Beitragvon Arne Hoffmann » 28. Juni 2005, 21:45
Moin Heinz!
Heinrich Tegethoff schrieb:
>
> Wird Niagara ein Verkaufsflop? Wird das Spiel die Sicht des
> Spieles
> wieder nur zum Kinderspiel treiben? Am Ende bleibt: mir ist
> ein verkauftes
> SdJ-Autorenspiel wesentlich lieber als ein "sicherer" Griff
> zur XYZ-Ausgabe
> von Monopoly, "bei der man nichts falsch machen kann".
Dies sehe ich schon etwas differenzierter. Ich stimme Dir dahingehend zu, dass ich persönlich es auch mehr begrüße, wenn jemand ein Autorenspiel kauft, als ein "billiges" Merchandising-Spiel (zu denen man m.E. den Großteil der heutigen Monopolys ja auch zählen kann). Auf der anderen Seite ist es doch immer noch besser, wenn ein Monopoly als gar kein Spiel gekauft wird. Jedes verkaufte Spiel nützt doch generell den Verlagen.
> Wenn die Idee des Spiel-des-Jahres das nicht mehr schafft,
> sondern die
> Schachtel letztendlich entscheidet, dann hat das Autorenspiel
> gegen die
> anonymen "Aufreisser" doch schon verloren.
Das mag sein - aber das Spiel als Kulturgut hat dann noch lange nicht verloren. Wenn ich an mir selber herunterschaue, wenn ich mal nach einem neuen Buch suche und keiner meiner Lieblingsautoren zu dem Zeitpunkt etwas neues verbrochen hat. Dann schaue ich in bestimmten Genren auch zum Teil auf das Cover, zusammen mit dem Klappentext. Wenn möglich, lese ich kurz in das Buch rein, um die allgemeine Ausdrucksweise zu erfahren. Der letzte Teil ist bei Spielen leider selten möglich, aber gerade dadurch werden Cover und Beschreibung umso wichtiger bei der Spielewahl. Nach welchen Kriterien soll denn ein 08/15-Käufer sonst differenzieren?
Und ist das Spiel dadurch nicht Kulturgut? Ich denke schon. Wieviele Bücher sieht man denn als Kulturgut an? Doch bei weitem nicht alle! Viele der "Bestseller", gleich welcher Liste, unterhalten doch nur und bieten unter kulturellen Aspekten recht wenig (um Kultur zu vermitteln muß ein Buch schon mehr können). Ebenso werden viele Spiele einfach nur unterhalten, Spaß und Abwechslung bereiten - sie würde ich auch nicht einfach so Kulturgut nennen. Dass das Spiel an sich, in seiner Gesamtheit, ebenso wie das Buch, ein Kulturgut ist, wird dadurch aber nicht außer Frage gestellt. "Lesen bildet" - spielen auch!
Schöne Grüße
- Arne - (fröhnte heute der Münchner Cocktail-Kultur, so es sie gibt :-P )