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Wirklich schlechter SB-Artikel

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Frank Sipppel

Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon Frank Sipppel » 21. Dezember 2005, 13:50

"Spieleautoren und der Zufall - denn sie wissen nicht, was sie tun."


Ich habe gerade die neue Spielbox gelesen und konnte kaum glauben, dass so ein unfassbar schlechter Essay abgedruckt wurde. Hat der Chefredakteur da nicht hingeschaut oder teilt er gar die Meinung? Oder ist es ihm egal? Auweia.
Der Artikel ist, abgesehen von seinem unverschämten Unterton, unglaublich vage. Da wird von EINEM amerikanischen Spielverleger gesprochen, der vor ein paar Jahren in Essen war. Und weiter? Gibt's auch irgendwas Konkretes? Wo sind die Autoren, die nicht mit Wahrscheinlichkeiten umgehen können? Wo sind die Spiele, die dies belegen?

"Handwerkliche Fähigkeiten (der Autoren) glänzen allzu oft durch Abwesenheit." Hm, wie wär's mit einigen Beispielen?

"Spieleautoren halten sich für kreative Menschen - trotz eine Vielzahl von Gegenbeispielen". Als da wären?

"Ich hege den Verdacht, dass Würfel und Ereigniskarten nur die Ideenlosigkeit der vermeintlich Kreativen kaschieren." Was soll das?

Wenn von Spieleautoren gesprochen wird, dann umfasst das für mich vor allem die Profis und Etablierten, also die, die auch Spiele bei richtigen Verlagen veröffentlichen. Und ich für meinen Teil glaube ganz entschieden, dass die Spieleautoren und die Verlage sehr wohl wissen was sie tun. Dass sie Spiele deshalb mit Glückselementen anreichern, weil das für die große Masse der Spieler genau das richtige ist.

Und ich glaube ferner, dass viele professionelle Spieleautoren im Hinblick auf die im Spiel verwendeten Wahrscheinlichkeiten sehr genau Bescheid wissen. Ich finde die meisten Spiele sehr gut austariert, handwerklich sehr gut gemacht. natürlich kann mir ein glückslastiges Spiel grundsätzlich missfallen, aber das ist etwas ganz anderes, als den autoren Unvermögen zu unterstellen.


Meint Frank.

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Matthias Prinz

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon Matthias Prinz » 21. Dezember 2005, 14:19

Danke Frank!

ich teile deine Meinung größtenteils. Auch mir fiel der Bericht auf und ehrlich gesagt habe ich auch etliche Male den Kopf geschüttelt und fand ihn stellenweise sogar unfreiwillig lustig.

Der Satz, der den Artikel auf die Spitze treibt ist aber natürlich

"Ich hege den Verdacht, dass Würfel und Ereigniskarten nur die Ideenlosigkeit der vermeintlich Kreativen kaschieren."

Nun, jeder Spieler empfindet natürlich anders. Glückselemente bringen etwas Unberechenbares ins Spiels, was in vielen Fällen ja auch den Reiz des Spiels ausmacht.
Aber hier Spieleautoren anzuschwärzen (und für mich sind das NICHT nur die "Profis") finde ich einen deutlichen Fehltritt.
Man kann ja provozierende Artikel schreiben, aber ich frage mich warum wir nonstop versuchen das Image der Spieleautoren aufzupolieren, wenn dann in der führenden Zeitschrift ein solcher Artikel abgedruckt wird.

Und eine ganze Seite für vermeintlich triviale Wahrscheinlichkeitserläuterungen zu verballern kann auch nicht Sinn der Sache sein. Übrigens wird Siedler ja nicht dadurch entschieden, ob man die passenden Rohstoffe für sich selbst würfelt, sondern die Rohstoffe von den Spielern zu erhandeln die ein Überangebot davon haben. Vollkommen rational betrachtet mag das keinen Spielspass darstellen, aber wie die meisten es feststellen, entsteht der Reiz ja durch diese ungleichmäßige Verteilung.

