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Gute Rezis / Schlechte Rezis

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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peer

Gute Rezis / Schlechte Rezis

Beitragvon peer » 14. Juni 2005, 22:31

Hi,
inspiriert von dem Artikel von Tom Werneck (den ich in Teilen zustimme und teilweise eben nicht) und den Posting zu den Rezensenten nochmal ein allgemeiner Artikel zum Thema Rezis...

Herr Werneck kritisiert ja, dass so viele Leute rezensieren, die eigentlich nicht viel zu sagen haben, bzw. dass der Besitz vieler Spiele nicht zwangsläufig zum Schreiben von Rezis befähigt.

Da selbst die Spielbox nicht von schwachen Rezis gefeilt ist, hier ein paar lose Gedanken dazu; bitte kommentieren und ergänzen! Abgesehen vom Selbstzweck möchte ich vielleicht auch ein paar Rückschlüsse auf meine eigenen Rezis ziehen (Und natürlich bin ich selbst nicht vor solchen Fallstricken gefeilt, also, liebe Kollegen, nicht böse sein ;-) )

- Rezis sollen Informieren und Unterhalten. Die perfekte Rezi schafft beides. Furchtbar sind i.A. Rezis, die ausschließlich einen Aspekt abdecken, denn dann erhält man Spielregelbeschreibungen oder so tolle Texte bei denen der Stil über den Inhalt gestellt wird (z.B. die Chinatown-Rezi in der Pöppel Revue).

- Spielregeln müssen in einer Rezi N*I*C*H*T komplett wiedergegeben werden. Ja, weiss jeder. Wird aber trotzdem gerne gemacht. Klar mögen einige Leute gerne auch noch die letzte Sonderregel wissen, doch dass ist nicht die Aufgabe einer Rezi. Um mal ein Gleichis zu bringen. Um mir ein Bild über ein Essen zu machen, brauche ich nicht das Kochrezept.
Gewiss, es ist schwierig, ein Spiel so zu beschreiben, dass man sich ein Bild vom Spielablauf machen kann, ohne Regeln aufzulisten, aber -Hey! - genau das ist ja der Punkt von Wernecks Artikel.

- Jetzt wirds schon kniffliger: Eine Rezi soll ja schon werten. Natürlich kann mir kein Rezensent sagen, wie ICH das Spiel finden würde; er sollte mir aber schon eine Einschätzung geben können, wie ich das Spiel VERMUTLICH finden könnte.
Ja, klingt trivial. Aber man sieht die Fallstricke überall
Spiele werden vorverurteilt, weil der Autor Titel, Thema oder Zielgruppe nicht mag, versteht, verstehen will.
Es findet eine Zielgruppenmischmaschorientierung statt, die letztlich nichts aussagt "Das Spiel ist geeignet für Vielspieler, die gerne mal was spaßiges spielen wollen". Ahja. Macht das Spiel auch Wenigspielern Spaß? Welcher Vielspieler spielt nicht gerne mal was spaßiges? Wer spielt generell mal nicht gern was spaßiges? Was ist eigentlich ein "Fun-Spiel"? Ich erinnere mich an ein Zitat von Boardgamegeek: "Wenn ein Spiel gut ist, sollte es egal sein, mit welcher Einstellung man rangeht". Dem ist nichts hinzuzufügen. Klar, kann und sollte eine Zielgruppe angeben werden, sofern sie klar definiert ist. Phrasen sind aber auch hier zu vermeiden.
Es findet keine klare Begündung statt. "Das Spiel ist nicht anspruchsvoll genug" Für wen? "Warum mir das Spiel jetzt Spaß gemacht hat, kann ich gar nicht so genau begründen, aber es ist empfehlenswert", Tja, wenn man das aber nicht begründen kann, warum schreibt man dann eine Rezension? ;-)
"Das Spiel kam in unseren Runden nicht gut an". Wahnsinnig interessant. Und warum nicht? Und kann man darauf auf meine Runden schließen oder ist das sone Art Rechtfertigung - Je mehr Zeugen ich aufrufen kann, desto mehr recht hab ich?
Und letzlich gehört zu einer Wertung auch eine Einordnung - Vielspieler-Spiele sollten z.B. mit Vielspielerspielen verglichen werden... Ein Vielspieler hat per definition viele Spiele. Wieso also nun auch noch xyz? Ein Familienspiel hat dieses Problem nicht, dafür andere. Ach, es ist schon ein Kreuz!

- Rezensenten sind Schreiberlinge. Mag es sein, dass ich beim posten etwas flapsig formuliere und Tipppppfehler einbaue; Doch dies sollte dies bei einer Rezi minimiert werden. Im Netz findet man ne Menge Rezis, die von Leuten geschrieben worden sind, die ah nicht so eloquent sind, wie es ein Schreiberling sein soll. Ja, klingt arogant. Siehe bitte Tom Wernecks Beitrag: Wer rezensiert muss was können... (Tja, da blickt eine hohe Meinung von mir selbst durch ;-) )

- Hall vs. Spielbox: Sprich System gegen freie Form. Beides hat Vor- und Nachteile. Hall (mal stellvertretend) ist gut zum schnellen Überblick (man weiss wo was steht), Spielbox (ebenso) mehr was für die Unterhaltung. Im Internet hat die vorgefertigte Form viele Vorteile; man liest eh nicht so viel und so zur Unterhaltung, man möchte kurz einen Eindruck erhaschen. Funktioniert gut bei Hall. Aber als Zeitschrift hätte es was von Stiftung Warentest. Siehe Punkt 1. Eine freie Form gibt mehr Spielraum für Unterhaltung zu schreiben und die Waage auszugleichen. Ist die starre Form einfacher zu schreiben, so birgt sie die Gefahr der "Spielregelkopiererei"
Hatte ich erwähnt, dass die Spielregel nicht kopiert werden muss? :-)

