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Hauptberuf: Spieleautor/In

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Bernd

Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Bernd » 1. August 2005, 14:25

Hallo,

kennt ihr die Frage wenn ihr von eurem Hobby erzählt: "Kann man eigentlich vom Spieleerfinden leben?"
Ich sage dann immer, dass die meisten Autoren auch noch einen "richtigen" Beruf haben, nur sehr wenige sind hauptberufliche Spieleautoren.
Jetzt würde mich aber einmal interessieren, wieviele hauptberufliche SpieleautorInnen es nun wirklich gibt.

Hier einmal eine Liste von denen, die mir einfallen - Ergänzungen bzw. Verbesserungen sind erwünscht:

Wolfgang Kramer:
Wohl einer der ersten hauptberuflichen Spieleautoren.

Klaus Teuber:
Siedler sei dank :)

Reiner Knizia:
Auch ohne "Spiel des Jahres" erfolgreich ;)

Heinz Meister:
Wohl einer des meistverkauften Spieleautoren überhaupt - gibts ihn eigentlich wirklich? ;)

Günter Burkhardt:
Hauptberuflicher Autor oder beurlaubter Lehrer? Konnte ich nicht wirklich klären.

Jens - Peter Schliemann:
Habe in einem Interview gelesen, dass er "Vollzeitautor" ist. Stimmt das wirklich?

So, mehr sind mir nicht eingefallen - die meisten anderen (Friedemann Friese usw.) sind ja eigentlich "Herausgeber" & "Autor" in einer Person ... das zähle ich eher als "Herausgeber". Ich meine die AutorInnen, die jedes Ihrer Spiele erst einmal bei einem Verlag unterbringen müssen.

Bin gespannt, wen ich übersehen habe.

Gruß

Bernd
PS: Ob diejenigen bei amtlichen Unterlagen "Spieleautor" als Beruf eintragen?

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peer

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon peer » 1. August 2005, 14:28

Hi,
Günter Cornett wäre noch einer.

ciao
peer

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Bernd

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Bernd » 1. August 2005, 14:55

peer schrieb:
>
> Hi,
> Günter Cornett wäre noch einer.
>

Hmm, Günter Cornett hat ja eigentlich auch "seinen" eigenen Verlag (Bambus).
Die meisten seiner Spiele sind ja auch im eigenen Verlag erschienen ...

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Droegi
Kennerspieler
Beiträge: 515

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Droegi » 1. August 2005, 15:37

Uwe Rosenberg
Marcel-André Casasola-Merkle

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Andrea Meyer

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Andrea Meyer » 1. August 2005, 16:06

Hi,

es gibt noch einige AutorInnen mehr, die Spieleentwicklung als ihren Hauptberuf angeben. Mir fallen spontan ein:

Liesbeth Bos (+ Spielzeugdesign)
Christoph Cantzler
Marcel-André Casasola-Merkle (+ Grafik)
Günter Cornett
Pitt Crandlemire
Friedemann Friese
Ronald Hofstätter (+ Agententätigkeit)
Alan R. Moon
Alan Newman
Stefanie Rohner
Jens-Peter Schliemann
Christian Wolf
Anja Wrede (+ Grafik)

und die von dir genannten:
Reiner Knizia
Wolfgang Kramer
Heinz Meister
Klaus Teuber

Da sind jetzt noch nicht die Leute dabei, die hauptberuflich Spiele für den Massenmarkt (MB etc.) entwickeln. Was definierst du eigentlich als Hauptberuf? Der Job, mit dem man die meiste Zeit verbringt? Der Job, der das meiste Geld einbringt?

Ich vermute, wenn man jeweils eine der obigen Definitionen zugrunde legt, dass auch Gunter Baars, Hajo Bücken, Frank Czarnetzki, Max Kobbert, Niek Neuwahl, Reinhold Wittig und Klaus-Jürgen Wrede im Hauptberuf Spieleautoren ist.

Ich verstehe übrigens deine Unterscheidung zwischen Autor und Herausgeber an dieser Stelle nicht. Friedemann Friese veröffentlicht seine eigenen Spiele und lebt davon - warum qualifiziert er sich deiner Meinung nach nicht für den Hauptberuf Spieleautor? Das "Unterbringen" eines Spiels im Eigenverlag ist mit anderen Entscheidungen verbunden als das bei einem Fremdverlag, dennoch wird der/die verantwortungsbewußte AutorIn sich selbst als RedakteurIn das Spiel sehr genau unter Marketing-Gesichtspunkten angucken. Insofern ist es nicht zwingend einfacher, selbst zu veröffentlichen, sondern eher nur anders.