Habe mich schon gewundert, wann sich der Erste hier im Forum meldet, ich wollte diesmal nicht den Stein ins Rollen bringen ;)


Viele Grüße
- Matthias

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ode

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon ode » 21. Dezember 2005, 14:22

Hallo,

ich fand den Unterton auch leicht unangemessen. Besonders, weil nicht geklärt wurde, wer hier konkret angesprochen ist. Es könnte also jeder gemeint sein. Ich glaube allerdings, dass es tatsächlich auch ein paar Leute gibt, die schlechte Spiele unters Volk schmeissen und versuchen damit nen Rubel zu machen. Ich weiß aber nicht wer das ist. Ich muss auch gestehen noch keinen getroffen zu haben. Aber irgendwo...

Das mit dem Warscheinlichkeiten war doch glasklar erklärt. Fand das nicht schlecht. Gut erklärt und auch leicht aufklärerisch, denn viele Spieler wissen bestimmt nicht, was es damit auf sich hat.

Leider ist mir auch nicht ganz klar, was dieser Artikel denn jetzt bezwecken soll. War das ne Kritik? An wem? War das ein Aufsatz über Wahrscheinlichkeiten? Auch nicht richtig, denn dazu nun wirklich nicht ausführlich genug.

Bleibt zu sagen: Kritik am Artikel berechtigt. Meine Meinung.

ode.

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peer

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon peer » 21. Dezember 2005, 15:20

Hi,
ode schrieb:
>>
> Leider ist mir auch nicht ganz klar, was dieser Artikel denn
> jetzt bezwecken soll. War das ne Kritik? An wem? War das ein
> Aufsatz über Wahrscheinlichkeiten? Auch nicht richtig, denn
> dazu nun wirklich nicht ausführlich genug.

Genau so gings mir auch. Ich kenn mich nun mit Wahrscheinlichkeiten aus, insofern war ein Großteil inhaltlich (für mich) trivial. Anderseits hat der Autor das mit Kritik von ´konkreten Spielen verknüpft. Gerade die Siedleranspielung fnd ich daneben - ich glaube kaum, dass es ein Designfehler ist, dass die Wahrscheinlichkeiten nur bei "unendlich often Würfeln" dem Gesetz der großen Zahl gehorchen - Das Spiel zieht ja Spielspass aus dieser Tatsache. Aber der Autor mag anscheinend keinen Glücksfaktor und verknüpft da zwei Dinge, die nicht zusammengehören: Die Theorie der Wahrscheinlichkeitsrechnung (wobei da die Frage ist, ob die Spielbox da das richtige Medium ist) und seine Kritik an bestimmten Spielen, nach dem Motto "Was zu Glücksabhängig ist, hat Designschwächen".

ciao
peer (der den Artikel auch eher belustigend als erhellend fand)

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Attila
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Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon Attila » 21. Dezember 2005, 16:01

Hiho,

Naja, ist fand den Artikel nicht ungewöhnlich schlecht. - Besonders gut recherchierte/begründete Artikel ist ja aktuell nicht unbedingt eine Stärke der Spielbox.
Das ist zwar schade und war nicht immer so, aber auch das wird sich irgendwann wieder ändern ... hoffe ich zumindest! :-)

Atti

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Attila
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Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon Attila » 21. Dezember 2005, 16:10

peer schrieb:

> Tatsache. Aber der Autor mag anscheinend keinen Glücksfaktor

Das kann man nicht übersehen! :-)

> Theorie der Wahrscheinlichkeitsrechnung (wobei da die Frage
> ist, ob die Spielbox da das richtige Medium ist)

Wieso nicht? - Es geht ja nicht um eine mathematische Abhandlung über die Theorie, sondern um die konkrete Auswirkung auf Spiele! - Ich fände es ehrlich gesagt ziemlich interessant wenn zu jedem Spiel sich in der Rezi (als extra Abschnitt, muss ja nichtmal vom Autor der Rezi sein) eine Analyse über die Zufallsfaktoren des Spieles finden würde (und deren Auswirkungen auf der Spielverlauf).

> Kritik an bestimmten Spielen, nach dem Motto "Was zu
> Glücksabhängig ist, hat Designschwächen".

Vorallem: Was bitte ist "zu Glücksabhängig"? - (Wurde schon ausgiebig ohne echtes Resultat hier diskutiert).

Atti

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Günter Cornett

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon Günter Cornett » 21. Dezember 2005, 16:18

ode schrieb:
>
> Hallo,
>
> ich fand den Unterton auch leicht unangemessen. Besonders,
> weil nicht geklärt wurde, wer hier konkret angesprochen ist.