So, hab ich mich jetzt unbeliebt gemacht?
Dann Gute Nacht ;-)

ciao
peer

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Michael Weber

Re: Gute Rezis / Schlechte Rezis

Beitragvon Michael Weber » 15. Juni 2005, 08:44

peer schrieb:
> Herr Werneck kritisiert ja, dass so viele Leute rezensieren,
> die eigentlich nicht viel zu sagen haben, bzw. dass der
> Besitz vieler Spiele nicht zwangsläufig zum Schreiben von
> Rezis befähigt.

Jo, da bin ich seiner Meinung.

> (Und natürlich bin ich selbst nicht vor solchen Fallstricken
> gefeilt, also, liebe Kollegen, nicht böse sein ;-) )

Wer ist das schon.

> - Rezis sollen Informieren und Unterhalten. Die perfekte Rezi
> schafft beides. Furchtbar sind i.A. Rezis, die ausschließlich
> einen Aspekt abdecken, denn dann erhält man
> Spielregelbeschreibungen oder so tolle Texte bei denen der
> Stil über den Inhalt gestellt wird (z.B. die Chinatown-Rezi
> in der Pöppel Revue).

Ganz deiner Meinung. Wer meint, eine Spielanleitung schrieben zu müssen, sollte sich mit Verlagen in Verbindung setzen. Und ganz ernsthaft: Diese Informationsmöglichkeit besteht im Internetzeitalter wirklich über *.pdf-Regeln besser.

> - Spielregeln müssen in einer Rezi N*I*C*H*T komplett
> wiedergegeben werden. Ja, weiss jeder. Wird aber trotzdem
> gerne gemacht. Klar mögen einige Leute gerne auch noch die
> letzte Sonderregel wissen, doch dass ist nicht die Aufgabe
> einer Rezi.

Super auf den Punkt gebracht!

> - Jetzt wirds schon kniffliger: Eine Rezi soll ja schon
> werten. Natürlich kann mir kein Rezensent sagen, wie ICH das
> Spiel finden würde; er sollte mir aber schon eine
> Einschätzung geben können, wie ich das Spiel VERMUTLICH
> finden könnte.

Na ja, im Grunde muss eine Rezension aussagen, für wen das Spiel ist und ob diese Zielgruppe mit dem Spiel wohl etwas anfangen kann. Das ist die Kombination, die in vielen Besprechungen schlicht vernachlässigt wird.

> Eine
> freie Form gibt mehr Spielraum für Unterhaltung zu schreiben
> und die Waage auszugleichen. Ist die starre Form einfacher zu
> schreiben, so birgt sie die Gefahr der "Spielregelkopiererei"

Es geht auch anders. Wenn man eine ähnliche Struktur bei den Rezensionen zur Grundlage macht, kann man sich ohne starre Gliederungspunkte ganz prima damit als Unterhalter aufspielen, ohne Spielregeln zu "kopieren". Das zeigen ienige andere Internetseiten ganz gut. Wobei alle Systeme ihre Berechtigung haben. Es kommt ein bisschen auf den eigenen Ansatz an.

Allerdings hat Tom Werneck in seinem Artikel kein direktes oder indirektes Wort zum Thema Internet verloren. Hätte er Webrezensionen berücksichtigt, wäre er sicher zu einem anderen Urteil gekommen!

> So, hab ich mich jetzt unbeliebt gemacht?
Nein, im Gegenteil. Nur Nestbeschmutzer sorgen dafür, dass die Vögel ihre Nester sauber halten ;-)

Michael
(hat auch ein Nest)

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Andreas Zimmermann
Spielkamerad
Beiträge: 44

Re: Gute Rezis / Schlechte Rezis

Beitragvon Andreas Zimmermann » 15. Juni 2005, 09:25

Tach zusammen,

was meiner Meinung nach immer gerne vergessen wird, ist das Medium und die Zielgruppe einer Rezension. Wenn ich in einer Zeitung, die in mehrheitlich von Gelegenheitsspielern gelesen wird, eine Spiele-Kritik veröffentliche, wird diese anders aussehen als wenn sie in einer Spiele-Zeitung erscheint. Der Gelegenheitsspieler möchte wirklich wissen, wie das Spiel abläuft und so zu erfahren, ob es für ihn geeignet sein könnte. Dabei hilft ihm zusätzlich die in den Text eingebaute persönliche Einschätzung, die man natürlich auch spielmechanisch oder spielthematisch begründen kann.
Was die Detail-Regeln angeht, so ist es durchaus ab und zu angesagt, sie zu erwähnen, weil sie oft den Reiz eines Spiels ausmachen.

Grüße
Andreas

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Peter Thienhaus

Re: Gute Rezis / Schlechte Rezis

Beitragvon Peter Thienhaus » 15. Juni 2005, 10:12

Hallo!

Ich möchte hier einmal eine Gegenmeinung vertreten. Ich bin selbst seit 20 Jahren mehr oder weniger regelmäßig mit Brettspielen als Konsument beschäftigt. Da ich nicht weiß, wie man diese lustigen Gesichter hinbekommt, gibt es hier den Hinweis: Alles ist konstruktiv gedacht und soll niemanden beleidigen, also auch nicht Dich Peer.


