Beitragvon Marcel Kaul » 16. Mai 2005, 22:03
Erstmal vorweg: Wer sich wenigstens anfangs den Spass am Spiel nicht nehmen lassen will der soll jetzt einfach aufhören zu lesen. Danke. Ansonsten...
Ich stelle hier mal die Behauptung in den Raum dass Camelot zu dritt/viert (bisher 2 Partien 3 Spieler /2 Partien 4 Spieler) definitiv NIE funktionieren kann wenn es den Verräter gibt. Er wird absolut IMMER gewinnen. Bekomme ich die Verräterkarte fange ich SOFORT an Belagerungsmaschinen zu setzen und beteilige mich an NICHTS. Allerhöchstens gehe ich zu Lancelot um miese Karten hinzuspielen bzw. den Platz so lange zu blocken (wenn denn möglich) bis Lancelots Rüstung verloren ist. Die Spieler wissen natürlich sofort wer der Verräter ist, aber das ist nun wirklich egal: Gibt halt ein weisses Schwert für die Ritter sobald angeklagt werden darf, aber auch als ausgeschiedener Verräter darf ich eine Belagerungsmachine setzen UND eine weisse Karte ziehen. Die Funktion ist nahezu tödlich wenn jemand versucht die Sachsen/Pikten zu vertreiben, wie leicht ist da die Strasse zerstört. Dass es eine Gruppenquest ist hilft nicht viel bei 3 oder 4 Spielern. Es brennt an allen Ecken und Enden und es ist schon eher die Seltenheit dass hier 2 Spieler sitzen (zumal nach Abzug des Verräters nur noch 2 oder 3 Spieler aktiv für die helle Seite spielen). Insofern sollte der Verräter erst gegen Ende offiziell enttarnt werden, da darf er wenigstens keine weisse Karte ziehen. Der Nachteil hier ist dass er selbst auch noch anklagen kann: Ein weisses Schwert wird schwarz. Und schlechte Karten zum schwarzen Ritter/Drachen/Lancelot spielen. Also vielleicht doch sofort anklagen? Ist eh egal.
Wie das ganze mit mehreren Spielern aussieht weiss ich noch nicht, die Anzahl schwarzer Karten ist natürlich gleich, der Verräter kommt eben vergleichsweise seltener an die Reihe, das könnte schon ein Vorteil sein für die Ritter, hier können eben, zB beim Spiel zu 7 2 Ritter ständig Belagerungsmaschinen zerstören, während 4 die Queste erledigen. Könnte hinhauen. Zu viert aber nicht: Wenn 2 Spieler Belagerungsmaschinen abbauen bleiben kaum genug über um die Queste zu erledigen. Und ein Spieler ist zu wenig, wenn jede Runde eine Maschine des Verräters kommt muss der "Verteidiger" eben auch noch Karten ziehen zwischendurch. Zudem kommen irgendwann Sachsen oder Pikten. Oder per schwarzer Karte gleich 2 Maschinen. Ich kann mir nicht vorstellen wie dass das irgendwie funktionieren kann zu dritt/viert (evtl. auch nicht mit mehreren Spielern) wenn der Verräter gleich die ultra-destruktive Strategie fährt. Die Spieler brauchen eine volle Aktion um von einem Ort zum nächsten zu kommen. Der Verräter braucht nur 12 Züge (höchstens!) um die 12 Maschinen voll zu machen wenn nicht gegen sie gekämpft wird. Und dagegen kämpfen bringt nix. Ist ein verlorener Zug, kostet Karten und Zeit und macht nur Sinn mit 2+ Rittern. In 12 Zügen des Verräters haben, im 3-Spieler Spiel , die anderen Ritter grade mal 24 Aktionen (eben auch 12 pro Kopf) um zu gewinnen. Zieht man Aktionen fürs Kartennachziehen ab, fürs Reisen (ok, ein paar Bonuszüge für Lebenspunkte gibt’s noch) bleibt doch fast nix mehr um weisse Scherter zu gewinnen. Es geht einfach nicht. 0% Chance. Sehr schade, denn Prinzip und Mechanismus sind sehr schön, Ausstattung natürlich sowieso.
Meine zweite (wacklige) Theorie ist allerdings dass das Spiel ohne Verräter (wenn alle wissen dass es keinen gibt weil es dann keine falschen Anklagen geben wird, und die sollte es eh nicht geben weil es für den Verräter keinen Sinn macht im Schatten zu blieben, wie oben angeführt) IMMER zu schaffen ist. Weil man einfach schnell 7 weisse Schwerter macht und dann nur noch gegen Maschinen verteidigt (Evtl. noch Sachsen/Pikten macht, mit Lancelots Rüstung kann man die aber auch rauswerfen). Hierbei sollten man eben Excalibur ODER den Gral machen (auf keinen Fall schnell beide, dann könnte die Flut von BM doch zu gross werden), sondern eben eine von diesen, ansonsten verteilt man sich eben auf den Rest der Quests, sobald 7 Schwerter da sind ab nach Camelot zum Verteidigen. Bei dieser Theorie bin ich mir nicht SOO sicher, schnell viele Belagerungsmachinen können hier einfach tödlich sein (ebenso wie extremes Kartenpech und eine Flut schwazer Schwerter), man muss man eben den Gral/Excalibur einfach gut timen. Mit etwas Erfahrung wohl kein Problem. Schon jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Gruss,
Marcel (Der eigentlich hofft dass seine Theorien nicht stimmen oder er irgendwas übersehen hat (habe die Anleitung nie selbst gelesen und besitze das Spiel auch nicht), dann wäre Camelot nämlich (evtl ;-) )ein absolutes Spitzenspiel, ansonsten halt komplett für den Müll)