Jo, er beschreibt den Fehler eines Autoren und bezieht das Ergebnis auf die Arbeitsweise aller.


> Es könnte also jeder gemeint sein. Ich glaube allerdings,
> dass es tatsächlich auch ein paar Leute gibt, die schlechte
> Spiele unters Volk schmeissen und versuchen damit nen Rubel
> zu machen. Ich weiß aber nicht wer das ist. Ich muss auch
> gestehen noch keinen getroffen zu haben. Aber irgendwo...
>
> Das mit dem Warscheinlichkeiten war doch glasklar erklärt.

Sachlich falsch, auch wenn er das richtige gemeint hat.



"Die Frage in diesem Zusammenhang ist, wie oft muss man würfeln um mit hoher Wahrscheinlichkeit, z.B. 99%, jede Zahl gleich oft zu erhalten?"
Tatsache ist doch: Je öfter man würfelt, desto unwahrscheinlicher ist es, dass jede Zahl exakt gleich oft gewürfelt wird.

> Fand das nicht schlecht. Gut erklärt und auch leicht
> aufklärerisch, denn viele Spieler wissen bestimmt nicht, was
> es damit auf sich hat.
>
> Leider ist mir auch nicht ganz klar, was dieser Artikel denn
> jetzt bezwecken soll. War das ne Kritik? An wem? War das ein
> Aufsatz über Wahrscheinlichkeiten? Auch nicht richtig, denn
> dazu nun wirklich nicht ausführlich genug.

Ich denke, der Artikel enthält zwei wesentliche Aussagen:
1. Der Autor des Artikels kennt einen Spieleautor, der sich mit der Wahrscheinlchkeitsrechnung nicht auskennt
2. Der Autor des Artikels findet die Würfelei bei Siedler zu glücksabhängig

Der Autor verknüpft die beiden Fakten zu der Schlußfolgerung: der Autor von Siedler kennt sich mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht aus.

Der Autor des Artikels nennt als Korrektiv zur vermeintlichen Glückslastigkeit die Unberechbarkeit der 'irrationalen' Spielzüge der Mitspieler. Er übersieht, dass Möglichkeiten wie das Versetzen des Räubers ganz bewußt eingebaut wurde, um den Spielern die Möglichkeit zu geben, das Glück in die eigene Hand zu nehmen. Auch werden durch den Handel (die Möglichkeit Waren für den vom Glück begünstigten Spieler zu verteuern) ganz andere - auch nichtmathematische - Fähigkeiten gefordert.

Ich finde, es ist ein Manko, dass viele Spiele zu mathematisch sind. Dieses Manko liegt IMHO darin begründet, dass viele Spieleautoren mathematisch begabt sind und eben das machen, was sie können (ich nehme mich da nicht aus).

Siedler ist ein sehr schönes Beispiel für ein Spiel, dass (auch) auf Mathematik basiert, aber nicht von Rechnerei beherrscht wird.

Und ein Punkt, den viele Mathematiker ausklammern, weil er so unberechenbar ist:
Ein wenig glücksabhängiges Spiel, wird umso glücksabhängiger, je weniger sich die Fähigkeiten der Spieler unterscheiden. Sind die Fähigkeiten der Spieler sehr unterschiedlich, wird auch bei einem sehr glücksabhängigem Spiel der stärkere Spieler häufiger gewinnen.

Ein ausschließlich von Mathematikern optimal gespieltes St.Petersburg entwickelt sich zum Glückspiel, weil derjenige gewinnt, der das meiste Glück bei der Kartenauslage hat. Allerdings halte ich St.Petersburg generell für nicht so glücksabhängig. In einer etwas unbedarfteren Spielerunde gewinnen da häufig die selben Leute.


Was wäre, wenn Mathematiker [die ja keine irrationalen Züge machen, sondern optimal spielen ;-)] Siedler mit Karten spielen, also das Glück gleichmäßig verteilt sein würde? Die Spieler, die zuerst neue Karten ziehen und schon so einsetzen können, dass sie eine neue Siedlung bauen können, bevor die anderen Siedlungen genügend Karten einbringen, müssten das Spiel gnadenlos gewinnen (gäbe es nicht Handel und Räuber). Denn sie können sich früher entwicklen als ihre Gegner und sowohl von den zuerst gezogenen Zahlen als auch von den später gezogenen zahlen profitieren. Das Spiel hätte die Tendenz, den frühen Abstand zu zementieren. Beim Würfelsiedler sind die Möglichkeiten offen: Der Abstand bleibt gleich, wird größer, wird kleiner.

