Beitragvon Marten Holst » 2. August 2005, 16:31
Moin,
> Womit wir wieder bei einem Definitionsproblem sind: Wenn
> Hauptberuf darüber definiert ist, dass man mit dem
> Einkommen seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, dann
> stellt sich immer noch die Frage, wieviel Geld man dafür
> braucht, d.h. wie viel Geld der Hauptberuf einbringen muss.
ja, sammer. Das werden wir aber nicht umgangen bekommen bekommen, es sei denn, wir setzen eine Willkürgrenze fest, wie viel das sein soll (unter Berücksichtigung familiärer Umstände, Sonderausgaben und Mietenspiegel der jeweiligen Wohnregion). Aber wenn wir alle Definitionen zerlegen, kommen wir mit der (an sich interessanten) Frage, die ja nur einen Überblick geben soll, nicht weiter. Was mich an der "Selber angegeben"-Definition stört sind Fälle wie ein Bekannter von mir, der sich als "im Hauptberuf" Musiker sieht, obwohl er damit effektiv eher Minus als Plus macht, und eben "nebenher" 38h in einer Versicherung jobbt. Ähnlich sieht es sicherlich bei allen Berufen mit künstlerischem und kreativem Anteil aus.
>> Sollte ich nach meinem Referendariat keine Anstellung bekommen, meine Frau > aber noch an ihrer Schule sein (ein realistsiches Szenario) und ich dann ein
>> Spiel veröffetlicht haben, wäre ich dann "Profi"? :-)
>> Spiele erfinden wäre ja dann meine einzige geldbringende Tätigkeit....
Nach der Definition der Frage, wie ich sie gestellt hatte, die Bernd hier kopiert hatte: nein, denn Du hättest andere Methoden, Deinen Unterhalt zu finanzieren (Frau).
> Ich plädiere halt dafür, dass diejenigen, bei denen
> Spieleentwickeln deutlich mehr als ein Hobby ist (und das
> läßt sich wahrscheinlich anhand des Engagements für die
> Tätigkeit, der investierten Zeit und des erhaltenen
> Einkommens messen), das auch deutlich so sagen. Natürlich
> könnte auch Boris Becker das Tennis spielen als Hobby
> bezeichnen oder Robbie Williams das Singen, aber das ginge
> irgendwie an der Sache vorbei, oder?
Naja, letzten Endes verdienen die aber auch nach allgemeiner Tendenz wirklich genug mehr. Nur könnten - nach der "reicht zum Leben"-Definition wahrscheinlich beide zig Berufe (Tennisspieler, Talkgast, Werbefernsehschauspieler) angeben. Ein Problem, das wir (zum Glück? Leider?) bei Spielen so nicht haben.
Was mich aber interessieren würde ist eher (siehe oben) nicht, wie viele Leute das Erfinden von Spielen als die wichtigste Tätigkeit in ihrem Leben sehen, sondern wie viele nach allem, was durch den (notwendigen und von mir auch nicht kritisiert werden sollenden, wir hatten ja mal die CD-Raubkopien-Diskussion hier) Overhead wie Vertrieb, Lkw-Fahrer, Grafiker, Indigopflanzer (für das Blau des Drucks), Regelschreiber, Kohlenschipper, Verlagstelefon... hindurchkommt, und zwar so, dass jemand wirklich nur noch sein Hobby bzw. seine Berufung ausüben könnte.
Tschüß
Marten