Beitragvon Heinrich Tegethoff » 13. Juli 2005, 15:17
Hallo Thomas,
Thomas Nezold schrieb:
> Prinzipiell stimm' ich mit Dir überein, aber dann sollen
> sie's meiner Ansicht nach auch "Familienspiel des Jahres"
> nennen.
Warum sollte die Jury ihren eigenen Preis umbenennen?
Die Bedeutung des Speil-des-Jahres kommt historisch doch
ausschließlich daher, dass er genau so heißt. Die Qualität
der Wahl hat über die Jahre die Bedeutung des Preises geschaffen
und nicht seine "Hintermänner", weil es sie nicht gibt.
> "Spiel des Jahres" impliziert für mich, dass es das
> beste Spiel des Jahres überhaupt sein soll, und das würde
> bedeuten:
Nun, "Spiel der Spiele" und "Goldspiel" sind dann wohl nicht so gute
Titel, die aber das gleiche sagen, wenn auch in anderen Ländern/Sprachen.
Ich weis ergo nicht, wieso Du aus "Spiel des Jahres" -> "Bestes Spiel
des Jahres" machst, beanspruchst Du dann aber doch, selbst das beste
Spiel des Jahres für Dich zu erkennen und anzunehmen, dass es für die
Mehrheit dann das beste Spiel sein wird.
Gerade weil "Sdj" eben nicht "Bestes Spiel des Jahres" heißt ist es kein
Marketingtrick, wie ein paar Newcomer-Verlage ihr Produkt anpreisen.
Übrigens stand auf der SdJ-Homepage lange Zeit, dass der Titel ausdrücklich
nicht "bestes Spiel des Jahres" bedeutet - das maßt sich die Jury auch gar
nicht an (ich geh nicht suchen, ob ich dies auf der neuen Homepage noch finde)!
Wer also, nachdem die "Marke" SdJ so einen Erfolg hat, fordert, sie müße
in der Form verschwinden, weil der Markenname besser zu besetzen
ist, tja, wer sägt da langfristig am eigenen Baum?
Du kannst selbst einen Preis aufmachen (ein paar Forumsmitstreiter sind
da Vorreiter) und ihn gleich "Bestes Spiel des Jahres" nennen. Ansich könnte
sich das SdJ auch umbenennen.
Was es aber nicht tun wird: den roten Pöppel ändern. Denn daran erkennen
viele "ihre" Spiele, die für sie geeignet sind, ohne dass sie irgendwas über den
Spielebereich kennen.
> Neue gute Idee oder eine althergegrachte Idee gut umgesetzt,
> Thema gut rübergebracht, whatever... nicht, wie
> massentauglich ist das Spiel.
Nun, Du gehst wohl davon aus, dass alle Angaben zur veröffentlichten
Agenda (www.spiel-des-jahres.de) letztendlich den Marktgesetzen
geopfert werden? Dann müßte die Jury nur der nächsten Monopoloy-Klon
mit rotem Pöppel auszeichnen und wir alle hätten endlich Klarheit.
Tut mir leid, ist aber nicht. Wie gerne wird hier vergessen, dass die Jury
sich aus Spielekritikern zusammensetzt, die in öffentlichen(!!) Medien
wie Tageszeitungen und Rundfunk rezensieren.
Was Du im Endeffekt willst, ist, dass der Deutsche Spielepreis endlich in
ein kurzes und prägnantes "Spiel des Jahres" umgetauft werden darf und
den roten Pöppel gleich mitbekommt. Hätte seinen Reiz, ehrlich.
Du übersiehst dabei nur, dass der rote Pöppel dabei zur Ikone einer
kleinen Gemeinschaft verkommt und dann das Spiel in der Gesellschaft(!)
nicht mehr trägt.
> Die einzigen Spiele des Jahres, die das geschafft haben,
> waren Hase & Igel, Scotland Yard und Siedler von Catan.
Interessante Auswahl. Aber sie basiert auf selbstauferlegten Einschränkungen.
> Obwohl: Für mich war die Auszeichnung sowieo noch nie Kauf-
> oder Testgrundlage (und wär's wahrscheinlich auch anderwertig
> nicht wirklich).
Ich habe gerade einmal gezählt: 11 Spiele sind in unserer Sammlung, die
ich in den Jahren vor 2003 nur deshalb kaufte, weil "SdJ" draufstand,
plus ungezählt SdJ's, die ich verschenkte (Ende 2002 besuchte ich
erstmals ein Vielspielertreffen). Ein paar sind übrigens quasi verschlissen.
Servus,
Heinz