Um ein paar Zahlen in die Runde zu werfen: Die Spieleautorenzunft SAZ hat zur Zeit 381 Mitglieder, von denen 186 bereits ein Spiel veröffentlicht haben. Von diesen haben 116 bereits mindestens 3 Spiele veröffentlicht, einige, so Kramer, Teuber, Meister, Rohner + Wolf, und Knizia, aber auch schon über einhundert.

Gruß
Andrea Meyer

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Carsten Wesel

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Carsten Wesel » 1. August 2005, 16:30

Andrea Meyer schrieb:
>

> Ich verstehe übrigens deine Unterscheidung zwischen Autor und
> Herausgeber an dieser Stelle nicht. Friedemann Friese
> veröffentlicht seine eigenen Spiele und lebt davon - warum
> qualifiziert er sich deiner Meinung nach nicht für den
> Hauptberuf Spieleautor?

Diesen Ausschnitt stelle ich einfach noch mal nach vorne, weil genau das mein Gedanke war. Freue mich auf Klärung.

Gruß Carsten (der [b]kein[/b] Spieleautor ist, aber davon auch [b]kaum[/b] leben kann)

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Immanuel

Wie ist denn das mit Knizia ...

Beitragvon Immanuel » 1. August 2005, 16:40

... nun eigentlich genau?

Ist der im Hauptberuf Spieleerfinder oder Matheprof? Das hätte mich schon immer mal interessiert.

Neugierig fragendes Grüßle,
Immanuel

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Peter Gustav Bartschat

Re: Wie ist denn das mit Knizia ...

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 1. August 2005, 17:12

Immanuel schrieb:
> Ist der im Hauptberuf Spieleerfinder oder Matheprof? Das
> hätte mich schon immer mal interessiert.

Ein Blick in die Biografie auf seiner Homepage verrät, dass Reiner Knizia derzeit hauptberuflich Spieleautor ist.

http://www.apba84.dsl.pipex.com/kgludography.htm
(dort bitte noch auf "Brief Biography" klicken)

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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VolkiDU

Re: Wie ist denn das mit Knizia ...

Beitragvon VolkiDU » 1. August 2005, 18:12

Peter Gustav Bartschat schrieb:
> Immanuel schrieb:
> > Ist der im Hauptberuf Spieleerfinder oder Matheprof? Das
> > hätte mich schon immer mal interessiert.
>
> Ein Blick in die Biografie auf seiner Homepage verrät, dass
> Reiner Knizia derzeit hauptberuflich Spieleautor ist.

Ich hätte mich auch sehr gewundert, wenn Reiner Knizia nicht "hauptberuflich" Spieleautor angegeben hätte :D

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Bernd

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Bernd » 1. August 2005, 19:24

Hallo Andrea Meyer,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Ich dachte nicht, dass es tatsächlich so viele hauptberufliche Spieleautoren gibt.

Wobei ich bei einigen doch noch ein paar Fragen habe:

> Marcel-André Casasola-Merkle (+ Grafik)
Ist Marcel-André Casasola-Merkle zur Zeit nicht Student?

> Günter Cornett
Ist ja auch "Verleger" ...

> Friedemann Friese
Ist ja auch "Verleger" ...

> Ronald Hofstätter (+ Agententätigkeit)
Ist doch in erster Linie "Agent", oder?

> Alan R. Moon
Wie konnte ich den vergessen ;)

> Da sind jetzt noch nicht die Leute dabei, die hauptberuflich
> Spiele für den Massenmarkt (MB etc.) entwickeln.
Sind diese Personen eigentlich beim Verlag angestellt oder Freiberufler?

> Was definierst du eigentlich als Hauptberuf? Der Job, mit dem man
> die meiste Zeit verbringt? Der Job, der das meiste Geld einbringt?
Den Beruf den man offizell angiebt, wenn man bei Ämtern, Versicherungen usw. nach dem Beruf gefragt wird.

