem eigenen Vorteil schummelt!

Sandra

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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Kinder gewinnen lassen? - nein!

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 8. April 2005, 16:30

Hmmm, interessanter Aspekt: Jeder Spieler spielt nach "seinen" Regeln gemäß seinen Fähigkeiten.

Nach einigem Nachdenken, kommt für mich das allerdings nicht in Frage:
1) Jedes Mal die Regeln für jeden einzelnen Spieler anpassen und dann auch noch so, dass es einigermaßen ausgewogen ist, halte ich für sehr schwer.
2) Die Kinder müssen auch lernen, dass es im Leben nicht für jedes Handikap einen Ausgleich gibt. Man "kämpft" halt mit ungleichen persönlichen Startbedingungen auf gleichem "Battleground".

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Ernst-Jürgen Ridder

Re: Kinder gewinnen lassen? - nein!

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 8. April 2005, 18:29

Hallo Wolfram,

man kann sich über diese Frage, wie eigentlich über nahezu alles, locker streiten. Ob man Kinder -schon mal, öfter, immer, nie- gewinnen lässt, dürfte doch von den individuellen Besonderheiten abhängig gemacht werden dürfen. Die objektiv allein richtige Lösung, die für alle Kinder aller Altersstufen stets gleiche Gültigkeit beanspruchen könnte, gibt es gewiss nicht.

Davon abgesehen: Die "Anpassung von Regeln" für den einzelnen Spieler je nach seinen Fähigkeiten gibt es doch selbst bei sich sehr ernst nehmenden Spielern und gehört teilweise -zumindest kenne ich das von GO- sogar zum Regelwerk. Je nach Spielstärkeunterschied gibt es dort bis zu neun Steine Vorgabe. Wer besser spielen kann, muss sich dann auch mehr anstrengen und erleidet sogar u.U. einen Spielstärkeverlust, wenn er nicht mit dem dem Spielstärkeunterschied angemessenen Vorsprung gewinnt. Ich habe das einmal bei einem Schnupperabend in einem GO-Club erlebt. Da wurde jedes Spiel mit seinem genauen Ergebnis auch in Listen eingetragen. So ernst genommen mag ich das nicht, es zeigt aber, dass Vorgaben -so dann wohl auch Regelanpassungen, die das selbe Ziel verfolgen- nichts sind, was man grundsätzlich ablehnen müsste. Im Spiel, das doch auch Spaß machen sollte, sollte das je nach den Umständen problemlos möglich sein.

Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen


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