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zum Thema Brettspiele im TV

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Norman Bates

Re: zum Thema Brettspiele im TV

Beitragvon Norman Bates » 20. Dezember 2005, 13:42

Heinrich Glumpler schrieb:
>
> Uneingeschränkt empfehlenswert finde ich z.B., was letztens
> in den Regionalprogrammen des WDR lief - ebenso wie die
> Sendung an der Scott Nicolson (HourCNY) mitwirkte...
> ...und das nicht nur deshalb, weil in beiden "ZauberStauber"
> vorkam ;-)

ZauberStauber? Ein Spiel um Hexen und fliegende Besen? Hexerei! Blasphemie! Nur gut, dass die Zeiten der Inquisition vorbei sind... :)

Die Wertung eines Themas liegt halt immer im Auge des Betrachters. Das gilt für Rezensionen genauso wie für TV-Berichte. Und da werden es Rollenspiele auch in Zukunft schwer haben, da sie den geistigen Horizont derer, die beim TV arbeiten müssen, schlichtweg übersteigen. (Dies gilt natürlich für Caylus & Co ebenso...)

Bleibt die Frage übrig, ob Berichterstattungen, Reportagen und Nachrichten jeglicher Art grundsätzlich nur im öffentlich-rechtlichen TV betrachtenswert sind, da nur dort auf die privat-TV-typische Effekthascherei und Schlagzeilen-Manie a la BILD verzichtet wird?

Gott zum Gruß,
N.B. (der immer brav seine GEZ-Gebühr zahlt, aber eigentlich nicht weiss warum, da er so gut wie nie ARD/ZDF/Restmüll guckt und ganz genau weiss warum....:-) )

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Norman Bates

Re: zum Thema Brettspiele im TV

Beitragvon Norman Bates » 20. Dezember 2005, 13:52

Hallo Droegi,


> Ich habe mal auf die Seite geschaut und sie läßt mich völlig
> kalt.Sie ist Werbung und Antiwerbung für Brettspiele.

Sie ist (vermutlich wieder ein gescheiterter) Versuch, eine neue sinnlose Spielshow zu etablieren. Das Thema Spiel/MäDN steht im Hintergrund und ist wohl nur Staffage für alberne Partyspiele, die pubertierende Mädchen auf ihren Kindergeburtstagen zu spielen pflegen. (Die, die wir Jungs schon damals nicht mochten... :-) )

Der Unterhaltungswert dürfte wie so oft vom Entertainment-Faktor der Gäste abhängen und sich nach ein paar Sendungen deutlich abnutzen. (Wenn ich da so an die Spiele denke, die uns im TV präsentiert wurden... Alles Nichts Oder hatte ja wenigstens noch einen gewissen Reiz.... aber nur, bis das Tortenwerfen nicht mehr ernst genommen wurde.... )




> Spielen tut doch heutzutage jeder fast irgendwie - die einen
> mit ihren Kindern (manchmal auch nur zu Erziehungszwecken);

manchmal sind diese "Erziehungszwecke" auch nur ein Vorwand... :-)




> vor dem Computer (+Internet);

oder PlayStation...




> Karten zocken in der Kneipe;

Das machen dann die, die
(a) die Regeln von MäDN nicht kapieren,
(b) eigentlich nur rauchen und/oder saufen wollen oder
(c) die Kumpels nicht nach Hause mitbringen dürfen
;-)



> MäDN mit der Familie zu Weihnachten;

Sowas machst Du? :-)




> Sport (sind ja auch Spiele) als Aktiver

Nur dass man dabei nicht wirklich DENKEN muss....
(Was aber kein Hindernis ist, Millionen einzukassieren... *seufz*)




> Da fand ich die Raab/Teuber-Aktion schon um einiges besser
> (auch wenn ich anfangs doch etwas enttäuscht war)

dito!!



Gruss,
N.B.

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Dirk Piesker
Kennerspieler
Beiträge: 950

Re: zum Thema Brettspiele im TV

Beitragvon Dirk Piesker » 20. Dezember 2005, 14:30

Hallo Michael,

> JEDE Sekunde, die das Thema Spiel im TV bekommt, ist eine
> gute Fernsehsekunde für uns alle.

Ich nehme diesen Satz mal als Aufhänger, und will versuchen, dir mal eine
andere Sichtweise zu erläutern.

Mir ist es völlig wurscht, ob das Thema Spiele in den Medien präsent ist.
Ich habe auch gar kein Interesse, mein Hobby einer möglichst breiten
Masse vermitteln zu wollen. Es interessiert mich nicht dieBohne, ob
- abseits einer kleinen spielenden Fangemeinde - jemand Brettspiele spielt.

Wieso auch? Ich bin doch kein Missionar.

Die Branche ist sowohl was Qualität, Quantität und Pluralismus (wenn
dieser Begriff in diesem Zusammenhang verwenden darf) spitzenmäßig
aufgestellt. Kleine Nischenverlage, Mittlere "Erfolgsunternehmen", globale
"Big Player" für den Massenmarkt.
Und wenn mal einer über die Wupper geht, sorry, dann ist das doch auch
normal.
Die Verlagsvertreter mögen mir verzeihen, aber als Konsument
stellt sich das für mich so dar.

Nur mal so als andere Sichtweise.

Viele Grüße,
Dirk

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Tim-spielbox

Re: Alles halb so wild...