> Ich vermute, wenn man jeweils eine der obigen Definitionen
> zugrunde legt, dass auch Gunter Baars, Hajo Bücken,

> Frank Czarnetzki
Student, oder?

> Reinhold Wittig
Professor, oder?

> Klaus-Jürgen Wrede
Lehrer, oder?

> Ich verstehe übrigens deine Unterscheidung zwischen Autor und
> Herausgeber an dieser Stelle nicht. Friedemann Friese
> veröffentlicht seine eigenen Spiele und lebt davon - warum
> qualifiziert er sich deiner Meinung nach nicht für den
> Hauptberuf Spieleautor? Das "Unterbringen" eines Spiels im
> Eigenverlag ist mit anderen Entscheidungen verbunden als das
> bei einem Fremdverlag, dennoch wird der/die
> verantwortungsbewußte AutorIn sich selbst als RedakteurIn das
> Spiel sehr genau unter Marketing-Gesichtspunkten angucken.
> Insofern ist es nicht zwingend einfacher, selbst zu
> veröffentlichen, sondern eher nur anders.

Ich bin nicht der Meinung, dass es ein "Verleger" der seine eigenen Spielideen veröffentlicht einfacher hat. Er hat meist sogar mehr zu tun.

Daher kommt auch meine Unterscheidung. Während "Spieleautoren" sich ja ganz auf das Erfinden von Spielen konzentrieren kann, muss sich der "Verleger" mit viel mehr "Zeugs" herumschlagen. Ich habe selbst einen kleinen Betrieb und weiß, wieviel Zeit die ganze Büroarbeit verbraucht.
Du bringst ja auch deine eigenen Spiele auf dem Markt - deshalb kannst du bestimmt ein Lied davon singen ...

Aber du hast recht - aus meiner Erklärung könnte man herauslesen, dass ein Spiel - wenn es ein Autor selbst herausbringt - von minderer Qualität ist. Dieser Meinung bin ich nicht. Meine Meinung ist (kurzgefasst): Die Qualität eines Spieles steht in keinem Zusammenhang mit dem Verlag bei dem er erscheint ...

Aber auch der Backround ist bei "Verlegern" und "hauptberuflichen Autoren" ein anderer. Der "Verleger" bezahlt sich selbst, trägt das Riskio einer Veröffentlichung - hat es aber auch in der Hand, wann er wieviele neue Spiele veröffentlicht.

> Um ein paar Zahlen in die Runde zu werfen: Die
> Spieleautorenzunft SAZ hat zur Zeit 381 Mitglieder, von denen
> 186 bereits ein Spiel veröffentlicht haben. Von diesen haben
> 116 bereits mindestens 3 Spiele veröffentlicht, einige, so
> Kramer, Teuber, Meister, Rohner + Wolf, und Knizia, aber auch
> schon über einhundert.

Beeindruckend. Aber Teuber hat doch noch keine hundert Spiele veröffentlicht, oder?

> Gruß
> Andrea Meyer

Danke und Gruß

Bernd

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Andrea Meyer

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Andrea Meyer » 1. August 2005, 19:58

Bernd schrieb:
>
> > Marcel-André Casasola-Merkle (+ Grafik)
> Ist Marcel-André Casasola-Merkle zur Zeit nicht Student?

Ja er ist Student, erarbeitet seine Diplomarbeit, und ist von Beruf Spieleautor und -grafiker. Ich bin z.B. auch, je nachdem, wer mich wann fragt, Angestellte, Referentin (in der Haupttätigkeit), Selbständige, Spieleautorin und -verlegerin (in der Nebentätigkeit), Diplom-Pädagogin und EDV-Kauffrau (von der Ausbildung her) etc.

Insofern ist die Definition, dass der Hauptberuf der ist, den man offiziell angibt, vielleicht ein bißchen schwierig.

Denn natürlich ist Reinhold Wittig Professor, Klaus-Jürgen Wrede Lehrer und Frank Czarnetzki vermutlich Student. Aber sie sind eben auch Spieleautoren, und betreiben diese Tätigkeit in einer Intensität, die vermuten läßt, dass sie die Schwelle vom Hobby zum Beruf bereits überquert haben.


> > Ronald Hofstätter (+ Agententätigkeit)
> Ist doch in erster Linie "Agent", oder?

Und definiert sich als Spieleautor, da er auch Kooperationen sucht und selbst Spiele macht.

