Beitragvon Denis Fischer » 24. Juli 2005, 13:25
"Armin" hat am 23.07.2005 geschrieben:
> Hallo,
>
> ich habe Schatten über Camelot erst einmal gespielt und war
> ziemlich enttäuscht.
>
> Erst sitzt man in Camelot und nimmt Runde für Runde Karten,
> gähn! Dann bewege ich meine Figur zu einer Queste und lege
> in den nächsten sieben oder acht Runden jeweils eine Karte
> ab. Nachdem ich endlich genug Karten abgegeben habe (Queste
> gewonnen), gehe ich wieder nach Camelot, um die Kartenhand
> zu vervollständigen. Karten ziehen, Karten ziehen, Karten
> ziehen, Karten ziehen ... auf zur nächsten Queste, Karte
> abgeben, Karte abgeben, Karte abgeben, Karte abgeben, Karte
> abgeben, ... und kurz bevor ich die bestanden hätte, war
> das Spiel aus.
>
> Nochmal für Statistiker: Ich habe meine Spielfigur 3 mal
> bewegt, ansonsten nur Karten aufgenommen oder abgegeben.
> Das ist für eineinhalb Stunden Spiel ziemlich wenig, zumal
> sehr schnell klar wurde, daß es nicht darauf ankommt,
> bestimmte Karten zu sammeln (man hat ja auch keinen Einfluß
> darauf).
>
> Also, was habe ich falsch gemacht? Null Einfluß, die
> einzige Entscheidung die ich treffen muß ist, zu welcher
> Queste ich gehe, und diese Entscheidung wird durch die
> Kartenhand maßgeblich beeinflußt.
>
> Gruß Armin
Zu Beginn ziehen wir immer nur 1x Karten und konzentrieren uns dann auf verschiedene Questen. Ein Teil der Gruppe versucht den Gral zu finden, während die anderen Excalibur zu befreuen versuchen. Und durch die Interaktion mit den Sondereigenschaften kann man sich ganz gut aushelfen, wenn man mal die falschen Karten hat, es sei den König Artus ist der Verräter....
Wenn man nur für sich alleine spielt, ist der Sinn des Spiels verloren. Wie oft mussten wir schon Questen abbrechen, um gegen die Sachsen/Pikten einzuspringen oder nach Camelot zurückkehren, um die Katapulte zu beseitigen, während ein Ritter verzweifelt gegen Sir Parzival kämpft, nur um die schon gespielten weissen Karten nicht zu verlieren. Und während man sich abmüht, stellt man entsetzt fest, dass sich ein Verräter unter uns befindet, der es liebt, schwarze Karten zu spielen und weisse zu ziehen.
Nur so kommt Spannung auf! Wenn ich mich nur in Camelot zurückziehe und Karten ziehe, dann kommen so viele schwarze Karten ins SPiel, bevor man überauapt erst einmal eine Queste begonnen hat, dass es kaum noch zu gewinnen ist.
Und nochmal: Es ist ein kooperatives Spiel. Man spielt zusammen und nutzt die Stärken seiner Mitspieler. Ist doch ein schönes Gefühl, wenn man auf einmal ohne starke Karten beim Turnier verzweifelt und man von Mitspielern neue Karten zugeschustert bekommt. Oder anderes Beispiel: Eine Queste wird gewonnen. Nun werden entsprechend weisse Karten offen gelegt, die unter die teilnehmenden Ritter aufgeteilt werden. Schon versucht man, sich zu orientieren und welche Karten man wo am besten gebrauchen kann.
Das erzeugt Stimmung und Spass. Und auch nach 10x (in 4er,5er,6er und 8er Besetzung) hat das Spiel noch lange nichts von seinem Reiz verloren, auch wenn man hin und wieder verliert.