Beitragvon Tim-spielbox » 20. Dezember 2005, 15:15

> PS.: Die Idee mit den Spielen bei Büchern und CD finde ich
> erfrischend gut! Vielleicht sollte man sowas mal dem Handel
> vorschlagen!

Man könnte Spiele noch soooo viel besser vermarkten, vielleicht geht es den Verlagen trotz allem einfach zu gut? :-)


Tim

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Attila
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Beiträge: 4715

Heilsbringer

Beitragvon Attila » 20. Dezember 2005, 15:16

Jürgen Karla schrieb:

> ...der Gamemob.de mit kritischen Augen betrachtet, dem aber
> einen gewissen Erfolg nicht absprechen kann...

Tatsächlich? - Bis gerade noch nix davon gehört - ziemlich bunt ... aber sonst?

Atti

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Stechmuecke

Nichts als Ärger

Beitragvon Stechmuecke » 20. Dezember 2005, 15:23

Mot Erweiterung wäre das wohl lustiger!
Oder?

Stechmücke, der die Erweiterung gerade bekommen hat und sich auf die Erweiterung freut!

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Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: zum Thema Brettspiele im TV

Beitragvon Marten Holst » 20. Dezember 2005, 15:37

Moin,

> Und da werden es Rollenspiele auch in Zukunft
> schwer haben, da sie den geistigen Horizont derer, die beim
> TV arbeiten müssen, schlichtweg übersteigen. (Dies gilt
> natürlich für Caylus & Co ebenso...)

hmmm, ist es nicht auch ein wenig riskant für die Außenwirkung, wenn man allen, die sich für ein Thema nicht interessieren, zu niedrigen geistigen Horizont unterstellt; oder denen, die ein Thema vereinfachend aufbereiten um der (vermeintlichen oder realen) niedrigeren "Erstbegriffslust" entgegenzukommen, Dummheitsvorwürfe entgegenschleudert?

Nichts, beziehungsweise fast gar nichts, was in den Medien behandelt wird, und von dem ich Ahnung habe, wird vernünftig behandelt. Wichtige Aspekte fallen heraus, populäre Vereinfachungen werden als "Halteseile" fortgeführt, und man selbst, der man Ahnung hat, bekommt Zahnschmerzen.

Aber es kann nicht jeder Experte für alles sein. Ich interessiere mich nicht besonders für Barockmusik. Oder für Synchronschwimmen. Oder für Tiffanyhandwerkerei. Vielleicht entgeht mir was. Aber wenn ich eine Fernsehsendung darüber sehen, einen Artikel darüber lesen, einen Vortrag mir anhören soll, dann hat der nicht mit den Feinheiten zu beginnen, sondern gottverdammt nochmal mit etwas, womit ich was anfangen kann. Klar weiß ich, dass Barockschwimmen, Synchronhandwerkerei und Tiffanymusik interessieren, dennoch brauche ich vielleicht einen externen Schubs um mich dafür zu interessieren. Und ich unterstelle mir selbst keinen mangelhaften geistigen Horizont.

Wir werden wohl nie in allgemeinen Medien für uns interessante im Sinne von "inhaltlich wertvolle und weiterbringende" Beiträge mitbekommen. Dazu sind wir nicht groß genug als Zielgruppe, dafür haben wir aber auch unsere "Nischenmedien".

Wir als Interessierte an der Hobbyverbreitung (boah, was eine bescheuerte Formulierung) haben drei Zielgruppen. Die Leute, die mal gerne Monopoly oder Risiko spielen, sollen erfahren, dass es auch Puerto Rico, Fürsten von Florenz, Caylus gibt (je nach Geschmack auch gerne Europe Engulfed). Die Leute, die gar nicht spielen, aber sich vielleicht dafür interessieren können, sollen verführt werden, es doch mal wieder zu probieren. Und die Leute, die einfach kein Interesse an dem Hobby haben, dürfen nebenher wahrnehmen, dass Spielen normal ist, und Spieler keine Freaks. Wobei wir uns auch ganz gerne im Freakstatus sonnen.

Was mich aber nervt, und wenn Michael diese Diskussion nicht gleich losgetreten hätte, dann hätte ich das wohl auch gerne getan, ist diese Arroganz, mit der alles, was nicht alle drei Aspekte gleichzeitig bedient, nein, eigentlich eher alles, das nicht Leute direkt zu 4-Stunden-Spielen treibt, nur minderwertig und für das falsche Publikum ist. Und das liegt am Publikum, die sind einfach zu doof.

Die Frage ist, ob jemand, der uns und unsere Einstellung zu Nichtspielern kennt, nicht dadurch so sehr vom Hobby abgeschreckt wird, dass zehn ideal aufgemachte Fernsehsendungen nichts mehr retten können.

Klar ist, dass diese Sendung wohl gar nicht das Ziel hat, das Spielen zu verbreiten. Vielleicht bestärkt sie sogar Klischees, die wir nicht mögen. Dennoch müssten wir das abkönnen - und oben erwähntes Synchronschwimmen scheint von seinem Ruf als "langweiligster Sportart überhaupt", der klischeemäßig immer wieder durchgeturnt wurde, auch eher profitiert zu haben.

In einer Schachzeitschrift werden regelmäßig prominente Schachspieler befragt. Eine Standardfrage ist "mit welchem Spruch wollen sie für Schach werben". Meist kommen dann Antworten wie "Schach fürdert die Kreativität und ist gut für die geistige Leistungsfähigkeit." Außerdem enthält es Fluorid für die Zähne? Ne, sorry, der Kandidat hat Null Punkte. Schach wird so keine größeren Mengen an neuen Spielern anziehen. Manchmal muss es eben doch bunt sein.