Rezensionen sind in meinen Augen primär dazu da, um auf ein mir unbekanntes Spiel AUFMERKSAM zu machen. Für mich als Leser ist es daher sehr wohl nötig, die Spielregeln relativ genau und umfassend darzulegen, damit ich mir selbst einen genauen Überblick verschaffen kann und schon eine Ahnung bekomme, ob die Mechanismen und das Thema für mich interessant genug sind. Es spielt sicherlich keine Rolle, die Startaufstellung zu kennen, aber Zugmechanismen, Auktionsmechanismen und Wertungen im Spiel sind für mich relevant. Kenne ich das Spiel bereits, liest man eh nur das Fazit oder den Schlußkommentar. Der INFORMATIONSGEHALT muß in meinen Augen daher immer im Vordergrund stehen und entsprechend viel Platz innerhalb des Berichtes einnehmen (in meinen Augen durchaus 80%). Je ungenauer so ein Bericht ist, desto mehr bin ich auf die Benotung und den Kommentar des Schreibers (dessen Vorlieben, Tagesform etc.) angewiesen. Ich möchte mir aber gerne auch selbst ein Bild machen und verstehe die Bewertung/Benotung nur als Anreiz/Gedankenansatz.

Ob Rezensionen unterhaltsam sein müssen ?
Nein, wenn jemand betont witzig/bissig bei einer Spielebeschreibung ist, habe ich eher den Eindruck, daß er Schwächen kaschieren will, persönliche Aversionen gegen Autor/Verlag hat oder einfach nur noch einige Zeilen füllen muß (ein Beispiel sei hier die Fairplay, die mir persönlich da oft zu dick aufträgt). Das ist Geschmackssache, aber ich mag eher formalistische Berichte (wie Du so schön geschrieben hast: "Stiftung Warentest")

Zum Thema Vergleiche:

Ich hab es nicht gerne, wenn man Spiele untereinander vergleicht, denn diese Vergleiche hinken in den meisten Fällen sehr stark. Bei einer Neuauflage ist das kein Problem, aber ich erinnere mich z.B. an einen Vergleich "Adel verpflichtet -> Die Glücksritter" in der Spielbox oder auch die "Tipps" bei Reich der Spiele. In den meisten Fällen sind diese Tipps unbrauchbar, weil sie zu stark vom Ausgangsspiel differieren (was nützt mir eine Empfehlung anderer Spiele des gleichen Autoren? Der Spielmechanismus in Verbindung zum Thema ist doch entscheidend für ein gutes Spiel) oder zu stark eingeengt, weil ein ähnlicher/gleicher Mechanismus fokussiert wird. Daher sollte man mit Vergleichen immer vorsichtig sein.

Zur Zielgruppenmischmaschorientierung:
Hier widersprichst Du dir doch selbst... Auf der einen Seite findest du solche Bemerkungen für nicht gelungen, forderst aber andererseits eine Angabe bei einer "klaren" Zielgruppe. Was verstehst Du unter einen "klaren" Zielgruppe ? Primärspielzeug bei 3-Jährigen... Das ist bei Brettspielen wohl kaum durchführbar. Bei unseren privaten Spieleabend gibt es tatsächlich Leute, die gerne diese Partyspiele machen und entsprechend motiviert sind, wenn solche Spiele auf den Tisch kommen. Wenn ich dagegen ein Taktikspiel wie "Kreta" auf den Tisch bringe gibt’s dann schon lange Gesichter... Solche Sätze sind in meinen Augen eine normale Orientierungshilfe, wie "gehaltvoll" der Leser sie findet, ist doch seine eigene Ansicht... Ich denke auch kaum, daß so ein Satz alleine im Raum steht ohne weitere Begründung.

Schreibweise:
Bei Tippfehlern gebe ich Dir recht. Ich finde es schade, wenn viele Rezensionen gerade im Internet einfach online gestellt werden, ohne nach dem Schreiben noch einmal eine fremde Person zum Korrekturlesen gebeten zu haben. Ich brauche einen Text nicht 2 Wochen nach Erscheinen des Spiels auf dem Markt, ich kann auch zwei weitere Wochen warten, wenn dafür der Text in einigermaßen fehlerfreiem Deutsch (alte oder neue Rechtschreibung) kommt. Aber die Webseiten sind hat Hobby, auch wenn ich bei Hall, Reich der Spiele und Spielphase.de einen professionellen Ansatz dahinter erkenne.

Zum Thema feste Struktur/freies Schreiben:

Ich persönlich mag feste Strukturen lieber. Dies hat nichts damit zu tun, daß man schneller durchlesen kann bzw. sich auf das "wesentliche" Fazit konzentriert (habe ja oben bereits geschrieben, daß ich Rezensionen eigentlich nur über mir unbekannte Spiele lese), aber es hilft ungemein. Zeitschriftenlektüre ist bei mir eher etwas nebenbei (Toilette, Fernsehen, selten intensives Studium auf dem Sofa), bei Internet-Texten bin ich aktiv und konzentriert beim Text (kostet schließlich Online-Zeit).
Mich stören aber bei vielen Internet-Auftritten die vielen Bilder. Hall hat meistens gute Texte und mir gefallen die Mehrfachbewertungen, aber wenn der Browser immer 4 Bilder lädt, wird dies nervig, weil die Webseite unruhig wird. Dies ist in den meisten Fällen bei Reich der Spiele und Spielphase.de besser gelöst, da man sich hier überwiegend auf ein oder zwei Bilder beschränkt.

