Anzeige

Caylus - taktische Erfahrungen

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Dieter Niehoff

Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Dieter Niehoff » 11. Dezember 2005, 13:13

Nach 3,5 Studnen konzentrierten Gespiele konnte ich gestern nacht den Sieg erringen. Das macht mich zwar stolz (gegen diese Gegner...), ist aber kein Grund zum Ausruf im Forum. Vielmehr möchte ich gerne etwas über Eure taktische Erfahrungen mit CAYLUS erfahren. Hier meine gestrigen Erlebnisse dazu:

Ich habe mit 99 Punkten und 10 Punkten Abstand zum Nächsten (wir spielten zu dritt), gewonnen obwohl ich
- kein blaues Gebäude hatte,
- nur ein grünes Gebäude besaß,
- nie Gold besaß
- nicht die meisten Anteile im Schloß baute,
- im Schloß nur in den Reihen "Siegpunkte" und "Geld" aktiv war

Aber im Nachhinein fällt mir auf:
Einmal in Führung liegend baute ich munter und stets bis zum Schluss "braune" und "graue" Gebäude. Meine Rohstoffe, die ich alsbald durch "Bauernhof", "Park" und "Atelier" stetig erhielt, wurden sofort wieder in neue Gebäude oder in das Schloß investiert. Durch Gebäudebau erhielt ich ca. 30 Siegpunkte. Hinzu kamen die "Mieterträge", wenn die Mitspieler meine Gebäude benutzten.

Zudem konnte ich - da ich viele Gebäude besaß - das "Wirtshaus" gut einsetzen.

Mein Einsatz in der "Kirche" hat mir im Verlauf der ganzen Partie sicherlich 20 Siegpunkte gebracht.

In unserern Runden wird übrigens "Die Händlergilde" gerne von allen aggressiv eingesetzt. Wer in der Phase 4 "Versetzung des Vogtes" nicht ein wenig Geld übrig gelassen hat, der wird bei uns häufig üble Überraschungen erleben müssen.

Wer kann über seine Erfahrungen mit CAYLUS berichten?

Dieter Niehoff

Benutzeravatar
Daniel_R

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Daniel_R » 11. Dezember 2005, 16:29

Hallo Dieter,
Ich habe Caylus nun auch schon einige Male gespielt. Bei Deiner Beschreibung fällt mir folgendes auf:
- Ich erachte es als schwerwiegendes Versäumnis Deiner Gegner, wenn sie es zuliessen, dass Du Dir gleich alle drei "Bauernhof", "Park" und "Atelier" und den Nagel reissen konntest. Diese 3 Gratis-Rohstoffe pro Runde sind wertvoller als 3 Denar pro Runde bekommen.
- Die Aussage "Mein Einsatz in der "Kirche" macht Sinn, weil Du beim Markt für Rohstoffe viel Geld bekommst, und in der Kirche für Geld wieder Prestigepunkte
- 3,5h zu dritt? Inklusive Regelerklärung? Soviel brauchen wir nicht mal zu fünft.

Meine taktische Erfahrungen zu fünft:
- Der Bau von blauen Gebäude hat sich immer ausgezahlt (Platzierung Sieger oder Zweiter).
- Das Stadttor wurde kaum je benutzt
- Dank des Juwelier-Gebäude ist Gold interessanter als Geld in der Kirche.
- Startspieler (oder zweiter) sein wird wichtiger
- Man muss die anderen "im Auge" behalten (also kein 5 Spieler-Solitär).

Gruss Daniel

Benutzeravatar
Dieter Niehoff

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Dieter Niehoff » 11. Dezember 2005, 16:48

Daniel_R schrieb:
>
> Hallo Dieter,
> Ich habe Caylus nun auch schon einige Male gespielt. Bei
> Deiner Beschreibung fällt mir folgendes auf:
> - Ich erachte es als schwerwiegendes Versäumnis Deiner
> Gegner, wenn sie es zuliessen, dass Du Dir gleich alle drei
> "Bauernhof", "Park" und "Atelier" und den Nagel reissen
> konntest.

Ganz meine Meinung - aber diese Vorlage habe ich gerne genutzt :-)

Diese 3 Gratis-Rohstoffe pro Runde sind wertvoller
> als 3 Denar pro Runde bekommen.

Daher aucvh mein Verzicht auf die grünen Gebäude

> - 3,5h zu dritt? Inklusive Regelerklärung? Soviel brauchen
> wir nicht mal zu fünft.

Wir drei sind alle Westfalen - das erklärt unsere Trägheit vielleicht :-D


>
> Meine taktische Erfahrungen zu fünft:
> - Der Bau von blauen Gebäude hat sich immer ausgezahlt
> (Platzierung Sieger oder Zweiter).
> - Das Stadttor wurde kaum je benutzt
> - Dank des Juwelier-Gebäude ist Gold interessanter als Geld
> in der Kirche.
> - Startspieler (oder zweiter) sein wird wichtiger
> - Man muss die anderen "im Auge" behalten (also kein 5
> Spieler-Solitär).
>
Interessant

> Gruss Daniel

Noch etwas: Den Überblick im Endspiel zu bewahren - und insgesamt weniger Fehler als die anderen zu machen, auch dass könnten Wege zum Erfolg sein.

Dieter

Benutzeravatar
Heinrich Tegethoff

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 11. Dezember 2005, 22:25

Daniel_R schrieb:
> Meine taktische Erfahrungen zu fünft:
> - Das Stadttor wurde kaum je benutzt

Das Stadttor ist definitiv besser je weniger Spieler dabei sind. Bei der
letzten Runde zu zweit war es in 40% aller Runden belegt. Vielleicht
ist es nur im 2er-Spiel wirklich interessant, aber auch zu dritt war es
gelegentlich im Betrieb. Zu fünft ist es unsinnig, aber die Option bleibt gut.

