Beitragvon Ernst Knauth » 29. September 2005, 01:40
christian schrieb:
>
> Gibts CoSimler in Spielbox -Gemeinde?
bestimmt :-)
> ich habe kürzlich "Hannibal gegen Rom" von Eurogames gespielt
> und meine Leidenschaft für die sogenannten
> "Card-Driven-Games" entdeckt. Daher frage ich mal die
> Experten nach der Qualität der anderen Spiele dieses Genre.
Ich habe alle genannten CDGs schon gespielt (jeweils zwischen 3 bis ca. 80 Partien). Alle diese CDGs haben ihre Qualitäten, aber die persönlichen Geschmäcker sind unterschiedlich (historischer Hintergrund, Komplexität, Spieldauer, Spielerzahl, etc.).
Diese CDGs sind eigentlich Wargames mit historischem Hintergrund (mit der Historie sollte man sich auf jeden Fall immer erst etwas vertraut machen).
Ich würde keines so recht als Cosim bezeichnen, da der Simulations-Charakter meist nur kaum bis mäßig ausgeprägt ist. Am ehesten in diese (Simulations-)Richtung kommen wohl "Empire of the Sun", Barbarossa to Berlin" und "Paths of Glory".
> Hier meine Liste (Fehlen da welche, für Kommentare bin ich
> sehr dankbar):
Es fehlen in der Auflistung:
- Wellington (GMT): ich will heute meine erste Partie machen.
- Assyrian Wars (UGG): kenne ich noch nicht.
- Triumph of Glory (Clash of Arms): kenne ich noch nicht (Thema: Russische Revolution).
> We the People (Avalon Hill): Der "Gründervater" des Genres.
> Kann man den heute noch spielen?
Ja, wenn man über die Charakteristik der Amerikanischen Revolution einigermassen Bescheid weiß.
Relativ kurze Spieldauer.
> Hannibal gegen Rom (Eurogames): Wow, was für ein Meisterwerk!
> Ein absolut faszinierendes Strategiespiel! Ich habe noch in
> den Tagen nach meinem ersten Spiel ständig an bestimmte
> Spielsituationen und ihre Lösung bzw. Nichtlösung denken
> müssen. Für mich ein absolutes Highlight!
Spiele ich immer noch gerne (bisher ca 70x).
2ed rules gibt es im Internet.
> Successors (Avalon Hill): Thema sind die
> Nachfolgestreitigkeiten nach dem Tod Alexander des Großen.
> Ist das so wie Hannibal, nur für vier Mitspieler?
Gefällt mir recht gut.
Hat mit Hannibal nicht viel gemein.
2ed rules gibt es im Internet.
> For the People (GMT): Kenne ich leider nicht. Thema ist der
> amerikanische Bürgerkrieg.
Für mich eines der besten CDGs (man sollte aber den Verlauf des Amerikanischen Bürgerkriegs gut kennen).
Mein Mitspieler fand leider, daß die Regeln viel zu viel überflüssigen Chrom enthalten, und will es daher nicht mehr spielen. Ich fand den Chrom nicht störend.
> Paths of Glory (GMT): Ein Klassiker, den ich bisher leider
> nur einmal gespielt habe. Ich fand PoG ziemlich komplex und
> hatte ein bißchen das Gefühl Schach zu spielen, was mir nicht
> so liegt. Trotzdem ein tolles Spiel über den 1.WK, dass
> spielenswert ist..
Finde ich sehr gut.
Für viele das beste CDG.
> Barbarossa to Berlin (GMT: Der Nachfolger von PoG, nur halt
> 2.WK. Kann BtB dem Vorgänger das Wasser reichen?
Derselbe Designer wie für Paths of Glory.
Ich selbst bin bisher nicht damit klar gekommen.
Viele finden es aber sehr gut.
> Napoleonic Wars (GMT): Soll nicht so doll sein, laut BGG.
> Habt Ihr da andere Erfahrungen?
Mein meistgespieltes CDG, gleichermassen gut für 2-4 Mitspieler.
Bei 5 Mitspielern gibt es geteilte Meinungen.
Umfangreiche Regeln, aber nicht so sehr komplex.
> Thirty Years War (GMT): Der 30-Jährige Krieg bildet das
> Szenario für dieses Spiel, was in der Szene gnadenlos
> unterging. Habs vor kurzem gespielt und fand es deutlich
> besser als sein Ruf. Hatte ein paar Ecken und Kanten in der
> Spielmechanik (z.B. ungleichgewichtiges Set-Up von
> Protestanten und Katholiken), war aber sehr stimmungsvoll
> und äußerst dynamisch für ein CoSim. Will sagen: Kein großes
> Abtasten á la Paths of Glory, es geht jede Runde ums Ganze!
Gefällt mir nicht, da ich der Art der "vagabundierenden" Kriegsführung im 30jährigen Krieg bisher noch nichts abgewinnen konnte.
> Wilderness War (GMT): Briten gegen Franzosen im Kampf um
> Nordamerika. Ist ein etwas exotisches Thema, aber wer
> "Lederstrumpf" mag, kann wahrscheinlich was damit anfangen.
> Das Spiel soll laut BGG-Meinungen gut sein, ich kenne es
> leider noch nicht.
Ich mag es, die Meinungen sind aber recht unterschiedlich.
Auf jeden Fall sollten die optional rules (insbesondere "Infiltration") mit einbezogen werden.
> Sword of Rome (GMT) und Empire of the Sun: Die hab ich leider
> noch nicht gespielt. Kann da jemand was zu sagen?
Obwohl ich Römer-Fan bin, habe ich zu Sword of Rome bisher noch eine zwiespältige Meinung, da ich die Ermittlung der Kampfergebnisse und die Zuteilung der Verluste als sehr glücksabhängig empfunden habe. Im neuesten Heft des Magazins "Against the Odds" gibt es einen ausführlichen Artikel des Designers zu genau diesem Thema. Vielleicht hilft er (mir) ja weiter ...
Empire of the Sun ist von Mark Herman, der auch "We the People" und "For the People" gemacht hat.
Wohl das komplexeste aller CDGs bisher, mit umfangreichen Regeln, und das erste CDG, das nicht das Point-to-Point-System, sondern ein Hexraster verwendet.
Ich bin begeistert und werde es bestimmt noch oft spielen.
Das soll's fürs Erste mal sein.
Zu jedem dieser Spiele gäbe es aber noch eine Menge zu sagen.
Über die Suchfunktion (Spielname bzw. "CDG" oder "Card Driven Games") kann man noch jede Menge Meinungen bekommen.