Was mich am Schluß sehr interessieren würde, wären eigene Texte von Dir. Wenn Du deinen Schreibstil verbessern/ändern willst, bräuchte man vielleicht einige Vorlagen, an denen wir weiterdiskutieren können. Über "fremde" Magazine oder Webseiten als Testbericht-Schreiber herzuziehen (überspitzt gesagt), kann jeder.

Jetzt muß ich erst einmal weiterarbeiten,

Peter Thienhaus
Werbekaufmann Thienhaus & Partner

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Michael Weber

Re: Gute Rezis/Schlechte Rezis

Beitragvon Michael Weber » 15. Juni 2005, 11:02

Peter Thienhaus schrieb:
[...] Der INFORMATIONSGEHALT muß in meinen Augen daher immer im
> Vordergrund stehen und
> entsprechend viel Platz innerhalb des Berichtes einnehmen (in
> meinen Augen durchaus 80%). Je ungenauer so ein Bericht ist,
> desto mehr bin ich auf die Benotung und den Kommentar des
> Schreibers (dessen Vorlieben, Tagesform etc.) angewiesen. Ich
> möchte mir aber gerne auch selbst ein Bild machen und
> verstehe die Bewertung/Benotung nur als Anreiz/Gedankenansatz.

Hm, es ist nicht Aufgabe einer Rezension, das Spiel zu erklären, sondern die Stärken und Schwächen aufzudecken und diese in Bezug zur (vermutlichen) Ziuelgruppe zu setzen. Von daher sehe ich es eigentlich anders. Die Kritik sollte den größeren Teil, zumindest den inhaltlichen Schwerpunkt ausmachen.

> die "Tipps" bei Reich der Spiele. In den meisten Fällen sind
> diese Tipps unbrauchbar, weil sie zu stark vom Ausgangsspiel
> differieren (was nützt mir eine Empfehlung anderer Spiele des
> gleichen Autoren? Der Spielmechanismus in Verbindung zum
> Thema ist doch entscheidend für ein gutes Spiel) oder zu
> stark eingeengt, weil ein ähnlicher/gleicher Mechanismus
> fokussiert wird. Daher sollte man mit Vergleichen immer
> vorsichtig sein.

Wir haben den Autor mit aufgenommen, weil manche Leser bestimmte Autoren vorziehen. Dieser Punklt ist sicher eine Schwäche in den Tipps. Wir arebiten an diesem Problem. Bei den anderen wollen wir auf kleine oder große Ähnlichkeiten hinweisen. Bei den "Mechanismen-Tipps" sollte es keine zu große Abweichung geben.

> Aber die Webseiten sind hat Hobby,
> auch wenn ich bei Hall, Reich der Spiele und Spielphase.de
> einen professionellen Ansatz dahinter erkenne.

Ja, ein Hobby, ein sehr Zeit fressendes dazu. Aber auch der Anspruch, das Beste daraus zu machen. Danke :-)

> Was mich am Schluß sehr interessieren würde, wären eigene
> Texte von Dir. Wenn Du deinen Schreibstil verbessern/ändern
> willst, bräuchte man vielleicht einige Vorlagen, an denen wir
> weiterdiskutieren können. Über "fremde" Magazine oder
> Webseiten als Testbericht-Schreiber herzuziehen (überspitzt
> gesagt), kann jeder.

Nö, allgemeine Dikskussionen zu diesem Thema helfen allen! Und Peers Texte sind u. a. auf Spielbar nachlesbar.

Michael
(heute noch kein Update ;-) )

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rolf
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Beiträge: 768

Re: Gute Rezis/Schlechte Rezis

Beitragvon rolf » 15. Juni 2005, 11:10

Etwas habt Ihr alle vergessen!
In jeder guten Rezi sollte enthalten sein, für wieviele Spieler (Spielerzahl) das Spiel am Besten geeignet ist.
Immer wieder liest man von tollen Spielen; dann ist man entäuscht, weil sich das Spiel mit der vom Verlag großzügig, angegebenden Spielerzahl zwar spielen läßt, aber der Spaß auf der Strecke geblieben ist.

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Marko

Re: Gute Rezis / Schlechte Rezis

Beitragvon Marko » 15. Juni 2005, 11:39

Hallo,

jauu!!! 99,45438 % Zustimmung :-)

> Mich stören aber bei vielen Internet-Auftritten die vielen
> Bilder.

Ich finde Bilder für mich sehr wichtig, denn das Auge spielt ja mit! B-]

Viele Grüße
Marko

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Günter S.

Re: Gute Rezis / Schlechte Rezis

Beitragvon Günter S. » 15. Juni 2005, 12:01

Peter Thienhaus schrieb:
> Zeitschriftenlektüre ist bei mir eher etwas nebenbei
> (Toilette, Fernsehen, selten intensives Studium auf dem
> Sofa), bei Internet-Texten bin ich aktiv und konzentriert
> beim Text (kostet schließlich Online-Zeit).