Tschüß
Marten

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Michael Weber

Beifall

Beitragvon Michael Weber » 20. Dezember 2005, 15:42

Ganz doll in die Hände geklatscht!

Nachdem ich ja eher das Kampfschwein gemacht habe, kommt hier das Thema noch mal gut auf den Punkt. :-)

Michael

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Droegi
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Beiträge: 515

Re: Alles halb so wild...

Beitragvon Droegi » 20. Dezember 2005, 18:35

Also ich war gestern auf der Suche nach einem Buch als Weihnachtsgeschenk (bin kläglich gescheitert, da ich kein Bücherwurm bin) im Hugendubel gewesen. Und ich sage Euch, die haben eine Menge Spiele dort gehabt. Ich war richtig erstaunt. Und vor den Sudokus standen auch einige und haben sich interessiert die Schachteln angeschaut.

Ich finde, hier sollte man nachhaken. Ich werde morgen wohl noch einmal hingehen und mal Verkäufer anquatschen. Vielleicht kann ich da ja was bewegen ;-)

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Roman Pelek

[OT] Antislogans für Brettspiele, hier: Schach

Beitragvon Roman Pelek » 21. Dezember 2005, 01:51

Hi Marten,

Marten Holst schrieb:

> In einer Schachzeitschrift werden regelmäßig prominente
> Schachspieler befragt. Eine Standardfrage ist "mit welchem
> Spruch wollen sie für Schach werben". Meist kommen dann
> Antworten wie "Schach fürdert die Kreativität und ist gut für
> die geistige Leistungsfähigkeit." Außerdem enthält es Fluorid
> für die Zähne? Ne, sorry, der Kandidat hat Null Punkte.

Da ziehe ich die Lösungsmitteldämpfe in "frisch entkorkten Kartenspielen" dem Fluoridgehalt eines "abgestanden Schachspiels" doch enorm vor ;-)

Wobei mich da ja mal eine reale Top-10 der kreativen Antiwerbung für Schach interessieren würde, weil ich beim längeren Nachdenken über gelungene Slogans für Brettspiele im Allgemeinen und Schachspiele im Besonderen doch nur wieder auf Antislogan-Nonsens gekommen bin :-))

Damit die geistige Mühe nicht umsonst war, hier die fiktiven Top-10 total fehlgeleiteter Schachwerbung aus der Marketingabteilung meines Hirns:

1. Um Gottes Willen, wer hat den Mathematiker texten lassen?
"Bloß 2 hoch 6 Felder in einem kartesischen Koordinatensystem. Und trotzdem soviel Spaß!"

2. Der nette OBI-Verkäufer rät:
"Die Badfliesen haben sie schon. Sie brauchen nur noch die Figuren."

3. Die Kapitulation des Einfühlungsvermögens, Teile a) und b):
a) "Fühlen sie sich öfter matt? Schachspieler auch."
b) "Sind sie öfter geil? Schach ist es auch."

4. Der hingegen entstamm dem "dump diving" beim "Weißen Ring":
"Bleiben sie nicht Bauernopfer - werden sie Königsmörder. Mit Schach."

5. Als der letzte Imbusschüssel rundgedreht war versagte der Heimwerker mit:
"Schach. Entdecke die Möglichkeiten."

6. Kläglicher Schrebergarten-Punk "wider das Spießertum":
"Wer will denn kleinkariert sein? Es ist wieder Gartenschachsaison."

7. Mutwillige Versuche der Anbiederung über Popkultur, Fehltritte a) bis c):
a) "Stay hip. Stay cool. Stay chess."
b) "May the force be with you. With chess."
c) "No cheating. No lying. Just chess."

8. Die Warnrufe "Vergleichende Werbung!" total ignorierend, wollte der Mediengeschädigte auch noch einen loswerden:
"Wir bieten mehr als Springer."

9. Reim-dich-oder-ich-fress-dich-70er-Jahre-Sozialarbeit für Randgruppen (richtig, im vorhergehenden Verbalattentat mussten Bindestriche aus Fernost zugekauft werden, dafür gab's für das nachfolgende zwei Ausrufezeichen umsonst):
"Immer mitten in die Fresse rein! Aber bitte mit Figuren klein!"

10. Die dreiste Publikumsbeschimpfung, #$%! vornehme Diva, wollte zuletzt:
"Chess. We love to complain about you."

Ciao,
Roman (der endlich aufhören sollte, diese elendigen Max-Goldt-Kolumnen auf'm Klo zu lesen; die setzen einem nur Schalke 04 in den Nacken respektive Fluorid in die Schachbretter der eigenen Gedanken)

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Roman Pelek

Das Thema Gamemob am Beispiel "Teuber vs. Raab"

Beitragvon Roman Pelek » 21. Dezember 2005, 04:05

Hi Atti,

Attila schrieb:
>
> Jürgen Karla schrieb:
>
> > ...der Gamemob.de mit kritischen Augen betrachtet, dem aber
> > einen gewissen Erfolg nicht absprechen kann...
>
> Tatsächlich? - Bis gerade noch nix davon gehört - ziemlich
> bunt ... aber sonst?