Meine Erfahrungen schwanken mit der Spielerzahl, was erst einmal ein
gutes Zeichen für's Spiel ist.
- Ich gehe davon aus, dass die Zahl der Spielrunden nicht von der Spieleranzahl
abhängt, sondern nur von der Taktik der Spieler (Vogt voran => wenig Runden
oder halt nicht)
- Damit: Je weniger Spieler, desto mehr Günste des Königs durch Schlossbau
pro Spieler, da wohl jede Runde irgendwer am Schloss baut. Ergo wird dann
die Sonderbau-Zeile attraktiver, da sie gegen Spielende starke Siegpunkte ohne
Arbeiter/Vogt erlaubt. Zu fünft kommt man dort dagegen kaum auf den Notar
oder Architekten, so dass die Gebäude selbst wertvoller sind.
- Mit wenigen Spielern gibt es häufiger Arbeitskräftemangel, was zu fünft kaum
ein Thema ist (der "Brückenpreis" schon). Ergo verschiebt sich der Wert des
Wirtshauses hin zur Spielerzahl.
- Gleiches gilt für die Ställe. Aber im letzten 5er gewann ein Spieler, der fast
immer hinten in der Reihenfolge war, und dies selbst klar so sagte. Hinten
liegen hat meist den Vorteil eines eingebauten Vogtverschiebers, da man
dann auch am Ende der Brücke steht. Statt eines Arbeiters für den Vogt
zum Preis von mind. 1 (plus Zeitverlust) zahlt man zwar vielleicht 3, aber
hat die Macht.
- Man sollte gut "riechen", ob der Notar früh oder spät (bzw. gar nicht) ins
Spiel kommt. Ohne Notar wird die Bau-Gunst sehr wichtig, und es gibt selten
grüne und blaue Gebäude. Somit wird's wichtiger, beim Schloss zu bauen. Bei
uns kam der Notar meist spät, da er weniger Vorteil bietet als ein Produktions-
gebaude, welches die Investion von effektiv -2 PP durch ständige Arbeiter
zurückzahlt.

Servus,
Heinz (freut sich auf eine Taktikdiskussion - es ist an der Zeit...)

Benutzeravatar
Dieter Niehoff

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Dieter Niehoff » 12. Dezember 2005, 07:47

Heinrich Tegethoff schrieb:
>> > - Mit wenigen Spielern gibt es häufiger Arbeitskräftemangel,
> was zu fünft kaum
> ein Thema ist (der "Brückenpreis" schon).

Daher überlegt man sich schnell einmal, den einen Arbeiter vom Wirtshaus wieder zurück auf die Hand zu nehmen.

> - Gleiches gilt für die Ställe. Aber im letzten 5er gewann
> ein Spieler, der fast
> immer hinten in der Reihenfolge war, und dies selbst klar so
> sagte. Hinten
> liegen hat meist den Vorteil eines eingebauten
> Vogtverschiebers, da man
> dann auch am Ende der Brücke steht. Statt eines Arbeiters für
> den Vogt
> zum Preis von mind. 1 (plus Zeitverlust) zahlt man zwar
> vielleicht 3, aber
> hat die Macht.

Im Spiel zu fünft hinten liegen?? Freiwillig würde mir das nie einfallen. Dieser klitzekleine genannte Vorteil ist fix keiner mehr, wenn die anderen abenso aggressiv den Vogt verschieben

> - Man sollte gut "riechen", ob der Notar früh oder spät (bzw.
> gar nicht) ins
> Spiel kommt. Ohne Notar wird die Bau-Gunst sehr wichtig, und
> es gibt selten
> grüne und blaue Gebäude. Somit wird's wichtiger, beim Schloss
> zu bauen. Bei
> uns kam der Notar meist spät, da er weniger Vorteil bietet
> als ein Produktions-
> gebaude, welches die Investion von effektiv -2 PP durch
> ständige Arbeiter
> zurückzahlt.
>
> Servus,
> Heinz (freut sich auf eine Taktikdiskussion - es ist an der
> Zeit...)

Einige Erfahrungen aus nunmehr sechs Partien in wechselnder Besetzung (jedoch noch keine Erfahrungen im Spiel zu zweit):

-. "Schneider", "Bank", "Goldmacher" wurden ungern gebaut. Sie kamen zumeist erst im Endspiel aufgrund der 6 Siegpunkte ins Spiel.
- Die Fähigkeiten des "Schneiders" (Siegpunkte für Tuch) wurden bei uns noch nie genutzt
- Der Erbauer der "Kathedrale" (25 Siegpunkte) hat bei uns noch nie gewonnen

- Gunst des Königs: die Zeile "Ressourcen gewinnen" erscheint uns bislang eher schwächlich. Die Zeile D (Gebäude bauen) wird bei uns gerne genutzt. Mit ihr kann man z. B. im Endspiel (wenn man i. d. R. genügend Rohstoffe besitzt) noch locker zusätzliche Siegpunkte einfahren. Und es ist die wunderbare Möglichkeit, "müheloser" an grüne und blaue Gebäude zu kommen.

Ich glaube, man kan durch stetigen Einsatz im Schloß das Spiel gerwinnen. Wenn man jemanden dort alleine "wegziehen" lässt, dann wird er uneinholbar sein. Und wenn eine Partie lange dauern wird (durch häufigen "Rückzug" des Vogts), dann wird der Sieg des "Königsgünstlings" umso sicherer passieren.