Entscheiden ist aber in jedem Fall, was die Spieler daraus machen. Da hat Klaus Teuber genug Möglichkeiten eingebaut, die der Auto des Artikels nicht zur Kenntnis nimmt, weil sie - so unterstelle ich mal - nicht mathematischer Natur sind..


Gruß, Günter

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Günter Cornett

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon Günter Cornett » 21. Dezember 2005, 16:22

Attila schrieb:
>
> Vorallem: Was bitte ist "zu Glücksabhängig"? - (Wurde schon
> ausgiebig ohne echtes Resultat hier diskutiert).


Das ist wie mit der Frage der richtigen Schuhgröße.
Sie hängt eben weniger vom Schuh als von dessen Träger ab.

Gruß, Günter

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Andreas Keirat

... und der Autor des Artikels?

Beitragvon Andreas Keirat » 21. Dezember 2005, 16:59

Frank Sipppel schrieb:
>
> "Spieleautoren und der Zufall - denn sie wissen nicht, was
> sie tun."
>

Wer ist denn der Autor des Artikels?



Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de

(... hat kein Spielbox-Abo)

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Wolfgang

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon Wolfgang » 21. Dezember 2005, 17:00

Was ich beim Lesen dieses Artikels dachte:
Selbstverständlich gibt es Spielautoren, die Mist produzieren... es gibt ja auch Menschen, die Artikel schreiben, ohne es wirklich zu können (Stichwort: Stil)!

Wolfgang

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Droegi
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Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon Droegi » 21. Dezember 2005, 17:12

Wolfgang schrieb:
>
> Was ich beim Lesen dieses Artikels dachte:
> Selbstverständlich gibt es Spielautoren, die Mist
> produzieren... es gibt ja auch Menschen, die Artikel
> schreiben, ohne es wirklich zu können (Stichwort: Stil)!
>
> Wolfgang

wo muß ich das unterschreiben ???

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Horst Kannenmüller

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel - Unverständnis?

Beitragvon Horst Kannenmüller » 21. Dezember 2005, 17:32

Kann es sein, dass hier einige den Artikel nicht verstanden haben und sich krampfhaft einige Aussagen des Herrn Klein aus dem Inhalt herauspicken und sich diese zurechtbiegen?
Ich finde diesen Aufsatz gelungen und er geht Inhaltlich und in seiner Aussage voll in Ordnung.
Horst

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Marten Holst
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RE: ... und der Autor des Artikels?

Beitragvon Marten Holst » 21. Dezember 2005, 17:36

> Wer ist denn der Autor des Artikels?

Christian Klein

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TRH
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Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon TRH » 21. Dezember 2005, 17:36

Moin!

Was mich auch geärgert hat, war die Tatsache, dass die wenigen Informationen auch problemlos mit mehr Stil auf eine halbe Seite gepasst hätten und man den übrigen Platz für eine weitere Rezension hätte nutzen können.
Noch mehr geärgert hat mich allerdings, dass ich das Thema grundsätzlich interessant finde und den Artikel darum komplett durchgelesen habe (ohne jeglichen Erkenntnisgewinn und ohne jegliches unfreiwilliges Amusement).
Nervig und überflüssig auch das Fazit des Artikels (weniger glücksabhängige Spiele), das ohne Argumente vorgestellt wird.
Bisher sicherlich einer der schlechtesten Artikel, den ich jemals in der SB gelesen habe.

Gruß Tom
hatte trotzdem Spaß an der neuen Spielbox ;-)

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peer

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel - Unverständnis?

Beitragvon peer » 21. Dezember 2005, 17:40

Hi,
Horst Kannenmüller schrieb:
>
> Kann es sein, dass hier einige den Artikel nicht verstanden
> haben und sich krampfhaft einige Aussagen des Herrn Klein aus
> dem Inhalt herauspicken und sich diese zurechtbiegen?
> Ich finde diesen Aufsatz gelungen und er geht Inhaltlich und
> in seiner Aussage voll in Ordnung.