Eine Übernahme des Giga.de-Konzepts für Brettspiele, mittlerweile wird in einigen Spielanleitungen darauf verwiesen. Zielgruppe: Jugendliche. Was es wirklich bringt, wird die Zukunft zeigen; 'ne Idee isses sicherlich, m. E. hinkt sie aber den Entwicklungen anderswo zu sehr hinterher, weil sie keine Trends zu setzen vermag, sondern nur Trends aus anderen Branchen kopiert.

Was ich aber wirklich bedenklich finde, ist, dass diese Plattform mutwillig unter Niveau agiert (und sicher deutlich unter Niveau der angesprochenen Klientel, wenn ich mir die Qualitäten anderer jugendnahen Plattformen ansehe), ein Zitat aus "Klaus Teuber goes TV Total":

"Klaus Teuber ist auf jeden Fall ein Begriff, weil er das erfolgreichste Spiel dieses Jahrzehnts hervorgebracht hat." Das mit "diesem Jahrzehnt" muss sich wohl erst noch zeigen, aber vielleicht stammt dieser Satz ja auch aus irgendeiner Mottenkiste anno '98?

Der nächste Absatz wird nicht besser: "Der Autor hat sich wider seiner Erwartungen und erster Skepsis sehr wohl gefühlt bei TV Total. Klaus Teuber fand das ganze TV Total Team angenehm offen und gut gelaunt sowie Raab selbst."

Schön, dass er das Team offen und gut gelaunt fand und in letzter Instanz sogar Stefan Raab in persona begegnet ist. Sich selbst hat der Schreiber dabei aber wohl nicht gefunden, weswegen ihn jede mediokre Schülerzeitung auch im Jahre 2005 mit Sicherheit rauswerfen würde. Aber immerhin: das "wider" war orthografisch korrekt. Pluspunkt für den Lektor.

Ein letztes Nachtreten noch, bevor ich Ruhe gebe: "Mittlerweile muss man Gott sei Dank nicht mehr so viel Angst haben als Volltrottel in seiner Sendung dargestellt zu werden." Genau. Man kann das nämlich mittlerweile im Rahmen einer Internet-Community selbst sehr eindrucksvoll in die eigene Hand nehmen.

So, und nachdem ich nun in Kalkofe-Manier humoristisch-deftige Worte für Obiges gefunden habe, können wir gerne wieder ernsthaft diskutieren, ich hätte ein paar Punkte, offene Fragen:

a) Glaubt jemand ernsthaft, dass das dargestellte sprachliche Niveau wirklich unsere Jugend widerspiegelt?
b) Ganz in Martens Sinne: glaubt jemand wirklich, dass er jemanden anderen ansprechen kann, indem er ihn für blöd verkauft?
c) Warum agieren wir überhaupt so, worin liegt die Ursache: Überheblichkeit oder Unwissenheit?

Ich persönlich glaube, dass die Crux für Brettspiele woanders liegt: die Klientel ist mitnichten zu doof, sie hat nur andere Interessen. Wenn wir was verkaufen wollen, sollten wir als erstes Abstand nehmen von elitären Gedanken, aber erst Recht davon, dass man intelligenten Mitmenschen neue Dinge über Dissertationen nahe bringen kann - das klappt genausowenig wie über gekünsteltes Dummsprech.

Ciao,
Roman ("Now I'm towing my car, there's a hole in the roof / my possions are causing me suspicion but there's no proof / in the paper today tales of war and of waste / but you turn right over to the T.V. page", Crowded House, "Don't dream it's over", 1987)

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peer

Brettspiele im TV -Positiv oder Negativ?

Beitragvon peer » 21. Dezember 2005, 08:48

Hi,
Michael Weber schrieb:
> JEDE Sekunde, die das Thema Spiel im TV bekommt, ist eine
> gute Fernsehsekunde für uns alle.
(...)
> Das ist ganz in Ordnung, denn wie sollen denn sonst die
> Menschen üb erhaupt an andere Spiele herangeführt werden? Du
> und viele andere hier tun ja so, als wenn z. B. Monopoly des
> Teufesl wäre. Aber eben dieses Spiel ist doch füpr fast alle
> von uns Ausgangspunkt gewesen und es kennt vor allem jeder
> Zuschauer. Von daher ist es genau das richtige Spiel, um im
> Fernsehen präsentiert zu werden.
> (entschuldigt sich vorsorglich bei allen für die Wortwahl,
> aber nicht für den Inhalt)

Mal eine ganz ketscherische Frage: Wollen wir diese Aussenwirkung überhaupt? Auf Gathering of Engineers gabs mal die Wochenfrage "How to spread our hobby" und einer der Blogger schrieb sinngemäß "Als Jahrelanger Fan von Death Metal habe ich keine Probleme damit, etwas zu tun, was die Mehrheit nicht tut. Insofern muss ich gar nicht Leute bekehren, mit denen ich sowieso nicht spielen würde".

Auf die Frage "Wie ist die Aussenwirkung vom Fernsehen für Brettspiele und brauchen wir sie eigentlich?" fallen mir Auf Anhieb 3 Antworten ein:

1.) Der Einfluss ist positiv.
An dem Effekt des SdJ und des Siedlerbooms sieht man, was die Logik gebietet: Den Spieleverlagen gehts besser, es kommen mehr Spiele heraus, die Qualität ist höher, letztendlich profitieren wir also durch mehr gute Spiele. Außerdem ist es doch bedeutend einfacher neue Leute an den chronisch leeren Spieltisch zu bekommen, wenn das Image eben nicht so kindlich ist.