Dieter

Benutzeravatar
Eric

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Eric » 12. Dezember 2005, 09:32

Dieter Niehoff schrieb:
>
> Nach 3,5 Studnen konzentrierten Gespiele konnte ich gestern
> nacht den Sieg erringen. Das macht mich zwar stolz (gegen
> diese Gegner...), ist aber kein Grund zum Ausruf im Forum.
> Vielmehr möchte ich gerne etwas über Eure taktische
> Erfahrungen mit CAYLUS erfahren. Hier meine gestrigen
> Erlebnisse dazu:
>
> Ich habe mit 99 Punkten und 10 Punkten Abstand zum Nächsten
> (wir spielten zu dritt), gewonnen obwohl ich
> - kein blaues Gebäude hatte,
> - nur ein grünes Gebäude besaß,
> - nie Gold besaß
> - nicht die meisten Anteile im Schloß baute,
> - im Schloß nur in den Reihen "Siegpunkte" und "Geld" aktiv war

Die blauen Gebäude sind oft nicht die spielentscheidenden Gebäude. Die dadurch gewonnenen Siegpunkte relativieren sich, wenn man die Siegpunkte, die man durch die Kosten verliert (1 Gold = 3 SP, etc.) abzieht. Meistens kann man mit einem Steingebäude fast genausoviel Siegpunkte herausholen. Ein blaues Gebäude -kann- zum Schluss den entscheidenden Punktvorteil bringen, allerdings wird deshalb besonders zum Ende hin von den Mitspielern der Seneschal durch geschicktes Versetzen des Vogtes öfter 2 Felder nach vorne gejagt, um das Bauen von blauen Gebäuden zu verhindern.

>
> Aber im Nachhinein fällt mir auf:
> Einmal in Führung liegend baute ich munter und stets bis zum
> Schluss "braune" und "graue" Gebäude. Meine Rohstoffe, die
> ich alsbald durch "Bauernhof", "Park" und "Atelier" stetig
> erhielt

Hier liegt der Hauptspielfehler Deiner Mitspieler. Die Rohstoffmenge ist nach meinen Erfahrungen das Hauptkriterium für einen Spielsieg. Insbesondere kann man bei angehäuften Rohstoffenmengen damit drohen beim Schlossbau mehr Gebäude zu bauen als die anderen, und diese damit dort verschrecken oder öfter dort nur die minimal nötige Anzahl zur Erlangung der Gunst des Königs bauen und sich nächste Runde dort mit den restlichen Rohstoffen wieder so positionieren.

Deshalb werden in unserer Runde die Rohstoff-Gebäude als allererstes besetzt. Wenn jemand mehr als ein 3er Rohstoff Gebäude bekommt sind die Mitspieler selber Schuld....

> Zudem konnte ich - da ich viele Gebäude besaß - das
> "Wirtshaus" gut einsetzen.

Dieser Satz macht mich stutzig. Gerade wenn ich viele Gebäude besitze, brauche ich das Wirtshaus nicht, da ich in eigene Gebäude immer für 1 Denar setzen kann. Bitte um eine Erklärung, warum das Wirtshaus in dem Fall trotzdem gut einzusetzen ist?

> In unserern Runden wird übrigens "Die Händlergilde" gerne von
> allen aggressiv eingesetzt. Wer in der Phase 4 "Versetzung
> des Vogtes" nicht ein wenig Geld übrig gelassen hat, der wird
> bei uns häufig üble Überraschungen erleben müssen.

Gegenfrage: Kann man die Händlergilde auch defensiv einsetzen?
Ich lese aus der Äusserung, dass der Vogt bei Euch gerne nach hinten gezogen wird. Genauso ist das nach vorne ziehen des Vogtes eine aggresive Spielweise, da man damit das Spielende beschleunigt oder das frühe Nutzen von Goldmine oder anderen besseren Gebäuden ermöglicht.

Bei unseren Spielen wird der Vogt am Anfang des Spiels eher nach hinten verschoben, ab der Mitte des Spiels eher nach vorne.

>
> Wer kann über seine Erfahrungen mit CAYLUS berichten?

Die Einordnung der Gunst des Königs Reihen wurde ja schon öfter diskutiert. Die Rohstoffreihe ist definitiv die schwächste. Die Geldreihe ist am Anfang wichtig, zum Spielende hin wird sie unwichtiger. Ich persönlich finde die Gebäudereihe stärker als die Siegpunktreihe, da man sich damit mehr taktische Möglichkeiten offen hält. Man kann zum Schluss ein blaues Gebäude bauen ohne auf das Vorhandensein der entsprechenden Gebäude auf dem Spielfeld angewiesen zu sein. Ausserdem kann man ja nach der Regel alternativ eine tiefere Stufe nutzen, um zum Beispiel über diese Gunstreihe mehrere Steingebäude zu bauen, ohne Wohnhäuser oder Prestigegebäude zu bauen. Insbesondere ist bei dieser Taktik das Vorziehen des Vogtes sehr interessant, um das Spiel zu verkürzen.

Benutzeravatar
Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Marten Holst » 12. Dezember 2005, 10:26

Moin,

> Im Spiel zu fünft hinten liegen?? Freiwillig würde mir das
> nie einfallen. Dieser klitzekleine genannte Vorteil ist fix
> keiner mehr, wenn die anderen abenso aggressiv den Vogt
> verschieben

In diesem Fall hat man dafür häufig den Vorteil, dass man dann auch weiß, ob sich Investitionen lohnen oder man besser spart. Vorige müssen ja gerne auch mal "präventiv" den Vogt "überverschieben". Mit der Drohgebärde, letzter zu sein, zwingt man oft genug andere zu "sinnloser" Geldausgabe.