Das ist ja süß :lol: Geld für Zeitschriften ausgeben und dann die Cent für die Internetzeit zählen :lol: Oder liest du auf dem Klo nur die Gratiswerbeblättchen ;-)

Günter

... konnte nicht widerstehen :-P

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Kathrin Nos
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Zielgruppen und Spielevergleiche

Beitragvon Kathrin Nos » 15. Juni 2005, 13:28

Hallo Peer und alle anderen,

"peer" hat am 14.06.2005 geschrieben:
> inspiriert von dem Artikel von Tom Werneck (den ich in
> Teilen zustimme und teilweise eben nicht) und den Posting
> zu den Rezensenten nochmal ein allgemeiner Artikel zum
> Thema Rezis...

Danke für Deinen Beitrag und die damit verbundenen Anstösse. Es macht wirklich viel Spass, die daraus entstandenen Diskussionen zu verfolgen.

Aus Zeitmangel möchte ich nur kurz (hätte eigentlich viel mehr zu sagen) zu zwei Aspekten etwas hinzufügen.

Zum einen sprichst Du das Thema Zielgruppe an. Hier finde ich es schwer, sozusagen eine "Wertehilfe" zu definieren, also eine Liste aller in Frage kommenden Zielgruppen. Wie definiert man Zielgruppe? Die Einteilung in Viel-, Gelegenheits- und Wenigspieler hat hier im Forum ja schon diverse Male zu kontroversen Diskussionen geführt. Was bleibt dann? Altersgruppen? Geschlecht? ...?

Ich persönlich bevorzuge die Einteilung nach zentralen Spielemechanismen. Man kann doch in einem Spiel gut herausarbeiten, auf welchen Mechanismen das Spiel hauptsächlich ruht: Versteigerung oder Verhandlung, langfristige Planung oder richtige Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten etc. Wer hier die richtige Einschätzung gut herüberbringt, gibt dadurch schon eine bessere Hilfestellung (die Bewertung kann sich da gleich anschliessen: Hat das Element eine zu hohe Gewichtung im Spiel? Werden hier zu viele verschiedene Elemente gemischt? ...). Es bleibt dem Leser allerdings die Aufgabe überlassen, sich darüber im klaren zu werden, was ihm an einem Spiel besonders viel Spass macht, wobei eine klare Benennung und Analyse seitens des Rezensenten hier aber Aha-Effekte liefern kann.

Ein wenig in diesen Bereich hinein spielt der Aspekt "Vergleiche mit anderen Spielen"; dieser stellt aber auch einen eigenen Diskussionspunkt für mich dar. Wenn sich das Fazit einer Rezension auf den Vergleich mit einem oder mehreren anderen Spielen beschränkt, ist es für mich unbrauchbar. Woher weiss der Rezensent denn, ob der Leser das andere Spiel kennt? Weshalb wurde der Vergleich gezogen - wegen des Themas, des zentralen Mechanismus, des Autors, des Verlags, ...?

Nichts einzuwenden habe ich hingegen gegen einen Vergleich, der ausdrücklich als zusätzliche Information hingestellt wird, solange die Hauptaussage der Rezi auch ohne Kenntnis des anderen Spieles verstanden werden kann. Dies ist übrigens auch ein Aspekt, der dazu führen kann, mehr Spiele kennenzulernen oder neugierig auf die genannten Spiele zu werden.

Besonders im Internet sind mir übrigens auch viele Rezis zu "brav" - Sätze, die ich schon viel zu oft gelesen habe, sind "Ein Spiel, das noch häufig auf unseren Tisch kommen wird" und "... das sicher nicht in unserem Regal verstauben wird".

Alles Gute wünscht
Kathrin.

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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Zielgruppen und Spielevergleiche

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 15. Juni 2005, 15:01

Hmmm, ich befürchte, der Beitrag wird unterschiedlich inhaltlich interpretiert.

DIE Spielerezension an sich gibt es nicht. Es gibt viele Arten davon. Je nach Art der Rezension variiert auch der Anspruch, der Aufbau und der Inhalt der Rezension.

Eine Rezension, für die ich gerne bezahlt werden möchte, dient mindestens zwei Herren/Damen:
- Sie dient dem Leser, der bereit ist dafür Geld auszugeben
- Sie dient demjenigen, der die Entscheidung trifft, diese Rezension zu veröffentlichen (Chef, Verleger, Redakteur, etc.)

Eine Rezension, die ich als Privatmensch schreibe, kann ganz anderen Ansprüchen genügen.

Rezensionen mit der Zielgruppe KIND sehen sicher anders aus, als Rezensionen mit der Zielgruppe "Erwachsener Vielspieler".

Rezensionen in einer Zeitschrift sehen anders aus als Rezensionen in einem Buch bzw. als Rezensionen im Internet.

Es gibt sicher weitere Parameter, die die Art einer Rezension und letztendlich das Aussehen einer Rezension beeinflussen.

(Objektivität vs. Subjektivität; Literarischer Anspruch vs. "Testergebnis"; Information vs. Unterhaltung)

Ob es eine objektiv BESTE Art einer Rezension gibt, erschließt sich mir (noch?) nicht.

Gruß WeePee

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Wolfram Püchert alias WeePee

Ups, Antwort sollte eine Ebene höher erscheinen, sorry

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 15. Juni 2005, 15:02

:-(

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peer

Re: Gute Rezis / Schlechte Rezis

Beitragvon peer » 15. Juni 2005, 15:24

Hi,
Peter Thienhaus schrieb:
> Hinweis: Alles ist konstruktiv gedacht und soll niemanden
> beleidigen, also auch nicht Dich Peer.

