Beitragvon Martin » 15. August 2005, 09:25
> Die von mir genannten Spiele
> bestehen halt ausschließlich darin, dass man auf das
> Spielbrett starrt und für alle möglichen Kombinationen
> durchzählt, wieviel Punkte sie ergeben.
Ich würde das so beschreiben, daß man den optimalen Zug sucht - eine Gemeinsamkeit, die Einfach Genial mit Klassikern wie Schach, Go, Vier Gewinnt etc. hat. Oder mit Spielen, die ich als "Optimierungsspiele" ansehe - wie z.B. Tikal, Torres, Raja, Euphrat & Tigris oder Durch die Wüste.
Ich stimme Dir zu, daß man, um zugewinnen, letztlich alle Kombinationen durchrechnen muß. Da ich lieber intuitiv an Spiele rangehe, also nicht so lange überlege und aus dem Bauch raus meinen Zug entscheide, verliere ich grundsätzlich bei den genannten Spielen gegen Leute, denen das "Nachzählen" mehr liegt.
Bei Spielen mit mehreren Spielern kann man in der Regel nur den nächsten Zug genau planen - bis man wieder dran ist, hat sich einfach zu viel Unvorhergesehenes getan. Etwas anders wiederum liegt es z.B. bei Zweierspielen wie Schach - hier ist Intuition in der Regel besser, weil man über mehrere Züge im Voraus planen kann. Da wird die Zahl der möglichen Züge schnell so groß, daß man eine gute Intuition braucht, um schlechte Züge von vornherein aus der Planung auszublenden. Der Kampf zwischen Intuition und sturem Zahlen-Durchkauen ist ja letztlich auch der Kampf zwischen menschlichem Spieler und Computer beim Schach, und wo erst vor kurzem erstmals ein Computer den Weltmeister geschlagen hat.
Weiß eigentlich jemand, warum es für Go keine spielstarken Computerprogramme gibt - liegt das daran, daß es kein Interesse gibt, weil Go im Westen nicht so weit verbreitet ist, oder daran, daß es schwieriger ist, geeignete Algorithmen zu finden?