Zugegeben wiegt das für mich den Vorteil des "Hinten stehens" auch nicht wirklich auf. Und die Startthese, dass man als letzter der Spielreihenfolge auch oft genug letzter auf der Brücke ist, müsste ich erst mal untersuchen, bevor ich sie so glaube :-)

> - Der Erbauer der "Kathedrale" (25 Siegpunkte) hat bei uns
> noch nie gewonnen

Och doch, kommt vor - wobei ich noch keine Kathedrale im 5er gesehen habe. Mir scheint zwar im Moment noch "allgemein" das "auf blau spielen" etwas riskanter zu sein, als das tröpfchenweise Spiel, aber 25 Punkte wollen auch erst mal anderweitig gemacht sein. Ich glaube sogar, der Erbauer der Kathedrale hat bei uns "immer" gewonnen - zugegeben wurde sie allgemein nicht so oft gebaut.

> - Gunst des Königs: die Zeile "Ressourcen gewinnen"
> erscheint uns bislang eher schwächlich. Die Zeile D
> (Gebäude bauen) wird bei uns gerne genutzt. Mit ihr kann
> man z. B. im Endspiel (wenn man i. d. R. genügend Rohstoffe
> besitzt) noch locker zusätzliche Siegpunkte einfahren. Und
> es ist die wunderbare Möglichkeit, "müheloser" an grüne und
> blaue Gebäude zu kommen.

Ressourcen scheinen mir auch am erst einmal uninteressantesten, wenn man allerdings bis zum Gold durchkommt, werden die auch ausgesprochen lecker. Und natürlich haben sie auch einen "direkten" Vorteil, die Bauzeile ja nicht, und auch die ersten Siegpunktfelder sind eher mau. Gebäude sind lecker, aber haken etwas am Start - je mehr Spieler desto wichtiger natürlich. Zu den Siegpunkten habe ich ein gespaltenes Verhältnis: andere gewinnen damit, ich geh immer an der "Optionslosigkeit" baden. Naja, und Geld können wir ja immer brauchen :-) Was meines Erachtens oftmals wichtig ist, ist allerdings Konsequenz, sich auf (je nach Spielverlauf) zwei Zeilen konzentrieren hilft mehr, als kurz vor Schluss noch die Siegpunkte anzufangen und zwei Günste für läppische drei Punkte zu verpfeffern.

> Ich glaube, man kan durch stetigen Einsatz im Schloß das
> Spiel gerwinnen. Wenn man jemanden dort alleine "wegziehen"
> lässt, dann wird er uneinholbar sein. Und wenn eine Partie
> lange dauern wird (durch häufigen "Rückzug" des Vogts),
> dann wird der Sieg des "Königsgünstlings" umso sicherer
> passieren.

Ohne Schloss geht gar nichts, das ist schon mal klar :-) Wichtig ist dabei das Timing, wann ich meinen Arbeiter dort einsetze. Je früher, desto Gunst, denn der "Break" gegen den Erstbauenden um die Gunst ist, gerade in regelmäßigen Baurunden, doch etwas teurer. Zu früh kostet es mich jedoch die wichtigen Felder unten. Und an dieser Stelle kommen wir auch zur Rohstoffzeile mit ihrer leckeren Freinahrung, die kann sonst schon schnell mal knapp werden.

Ist halt ein schönes Spiel mit vielen Possibilitäten :-)

Tschüß
Marten

Benutzeravatar
Dieter Niehoff

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Dieter Niehoff » 12. Dezember 2005, 11:16

Eric schrieb:

> Gerade wenn ich viele Gebäude
> besitze, brauche ich das Wirtshaus nicht, da ich in eigene
> Gebäude immer für 1 Denar setzen kann. Bitte um eine
> Erklärung, warum das Wirtshaus in dem Fall trotzdem gut
> einzusetzen ist?

Eine ganz simple, nicht "um die Ecke gedachte" Erklärung dazu: Ich konnte stets ALLE Arbeiter sinnvoll (für nur 1 Geld) einsetzen. Meine vielen eigenen (Produktions-)Gebäude wurden ja fix von meinen Mitspielern besetzt.

> Ich lese aus der Äusserung, dass der Vogt bei Euch gerne nach
> hinten gezogen wird. Genauso ist das nach vorne ziehen des
> Vogtes eine aggresive Spielweise, da man damit das Spielende
> beschleunigt oder das frühe Nutzen von Goldmine oder anderen
> besseren Gebäuden ermöglicht.

Das stimmt natürlich.

> Bei unseren Spielen wird der Vogt am Anfang des Spiels eher
> nach hinten verschoben, ab der Mitte des Spiels eher nach
> vorne.

Wer es in unserer Spielrunde als Erster wagt, einen Arbeiter in die Nähe des Vogtes zu setzen, der sollte fix in Verhandlungen mit den lieben Mitspeilern treten.

> >
> > Wer kann über seine Erfahrungen mit CAYLUS berichten?
>
> Die Einordnung der Gunst des Königs Reihen wurde ja schon
> öfter diskutiert. Die Rohstoffreihe ist definitiv die
> schwächste. Die Geldreihe ist am Anfang wichtig, zum
> Spielende hin wird sie unwichtiger. Ich persönlich finde die
> Gebäudereihe stärker als die Siegpunktreihe, da man sich
> damit mehr taktische Möglichkeiten offen hält. Man kann zum
> Schluss ein blaues Gebäude bauen ohne auf das Vorhandensein
> der entsprechenden Gebäude auf dem Spielfeld angewiesen zu
> sein. Ausserdem kann man ja nach der Regel alternativ eine
> tiefere Stufe nutzen, um zum Beispiel über diese Gunstreihe
> mehrere Steingebäude zu bauen, ohne Wohnhäuser oder
> Prestigegebäude zu bauen. Insbesondere ist bei dieser Taktik
> das Vorziehen des Vogtes sehr interessant, um das Spiel zu
> verkürzen.