Kann es sein, dass wir nicht alle mit dir übereinstimmen müssen?
Mal abgesehen von einem echten fachlichen Fehler (von Günter bereits benannt), der zeigt, dass Herr Klein auch nicht vor den Irrtümern der Stochastik gefeit ist, kann man durchaus anderer Meinung sein, wenn er meint "dass Mehrpersonenspiele (...) ohne nennenswerten Glücksfaktor auskommen können", oder dass "Würfel und Ereigniskarten nur die Ideenlosigkeit der vermeintlich Kreativen kaschieren" (Na, schon Spiele erfunden, Herr Klein?) und vor allem letzter Satz!) dass "(...) falls Glücksmomente notwenidg erscheinen sollten die Autoren sicherstellen, dass sie keinen zu dominierenden Einfluss erhalten" (Cant Stop gefällig?)

Fazit: Er enthält mindestens einen inhaltlichen Fehler und die Aussage ist durchaus diskutierenswert. Da kann man den Artikel durchaus verstanden haben.
ciao
peer

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peer

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon peer » 21. Dezember 2005, 17:46

Hi,
TRH schrieb:
> Noch mehr geärgert hat mich allerdings, dass ich das Thema
> grundsätzlich interessant finde und den Artikel darum
> komplett durchgelesen habe (ohne jeglichen Erkenntnisgewinn
> und ohne jegliches unfreiwilliges Amusement).

Genau das ist der Knackpunkt! Ich hatte entweder einen lustigen Artikel über Wahrscheinlichkeitsprobleme erwartet oder einen informativen Artikel, was bei dem Einsatz von Zfall so zu beachten ist. Leider wars nicht ersteres und für letzteres wars viel zu trivia und zu viel Blabla. Das die meisten Spieleautoren diese Trivialitäten (z.B. die Gedächnislosigkeit" NICHT kennen, halte ich für eine sehr gewagte These...

ciao
peer

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Marten Holst
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RE: Wirklich schlechter SB-Artikel - Unverständnis?

Beitragvon Marten Holst » 21. Dezember 2005, 17:49

Moin Horst,

> Kann es sein, dass hier einige den Artikel nicht verstanden
> haben und sich krampfhaft einige Aussagen des Herrn Klein
> aus dem Inhalt herauspicken und sich diese zurechtbiegen?
> Ich finde diesen Aufsatz gelungen und er geht Inhaltlich
> und in seiner Aussage voll in Ordnung.

während ich den Artikel nicht ganz so verreißen möchte wie manch andere hier, so finde ich doch auch, dass er teils sehr schwächelt. Gerade das "es gibt viele, die..." ohne Beispiele (Ausnahme: das "zu glücksabhängige" Siedler) stört. Zu den wahrscheinlichkeitstheoretischen Erkenntnissen kann ich mich nicht wirklich äußern, weil mir hier keine Augen geöffnet werden konnten, aber einge der an sich richtigen Beispiele erschließen sich mir insoweit nicht, als ich nicht begreife, was sie mit der Problemstellung zu tun haben sollen (Spalten 2 und 3 der zweiten Seite). Es sei denn, der Autor will uns erzählen, dass die Ergebnisse von Zufallsexperimenten schwanken. Das wäre allerdings trivial - und das dann immer und überall "Designfehler" zu nennen, weil ihm "der Schuh nicht passt" (Bezieht sich auf eine Antwort von Günter hier) finde ich stark. Letzten Endes scheinen mir die beiden "richtigsten" Ausschnitte des Artikels "Ich gebe zu, dass ich mit meiner Meinung ziemlich allein stehe" und "die anscheinend vor allem mich stören" (letzteres bezogen auf die Würfel bei Siedler). Er hat eine Meinung, er hat logische Gründe genannt, warum er sie hat, ich kann die Gründe nachvollziehen, teile sie aber nicht. Was mich nur stört ist, wie sehr seine Schlussfolgerungen aus der Meinungs- in die Tatsachenecke gerückt werden, nicht zuletzt auch durch die ganze "stringente mathematische Logik". Das mag so nicht beabsichtigt sein, klingt aber leider für mich sehr nach "Ich begreife es und Ihr seid zu dumm". Wobei "Ihr" jetzt "manche Spieleautoren" ohne nähere Definition wären.