2.) Der Einfluss ist minimal.
Das Fernsehen sucht sich nicht raus, welches Hobby es unterstützen will, sondern guckt, was allgemein bereits beliebt ist. Allen Unkenrufen zum Trotz hat das Spielen bereits einen gewissen Status in Deutschland, und daran wird ein Promi-MÄDN nix ändern. Ein Blick in die USA, nach Frankreich und nach Italien verrät zudem: Dort boomt die Spieleszene ohne dass es (meines Wissens jedenfalls) irgendwelche Fernsehsendungen zum Thema Brettspiel geben würde. Meiner Überzeugung nach wird die Brettspielwelt vielfältiger und größer einfach dadurch, dass sie nicht mehr so stark auf Deutschland fokussiert wird. Und dadurch wird sich auch die Anhängerschaft in Deutschland vergrößern. Ein TV-Artikel wird diese Wirkung kaum haben - siéhe auch Martens Anmerkungen zu Synchronschwimmern.

Davon ab gibt es bereits Spiele, denen sogar eigene (Kinder-) Serien gewidnmet sind: Sammelkartenspiele wie Yu-Gi-Oh oder Pokemon nämlich. Die Langzeitwirkung mag keiner vorraussehen, ich wage aber eher die Prognose dass diese Subkultur nur geringe Schnittflächen mit der Brettspielszene haben dürfte - ähnlich wie Magic damals keinen positiven Effekt auf Rollenspiele hatte(und da war eine große Schnittmenge vorhanden - jetzt werden Magicturniere und Rollenspielcons nicht selten getrennt voneinander veranstaltet).

3.) Der Einfluß ist negativ.
Kein Jahr vergeht ohne dass im Forum oder BGG über die Auswirkungen der "Kommerzialität" auf den Spielemarkt geredet wird. Besonders Hasbro wird -nicht zuletzt aufgrund der aggersiven Politik und dem Schlucken von Avalon Hill - als das Böse schlechthin angesehen. Das ist aber genau die Spitze der Spielelandschaft, die von einem Fernsehboom am ehesten profitieren würde. Das hat nichts mit geistiger umnachtung der Zuschauer o.ä. zu tun sondern einfach an der Präsenz in Kaufhäusern und Köpfen. Was ist ein Niagara oder selbst ein caraccassonne gegen ein Monopoly, Cluedo oder Trivial Pursuit? Erhöht sich die Aussenwirkung werden dennoch nicht unbedingt vielmehr vorher unbekanntes gespielt, sondern eben das, was man kennt. Zumal das ja auch das sein dürfte, was in den Sendungen "gefeautured" wird, wie es in Neudeutsch heisst. Und das ist ein Kreis: Sie zeigen Bekanntes, weil der Zuschauer sofort weiss, um was es geht (und nicht erst die Länderpunktregelung verstehen muss, bevor er das Treiben nachvollziehen kann, wozu i.A. die Energie fehlen dürfte. Bei mira auch übrigens). Die Zuschauer sehen bekanntes und werden so animiert Bekanntes weiter zuspielen, bzw. in ihren Vorurteilen bestätigt, bereits alle Brettspiele zu kennen (Ich treffe übrigens immer noch Leute, die noch nie von den Siedlern gehört haben). Wenn ich dann noch jemanden frage, ob er was spielt und der dann antwrotet "Sowas wie im Fernsehen? Lass mal!"... :-)

Die 3 Meinungen sind nun nicht klar trennbar. Ich selbst bin zu ca. 50% unentschlossen und gehöre zu zu 30% Meinung 2, zu 15% Meinung 1 und zu 5% Meinung 3 an...

ciao
peer

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Miriam

Re: Alles halb so wild...

Beitragvon Miriam » 21. Dezember 2005, 11:05

> Also ich war gestern auf der Suche nach einem Buch als
> Weihnachtsgeschenk (bin kläglich gescheitert, da ich kein
> Bücherwurm bin) im Hugendubel gewesen. Und ich sage Euch, die
> haben eine Menge Spiele dort gehabt. Ich war richtig
> erstaunt

Nur vor Weihnachten, wenigstens ist das in Frankfurt so.

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Roman Pelek

Re: Brettspiele im TV -Positiv oder Negativ?

Beitragvon Roman Pelek » 21. Dezember 2005, 11:13

Hi Peer,

peer schrieb:

> Mal eine ganz ketscherische Frage: Wollen wir diese
> Aussenwirkung überhaupt? Auf Gathering of Engineers gabs mal
> die Wochenfrage "How to spread our hobby" und einer der
> Blogger schrieb sinngemäß "Als Jahrelanger Fan von Death
> Metal habe ich keine Probleme damit, etwas zu tun, was die
> Mehrheit nicht tut. Insofern muss ich gar nicht Leute
> bekehren, mit denen ich sowieso nicht spielen würde".

Das halte ich im übrigen für einen vollkommen legitimen und absolut verständlichen Ansatz. Er scheitert nur spätestens dann, wenn man von außen an Dich und Dein Hobby herantritt, und Du Dir was überlegen musst, was Du sagen möchtest - dann fängst Du nämlich so oder so *doch* an, drüber nachzudenken :-D

Ciao,
Roman

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Marten Holst
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Beiträge: 1787

RE: Brettspiele im TV -Positiv oder Negativ?