Jedoch ist das Vorziehen des Vogtes ein Unterfangen, was stets eine Menge Geld oder einen Arbeiter kostet. Und wer hat in diesem Spiel wirklich genügend Geld oder kann einen Arbeiter erübrigen?

Und in Sachen Schlossreihen: Ich spiele z. Zt. am liebsten mit einer gleichschnellen Steigerung von Siegpunkt- und Gebäudereihe.

Dieter

Benutzeravatar
Bernd Eisen
Kennerspieler
Beiträge: 311

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Bernd Eisen » 12. Dezember 2005, 11:45

Dieter Niehoff schrieb:
>
> Eric schrieb:
>
> > Gerade wenn ich viele Gebäude
> > besitze, brauche ich das Wirtshaus nicht, da ich in eigene
> > Gebäude immer für 1 Denar setzen kann. Bitte um eine
> > Erklärung, warum das Wirtshaus in dem Fall trotzdem gut
> > einzusetzen ist?
>
> Eine ganz simple, nicht "um die Ecke gedachte" Erklärung
> dazu: Ich konnte stets ALLE Arbeiter sinnvoll (für nur 1
> Geld) einsetzen. Meine vielen eigenen (Produktions-)Gebäude
> wurden ja fix von meinen Mitspielern besetzt.
>
Hallo!

Was mir in mehreren dreierrunden aufgefallen ist: das Wirtshaus ist recht großer Stuss!!
In den letzten beiden Spielen hatte ich fast von Spielbeginn bis Schluss dort einen Arbeiter sitzen. Da es sehr zu dritt stets viele interessante freie Gebäude zu besetzen gilt, ist mein Arbeiter dort "verhungert". Ich habe mich mehr als einmal geärgert, dass mir nur noch 5 Arbeiter zum Einsetzen zur Verfügung standen.

Ganz selten, dass ich dadurch einen Arbeiter günstiger einsetzen konnte, da eh jeder fast immer alle 6 Arbeiter einsetzen wollte.

Grüße
Bernd

Benutzeravatar
Kathrin Nos
Kennerspieler
Beiträge: 1258
Wohnort: Nußloch
Kontakt:

RE: Caylus: Wirtshaus

Beitragvon Kathrin Nos » 12. Dezember 2005, 12:15

Hallo Bernd,

"Bernd Eisen" hat am 12.12.2005 geschrieben:
> Was mir in mehreren dreierrunden aufgefallen ist: das
> Wirtshaus ist recht großer Stuss!!

Noch weniger benötigt man es im Zwei-Personen-Spiel. Interessant wird es aber bei vier, noch mehr bei 5 Personen!

> In den letzten beiden Spielen hatte ich fast von
> Spielbeginn bis Schluss dort einen Arbeiter sitzen. Da es
> sehr zu dritt stets viele interessante freie Gebäude zu
> besetzen gilt, ist mein Arbeiter dort "verhungert". Ich
> habe mich mehr als einmal geärgert, dass mir nur noch 5
> Arbeiter zum Einsetzen zur Verfügung standen.

Dir ist aber bewusst, dass Du den im Wirtshaus "Verhungerten" bei Auswertung des Wirtshauses freiwillig herausnehmen darfst, oder? Du bist also mitnichten darauf angewiesen, dass Dein Arbeiter durch Einsatz eines Arbeiters durch einen Mitspieler "abgelöst" wird.

Alles Gute wünscht
Kathrin.

Benutzeravatar
Martin M.

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Martin M. » 12. Dezember 2005, 12:41

Hier meine Eindrücke nach nur einem 5er-Spiel:
- Es wurden keine blauen Gebäude gebaut (der Architekt kam auch nicht ins Spiel)
- Ein Spieler hatte drei oder vier grüne Gebäude, was sich aber nicht auszuzahlen schien (er war trotzdem immer knapp bei Kasse)
- Die Spielerreihenfolge (und damit die Ställe) war extrem wichtig, da man als Letzter nie an die besten Gebäude kam. Ich denke, es ist sogar im 5er-Spiel obligatorisch, den Stall zu besetzen, wenn man Letzter oder Vorletzter ist.
- Das Wirtshaus wurde genutzt, schien aber nicht spielentscheidend zu sein. Stark erschien es mir, wenn man in der Reihenfolge weit hinten war, denn so konnte man billig weitersetzen, wenn die ersten schon gepaßt hatten.
- Der Vogt wurde nur ganz selten aggressiv benutzt. Die Spieler hatten selten Interesse, Geld dafür auszugeben, um andere zu ärgern (ist aber wohl ein sehr individueller Gruppenfaktor).
- In der Gunst des Königs schien uns die Siegpunktereihe klar die stärkste. Da man eine Reihe auch nutzen kann, wenn man schon auf Stufe 5 ist, macht es das Bauen am Schloß erst richtig attraktiv. Der Spielsieg wurde dadurch entschieden, daß in der Schlußabrechnung der Siege seine drei Günste alle für Siegpunkte einsetzte.
- Man sollte am Schloß nur bauen, wenn man auch sicher sein kann, die Gunst zu gewinnen. Ansonsten sollte man lieber seine Rohstoffe, den Arbeiter und den Dinar sparen, um in der nächsten Runde zuzuschlagen.
- Das Spielende kam sehr plötzlich, weil auf einmal alle Spieler am Schloß drei oder mehr Teile bauten. Ein Spieler hatte lange auf die Kathedrale gespart und war aussichtslos Letzter.