:-) Kein Problem, wenn ich nicht diskutieren wollen würde, dürfte ich nicht in ein Diskussionsforum posten :-)

> Rezensionen sind in meinen Augen primär dazu da, um auf ein
> mir unbekanntes Spiel AUFMERKSAM zu machen. Für mich als
> Leser ist es daher sehr wohl nötig, die Spielregeln relativ
> genau und umfassend darzulegen, damit ich mir selbst einen
> genauen Überblick verschaffen kann und schon eine Ahnung
> bekomme, ob die Mechanismen und das Thema für mich
> interessant genug sind. Es spielt sicherlich keine Rolle, die
> Startaufstellung zu kennen, aber Zugmechanismen,
> Auktionsmechanismen und Wertungen im Spiel sind für mich
> relevant.

Oh, 1. ists eine Frage der Präsentation; Regeln als Regeln zu präsentieren ist imho sinnlos. Da hat Michael recht, wenn er auf die Möglichkeit des Regeldownload hinweisst. Hier sind wir eben im Kunst der Darstellung und Unterhaltung.
2. Sollten natürlich zentrale Mechanismen und Kniffe dargestellt werden. Aber muß ich alle Gebauseeigenschaften kennen, um mir ein Bild über Puerto Rico zu machen?
3. Ich lese gerne Regeln. Ich lese gerne Rezensionen. Aber das sind dennoch zwei unterschiedliche Dinge ;-)

> Fazit oder den Schlußkommentar.

Hier spielt wieder der Unterschied zwischen Print und Web eine Rolle. In der Spielbox lese ich jeden Artikel, auch der Unterhaltung wegen. Im Netz eher nicht, auch wegen mangelnder Unterhaltung (gibt aber Ausnahmen)


Der INFORMATIONSGEHALT muß in
> meinen Augen daher immer im Vordergrund stehen und
> entsprechend viel Platz innerhalb des Berichtes einnehmen (in
> meinen Augen durchaus 80%).

Natürlich. Information ist der Inhalt.... aber.

> Ob Rezensionen unterhaltsam sein müssen ?
> Nein, wenn jemand betont witzig/bissig bei einer
> Spielebeschreibung ist, habe ich eher den Eindruck, daß er
> Schwächen kaschieren will, persönliche Aversionen gegen
> Autor/Verlag hat oder einfach nur noch einige Zeilen füllen
> muß (ein Beispiel sei hier die Fairplay, die mir persönlich
> da oft zu dick aufträgt). Das ist Geschmackssache, aber ich
> mag eher formalistische Berichte (wie Du so schön geschrieben
> hast: "Stiftung Warentest")

... Stil ist Unterhaltung. Ich plädiere betont NICHT für betont witzige Artikel - aus den von dir genannten Gründen, aber auch weil es sehr schwer ist Inhalt und Stil gleichberecht zu behandeln (eines von beiden wird i.A. -auch von mir natürlich - vernachlässigt)
Ab wann ein Artikel unterhaltend ist, ist natürlich geschmackssache, aber auch bei Stiftung Warentest gibt es lesbare und lesbarere Artikel.

> Zur Zielgruppenmischmaschorientierung:
> Hier widersprichst Du dir doch selbst... Auf der einen Seite
> findest du solche Bemerkungen für nicht gelungen, forderst
> aber andererseits eine Angabe bei einer "klaren" Zielgruppe.

Hmm, hab ich mich wohl nicht klar ausgedrückt: Eine Rezi sollte ja schon eine Aussage machen, ob das Spiel für mich geeignet sei. Das kann über die Zielgruppe geschehen. Leider werden gerade dort gerne Phrasen gedroschen oder eben Aussagen gemacht, die keine sind.
Bei einer guten Rezension sollte sich das Fazit eh aus dem Text davor bilden und wenn aus der Rezi bereits deutlich wird, dass hier ein strategisches Schwergewicht besprochen wird, braucht man das im Fazit nicht nochmal zu betonen. Das erzeugt langweilige Redundanz und leere Phrasen. (Wobei man im Netz hier VIELLEICHT etwas milder urteilen kann, denn dort gehts ja oft um schnelle Iformationssuche)

> Zum Thema feste Struktur/freies Schreiben:
Ich nutze diese Antwort noch einmal zur Klarstellung: Ich fälle kein Urteil über die eine oder andere Form und sowohl bei Hall als auch bei Reich-der-Spiele (um bei diesen Beispielen zu bleiben) gefällt mir der überwiegende Anteil der Rezis.
Nichtsdestotrotz denke ich dass die nicht-so-dollen Rezis bei Hall dazu neigen zu regelkopiererisch zu werden, während die nicht-so-dollen-Rezis bei Reich der Spiele eher zu wenig Informationen bieten, etwa weil z.B. über die Wertung der Spielablauf zu kurz kommt (erlebt man übrigens eher bei Verissen als bei positiven Besprechungen).


> Was mich am Schluß sehr interessieren würde, wären eigene
> Texte von Dir. Wenn Du deinen Schreibstil verbessern/ändern
> willst, bräuchte man vielleicht einige Vorlagen, an denen wir
> weiterdiskutieren können. Über "fremde" Magazine oder
> Webseiten als Testbericht-Schreiber herzuziehen (überspitzt
> gesagt), kann jeder.

