Beitragvon Günter Cornett » 9. Januar 2006, 12:19
Heinrich Tegethoff schrieb:
>
> Hallo Peer,
>
> ich bin dabei recht skeptisch. Zum einen glaube ich wegen der vergleichsweise
> hohen Kosten von Spielen gegenüber Markenlizenzen nicht daran, dass sich
> dies auf den Verkaufsspreis durchschlägt, auch wenn der Verlag dadurch (ggf
> überlebenswichtige) Einnahmen hat.
Da muss man wohl zwischen Marke und Marke unterscheiden.
Bei einem 'Herr der Ringe'Spiel muss der Verlag einiges abdrücken, weil die Marke verkaufsfördernd ist. Wenn es darum geht, für eine (insbesondere neue) Marke zu werben, wird wohl der Markeninhaber sich das was kosten lassen.
In beiden Fällen, bringt es dem Verlag wohl Geld, denn Lizenzthemen verkaufen sich von selbst (auch ohne dass das Spiel gut sein muss). Die Spiele müssen sich aber natürlich auch besser verkaufen, um die Kosten für die Marke rein zubringen.
> Zum anderen sagt mir mein durch ein ungeliebtes Semester Marketing nur
> unzureichend trainierter Verstand: Werbung muss durchdringend und möglichst
> unausweichlich sein, um wertvoll zu werden (ich sach nur: Pop-Ups!).
Sind Pop-ups wirklich so erfolgreich? Was sind das für Leute, die darauf einsteigen? Ich kenne nur Leute, die das nervig finden. Jemand, der mit Pop-ups wirbt, wird von mir zwar wahrgenommen aber gleich in die Kiste unseriös gesteckt.
> Ich meine damit zB, dass ich die Aktien beim alten Börsenspiel nicht anhand
> anderer Merkmale wie Farbe trennen konnte, und muß somit ständig etwas
> wie "Ich kaufe 300 IBM" sagen. Damit werbe ich im Namen des "Sponsors"
> bei meinen Mitspielern.
Finde ich nicht schlimm, wenn es inhaltlich passt. Spiel kann sich ja durchaus auf die Wirklichkeit beziehen.
Wenn IBM dafür zahlt, sollte eben ein entsprechender Hinweis in der Anleitung stehen.
Ärgerlich wäre es z.B., wenn in einem nicht als Werbeausgabe gekennzeichnetem Siedler-Spiel ein Hornbach-Logo auf den Holzkarten gedruckt wäre.
> Und so, wie anscheinend Reporter verpflichtet sind, von der Allianz-Arena
> zu reden, wenn sie zum Fußball nach München schalten, so kann ich zwar
Solche Verpflichtungen sind wohl üblich. Beim Robbi-Williams-Konzert in Berlin waren zur Berichterstattung nur Journalisten zugelassen, die sich verpflichteten, den Sponsor und die Agentur in Wort oder Bild zu nennen. Das erfreuliche Ergebnis war: in vielen Zeitungen fast keine Berichterstattung über das Konzert, stattdessen die Nennung des Grundes.
In Berlin hat die CDU längst den Vorschlag gemacht, die Namen der U-Bahn-Stationen an Sponsoren zu verkaufen: Neukölln wird "Wal-Mart Neukölln", Leopoldplatz wird "Karstadt Leopoldplatz" ... (http://www.neukoelln-online.de/news2005/news.php?newsid=304 )
> Werbung als Banner am Rande ertragen, aber nicht als notwendiges Element,
> bei dem ich einen Markennamen vorbete oder allgegenwärtig vor Augen habe.
Ich finde da insbesondere 'unsere Moderatoren werden ausgestattet von...' und 'das Wetter wird präsentiert von..' wegen ihrer künstlichen Verknüpfung von Sympathieträger/Information mit einem Produkt absolut unpassend. Bei mir kommt das so an: Wer da wirbt, macht deutlich, dass ihm egal ist, was der Zuschauer/Kunde will.
> So ein A3-Spielbrett in der Grundfarbe eines Telefon- oder eines Stromanbieters
> geht mir auf Dauer auf die Augen...
Es gibt da auch einen Verlag, der grundsätzlich alles in auch nicht augenschonenderem Grün hält. ;-)
Wenn es als Werbespiel konzipiert ist, dann weiß man das doch vorher. Ansonsten wirkt es schon eher billig.
Gruß, Günter