Benutzeravatar
Dieter Niehoff

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Dieter Niehoff » 12. Dezember 2005, 13:03

Martin M. schrieb:
>> - In der Gunst des Königs schien uns die Siegpunktereihe klar
> die stärkste. Da man eine Reihe auch nutzen kann, wenn man
> schon auf Stufe 5 ist, macht es das Bauen am Schloß erst
> richtig attraktiv. Der Spielsieg wurde dadurch entschieden,
> daß in der Schlußabrechnung der Siege seine drei Günste alle
> für Siegpunkte einsetzte.

Das ist m. E. nicht erlaubt. EINE der drei Günste kann dafür eingesetzt werden. Die beiden anderen müssen in zwei andere Reihen eingesetzt werden.

´Dieter

Benutzeravatar
Bernd Eisen
Kennerspieler
Beiträge: 311

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Bernd Eisen » 12. Dezember 2005, 13:08

Stimmt!

Wenn man mehrere "Günste" in derselben Phase bekommt muss man diese auf verschiedene Reihen verteilen.

Grüße Bernd

Benutzeravatar
Heinrich Tegethoff

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 12. Dezember 2005, 13:15

Zustimmung!

Diese Regel haben wir in meinen ersten Spielen auch übersehen. Damit kann
das Spiel zur Einseitigkeit kippen. Glücklicherweise sties ich irgendwann auf
diese Regelpassage. Also bitte keine Strategie darauf bauen!

Servus,
Heinz (der die Siegpunktleiste noch nie ausprobierte)

Benutzeravatar
Bernd Eisen
Kennerspieler
Beiträge: 311

RE: Caylus: Wirtshaus

Beitragvon Bernd Eisen » 12. Dezember 2005, 13:15

Kathrin Nos schrieb:
> Noch weniger benötigt man es im Zwei-Personen-Spiel.
> Interessant wird es aber bei vier, noch mehr bei 5 Personen!
>
> Dir ist aber bewusst, dass Du den im Wirtshaus "Verhungerten"
> bei Auswertung des Wirtshauses freiwillig herausnehmen
> darfst, oder? Du bist also mitnichten darauf angewiesen, dass
> Dein Arbeiter durch Einsatz eines Arbeiters durch einen
> Mitspieler "abgelöst" wird.

Hi Kathrin!

Das mit dem 2er Spiel stimmt - trotzdem man da 3 Taler zahlen muss pro Arbeiter wenn der andere bereits gepasst hat.

Dass man den Arbeiter freiwillig aus dem Wirtshaus nehmen darf hatte ich wirklich überlesen - so kanns gehen, dabei ist das sehr wichtig :-/

Sicher - je mehr Spieler, desto wichtiger wird das Wirtshaus und auch die Spielerreihenfolge.
Meine Maxime hier wenn man spät an der Reihe ist: Wirtshaus oder Ställe. Eines von beidem ist mindestens Pflicht die Runde.

Grüße
Bernd


www.irongames.de

Benutzeravatar
Heinrich Tegethoff

RE: Caylus: Wirtshaus

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 12. Dezember 2005, 13:47

Bernd Eisen schrieb:
> Sicher - je mehr Spieler, desto wichtiger wird das Wirtshaus
> und auch die Spielerreihenfolge.
> Meine Maxime hier wenn man spät an der Reihe ist: Wirtshaus
> oder Ställe. Eines von beidem ist mindestens Pflicht die Runde.

Nach meiner obigen Aussage, dass man ein 5er sogar dann gewinnen kann,
wenn man in der Reihenfolge häufig hinten liegt, so sehe ich dann das Wirtshaus
als wichtiger an. Denn wer im 5er hinten liegt, aber ein Wirtshaus hat:
- Zwar sind gute Gebäude schon weg, aber wenn der erste aussteigt, so springt
der Preis meist schlagartig an, da ein zweiter aussteigt. Insbesondere ist die
Geldmenge pro Spieler im 5er etwas geringer als im 2er.
- Damit kann ich manchmal nicht mehr den gewünschten Zug noch machen,
den ich mit anderen Arbeitern vorbereitet habe. Es ist ja nicht nur teurer, meist
kann ich 1 oder gar 2 Arbeiter gar nicht mehr bezahlen, um eine gute
Runde hinzulegen.
- Wer trinkt, der hat einen Arbeiter weniger. Im 5er fehlt dieser aber weit
seltener als im 2er oder 3er.
- Somit kann, wer zwar hinten aber im Wirtshaus sitzt, noch in aller Ruhe
zB zwei Arbeiter kombiniert einsetzen und sich dann ans Ende der Brücke
stellen.

Wer dies bedenkt, der kann wohl stark spielen. Und zudem wird man zu
5 gar nicht so häufig aus dem Wirtshaus verdrängt, da alle auf die leckeren
Gebäude rennen und zum Ende der Mann an der Bartür plötzlich recht teuer
wird.

Servus,
Heinz (hat Caykus noch nie zu viert gespielt)

Benutzeravatar
Martin M.

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Martin M. » 12. Dezember 2005, 14:08

Oh, das hatte ich dann wohl überlesen. Danke für den Hinweis!

Benutzeravatar
Heinrich Tegethoff

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 12. Dezember 2005, 14:10

Eric schrieb:
> Die Einordnung der Gunst des Königs Reihen wurde ja schon
> öfter diskutiert. Die Rohstoffreihe ist definitiv die
> schwächste.