Ich hab ja auch keine Namen genannt :-)
Meinen Stil hab ich komplett umgestellt; von den früheren, sehr strukturierten Rezis hier auf spielbox.de (übrigens urspünglich für meine Freunde, nicht fürs Netz geschrieben) zu den imho deutlich verbesserten auf www.spielbar.com (freie Form).

ciao
peer

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peer

Re: Zielgruppen und Spielevergleiche

Beitragvon peer » 15. Juni 2005, 15:35

Hi,
Kathrin Nos schrieb:
>> Zum einen sprichst Du das Thema Zielgruppe an. Hier finde ich
> es schwer, sozusagen eine "Wertehilfe" zu definieren, also
> eine Liste aller in Frage kommenden Zielgruppen. Wie
> definiert man Zielgruppe? Die Einteilung in Viel-,
> Gelegenheits- und Wenigspieler hat hier im Forum ja schon
> diverse Male zu kontroversen Diskussionen geführt. Was bleibt
> dann? Altersgruppen? Geschlecht? ...?

Die Antwort lieferst du selbst, wenn du schreibst:

>> ...). Es bleibt dem Leser allerdings die Aufgabe überlassen,
> sich darüber im klaren zu werden, was ihm an einem Spiel
> besonders viel Spass macht, wobei eine klare Benennung und
> Analyse seitens des Rezensenten hier aber Aha-Effekte liefern
> kann.

Gneau! Etwas überspitzt gesagt: Wenn ich alles ins Fazit packe, warum brauch ich dann die Rezi? ;-)
(Nichtsdestotrotz benutze ich die Zielgruppenorientierung ebenfalls, aber hoffentlich nicht so zombiehaft, automatisch...)

> Ein wenig in diesen Bereich hinein spielt der Aspekt
> "Vergleiche mit anderen Spielen"; dieser stellt aber auch
> einen eigenen Diskussionspunkt für mich dar. Wenn sich das
> Fazit einer Rezension auf den Vergleich mit einem oder
> mehreren anderen Spielen beschränkt, ist es für mich
> unbrauchbar. Woher weiss der Rezensent denn, ob der Leser das
> andere Spiel kennt? Weshalb wurde der Vergleich gezogen -
> wegen des Themas, des zentralen Mechanismus, des Autors, des
> Verlags, ...?

Ja, das ist oft ein Problem - gerade auch bei Spielen wie die 18xx. Man muss die Rezi auch ohne die Vergleichsbjekte verstehen können (auch das schreibst du ja).
Parallelen sollten in klaren Fällen gezogen werden; Vergleiche wie "ja also das Mehrheitensystem ist wie bei X, aber gekoppelt mit den Nachschub aus Y, dabei gibts die aus Z bekannten Probleme, die aber -wie bei A - nicht auftreten wenn..." sind Namedropping, sagen aber nichts aus; "Die Wurzeln von 8 1/2" erinnerte mich daran. Letztlich sagt sowas nur aus "Ein Misch aus bekannten Mechanismen, die aber nicht saber fverzahnt sind und in der Summe schwächer sind, als die Einzelteile". Dafür brauche ich keine ganze Seite ;-)

> Besonders im Internet sind mir übrigens auch viele Rezis zu
> "brav" - Sätze, die ich schon viel zu oft gelesen habe, sind
> "Ein Spiel, das noch häufig auf unseren Tisch kommen wird"
> und "... das sicher nicht in unserem Regal verstauben wird".

:-) Hab ich schon erwähnt, dass man Phrasen vermeiden soll? ;-)

ciao
peer (stimmt mit Kathrin anscheinend ziemlich überein)

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Andreas Zimmermann
Spielkamerad
Beiträge: 44

Re: Zielgruppen

Beitragvon Andreas Zimmermann » 16. Juni 2005, 09:23

Hallo,

nochmal zum Thema Zielgruppe. Ich veröffentliche meine Kritiken auf

http://www.baden-online.de/freizeit/spiele/brettspiele/index.phtml

Da finden sich hauptsächlich Gelegenheitsspieler ein, die nach Informationen über neue Spiele suchen. Aus Leserreaktionen wird deutlich, daß die Beschreibung des Mechanismus bzw. der Spielregeln ausdrücklich gewünscht wird. Bei manchen Spielen ist die Versuchung aber zu groß, sie ein wenig anders anzugehen; das bleibt aber die Ausnahme.

Viele Grüße
Andreas

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Michael Andersch

RE: Gute Rezis/Schlechte Rezis

Beitragvon Michael Andersch » 16. Juni 2005, 17:20

"Michael Weber" hat am 15.06.2005 geschrieben:

> Hm, es ist nicht Aufgabe einer Rezension, das Spiel zu
> erklären

Wer sagt das? Wo steht das?
Ich für meinen Teil mag Rezensionen, in denen die Regeln detailliert wieder gegeben werden. Allerdings sollte das nicht auf Kosten eines dann zu kurzen Fazits geschehen.

> sondern die Stärken und Schwächen aufzudecken und

Das ist natürlich auch wichtig. Aber das eine schliesst das andere doch nicht aus, oder?

Viele Grüße,
Micha

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Roman Pelek

Re: Zielgruppen und Spielevergleiche

Beitragvon Roman Pelek » 17. Juni 2005, 20:38

Hi Wolfram,

Wolfram Püchert alias WeePee schrieb:

> DIE Spielerezension an sich gibt es nicht. Es gibt viele
> Arten davon. Je nach Art der Rezension variiert auch der
> Anspruch, der Aufbau und der Inhalt der Rezension.