Beitragvon Marten Holst » 21. Dezember 2005, 12:59

Moin,

> Das halte ich im übrigen für einen vollkommen legitimen und
> absolut verständlichen Ansatz. Er scheitert nur spätestens
> dann, wenn man von außen an Dich und Dein Hobby herantritt,
> und Du Dir was überlegen musst, was Du sagen möchtest -
> dann fängst Du nämlich so oder so *doch* an, drüber
> nachzudenken :-D

ich denke, um in peers Meinungsteilungsansatz zu verweilen, dass ein paar Prozente davon in jedem von uns stecken. Dass es für uns positiv ist, etwas zu tun, was viele nicht tun, etwas, womit man in großen Teilen seines Bekannten- und Freundeskreises heraussticht. Ist ja auch schöner "Marten der Spieledepp" zu sein als "Mortimer, äh, wer?". Des weiteren funktionieren viele Hobbies ja auch in kleineren Größen.

Gleichzeitig habe ich aber auch ein paar Prozente, die meinen, dass mehr Spieler Bequemlichkeiten schaffen (größeres Marktangebot, bessere Erhältlichkeit, und manchmal möchte man dann doch nicht der Freak sein, sondern nur ein netter Mitmensch, der auch noch andere Eigenschaften hat). Obendrein wäre man ja manchmal auch gerne Trendsetter.

Das Internet hat hier meines Erachtens einen etwas paradoxen Effekt verstärkt: Leute mit obskuren Hobbies lernen andere mit diesem Hobby aus aller Welt kennen. Sie merken, dass sie nicht so wenige sind, und als Gruppe gestärkt können sie besser alleine sein.

Dennoch, nichts wäre für mich schlimmer, als wenn meine Leib-und-Magen-Combo plötzlich Weltruhm bekäme und Teenies zum ohnmachten brächte. Da bin ich lieber ein "Freak" - ich kenne ja auch genug im Netz, die die Gruppe teilen. Und als ich damals Manu Chaos "Clandestino" ein halbes Jahr bevor es hier populär wurde in Finnland kennenlernte, war das schon nervig genug, dass ich die Scheibe ja "nur höre, weil sie in ist". Wie es da erst echten Fans gegangen sein muss?

Tschüß
Marten

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Roman Pelek

RE: Brettspiele im TV -Positiv oder Negativ?

Beitragvon Roman Pelek » 21. Dezember 2005, 14:15

Hi Marten,

Marten Holst schrieb:

> ich denke, um in peers Meinungsteilungsansatz zu verweilen,
> dass ein paar Prozente davon in jedem von uns stecken. Dass
> es für uns positiv ist, etwas zu tun, was viele nicht tun,
> etwas, womit man in großen Teilen seines Bekannten- und
> Freundeskreises heraussticht. Ist ja auch schöner "Marten der
> Spieledepp" zu sein als "Mortimer, äh, wer?". Des weiteren
> funktionieren viele Hobbies ja auch in kleineren Größen.

Jepp, der Gedankengang hat was. Wobei das auch ein "Geben und Nehmen" ist - über weite Strecken muss man sich anhören, dass man seine Zeit mit "Nutzlosem" vertrödelt, um zwischendurch mal wieder mit 'ner eigenen Aktion punkten zu können. Oder z. B. zu Weihnachten oder anlässlich von Geburtstagen, ernsthaft als "Experte" gefragt zu werden (während man den Rest des Jahres die meiste Zeit "der Spinner" ist) :-)

> Gleichzeitig habe ich aber auch ein paar Prozente, die
> meinen, dass mehr Spieler Bequemlichkeiten schaffen (größeres
> Marktangebot, bessere Erhältlichkeit, und manchmal möchte man
> dann doch nicht der Freak sein, sondern nur ein netter
> Mitmensch, der auch noch andere Eigenschaften hat). Obendrein
> wäre man ja manchmal auch gerne Trendsetter.

Ich seh' die Sache noch viel pragmatischer: "No man is an island", insofern braucht's durchaus manche Anstrengung nach außen, um das zu erhalten, was man bereits besitzt und für selbstverständlich hält. Denn das, was wir haben, ist ein Luxus, der ohne marktwirtschaftliche Basis nur bedingt existieren kann.

Sicher haben wir enorm viele begeisterte und engagierte Freaks, so dass es für Liebhaber immer genug Material geben wird, mit dem sie sich die Zeit vertreiben können. Aber mal Hand auf's Herz: Ich bin auch froh, wenn ich mir ein komplexes Strategiespiel, ordentlich redigiert und fertig illustriert, in 'ner Schachtel kaufen kann und das nicht von Hand ausschnitzen muss, um danach noch ein halbes Jahr selbst an Regeldetails zu feilen, bis es "rund" ist ;-)

Man könnte das, was ich meine, jetzt anlässlich jüngster Eklats als "Wikipedia-Effekt" titulieren: mit freier Arbeit engagierter Leute ist viel möglich, aber es gibt auch Grenzen des mit dieser Arbeitsweise Machbaren, deren man sich bewusst sein sollte.

> Das Internet hat hier meines Erachtens einen etwas paradoxen
> Effekt verstärkt: Leute mit obskuren Hobbies lernen andere
> mit diesem Hobby aus aller Welt kennen. Sie merken, dass sie
> nicht so wenige sind, und als Gruppe gestärkt können sie
> besser alleine sein.