> > Da sind jetzt noch nicht die Leute dabei, die hauptberuflich
> > Spiele für den Massenmarkt (MB etc.) entwickeln.
> Sind diese Personen eigentlich beim Verlag angestellt oder
> Freiberufler?

Das variiert. Hasbro z.B. beschäftigt hauptberufliche Entwickler für Heroquest etc. Einige ganz interessante Einblicke bieten die Interviews, die Tom Vasel (auf englisch) geführt hat, und die man u.a. über www.gamefest.com findet.

> > Um ein paar Zahlen in die Runde zu werfen: Die
> > Spieleautorenzunft SAZ hat zur Zeit 381 Mitglieder, von denen
> > 186 bereits ein Spiel veröffentlicht haben. Von diesen haben
> > 116 bereits mindestens 3 Spiele veröffentlicht, einige, so
> > Kramer, Teuber, Meister, Rohner + Wolf, und Knizia, aber auch
> > schon über einhundert.
>
> Beeindruckend. Aber Teuber hat doch noch keine hundert Spiele
> veröffentlicht, oder?

Nee, du hast Recht, nur 97, s. www.luding.org.

Gruß
Andrea

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Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Marten Holst » 1. August 2005, 21:20

Moin,

was die ursprüngliche Frage, so wie ich sie verstanden hatte, betrifft (ohne, dass das das richtige Verständnis sein muss, bzw. auch nicht ganz ist, siehe Bernds Antwort auf Andrea) wäre für mich Friedemann [b]kein[/b] Hauptberufsautor. Ich gehe allerdings hier an der Definition "Hauptberuf" vorbei. Bei einem Eigenverleger lässt sich - zumindest für mich als Außenstehenden - schwer sagen, ob er mehr Geld als Autor oder mehr als "Verleger" macht. Wenn hier jemand Werte kennt, wie die beiden Größen zueinander im Allgemeinen in etwa stehen, wäre das sicherlich leichter. Aber eben analog zu Bernds Frage könnte man die folgende Frage stellen wollen:

Wie viele Leute können alleine vom Erfinden von Spielen leben, würden also noch ein Auskommen haben, wenn ihnen alle anderen Einkünfte abhanden kämen. Das beinhaltet auch eine Trennung der verschiedenen Ebenen einer Spielveröffentlichung rein auf den "Erfinderteil".

Hier ist natürlich "von etwas leben können" unterdefiniert. Auch die Einzelbestandteile einer Spielerfindung gehen ineinander über, weil viele Leute eben mehrere Sachen machen können.

Tschüß
Marten (der von all den Dingen, die zum "vom Spielen Leben" gehören, leider zu wenige beherrscht)

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Michael Weber

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Michael Weber » 1. August 2005, 21:50

Da kommen wir langsam an einen interessanten Punkt. Nämlich, wer denn alleine davon wirklich leben kann. Da kommt nach den üblichen drei bis fünf Verdächtigen eher keiner mehr mit, oder? Ich denke gerade an Günter und die Auflagenhöhe bei Bambus. Das kann ja nicht zum Leben reichen, selbst wenn man die Kosten unberücksichtigt lässt ...

Michael
(der nicht von Reich der Spiele leben muss, aber damit auch nicht von der SAZ ernst genommen wird)

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Bernd

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Bernd » 1. August 2005, 21:53

> Nee, du hast Recht, nur 97, s. www.luding.org.

Ich wußte es ;) ;) ;)

Ich hatte das Fernsehinterview (Tiger Enten Club?) von Reiner Knizia und Klaus Teuber im Ohr. Bei dem wurden beide gefragt, wieviele Spiele sie veröffentlicht haben - Reiner Knizia antworterte: über 100 - Klaus Teuber lächelte verschmitzt und meinte nur - bei weitem nicht so viele - vielleicht 20 - 30 ...

Aber ich sehe schon - das Thema Spieleautor als Beruf bzw. Berufung ist nicht so einfach ...

Ich glaube Marten trifft meine Neugierde am Besten. Ohne einen Autor abqualifizieren zu wollen, hat mich einfach interessiert, wer nur aufgrund von seinen erfundenen Spielen davon leben kann.
Dabei fallen alle, die noch eine Nebentätigkeit haben, aus dieser Liste (ob "Verlagstätigkeit", Grafik, Design, Bafög, Spieleschulungen, Lehrergehalt, DJ - Tätigkeiten usw.). Aber es ist natürlich immer schwer zu sagen, was es heißt "davon leben zu können".

