Beitragvon Maike Mette » 18. Oktober 2005, 18:54
Ich denke dass man sich mal klar machen sollte, dass wir als Spieler eigentlich keine Ahnung haben von den Problemen bei der Produktion.
Ich habe genau nach dem Problem des Kistenformats mal jemanden gefragt. Es ist einfach so, dass die Verlage für eine neue Schachtelgröße bei einer Druckerei erstmal eine Vorlage herstellen lassen müssen. Das sind zusätzliche Kosten ohne, dass eine einzige Schachtel hergestellt wurde. Wenn irgendein Verlag eine schöne Größe hat dann heißt das nicht annähern, dass ein anderer Verlag auf diese zurückgreifen kann. bei den meisten Kleinverlagen gibt es einfach eine Standartgröße (wie beispielsweise Ystari), die werden solange das möglich ist diese Größe verwenden (hat eggert-spiele bis zu den Dolmengöttern übrigens auch getan und damit schon viel Kritik eingefahren). Ich unterstelle mal dass sich das Argument des niedrigen Preises bei größerer Kiste und das der praktischeren Lagerung bei kleiner Kiste fast ausgleichen. Da stellt sich doch die Frage ob ich als Verlag die Auslagen für den höheren Preis tragen kann. wenn ich die Rechnungen wie üblich vor der Auslieferung zahlen muss, muss ich den erhöhten Betrag aus der Verlagskasse bezahlen. Das mag den größeren Kleinverlagen gelingen aber oft trägt das Risiko ja eine Person, die das aus dem eigenem Privatvermögen vorstrecken muss. Außerdem denke ich, dass es auch nicht im Sinne der Verlage ist unpraktische Größen für ihre Spiele zu haben. Sie müssen die nicht verkauften Exemplare ja auch wieder zurück schaffen und Lagern. Das wird auch nicht billiger (wenn man das in einem richtigen Lager macht) oder leichter (im privaten Keller) durch aufgepustete Schachteln.
Ich kann die Diskussion ja gut verstehen aber wieso sie mit einer solchen Aggressivität geführt wird begreife ich nicht. Können wir nicht einfach glauben, dass sich die Verlage darüber Gedanken machen und schon ihre Gründe haben werden es so und nicht anders zu machen?
Zu dem Themenbereich Produktion und Schwirigkeiten der Beschaffung von Matrial wird es übrigens eine Disskursionsrunde geben beim Autorentreffn in Berlin im Frühjahr wenn ich das richtig verstanden habe.
Fakt ist doch, wenn mir an einem Spiel was nicht gefällt dann kaufe ich es einfach nicht. Jedem sind doch andere Kriterien beim Spielekauf wichtig. Für den einen ist praktische Schachtelgrösse wichtig dem anderen die gute Ausstattung, andere kaufen Spiele grundsätzlich nicht wenn sie vorher Stunden auspöppeln, oft ist es jedoch einfach der Preis.
Ich hab mich dieses Jahr angenehm davon überraschen lassen, das die Spiele nicht mehr 40€ pro Spiel gekostet haben. Mir ist natürlich klar, dass es auch teurere Spiele gab aber letztes Jahr haben die meisten Spiele in dem Bereich von Ys, Reef Encounter etc. alle zwischen 35€ und 40€ gekostet. diese Jahr waren sie meiner Empfindung nach günsiter (sicher war auch weniger Matrial in den günstigeren Spielen)
Grüsse Maike (.. die sich eher über das Tiefziehteil von Holland gewundert hat, das zu hoch für die Schachtel ist...)