"We've been alone too long, so let's be alone together, let's see if we're that strong" hat Leonard Cohen mal recht nett über menschliche Zweierbeziehungen gesungen, und das lässt sich wohl auch mit kleinen Abstrichen auf Hobbyismus in Zeiten des Internets übertragen. Das Gute daran: Man kann sich austauschen, gegenseitig helfen und darin bestätigen, dass das eigene Hobby so exotisch doch nicht ist. Die Schattenseite: Es kann in gewollter Abgrenzung, in Einzelfällen bis hin zur offenkundigen Arroganz und Intoleranz münden.

> Dennoch, nichts wäre für mich schlimmer, als wenn meine
> Leib-und-Magen-Combo plötzlich Weltruhm bekäme und Teenies
> zum ohnmachten brächte. Da bin ich lieber ein "Freak" - ich
> kenne ja auch genug im Netz, die die Gruppe teilen. Und als
> ich damals Manu Chaos "Clandestino" ein halbes Jahr bevor es
> hier populär wurde in Finnland kennenlernte, war das schon
> nervig genug, dass ich die Scheibe ja "nur höre, weil sie in
> ist". Wie es da erst echten Fans gegangen sein muss?

Das alte und viel disktutierte Independent-Paradoxon, dass manche Dinge nur "richtig gut" erscheinen, solange man sie weitestgehend für sich hat? Ich ziehe mich in solchen Fällen (plötzliche Bekanntheit eigener Geheimtipp-Lieblinge) gerne auf die Position zurück, dass ich es den Machern von Herzen gönne, mit ihrer langjährigen Arbeit endlich mal Erfolg zu haben und versuche, die restlichen Kommentare a la "Na, heuer auch mal wieder trendy?" möglichst klaglos zu ertragen :-)

Ciao,
Roman

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Attila
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Re: Das Thema Gamemob am Beispiel "Teuber vs. Raab"

Beitragvon Attila » 21. Dezember 2005, 15:49

Hey Roman,

Mensch du hast dich ja scheinbar richtig mit der Seite beschäftigt. Was immer du da gefunden hast (von alkofe würde ich aber deftigere Worte erwarten :-) ) - enthält imo irgendwie *keinerei* Informationen.

Ich frag mich wer ist das Zielpublikum? - "Jugendliche"???? - Ist ein Scherz, oder? - Welchen Jugendlichen interessiert so ein inhaltsloser Quatsch?

Dur schreibst etwas von "Crux der Brettspiele" - ich sehe da keine Crux! - Es ist ein Hobby wie jedes andere auch! Ich kann diese ganze Diskussion zu grossen Teilen nicht wirklich nachvollziehen (bin halt zu blöde dafür) - was interessiert MICH ob in TV Total Teuber durch den Kakao gezogen wird oder ob er hätte besser was anderes sagen sollen (hier weiss wohl fast jeder besser was Teuber hätte tun sollen und was Raab hätte besser fragen sollen). Wieso sollte ich irgendein interesse haben, das "die Branche" sich besser darstellt (in TV, Zeitung oder sonstwo)? - Was interssiert es mich ob Verlag XYZ ja sooo viel mehr umsetzen würde wenn er nur das-und-das machen würde. Oder das irgendeine fantasy-Spiele-Show ja sooo eine tolle Sache wäre ...

Deswegen ist es mir auch egal ob diese bunte Seite ein abklatsch von giga.de ist oder nicht. Sie ist bunt, hat (für mich) keinen relevanten Inhalt und ist von der Darstellung eine frechheit - es gibt so viele uninterssante Seiten - eine mehr oder weniger kann ich mir da auch nicht lange merken! :-)

Letztendlich:
Es gibt keine Crux - es gibt nur Brettspiel die gespielt werden wollen!

Atti

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Marten Holst
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Beiträge: 1787

RE: Das Thema Gamemob am Beispiel "Teuber vs. Raab"

Beitragvon Marten Holst » 21. Dezember 2005, 17:36

Moin,

> Dur schreibst etwas von "Crux der Brettspiele" - ich sehe
> da keine Crux! - Es ist ein Hobby wie jedes andere auch!
> Ich kann diese ganze Diskussion zu grossen Teilen nicht
> wirklich nachvollziehen (bin halt zu blöde dafür) - was
> interessiert MICH ob in TV Total Teuber durch den Kakao
> gezogen wird oder ob er hätte besser was anderes sagen
> sollen (hier weiss wohl fast jeder besser was Teuber hätte
> tun sollen und was Raab hätte besser fragen sollen).

Eine Frage, wie sehr Du an Deiner Außenwirkung auf andere Menschen hängst. Klar sollte man sich nicht zum Modeaffen machen, aber bissel interessieren sollte einen das schon.

> Wieso
> sollte ich irgendein interesse haben, das "die Branche"
> sich besser darstellt (in TV, Zeitung oder sonstwo)?

Bessere Darstellung - Mehr Umsatz - Mehr und bessere Spiele. Etwas vereinfacht, aber auch der Kern. Da ich am Endergebnis Interesse habe, habe ich auch an dessen Ursachen Interesse, und das ist eine davon.

> Es gibt keine Crux - es gibt nur Brettspiel die gespielt
> werden wollen!

Aber dazu müssen sie Spieler finden. Wie Roman schon schrieb, viele Szenen oder ähnliches können in Nischen überleben und tun das auch fleißig, aber besser, einfacher und auch komfortabler geht es schon in Kooperation mit der Umwelt.