Am spannendsten fand ich, dass z.B. Christof Cantzler und Jens-Peter Schliemann tatsächlich hauptberufliche Spieleautoren sind (mit 3 bzw. 5 gefundenen Spielen bei Luding). Es hat mir gezeigt, dass es wohl einen großen Markt jenseits von spielbox, luding und Co. geben muss ...

Aber ich fand die Antworten sehr interessant - hat es für mich doch einen neuen (wenn auch kleinen) Einblick in mein Lieblingshobby gegeben (das bei manchen eben weit mehr als nur ein Hobby ist).

Gruß

Bernd

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Andreas Keirat

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Andreas Keirat » 2. August 2005, 09:18

Bernd schrieb:
>

> Am spannendsten fand ich, dass z.B. Christof Cantzler und
> Jens-Peter Schliemann tatsächlich hauptberufliche
> Spieleautoren sind (mit 3 bzw. 5 gefundenen Spielen bei
> Luding). Es hat mir gezeigt, dass es wohl einen großen Markt
> jenseits von spielbox, luding und Co. geben muss ...
>
> Aber ich fand die Antworten sehr interessant - hat es für
> mich doch einen neuen (wenn auch kleinen) Einblick in mein
> Lieblingshobby gegeben (das bei manchen eben weit mehr als
> nur ein Hobby ist).
>
> Gruß
>
> Bernd

Hallo Bernd!

Du darfst nicht aus den Augen verlieren, daß Luding als Datenbank zwar mittlerweile immens groß und wichtig geworden ist, aber BEI WEITEM nicht alle jemals erschienenen Titel aufführt. Wenn ich mir meine ungespielten Titel hier mal anschaue, finde ich bestimmt locker noch 200 Spiele, die nicht bei Luding auftauchen. Jens-Peter halt aber mit Sicherheit mehr als 5 Spiele veröffentlicht ;) Gerade bei Spielen vor 1985 wirds in der Datenbank ziemlich löchrig.

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de

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Martin

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Martin » 2. August 2005, 09:19

Ich denke, daß Reiner Knizia und Friedemann Friese gute Beispiele dafür sind, welche Wege man gehen kann, um wirklich von Spielen leben zu können: Entweder man veröffentlicht mindestens drei, vier Spiele im Jahr wie Knizia (oder sind es sogar mehr?), und bekommt genug Tantiemen, oder man bringt ein Spiel im Jahr selbst heraus, aber dann müssen es entsprechend hohe Auflagen sein und Material, das mit den großen Verlagen mithalten kann.
Oder man landet wie Klaus Teuber einen Sechser im Lotto und erfindet ein Spiel, das alle Rekorde bricht...

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peer

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon peer » 2. August 2005, 10:52

Hi,
Bernd schrieb:
>> Dabei fallen alle, die noch eine Nebentätigkeit haben, aus
> dieser Liste (ob "Verlagstätigkeit", Grafik, Design, Bafög,
> Spieleschulungen, Lehrergehalt, DJ - Tätigkeiten usw.). Aber
> es ist natürlich immer schwer zu sagen, was es heißt "davon
> leben zu können".

Manchmal ist es aber schwer einzuschätzen. Cornett z.B. hat meines Wissens keinen weiteren Beruf. Und sein Bambus-Verlag dürfte auch nicht genug abwerfen, um davon leben zu können. Ob er nun einen guten Bausparvertrag hat, sich von seiner Freundin aushalten lässt oder tatsächlich von Kahuna so viel Tantiemen bekommt, weiss nur er selbst :D

Sollte ich nach meinem Referendariat keine Anstellung bekommen, meine Frau aber noch an ihrer Schule sein (ein realistsiches Szenario) und ich dann ein Spiel veröffetlicht haben, wäre ich dann "Profi"? :-)
Spiele erfinden wäre ja dann meine einzige geldbringende Tätigkeit....

> Am spannendsten fand ich, dass z.B. Christof Cantzler und
> Jens-Peter Schliemann tatsächlich hauptberufliche
> Spieleautoren sind (mit 3 bzw. 5 gefundenen Spielen bei
> Luding). Es hat mir gezeigt, dass es wohl einen großen Markt
> jenseits von spielbox, luding und Co. geben muss ...

