Beitragvon Matthias Staber » 21. April 2005, 09:35
Ich würde bei diesen Figuren sowieso keinen Klarlack auftragen, der scheint wirklich etwas zu kleben im Zusammenhang mit Weichplastikfiguren. Versuche jetzt einmal folgendes: Trage noch eine dünne Schicht Mattlack (z.B. von Vallejo - also Lack, der spezifisch für den Gebrauch zusammen mit Acryl-Farbe gedacht ist (du hast doch Acry-Farbe verwendet, oder? Andere Farben taugen nicht für Weichplastik)) auf - mit einem Pinsel. Dann sollten die Figuren nicht mehr kleben. Auch, wenn es etwas teurer ist: Ich würde keine Produkte aus dem Bastelladen auf meine Miniaturen draufpinseln, sondern immer tatsächlich auch den Lack, der für den Gebrauch mit der verwendeten Miniaturenfarbe gedacht ist. Außerdem rate ich von der Verwendung von Sprühlack ab. Hier noch einmal meine Vorgehensweise, die ich mir im Netz zusamenrecherchiert habe:
Zunächst einmal das Problem: Normalerweise handelt es sich bei Figuren im Miniaturenhobby entweder um Zinnminiaturen oder Hartplastikfiguren, und darauf sind auch die allermeisten Tipps, die man im Netzt findet, ausgerichtet. Es werden entweder Acry-Farbe oder Emaille-Farbe verwendet: beide haften gut auf dieser Art Figuren.
Weichplastikfiguren bringen im Gegensatz dazu zwei verschiedene Probleme mit sich:
1. sind die Figuren flexibel (z.B. die Speere der Gondor-Figuren im Ringkrieg). Verwenden wir eine unflexible Farbe (z.B. Emaille-Farbe), wird sie unweigerlich abplatzen, wenn z.B. der Speer bewegt wird. Das wird aber auch dann der Fall sein, wenn wir zwar eine flexible Farbe verwenden, aber einen unflexiblen Lack (eigentlich alle Sprühlacks): Der Lack wird abplatzen, und dann auch die Farbe mit ihm.
2. Hält Farbe auf Weichplastikfiguren schlechter als auf den anderen Miniaturen-Materialien - die chemischen Gründe hierfür habe ich vergessen, bis auf einen: Bei der Herstellung von Weichplastik bleiben Rückstände auf den Figuren zurück, welche die Farbe abweisen. Dagegen können wir allerdings etwas machen, was uns auch zu unserem ersten Arbeitsschritt führt (vorher haben wir natürlich alle Figuren gerade gebogen - nachdem wir sie angemalt haben wird es schwierig damit, hier nochmal die Vorgehensweise: Figur in heißes Wasser tauchen - je nach Verbiegungsgrad reicht hahnheißes Wasser- oder wir nehmen Wasser aus dem Wasserkocher für die härteren Fälle (Doom-Figuren) - , jetzt geradebiegen, dann unter eiskaltes Wasser, dann ins Gefrierfach für ein paar Stunden).
1. Die Figuren werden in Seifenlauge (z.B. Geschirrspülmittel) abgespült. Dies entfernt die Rückstände auf dem Material.
2. Die Figuren werden mit Acry-Farbe bemalt: Acryl-Farbe bringt die geforderte Flexiblität mit sich: Sie wird nicht sofort abplatzen, wenn sich Teile der Miniatur nach dem Benmalen bewegen. Ich habe die Farben der Firma Vallejo verwendet für meine Ringkrieg-Figuren. Ich habe zweimal Farbe draufgepinselt: Zunächst foundation white, anschließend die gewünschte Farbe.
3. Jetzt werden die Figuren lackiert, und zwar, siehe oben, mit dem dazugehörigen Mattlack, der auch mit dem Pinsel aufgetragen wird: Vallejo matt varnish in meinem Fall.
Bisher halten meine Figuren auch nach intensivem Gebrauch gut die Farbe (ich habe von allen Figuren die Basen bemalt, die Nazgul und den Hexenkönig komplett schwarz)
4. Das Umfallen der Nazgul hat mich genervt: Ich habe mir im Baumarkt noch so genannte "Karosseriescheiben" besorgt - finden sich bei Schrauben etc. und unter die Basen geklebt, um die Standfestigkeit zu erhöhen, nach dem Bemalen.
Matthias