Das sowieso - hängt stark vom Publikum ab, für das man schreibt. Eine Rezi in der Bäckerblume sieht notgedrungenerweise anders aus als eine im Kulturteil einer renommierten Zeitung, und diese wiederum anders als in einem Fachmagazin.

> Eine Rezension, für die ich gerne bezahlt werden möchte,
> dient mindestens zwei Herren/Damen:
> - Sie dient dem Leser, der bereit ist dafür Geld auszugeben
> - Sie dient demjenigen, der die Entscheidung trifft, diese
> Rezension zu veröffentlichen (Chef, Verleger, Redakteur, etc.)

Hm, meine Auffassung ist eine Variation davon: die Rezension hat vornehmlich dem Leser zu dienen, aber gelegentlich gibt es unterschiedliche Auffassungen davon, was dem Leser dient.

> Ob es eine objektiv BESTE Art einer Rezension gibt,
> erschließt sich mir (noch?) nicht.

An einen objektiv besten Weg glaube ich nicht - die jüngsten Diskussionen sind sehr interessant zu lesen, aber am Ende denke ich mir "Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so schlau als wie zuvor". Auch wenn man die Zielgruppe einer Rezi auf Spielbegeisterte einengt, so ist das immer noch eine reichlich heterogene Zielgruppe mit unterschiedlichsten Ansprüchen ;-) Bleibt also wohl auch weiterhin nur das "Trial-and-error"-Prinzip im stillen Kämmerlein: einfach mal schreiben, was man denkt und wie man's schreiben möchte, und abwarten, was passiert :-))

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: Zielgruppen und Spielevergleiche

Beitragvon Roman Pelek » 19. Juni 2005, 02:02

Hallo Kathrin,

Kathrin Nos schrieb:

> Zum einen sprichst Du das Thema Zielgruppe an. Hier finde ich
> es schwer, sozusagen eine "Wertehilfe" zu definieren, also
> eine Liste aller in Frage kommenden Zielgruppen. Wie
> definiert man Zielgruppe? Die Einteilung in Viel-,
> Gelegenheits- und Wenigspieler hat hier im Forum ja schon
> diverse Male zu kontroversen Diskussionen geführt. Was bleibt
> dann? Altersgruppen? Geschlecht? ...?

Schöner Gedanke. Wie oft schon saß ich vor'm Rechner und dachte mir: "Für wen schreibst du eigentlich? Wahrscheinlich doch für Dich selbst, weil Du keine Ahnung hast, wie die anderen das sehen und was sie haben wollen."

> Ein wenig in diesen Bereich hinein spielt der Aspekt
> "Vergleiche mit anderen Spielen"; dieser stellt aber auch
> einen eigenen Diskussionspunkt für mich dar. Wenn sich das
> Fazit einer Rezension auf den Vergleich mit einem oder
> mehreren anderen Spielen beschränkt, ist es für mich
> unbrauchbar. Woher weiss der Rezensent denn, ob der Leser das
> andere Spiel kennt? Weshalb wurde der Vergleich gezogen -
> wegen des Themas, des zentralen Mechanismus, des Autors, des
> Verlags, ...?

Da sagst Du was sehr Wahres. Vergleiche sind immer problematisch, weil sie eine spezielle Vorkenntnis voraussetzen und zudem oft arg hinken.

> Besonders im Internet sind mir übrigens auch viele Rezis zu
> "brav" - Sätze, die ich schon viel zu oft gelesen habe, sind
> "Ein Spiel, das noch häufig auf unseren Tisch kommen wird"
> und "... das sicher nicht in unserem Regal verstauben wird".

Nenn's doch einfach beim Namen und sag' [PEEP]. Aus Unsicherheit heraus verwechseln wir in Deutschland halt gerne mal Fairness mit Langeweile.

Ciao
Roman (wie Radiohead schon sagten: "Karma Police / arrest this man / he talks in maths / he buzzes like a fridge / he's like a detuned radio...")

P.S.: Der Weselsche Klammersatz an sich wäre eine eigene Diskussion wert. Manche finden ihn einfach nur nervig - ich persönlich bin aber der Meinung, dass man aus den klammergerahmten Aussagen manchmal mehr über einen Menschen lernt als aus der ganzen vorherigen Fairnessorgie.

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peer

Re: Zielgruppen und Spielevergleiche

Beitragvon peer » 19. Juni 2005, 13:20

Hi,
Roman Pelek schrieb:
>
> An einen objektiv besten Weg glaube ich nicht - die jüngsten
> Diskussionen sind sehr interessant zu lesen, aber am Ende
> denke ich mir "Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so
> schlau als wie zuvor".

Stimmt schon; aber es gibt -glaub ich - einen "objektiv schlechtesten Weg", den man meiden sollte :-)

Und da sind einige der Gedanken sehr interessant - vor allem natürlich meine eigenen ;-)

Was mich überrascht ist, dass anscheinend die Meinung vorherrscht, Regelwiedergaben haben möglichst vollständig zu geschehen - besonders im Netz! Ich persöhnlich überspringe im Internet nämlich fast immer die Details, weil ich mich am Rechner gar nicht so darauf einlassen kann (wenn ich nicht muss). Gerade wieder bei jüngsten PEEPs ists mir aufgefallen... Naja, nächstes mal wenn ich ein PEEP verfasse werde ich KEINE Regel erwähnen, sondern nur einen Link zur Online-egel angeben- das müsste dann ja der Optimalfall sein :D

ciao
peer


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