Bei 2 Spielern ist sie definitiv der Begleiter der Baugunst-Reihe. Denn
es gibt viel mehr Günste pro Spieler. Zum einen wird die Schlossbaubester-
Gunst nur unter zweien aufgeteilt, zum anderen geht's im 2er (und 3er)
häufiger zum Turnierplatz, da sich auch die relativ konstante Gesamt-
rohstoffmenge auf nur 2 oder 3 Köpfe verteilt und somit das Tuch fast
jede Runde von einem erübrigt werden kann.
Damit stößt man zum einen schnell an die Bauabschnittsbegrenzung der
Günste, und man baut in der Baugunst häufiger ein "kleineres" Gebäude.
Und bei den drei Abrechnungen hat man auch schnell eine doppelte Gunst
Zum Bauen braucht es aber einen Rohstoff, und bei doppelter Gunst oder
zusammen mit dem Turnier kommt hier meist der passende Rohstoff für
ein Gebäude zusammen, egal welche denn noch übrig sind <-> flexibel!
Damit erschliesst sich auch schnell, warum der vierte Rohstoff ein 1zu2-
Tauscher ist: 2 Steine o.ä. machen, um noch ein weit grösseres blaues
Gebäude in der Turmabrechnung zu stemmen.
Wie gesagt: bei 2 oder 3 Spielern. Ansonsten gibt es zu wenig Günste,
um die Kombination effektiv zu machen.
Aber statt 3 Geld habe ich im 5er auch schon einmal einen Rohstoff
genommen, wenn ich weit hinten liege und wohl keinen mehr
bekomme. Dann ist der Rohstoff schnell mehr wert als 3 Geld.

> Die Geldreihe ist am Anfang wichtig, zum
> Spielende hin wird sie unwichtiger.

Zustmmung. In der Turmabrechnung (und der Schlossbaugunst davor)
gibt es da nur 1 oder 2 Siegpunkte.

> Ich persönlich finde die
> Gebäudereihe stärker als die Siegpunktreihe, da man sich
> damit mehr taktische Möglichkeiten offen hält.

Auch meine Erfahrung. Aber in die Siegpunktleiste will bei uns kaum
einer investieren, da man mit der Bauleiste auch noch schnell für einen
Rohstoff ein Steingebäude mit 6 Siegpunkten bauen kann, selbst wenn
man schon auf "blaue-Gebäude-Gunst" steht - mehr als ich in der PP-Zeile
erhalte.

Die Baureihe ist sehr stark, aber zu fünft kommt man so selten in das
grüne oder blaue Feld. Und dann braucht es immer noch den Rohstoff.
Aber trotzdem spiele ich meist auf diese Reihe...

Servus,
Heinz

Benutzeravatar
Thorsten-spielbox

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Thorsten-spielbox » 12. Dezember 2005, 15:29

Bernd Eisen schrieb:
>
> Stimmt!
>
> Wenn man mehrere "Günste" in derselben Phase bekommt muss man
> diese auf verschiedene Reihen verteilen.
>

Und das ist auch gut so, denn sonst könnte jemand der die Siegpunkt-Reihe bereits "durchgespielt" hat, am Ende relativ leicht 21 oder sogar noch mehr Punkte machen :)

Gruss,

Thorsten

Benutzeravatar
Thorsten-spielbox

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Thorsten-spielbox » 12. Dezember 2005, 15:30

Thorsten schrieb:
>
> Und das ist auch gut so, denn sonst könnte jemand der die
> Siegpunkt-Reihe bereits "durchgespielt" hat, am Ende relativ
> leicht 21 oder sogar noch mehr Punkte machen :)
>
> Gruss,
>
> Thorsten

Ich meinte natürlich 15 oder mehr. 21 oder mehr wäre beim Geld der Fall ;)

Benutzeravatar
Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: Caylus: Wirtshaus

Beitragvon Marten Holst » 12. Dezember 2005, 17:42

> Wer dies bedenkt, der kann wohl stark spielen. Und zudem
> wird man zu
> 5 gar nicht so häufig aus dem Wirtshaus verdrängt, da alle
> auf die leckeren
> Gebäude rennen und zum Ende der Mann an der Bartür
> plötzlich recht teuer
> wird.

Oh, da habe ich aber andere Erfahrungen :-) Ein Wirtshaus für 3 Olmeken im Fünferspiel ist immer noch billig genug, die paar Korinthen bekommt man in der nächsten Runde locker zurück. Einer von den Aussteigern wird es schon nehmen, und gar zu teuer sollte es eh nicht werden, weil ich ja meist noch selber im Rennen sitze.

Tschüß
Marten

Benutzeravatar
Heinrich Tegethoff

RE: Caylus: Wirtshaus

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 12. Dezember 2005, 18:25

Marten Holst schrieb:
> Oh, da habe ich aber andere Erfahrungen :-) E

Hallo Marten,

das ist ja gerade das schöne an Caylus: das es gerade nicht so ein- oder
zweidimensional ist. Es hängt von der Spielerzahl, der Reihenfolge von
Rohstoffgebäuden zum Schreiner bei den neutralen Gebäuden und viel
vom Typus der Mitspieler ab. Ergo ist Dein Hinweis gut - bei mir gab bisher
noch niemand 2 Dukaten für einen Türsteher-Job ab. Das Wirtshaus
rechnet sich primär für den, der eine Weile an der Theke sitzen bleibt. Wer
schnell verdrängt wird, der bekommt zT nichts, da man nächste Runde
vielleicht gar keinen Arbeiter zusätzlich nutzen kann und doch verdrängt
wird. Oder aber früh Geld abgibt, dass einem am Anfang der nächsten Runde
zur Flexibilität fehlt.

Servus,
Heinz

Benutzeravatar
Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: Caylus: Wirtshaus

Beitragvon Marten Holst » 12. Dezember 2005, 23:42

Moin,

tja, aber so ist das dann. Obendrein: wenn das Wirtshaus als zu teuer gesehen wird, und keiner sich wehrt, hat der erste Wirtshäusler einen immensen Vrteil, früher oder später muss jemand ihm den wegnehmen. Geschieht das allgemein zu früh, dann war es zu teuer :-)

Summa summarum: hier lohnt es sich, gegen den Trend zu schwimmen.

