Beitragvon Michael Weber » 21. November 2005, 15:33
Ralf Arnemann schrieb:
> > Immerhin ist es eine Umfrage, die laut
> > Notenerklärung ganz offensichtlich nach meiner
> > persönlichen Meinung fragt, da brauche ich also
> > keine objektiven Werte zu finden.
> Ich weiß nicht, ob das von den Initiatoren so krass gemeint
> war.
> Für sehr sinnvoll halte ich es nicht, denn im Ergebnis aller
> Noten soll ja eine Orientierungshilfe rauskommen.
Das ist richtig. Aber wenn ich eine Note vergeben soll, die explizit als "spiele ich gerne" oder ähnliches definiert wird, wird definitiv persönlicher Geschmack abgefragt. Letztlich ist JEDE Note vom persönlich Geschmack abhängig.
(Ich will an dieser Stelle nur mal darauf hinweisen, dass ich hier keine erneute Notendiskussion lostreten wollte ...)
Allerdings habe ich ja nicht nur meine persönlichen Vorlieben befragt, sondern das Spiel wurde durchaus auch etwas "objektiv" gesehen. Ein Spiel, das hervorragend funktioniert und allen Spaß macht ausßer mir würde von mir keine 6 bekommen.
> Und da ist m. E. implizit schon gemeint, wie die Qualität der
> Spiele in Bezug auf Spielreiz etc. ist, und zwar bei allen
> Schwierigkeiten doch "objektiv".
> Die Tabelle wird entwertet wenn da Noten einfließen, deren
> Beurteilungsmaßstab ein anderer ist.
Ha ha. 'Tschuldigung aber Noten und ein einheitlicher Beurteilungsmaßstab schließen sich in diesem Fall aus. :-D
Aber ich weiß ja, was du meinst und sehe das prinzipiell auch so. Ich habe ja auch so bewertet. Aber ich gebe in dieser Umfrage keinem Spiel eine 2, das hervorragend funktioniert und allen Spaß macht, nur mir nicht. Dann bekommt es eine 3 oder 4. Fertig. Weil ICH eben das Spiel benote, nicht die anderen. Und das Ergebnis ist ein durchaus diskussionswürdiger Durchschnitt, zu dem alle Bewerter im gleichen Maße beigetragen haben. Etwas anderes wäre es, wie bereits angedeutet, wenn ich dieses Spiel X rezensieren müsste. Dann würde das Ergebnis sicher anders ausfallen. Und das macht für mich auch den Unterschied zwischen Umfrage und Rezension aus.
> Beispiel: Subjektiv ist es legitim, wenn jemand grundsätzlich
> nur 3-Personenspiele mag oder nur solche, wo regelmäßig
> gewürfelt wird.
> Aber wenn er gnadenlos alle Spiele mit 6 abstraft, die diesen
> Kriterien nicht entsprechen, dann verschlechtert sich die
> Aussagequalität der Tabelle.
Nicht unbedingt. Die Frage ist nur, ob dieser jemand eine 6 geben darf, nur weil ihm eine Spielart nicht gefällt. An "meinen 6er-Spielen" habe ich durchaus "objektive" Dinge auszusetzen. Beispiel noch mal Blackmail. Ein grottiges Spiel, das Monopoly sein will, aber viel weniger schafft. Selbst wenn ich Monopoly mögen würde, wäre eine 6 hier einfach berechtigt. Ich benote hier also nicht schelcht, weil ich Monopoly-Variante nicht leiden kann, sondern weil es auch noch ein schlechte Variante ist.
> Denn solche Kriterien entnimmt man besser einer normalen
> Spielerezension.
Ja, wobei da eigentlich eher das Gegenteil der Fall sein sollte. Man sollte die persönlcihen Vorlieben vergessen und das Spiel vor dem Hintergrund seiner Zielgruppe und der passenden Spielekonkurrenten sehen.
> Es gibt ja auch genügend schlechte Spiele, da braucht man die
> volle Skala.
JA! :-)) :lol:
> Aber wenn ein Spiel zwar ziemlich gut ist, aber nicht dem
> eigenen Geschmack entspricht, dann würde ich keine schlechten
> Noten vergeben.
Keine radikale! Aber gegen eine (unbewusste) Abwertung wirst du dich kaum wehren können.
Michael
(hat 1 und 6 verteilt. Natürlich auch die Noten dazwischen)