P.K. Grunau ist meines Wissens auch ein Profi - Bekannt ist er aber nicht . Er hat halt hauptsächlich Aldi-Spiele und so erstellt, also Dinge die hohe Auflagen haben, aber keinen Namen auf der Schachtel.
Ist/War Schliemann nicht auch beim team Annaberg? Solch eine Teamzugehlörigkeit wird ja auch nicht wahrgenommen (Da das Team ja auch unter der Teambezeichnung geführt wird)

ciao
peer

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Andrea Meyer

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Andrea Meyer » 2. August 2005, 11:47

peer schrieb:
>
> Manchmal ist es aber schwer einzuschätzen. Cornett z.B. hat
> meines Wissens keinen weiteren Beruf. Und sein Bambus-Verlag
> dürfte auch nicht genug abwerfen, um davon leben zu können.

Womit wir wieder bei einem Definitionsproblem sind: Wenn Hauptberuf darüber definiert ist, dass man mit dem Einkommen seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, dann stellt sich immer noch die Frage, wieviel Geld man dafür braucht, d.h. wie viel Geld der Hauptberuf einbringen muss. Und das ist meines Wissens bei Günter deutlich weniger als beim Durchschnitt der hier Mitlesenden.

> Sollte ich nach meinem Referendariat keine Anstellung bekommen, meine Frau > aber noch an ihrer Schule sein (ein realistsiches Szenario) und ich dann ein
> Spiel veröffetlicht haben, wäre ich dann "Profi"? :-)
> Spiele erfinden wäre ja dann meine einzige geldbringende Tätigkeit....

Wenn du dich dann als Profi definierst und Spiele entwickeln als deinen Hauptberuf bezeichnest, ja. Wenn du Spiele entwickeln als Hobby bezeichnest und eigentlich nach einem anderen Job Ausschau hältst, eher nein. Unabhängig davon würde ich hoffen, dass du, was immer du tust, es professionell betreibst und nicht vor dich hin stümperst.

Ich plädiere halt dafür, dass diejenigen, bei denen Spieleentwickeln deutlich mehr als ein Hobby ist (und das läßt sich wahrscheinlich anhand des Engagements für die Tätigkeit, der investierten Zeit und des erhaltenen Einkommens messen), das auch deutlich so sagen. Natürlich könnte auch Boris Becker das Tennis spielen als Hobby bezeichnen oder Robbie Williams das Singen, aber das ginge irgendwie an der Sache vorbei, oder?

> > Am spannendsten fand ich, dass z.B. Christof Cantzler und
> > Jens-Peter Schliemann tatsächlich hauptberufliche
> > Spieleautoren sind (mit 3 bzw. 5 gefundenen Spielen bei
> > Luding).

> Ist/War Schliemann nicht auch beim team Annaberg? Solch eine
> Teamzugehlörigkeit wird ja auch nicht wahrgenommen (Da das
> Team ja auch unter der Teambezeichnung geführt wird)

Ja, Jens-Peter Schliemann ist Mitglied des Teams Annaberg, das aber seine Redaktionstätigkeit für Winning Moves beendet hat. Dennoch arbeiten die vier (Jens-Peter Schliemann, Marcel-André Casasola Merkle, Christwart Conrad, Bernhard Weber) auch weiter zusammen.

Christoph Cantzler entwickelt viele Werbespiele und Spielkonzepte - auch das Aufgabengebiete für SpieleautorInnen.

Gruß
Andrea

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Reinhard Staupe
Brettspieler
Beiträge: 72

Amtliche Anerkennung

Beitragvon Reinhard Staupe » 2. August 2005, 12:47

>>Gruß

>>Bernd
>>PS: Ob diejenigen bei amtlichen Unterlagen "Spieleautor" als Beruf eintragen?


Hallo Bernd!