Tschüß
Marten

Benutzeravatar
Eric

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Eric » 13. Dezember 2005, 08:52

Heinrich Tegethoff schrieb:
>
> Eric schrieb:
> > Die Einordnung der Gunst des Königs Reihen wurde ja schon
> > öfter diskutiert. Die Rohstoffreihe ist definitiv die
> > schwächste.
>
> Bei 2 Spielern ist sie definitiv der Begleiter der
> Baugunst-Reihe. Denn
> es gibt viel mehr Günste pro Spieler. Zum einen wird die
> Schlossbaubester-
> Gunst nur unter zweien aufgeteilt, zum anderen geht's im 2er
> (und 3er)
> häufiger zum Turnierplatz, da sich auch die relativ konstante
> Gesamt-
> rohstoffmenge auf nur 2 oder 3 Köpfe verteilt und somit das
> Tuch fast
> jede Runde von einem erübrigt werden kann.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe sagst Du, dass die Rohstoffreihe im 2-3er Spiel wichtiger ist, anderseits sagst Du richtig, dass sich die Rohstoffe der Gebäude auch auf weniger Spieler verteilen und damit mehr im Überfluss zur Verfügung stehen, was die Rohstoffreihe ja eigentlich in der Stärke noch weiter abschwächt, anstatt sie zu stärken.


> Damit stößt man zum einen schnell an die
> Bauabschnittsbegrenzung der
> Günste, und man baut in der Baugunst häufiger ein "kleineres"
> Gebäude.
> Und bei den drei Abrechnungen hat man auch schnell eine
> doppelte Gunst
> Zum Bauen braucht es aber einen Rohstoff, und bei doppelter
> Gunst oder
> zusammen mit dem Turnier kommt hier meist der passende
> Rohstoff für
> ein Gebäude zusammen, egal welche denn noch übrig sind <->
> flexibel!

Diese Argumentation kann ich zum Teil nachvollziehen, möchte aber eine Gegenrechnung präsentieren:

2 Günste (1 Rohstoff + Holzgebäude) -> 4 Siegpunkte

Alternativ:

2 Günste (Holzgebäude + 2 Siegpunkte (Siegpunktleiste) -> 6 Siegpunkte

Somit wäre der Rohstoff den ich bei den Holzgebäuden selbst habe und mir nicht über die Gunstleiste holen muss 2 Siegpunkte wert. Bei einer solchen Quote wäre es doch sinnvoll, sich den Rohstoff vorher zu besorgen.

Ausserdem ist die Gelegenheit wo man mehr als 1 Gunst auf einmal bekommen kann doch auf die Burgwertungen beschränkt, also insgesamt dreimal im Spiel. Lohnt es sich da wirklich bei diesen drei Gelegenheiten einen Rohstoff zu holen, der im 2-3er Spiel wirklich im Überfluss vorhanden ist? Ich wage einmal zu behaupten: nein

Benutzeravatar
Heinrich Tegethoff

Re: Caylus - taktische Erfahrungen

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 13. Dezember 2005, 11:39

Hallo Eric,

Eric schrieb:
> Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe sagst Du, dass die
> Rohstoffreihe im 2-3er Spiel wichtiger ist, anderseits sagst
> Du richtig, dass sich die Rohstoffe der Gebäude auch auf
> weniger Spieler verteilen und damit mehr im Überfluss zur
> Verfügung stehen, was die Rohstoffreihe ja eigentlich in der
> Stärke noch weiter abschwächt, anstatt sie zu stärken.

Guter Punkt! Tatsächlich geht es mir aber um den zeitlichen Vorteil
der Rohstoff-Gunstreihe, nicht um deren Mengenvorteil. "Menge" ist
nur höchstens einmal im 5-Pers.-Spiel o.ä. wichtig.
Nach meiner Erfahrung bekam ich den richtigen Rohstoff zum richtigen
Zeitpunkt, um noch vorhandene(!) Stein- oder bessere Gebäude zu bauen.

> ... Somit wäre der Rohstoff den ich bei den Holzgebäuden selbst
> habe und mir nicht über die Gunstleiste holen muss 2
> Siegpunkte wert. Bei einer solchen Quote wäre es doch
> sinnvoll, sich den Rohstoff vorher zu besorgen.

Zum dem Zeitpunkt, bei dem Günste verteilt werden (Turnier, nach
Schloßbau, dann Burgabrechnung) ist die Rohstoffdecke ganz
dünn. Und ein [i]passender[/i] Rohstoff sowieso.

> Ausserdem ist die Gelegenheit wo man mehr als 1 Gunst auf
> einmal bekommen kann doch auf die Burgwertungen beschränkt,
> also insgesamt dreimal im Spiel. Lohnt es sich da wirklich
> bei diesen drei Gelegenheiten einen Rohstoff zu holen, der im
> 2-3er Spiel wirklich im Überfluss vorhanden ist? Ich wage
> einmal zu behaupten: nein

Ja, rechnerisch geht da nicht viel. Aber ich habe in der Turmabrechnung
bisher Gebäude mit 6, 16 oder 25 Siegpunkten gebaut, die sonst nicht da
gewesen wären. Und meine Platzierung verbessert. Andere Wege führen
auch dahin, aber ich bin viel stärker von meinen Mitspielern abhängig.
Nein, der ultimative Weg ist es nicht. Aber Deine Rechnung geht nur
von "Menge", nicht von "Zeitpunkt" aus. Die Menge taugt zu nichts.

Servus,
Heinz


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 9 Gäste