Sollte es etwas an diesem Artikel geben, das ich nicht zu verstehen in der Lage war, so wäre ich Dir allerdings für eine Erklärung dankbar :-)

Tschüß
Marten

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Marten Holst
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RE: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon Marten Holst » 21. Dezember 2005, 17:51

So wäre das allerdings tatsächlich ein interessanter Artikel gewesen. Nur, wer schreibt den jetzt? :-)

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TRH
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Beiträge: 647

RE: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon TRH » 21. Dezember 2005, 18:12

Marten Holst schrieb:
>
> So wäre das allerdings tatsächlich ein interessanter Artikel
> gewesen. Nur, wer schreibt den jetzt? :-)

Moin!

Vielleicht fragen wir mal die Herren Beck-Bornholdt und Dubben. Die haben teils ganz nette populärwissenschaftliche Geschichten in Bezug auf Wahrscheinlichkeitstheorie veröffentlicht (Der Schein der Weisen; Der Hund, der Eier legte).
Möglicherweise ist ja was in Bezug auf Spiele drin, wobei ich vermute, dass die Sache da schwieriger wird, da m.E. Spieleautoren in der Regel sorgfältig mit Glückselementen umgehen.

Gruß Tom

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Ingo Althöfer
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Beiträge: 585

EinKlein würfelt nicht

Beitragvon Ingo Althöfer » 21. Dezember 2005, 18:42

Frank Sipppel schrieb:
> ... ich für
> meinen Teil glaube ganz entschieden, dass die Spieleautoren
> und die Verlage sehr wohl wissen was sie tun. Dass sie Spiele
> deshalb mit Glückselementen anreichern, weil das für die
> große Masse der Spieler genau das richtige ist.
>
> Und ich glaube ferner, dass viele professionelle
> Spieleautoren im Hinblick auf die im Spiel verwendeten
> Wahrscheinlichkeiten sehr genau Bescheid wissen. Ich finde
> die meisten Spiele sehr gut austariert, handwerklich sehr gut
> gemacht. natürlich kann mir ein glückslastiges Spiel
> grundsätzlich missfallen, aber das ist etwas ganz anderes,
> als den autoren Unvermögen zu unterstellen.

Sehe ich auch so. Die Haupterkenntnis des insgesamt leider nicht
so interessanten spielbox-Artikels ist aus meiner Sicht:

EinKlein würfelt nicht (gerne)!

Spannend finde ich aber die Aussage, dass bei Mehrpersonenspielen
die unberechenbaren Mitspieler den Zufall ganz gut ersetzen
können. Da ist wirklich etwas dran, auch belegbar auf einer technischen
Ebene: "Monte-Carlo-Intelligenz" funktioniert tendentiell um so besser,
je mehr Spieler in den programmierten Spiel beteiligt sind.

Ingo Althöfer.

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Marcel-André Casasola Merkle

Re: Dikussion macht Laune

Beitragvon Marcel-André Casasola Merkle » 21. Dezember 2005, 19:44

Hallo,

immerhin hat der Artikel eins erreicht. Es wird diskutiert und das kann uns nur gut tun.

Die Hauptschwäche des Artikels liegt meines Erachtens darin, dass der Autor falsche Schlussfolgerungen zieht und wichtige Aspekte des Zufalls im Spiel verschweigt.

Prinzipiell ist es ja nicht schlecht, darauf hinzuweisen dass zum Handwerkszeug eines Autors auch die Beherrschung der Wahrscheinlichkeitselemente gehört.
Richtig ist, dass der falsche Einsatz von Zufallselementen ein Spiel kaputt macht und ebenso, dass Ereigniskarten eine billige Lösung sind, um ein Spiel aufzupeppen. Mit dem Fazit, das das Glücksmoment unter Generalverdacht stellt, entwertet Christian Klein jedoch seine eigene Aussage.

Wie schon angesprochen, entfaltet der Zufall in Zockerspielen wie "Can't Stop" seinen ganz eigenen Reiz. In anderen Spielen ist er ein Element der Variabilität, das dafür sorgt, dass Partien immer anders verlaufen. In wieder anderen stellt er den Spieler von Zug zu Zug vor eine neue Situation, die er bewältigen muss und so seine Flexibilität üben kann.