Ich hatte letztes Jahr die Ehre, bei guten Bekannten als Trauzeuge zu fungieren, und nachdem die Standesbeamtin die Berufsbezeichnung "Selbständig" ablehnte, wurde der "Spiele-Erfinder" von ihr widerspruchslos akzeptiert und eingetragen, begleitet von einem Lächeln um die Mundwinkel und gefolgt von einem "so was hatten wir ja noch nie."
Na, wenn das mal keine erfreuliche, offizielle Anerkennung unserer Zunft ist :-)

Viele Grüße,
Reinhard

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Bernd

Re: Amtliche Anerkennung

Beitragvon Bernd » 2. August 2005, 13:03

Schööön :) :) :)

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peer

Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon peer » 2. August 2005, 13:04

Hi,
Einen hab ich gerad eper Zufall gefunden:
Chuck Kallenbach ist Spieleerfinder bei Decipher, verantwortlich für diverse Sammelkartenspiele (deswegen hab ich wohl auch noch nie von dem gehört :-) ). Der trägt auch "Game Designer" in seine Steuererklärung ein...

ciao
peer

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Christof

Knizia spricht

Beitragvon Christof » 2. August 2005, 15:54

Immanuel schrieb:
>
> ... nun eigentlich genau?
>
> Ist der im Hauptberuf Spieleerfinder oder Matheprof? Das
> hätte mich schon immer mal interessiert.
>
> Neugierig fragendes Grüßle,
> Immanuel

Wer es genauer wissen will was Dr. Reiner Knizia so treibt den lieben langen Tag der kann sich (bei guter Internetverbindung) das Interview mit Aldie und Derk bei boardgamesgeek runterladen. Dort berichtet er recht genau wie sein Werdegang ist und was er beim Spieleerfinden alles macht. Vorrausgesetzt sind allerdings einigermaßen gute Englischkenntnisse.

Link: http://www.boardgamegeek.com/geekspeak.php3
Episode 18 ca. 100 MB mp3 file.

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Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

Ernährt durch Spieleautor/In

Beitragvon Marten Holst » 2. August 2005, 16:31

Moin,

> Womit wir wieder bei einem Definitionsproblem sind: Wenn
> Hauptberuf darüber definiert ist, dass man mit dem
> Einkommen seinen Lebensunterhalt finanzieren kann, dann
> stellt sich immer noch die Frage, wieviel Geld man dafür
> braucht, d.h. wie viel Geld der Hauptberuf einbringen muss.

ja, sammer. Das werden wir aber nicht umgangen bekommen bekommen, es sei denn, wir setzen eine Willkürgrenze fest, wie viel das sein soll (unter Berücksichtigung familiärer Umstände, Sonderausgaben und Mietenspiegel der jeweiligen Wohnregion). Aber wenn wir alle Definitionen zerlegen, kommen wir mit der (an sich interessanten) Frage, die ja nur einen Überblick geben soll, nicht weiter. Was mich an der "Selber angegeben"-Definition stört sind Fälle wie ein Bekannter von mir, der sich als "im Hauptberuf" Musiker sieht, obwohl er damit effektiv eher Minus als Plus macht, und eben "nebenher" 38h in einer Versicherung jobbt. Ähnlich sieht es sicherlich bei allen Berufen mit künstlerischem und kreativem Anteil aus.

>> Sollte ich nach meinem Referendariat keine Anstellung bekommen, meine Frau > aber noch an ihrer Schule sein (ein realistsiches Szenario) und ich dann ein
>> Spiel veröffetlicht haben, wäre ich dann "Profi"? :-)
>> Spiele erfinden wäre ja dann meine einzige geldbringende Tätigkeit....

Nach der Definition der Frage, wie ich sie gestellt hatte, die Bernd hier kopiert hatte: nein, denn Du hättest andere Methoden, Deinen Unterhalt zu finanzieren (Frau).

> Ich plädiere halt dafür, dass diejenigen, bei denen
> Spieleentwickeln deutlich mehr als ein Hobby ist (und das
> läßt sich wahrscheinlich anhand des Engagements für die
> Tätigkeit, der investierten Zeit und des erhaltenen
> Einkommens messen), das auch deutlich so sagen. Natürlich
> könnte auch Boris Becker das Tennis spielen als Hobby
> bezeichnen oder Robbie Williams das Singen, aber das ginge
> irgendwie an der Sache vorbei, oder?

Naja, letzten Endes verdienen die aber auch nach allgemeiner Tendenz wirklich genug mehr. Nur könnten - nach der "reicht zum Leben"-Definition wahrscheinlich beide zig Berufe (Tennisspieler, Talkgast, Werbefernsehschauspieler) angeben. Ein Problem, das wir (zum Glück? Leider?) bei Spielen so nicht haben.

