Beitragvon richard sivél » 13. Juni 2005, 11:28
Günter S. schrieb:
>
> Matthias Staber schrieb:
>
> > Nur leider ist bei
> > uns Preussen mittlerweile sehr gefrustet (Zitate: "Das ist
> > nicht schaffbar, die Spielbalance stimmt nicht")
Friedrich wurde umfangreich getestet, und die gewinnchancen für preussen sind durchaus vorhanden, und empirisch bei 25% eingependelt. --- Ich muß allerdings zugeben, daß für anfänger preußen wirklich hart zu spielen ist, da man einige elementare weisheiten meist nicht beachtet. Dazu gehört, diszipliniertes spiel, d.h. man muß versuchen gg. jede nation immer nur ein bestimmtes TK-symbol einzusetzen, gegen österreich also z.b. nur karo, gegen frankreich nur herz und gegen rußland nur kreuz, und pik bleibt dann als sicherungsnetz übrig, sollte man in einer farbe einbrechen. --- Friedrich-Neulinge sind sehr oft von der anfänglich starken preußischen kartenhand geblendet und verzetteln sich in wilden rundum-schlägen. Einen besseren Gefallen kann man seinen gegenspielern aber gar nicht tun. -- Üblicherweise bricht man mit diesem verfahren in runde 8 zusammen.
>
> Wenn das bei euch erst nach einigen Partien diese Erkenntnis
> gewachsen ist, muss ich den Hut vor einem meiner Mitspieler
> ziehen. Der hat im ersten Spiel nach zwei Runden bereits für
> sich dieses Fazit gezogen und Preußen bewusst an die Wand
> gefahren. Hauptsache das Spiel und sein Leiden ist möglichst
> schnell zu Ende. Natürlich haben dann die anderen drei dem
bitte nicht böse sein, aber ich glaube, nach 2 runden ist dies ein etwas voreiliger schluß. --- Preußen muß nicht militärisch gewinnen (was in der tat nicht möglich ist), sondern das Spiel gewinnen, also überleben. Dies bedeutet, es muß nicht die kartenstapel der anderen (z.b. Österreich) auf null herunterspielen, sondern gegen jeden angreifer mind. 1 Zielstadt halten. ---- Wenn z.B. Österreich eine drückende kartenüberlegenheit hat, aber leider in den falschen Farben, und es daher nicht schafft die letzte Zielstadt (z.B. Breslau) zu erobern, dann kann preußen gewinnen. --- Und dann kehrt sich die Situation auch prompt um: Österreich spürt die eigene Machtlosigkeit angesichts eines dicken kartenstapels, den es nicht in einen spielsieg übersetzen kann.
> Abbruch eingewilligt, wer will schon immer gegen einen
> mauligen lamentierenden Preußen spielen? Hat der Mann,
> übrigens ein erfahrener langjähriger Spieler, nur das falsche
> Spiel gespielt? Wer ist dann die Zielgruppe für dieses Spiel?
> Cosim Veteranen? Masochisten, die sich stundenlang durch
> dieses Spiel quälen?
Ein gewisses Maß an "masochismus" gehört für preußen sicherlich dazu. Wer allerdings nur in selbstmitleid versinkt, hat schon verloren. Philosophische Gelassenheit und zupackende Angriffslust gehören auch dazu. Hierbei die Balance zu finden ist entscheidend für ein erfolgreiches Spiel.
>
> ... würde gerne Friedrich noch mal mit willigeren Mitspielern
> angehen.
ich drücke dir die daumen!
schnellen gruß
richard