Zufall kann ein Spiel über viele Partien hinweg lebendig halten. Zufall kann als Überraschung eingesetzt werden, denn Überraschung an sich kann auch ein positives und befriedigendes Element eines Spieles darstellen. Zufall kann bei Verhandlungsspielen das nötige Ungleichgewicht in eine Partie bringen, das Verhandlung erst interessant und zwingend macht.

Die Frage ist, wieso gerade ein bestimmtes Zufallselement gewählt wurde. Sie wäre interessant gewesen.

Mann muss eben genau unterscheiden zwischen gewolltem Einsatz von Zufall, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen oder willkürliche, undurchdachte Verwendung, die man ja zu Recht kritisieren kann.

Beste Grüße und ein frohes Fest
Marcel-André

P.S.
Um an die Fernsehdiskussion von vorgestern anzuknüpfen: Ich bin froh, dass wenigstens mal über Zufall im Spiel berichtet wurde ;)

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peer

[OT]: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon peer » 22. Dezember 2005, 07:59

Hi,
TRH schrieb:
>
> Marten Holst schrieb:
> >
> > So wäre das allerdings tatsächlich ein interessanter Artikel
> > gewesen. Nur, wer schreibt den jetzt? :-)
>
> Moin!
>
> Vielleicht fragen wir mal die Herren Beck-Bornholdt und
> Dubben. Die haben teils ganz nette populärwissenschaftliche
> Geschichten in Bezug auf Wahrscheinlichkeitstheorie
> veröffentlicht (Der Schein der Weisen; Der Hund, der Eier
> legte).

Das stimmt, aber in den Büchern gehts eher um statistische Aussagen. Verwandt, aber nicht dasselbe :-) Dennoch würde es mich wünschen, etwas von den beiden zum Thema spielen zu hören :-)
ciao
peer

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andre

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon andre » 22. Dezember 2005, 10:19

Wenn der Artikel auch nicht konkret wird, so kann ich dem Grundgedanken nur zustimmen...wenn man sich die Spiele der letzten Jahre anguckt...ich bin froh, mittlerweile keines mehr kaufen zu müssen (weil es ja vielleicht so toll aus sieht, und ich es blos nicht verpassen möchte)...Es ist einfach zuviel Masse statt Klasse
...die meisten Spiele sind wirklich die Pappe nicht wert, auf denen sie gedruckt sind...

Gruß
Andreas

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Tim-spielbox

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon Tim-spielbox » 22. Dezember 2005, 11:51

> Es ist einfach zuviel Masse statt Klasse
> ...die meisten Spiele sind wirklich die Pappe nicht wert, auf
> denen sie gedruckt sind...

"Früher war alles besser", das hört man oft in Deutschland. Stimmt aber fast nie. Wahrscheinlich kann jeder hier auf Anhieb zehn gute Spiele nennen, die in den letzten fünf Jahren erschienen sind. Der heutige Spielemarkt wird meiner Meinung eher durch Klasse UND Masse geprägt.


Tim

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peer

Re: Wirklich schlechter SB-Artikel

Beitragvon peer » 22. Dezember 2005, 12:55

Hi,
andre schrieb:
>
> Wenn der Artikel auch nicht konkret wird, so kann ich dem
> Grundgedanken nur zustimmen...wenn man sich die Spiele der
> letzten Jahre anguckt...ich bin froh, mittlerweile keines
> mehr kaufen zu müssen (weil es ja vielleicht so toll aus
> sieht, und ich es blos nicht verpassen möchte)...Es ist
> einfach zuviel Masse statt Klasse
> ...die meisten Spiele sind wirklich die Pappe nicht wert, auf
> denen sie gedruckt sind...

Mmh, kaufen musste ich noch nie eines. Und das es früher mehr gute Spiele gab, wage ich zu bezweifeln... - Weder prozentual noch absolut. Oder wie viele Spiele der 3M, der Pelikano, der Heye- Reihe doer der schmidt Spielebar sind denn so toll?
Ja, es gab damals ein paar Spiele, die heute Klassiker sind. Heutzutage kommen aber auch ein paar Spiele raus, die in 10 Jahren klassiker sein werden. Obs mehr sind? Wer weiß?

ciao
peer (freut sich immer über solche Pauschalbehauptungen, weil ja jeder weiss dass die gar nicht stimmen können)


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