Tschüß
Marten

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Roman Pelek

Re: Das Thema Gamemob am Beispiel "Teuber vs. Raab"

Beitragvon Roman Pelek » 21. Dezember 2005, 17:49

Hi Atti,

Attila schrieb:

> Mensch du hast dich ja scheinbar richtig mit der Seite
> beschäftigt. Was immer du da gefunden hast (von alkofe würde
> ich aber deftigere Worte erwarten :-) ) - enthält imo
> irgendwie *keinerei* Informationen.

'Tschuldigung für die Kalkofe-Geschichte, wenn ich das richtig durchgezogen hätte, hätten mich vermutlich einige für endgültig bekloppt erklärt. Ich war zu feige, ein Weichei, geb' ich zu :-))

Was die Frage angeht, ob einen als Spieler die Außendarstellung der Spieleszene interessen *muss*? Klares Nein. Ob einen das interessieren *darf*? Klares Ja. Die eigentliche Ressourcenverschwenung, die hier abläuft, ist, dass sich 90% der betreffenden Threads um dieses Metathema drehen, wo doch jeder anhand der klaren Betreffzeilen für sich einordnen können sollte, ob's ihn interessiert...

Ciao,
Roman

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Volker L.

[OT] Kommentare zu den Antislogans für Brettspiele, hier: Schach

Beitragvon Volker L. » 21. Dezember 2005, 17:58

Roman Pelek schrieb:
>
> Wobei mich da ja mal eine reale Top-10 der kreativen
> Antiwerbung für Schach interessieren würde, weil ich beim
> längeren Nachdenken über gelungene Slogans für Brettspiele im
> Allgemeinen und Schachspiele im Besonderen doch nur wieder
> auf Antislogan-Nonsens gekommen bin :-))
>
> Damit die geistige Mühe nicht umsonst war, hier die fiktiven
> Top-10 total fehlgeleiteter Schachwerbung aus der
> Marketingabteilung meines Hirns:
>
> 1. Um Gottes Willen, wer hat den Mathematiker texten lassen?
> "Bloß 2 hoch 6 Felder in einem kartesischen
> Koordinatensystem. Und trotzdem soviel Spaß!"

In einem 6-dimensionalen kartesischen Raum? Mit der Länge 2 in jeder Richtung? :-P

> 2. Der nette OBI-Verkäufer rät:
> "Die Badfliesen haben sie schon. Sie brauchen nur noch die
> Figuren."

Aber wer fliest sein Bad schon 2farbig? ;-)

> 3. Die Kapitulation des Einfühlungsvermögens, Teile a) und b):
> a) "Fühlen sie sich öfter matt? Schachspieler auch."

Der ist doch gar nicht so schlecht :-)

> b) "Sind sie öfter geil? Schach ist es auch."

Der schon... :-/

> 4. Der hingegen entstamm dem "dump diving" beim "Weißen Ring":
> "Bleiben sie nicht Bauernopfer - werden sie Königsmörder. Mit
> Schach."

:-O :-O :-O

> 5. Als der letzte Imbusschüssel rundgedreht war versagte der
> Heimwerker mit:
> "Schach. Entdecke die Möglichkeiten."

:-?

> 6. Kläglicher Schrebergarten-Punk "wider das Spießertum":
> "Wer will denn kleinkariert sein? Es ist wieder
> Gartenschachsaison."

:-O Was denn - ausgerechnet heute, am Tag der Wintersonnenwende? :-O

> 7. Mutwillige Versuche der Anbiederung über Popkultur,
> Fehltritte a) bis c):
> a) "Stay hip. Stay cool. Stay chess."
> b) "May the force be with you. With chess."
> c) "No cheating. No lying. Just chess."

Die sind so schlecht, da fällt mir kein Kommentar ein...

> 8. Die Warnrufe "Vergleichende Werbung!" total ignorierend,
> wollte der Mediengeschädigte auch noch einen loswerden:
> "Wir bieten mehr als Springer."

:lol: :lol: ROTFLGO :lol: :lol:

> 9. Reim-dich-oder-ich-fress-dich-70er-Jahre-Sozialarbeit für
> Randgruppen (richtig, im vorhergehenden Verbalattentat
> mussten Bindestriche aus Fernost zugekauft werden, dafür
> gab's für das nachfolgende zwei Ausrufezeichen umsonst):
> "Immer mitten in die Fresse rein! Aber bitte mit Figuren
> klein!"

"wie schmecken die denn?" :-))
(OK, der Kommentar passt besser zum Thema 8 als 9)

> 10. Die dreiste Publikumsbeschimpfung, #$%! vornehme Diva,
> wollte zuletzt:
> "Chess. We love to complain about you."

Hier kann ich Deinen kruden Gedankengängen nicht mehr folgen...

Gruß, Volker (der bezüglich Punkt 1 befürchtet, dass der eine oder andere
Mathematiker tatsächlich auf die Idee kommen könnte, sowas zu kreieren :roll: )

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Roman Pelek

Re: [OT] Kommentare zu den Antislogans für Brettspiele, hier: Schach

Beitragvon Roman Pelek » 21. Dezember 2005, 18:13

Hi Volker,

Volker L. schrieb:

> > 10. Die dreiste Publikumsbeschimpfung, #$%! vornehme Diva,
> > wollte zuletzt:
> > "Chess. We love to complain about you."
>
> Hier kann ich Deinen kruden Gedankengängen nicht mehr folgen...

Pro 7s Werbeslogan "We love to entertain you" im Lichte der Geisteshaltung, dass "die da draußen ja eh zu doof für alles sind", besehen.

Ciao,
Roman


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