Was mich aber interessieren würde ist eher (siehe oben) nicht, wie viele Leute das Erfinden von Spielen als die wichtigste Tätigkeit in ihrem Leben sehen, sondern wie viele nach allem, was durch den (notwendigen und von mir auch nicht kritisiert werden sollenden, wir hatten ja mal die CD-Raubkopien-Diskussion hier) Overhead wie Vertrieb, Lkw-Fahrer, Grafiker, Indigopflanzer (für das Blau des Drucks), Regelschreiber, Kohlenschipper, Verlagstelefon... hindurchkommt, und zwar so, dass jemand wirklich nur noch sein Hobby bzw. seine Berufung ausüben könnte.

Tschüß
Marten

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Andrea Meyer

Re: Ernährt durch Spieleautor/In

Beitragvon Andrea Meyer » 2. August 2005, 17:01

Marten Holst schrieb:

> Was mich aber interessieren würde ist eher (siehe oben)
> nicht, wie viele Leute das Erfinden von Spielen als die
> wichtigste Tätigkeit in ihrem Leben sehen, sondern wie viele
> nach allem, was durch den (notwendigen und von mir auch nicht
> kritisiert werden sollenden, wir hatten ja mal die
> CD-Raubkopien-Diskussion hier) Overhead wie Vertrieb,
> Lkw-Fahrer, Grafiker, Indigopflanzer (für das Blau des
> Drucks), Regelschreiber, Kohlenschipper, Verlagstelefon...
> hindurchkommt, und zwar so, dass jemand wirklich nur noch
> sein Hobby bzw. seine Berufung ausüben könnte.

Zunächst: Ich denke, dass es einen deutlich engeren Zusammenhang zwischen Spieleautorentätigkeit und Grafik oder Regelschreiben gibt als zwischen Spieleentwicklung und Kohlenschippen. Insofern finde ich es völlig okay, wenn jemand, der Spiele entwickelt und illustriert, sich als Spieleentwickler und -illustrator bezeichnet.

Wenn Du von einem zu erreichenden Bruttogehalt von z.B. 50.000 € im Jahr ausgehst (das entspricht etwa einer BAT IIa-Stelle), dann muss ein Spieleautor je nach Vertrag und Auflage des/der Spiele etwa 50.000 bis 70.000 Spiele pro Jahr verkaufen (mal ausgehend von einem Mittelwert von 5% Honorar und einem mittleren Verkaufspreis im Laden von 30€ = 0,75 €/Spiel).

Das schaffen natürlich am ehestenLeute, die entweder einen Mega-Seller haben (z.B. Teuber, Wrede, z.T. auch Henn) oder eine ganze Menge verschiedener Titel ins Rennen schicken (z.B. Kramer, Knizia, Moon, Meister), nicht nur aus dem aktuellen, sondern auch aus vergangenen Jahrgängen.

Wenn du die Spiele selbst verlegst und also neben der Autorentätigkeit auch Verleger bist (der du im übrigen nicht wärst, wärst du nicht Autor), verschieben sich die Relationen und du musst etwa, auch das eine grobe Schätzung, 15.000 Spiele verkaufen, um auf das angestrebte Bruttogehalt zu kommen. (das macht z.B. Friese). Nach deiner Definition bis du dann aber nicht Autor, sondern Verleger (was ich für Haarspalterei halte).

Wenn du vor allen Dingen Werbespiele bzw. Spielkonzepte verkaufst, die in der Regel pauschal vergütet werden, musst du vielleicht etwa 10 größere Projekte pro Jahr abwickeln, um auf das angestrebte Bruttogehalt zu kommen, auch das ist selbstverständlich nur eine grobe Schätzung.

Und wenn du eine Kombi aus allem machst, was wahrscheinlich die meisten versuchen, dann musst du halt anteilig entsprechend viel Geld machen.

Gruß,
Andrea

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Andrea Meyer

Nicht ernst genommen? / Re: Hauptberuf: Spieleautor/In

Beitragvon Andrea Meyer » 2. August 2005, 17:55

Michael Weber schrieb:

> (der nicht von Reich der Spiele leben muss, aber damit auch
> nicht von der SAZ ernst genommen wird)

Inwiefern nicht?
fragt sich
Andrea


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